Theo Olthuis, Edmund de Waal, Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver, Eddy Pinas, Jeppe Aakjær, Viktor Paskov

De Nederlandse dichter en schrijver Theo Olthuis werd geboren in Amsterdam op 10 september 1941. Zie ook alle tags voor Theo Olthuis op dit blog.

Simpel

Ruggelings wiegend het onderlijf
als trage ruitenwissers.
Geen jeuk of ander ongenoegen,
maar simpel tijdverdrijf;
vermoedelijk in de buurt van
noem het honds geluk.

 

Vluchteling

Na alles en dat was veel
de beslissing toch genomen.
En op weg naar ergens ver
uiteindelijk toch nog
ergens aangekomen.
Maar al zijn we nu dan hier,
we weten ons ook nog daar,
waar afscheid nemen
een beproeving was.

Uit een hel ontsprongen
en in een doolhof beland,
valt er nog niet veel te vieren.
Opgeslagen in computer en papieren
met om ons heen een vreemde taal,
blijft het dagelijks oefenen
in kalm te blijven en af te wachten.
Met het oog op morgen / overmorgen
kalm te blijven en af te wachten.
– Want na alles overleefd,
hebben wij nog nèt wat dromen over
hoe het hier zou kunnen zijn…

 
Theo Olthuis (Amsterdam, 10 september 1941)

 

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Zie ook alle tags voor Andreï Makine op dit blog.

Uit: Das französische Testament (Vertaald door Holger Fock en Sabine Müller)

„Ich sah einen großen, braunen Falter, eine abendliche Sphinx, die zitternd einen Weg in die trügerische Tiefe des Spiegels suchte. Mit ausgestreckter Hand stürzte ich mich auf ihn und fühlte schon das Kitzeln seiner samtigen Flügel in meinen Handflächen… Jetzt erst bemerkte ich die außergewöhnliche Größe des Schmetterlings. Ich pirschte mich heran und konnte einen Aufschrei nicht unterdrücken: »Das sind ja zwei! Es sind siamesische Zwillinge!« Die beiden Falter schienen tatsächlich aneinander zu kleben. Ihre Leiber wurden von fieberhaften Zuckungen geschüttelt. Zu meiner Überraschung schenkte mir diese doppelte Sphinx keinerlei Aufmerksamkeit und versuchte nicht zu entkommen. Bevor ich sie einfing, konnte ich die weißen Flecken auf ihrem Rücken betrachten, den berühmten Totenkopf. Die Frau in der wattierten Jacke war vergessen. Ich verfolgte den Flug der freigelassenen Sphinx, die sich in der Luft in zwei Schmetterlinge teilte, und mit dem Verständnis eines Zehnjährigen begriff ich den Grund für diese Vereinigung. Das erklärte für mich auch die Bestürzung meiner Großmutter. Die Jagd auf die Sphinx der sich paarenden Schmetterlinge rief in mir die Erinnerung an zwei weiter zurückliegende Ereignisse wach, die zu den geheimnisvollsten meiner Kindheit zählen. Die erste, in mein achtes Lebensjahr zurückreichende Erinnerung beschränkt sich auf einige Zeilen aus einem alten Lied, das meine Großmutter manchmal kaum hörbar sang oder vielmehr vor sich hin murmelte, wenn sie über ein Kleidungsstück gebeugt auf ihrem Balkon saß, einen Kragen flickte oder Knöpfe annähte. Insbesondere der letzte Vers des Lieds verzückte mich:

… Und dort würden wir schlafen bis ans Ende der Welt.

Dieser unendliche Schlaf der Liebenden überstieg meine kindliche Vorstellungskraft. Ich wusste bereits, dass Menschen, die sterben (wie die alte Nachbarsfrau, deren Verschwinden man mir im letzten Winter so ausführlich erklärt hatte), für immer einschlafen. War dies der Schlaf der Liebenden aus dem Lied? In der Folge bildeten die Liebe und der Tod eine seltsame Einheit in meinem Köpfchen. Die schöne, melancholische Melodie tat das Ihre, um meine Verwirrung zu steigern.“


Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

 

De Britse schrijver, keramist en hoogleraar Edmund Arthur Lowndes de Waal werd geboren op 10 september 1964 in Nottingham. Zie ook alle tags voor Edmund de Waal op dit blog.

Uit: The Hare With Amber Eyes: A Hidden Inheritance

“Odessa was a city within the Pale of Settlement, the area on the western borders of imperial Russia in which Jews were allowed to live. It was famous for its rabbinical schools and synagogues, rich in literature and music, a magnet for the impoverished Jewish shtetls of Galicia. It was also a city that doubled its population of Jews and Greeks and Russians every decade, a polyglot city full of speculation and traders, the docks full of intrigues and spies, a city on the make. Charles Joachim Ephrussi had transformed a small grain-trading business into a huge enterprise by cornering the market in buying wheat. He bought the grain from the middlemen who transported it on carts along the heavily rutted roads from the rich black soil of the Ukrainian wheat fields, the greatest wheat fields in the world, into the port of Odessa. Here the grain was stored in his warehouses before being exported across the Black Sea, up the Danube, across the Mediterranean.
By 1860 the family had become the greatest grain-exporters in the world. In Paris, James de Rothschild was known as the le Roi des Juifs, the King of the Jews. The Ephrussi were les Rois de Blé, the Kings of Grain. They were Jews with their own coat of arms: an ear of corn and a heraldic boat with three masts and full sails. Their motto, Quod honestum, unfurled below the ship: We are above reproach. You can trust us.
The masterplan was to build on this network of contacts and finance huge capital projects: bridges across the Danube, railways across Russia and across France, docks and canals. Ephrussi et Cie would change from being a very successful commodity trading house into an international finance house. It would become a bank. And each helpful deal struck with a government, each venture with an impoverished archduke, each client drawn into serious obligation with the family would be a step towards even greater respectability, a step further from those wagons of wheat creaking in from the Ukraine.
In 1857 the two elder sons and their families were sent out from Odessa to Vienna, the capital city of the sprawling Hapsburg Empire. They bought a huge house in the city centre, and for ten years this was home to a shifting population of grandparents, children and grandchildren as the family moved backwards and forwards between the two cities. One of the sons, my great-great-grandfather Ignace, was tasked with handling Ephrussi business in the Austro-Hungarian Empire from this Vienna base. Paris came next: Léon, the older son, was tasked with establishing the family and business here.”

 
Edmund de Waal (Nottingham, 10 september 1964)

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Franz Werfel werd op 10 september 1890 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Franz Werfel op dit blog.

Uit: Stern der Ungeborenen

„Um allen groben Mißverständnissen vorzubeugen: ich bin durchaus kein Meisterträumer. Ich träume nicht lebhafter als andere Leute. Ich pflege am Morgen zumeist meine Träume vergessen zu haben. Oft bleiben freilich, als Strandgut der Nacht, in der grauen Frühe ein paar merkwürdige Bilder und Szenen zurück. Da gibt es zum Beispiel einen Hund, der mit mir in verständigen Worten spricht. Eine leuchtende Braut im Brautschleier, die ich nie gesehen habe, tritt mit ausgebreiteten Armen an mein Bett. Ein Mann mit Vollbart und blauer Schürze, den man den »Arbeiter« nennt, setzt Wasserkünste in Gang, die jedoch nicht aus Wasser, sondern aus absonderlichen Lichtstrahlen bestehen. Oder ich sehe mit unbeschreiblicher Deutlichkeit greise Männer, die anstatt zu sterben immer kleiner werden, immer winziger, und zuletzt als menschenförmige Rübchen in der Erde stecken. Solche Bilder und Szenen sind – wenn das Gedächtnis sie nicht ausstößt – wie eigenwillige Keime, die sich im Geiste während des Tageslebens wachsend weiterentwickeln, willst du oder willst du nicht. Selten, und doch ein paarmal im Leben geschieht es, daß diese selbständigen, vom erfinderischen Willen unabhängigen Gesichte während einer einzigen Nacht oder sogar in mehreren Nächten nacheinander logische Ketten und epische Reihen bilden, und man muß dann schon ein braver Tropf sein, um nicht angeschauert zu werden von den sinnvollen Spielen, die unsre Seele hinter unserm Rücken aufführt, als wäre sie nicht ein beschränktes Ich, sondern ein grenzenloses All.
Es gibt nur zwei Wege, um ein Historiker der Zukunft zu werden: wissenschaftliche Folgerung und Traumdeuterei oder Wahrsagerei. Die wissenschaftliche Folgerung dürfte sich durch wissenschaftliche Folgerung von der Erkenntnis der Zukunft selbst ausschließen. Die Wissenschaft nämlich muß stets auf der Hut sein, aus sich eine Närrin zu machen. Sie bringt es höchstens zur Wahrscheinlichkeitsrechnung. Traumdeuterei und Weissagung hingegen haben den unschätzbaren Vorteil, auf eine uralte Praxis zurückzublicken, die der unanzweifelbaren Überlieferung gemäß namhafte Erfolge aufzuweisen hat. Die prophetischen Erkenntnisarten müssen es nur verstehen, um echt zu sein, die Schleier des Gleichnisses zu tragen und die Schatten des Geheimnisses zu werfen.
Strenge Augen sehn mich schon längere Zeit an. Sie werden immer strenger, und jetzt sprechen sie sogar:
»Sie sind ein Mann in ziemlich reifem Alter. Sie haben wahrhaftig nicht so viel Zeit mehr, um auf unnütze Reisen zu gehn. Wie lange noch wollen Sie Ihren kurzen Arbeitstag vergeuden? Wissen Sie nicht, was heute in dieser Welt geschieht? Waren Sie nicht selbst ein Verfolgter und ein Opfer?”


Franz Werfel (10 september 1890 – 26 augustus 1945)

 

De Poolse schrijver Paweł Huelle werd geboren op 10 september 1957 in Gdańsk. Zie ook alle tags voor Pawel Huelle op dit blog.

Uit: Castorp (Vertaald door Renate Schmidgall)

„Zum ersten Mal in seinem Leben empfand Hans Castorp – wie man in seinen Kreisen in solchen Fällen zu sagen pflegte – die Notwendigkeit, jemandem eine Lektion zu erteilen – ja, man hätte, in diesem Sinne, streng die Stirn runzeln und in einem keinen Widerspruch duldenden Ton noch lauter sagen müssen: “Ihre Dienstnummer, bitte! Das ist unerhört, Sie haben wohl vor, ihre Stelle aufzugeben? Ich werde mich noch heute bei der Direktion beschweren!” Doch statt irgend etwas zu sagen, setzte sich Hans Castorp auf den nächsten freien Platz und schaute, das Gesicht dicht an die Fensterscheibe gepreßt, zerstreut auf das Spalier der hundertjährigen Linden, hinter denen sich die Fahrbahn der Allee und der Friedhof erstreckten. Das Bewußtsein, daß er ohne Fahrkarte fuhr, wenn auch ohne jegliche eigene Schuld, setzte ihm schwer zu. Nach dem, was vorgefallen war, konnte er jedoch auf gar keinen Fall den Schaffner noch einmal ansprechen, das wäre, wie sein französisches Kindermädchen, Madame Choissel, zu sagen pflegte, tout a fait impossible gewesen. Er dachte auch über den seltsamen Akzent des Schaffners nach: Er erinnerte keinesfalls an das Platt, in dem der Großvater, Senator Hans Lorenz Castorp, gewöhnlich mit seinem Diener Fiete redete. Auch jenen sonderbaren Lauten aus dem Süden, die er als kleiner Junge bisweilen im Hamburger Kontor seines Vaters gehört hatte, wenn ihn Geschäftsleute aus Bayern besuchten, war er nicht im mindesten ähnlich. Der Akzent des Schaffners gehörte in eine vollkommen andere, gesonderte Kategorie, die unserem Helden in diesem Moment außergewöhnlich abstoßend vorkam, fremd und feindlich zugleich. Zu allem Überfluß erklang in einem Winkel seines Gedächtnisses eine biblische Phrase, die er vor langer Zeit, wahrscheinlich bei den häuslichen Vorbereitungen auf die Konfirmation, einmal gelesen hatte. Der Satz lautete: “Mißachte seine Sprache nicht”, doch aus welchem Buch er stammte und ob er ihn als Kommentar zu der Situation in der Straßenbahn betrachten sollte – auf diese Fragen fand er keine Antwort. Bedrückt von all dem, registrierte er fast unbewußt das Gebäude der Technischen Hochschule, an dem sie gerade vorbeifuhren. Wäre es – wie ein paar Stunden zuvor die Stadt – während seiner euphorischen Stimmung vor ihm aufgetaucht, so hätte er sicher seine subtile, durchdachte Schönheit zu schätzen gewußt, die in einer Verbindung der jahrhundertealten örtlichen Tradition mit der Idee der Moderne bestand. Doch jetzt konnte ihn kein Maßwerk und keine Attika bezaubern. Er dachte nur: “Und das soll meine Schule sein, so etwas…” Dabei empfand er eine Art innerer Beschämung, ganz so, als müßte er seinem Onkel, Konsul Tienappel, lauthals Recht geben, was seine gegenwärtige, bedauernswerte Lage natürlich nicht zuließ. Womöglich wäre er in seiner Verwirrung zur Endstation beim Straßenbahndepot gefahren, wäre nicht eine junge Dame in einem schicken Hut gewesen, die sich über die Lehne beugte und mit freundlicher Stimme sagte: “Gleich kommt die Haltestelle am Ahornweg, mein Herr. Da ist der Eingang in den Kastanienweg, auf der anderen Seite der Gleise!”


Paweł Huelle (Gdańsk, 10 september 1957)

 

De Amerikaanse dichteres Mary Oliver werd geboren op 10 september 1936 in Maple Heights, Ohio. Zie ook alle tags voor Mary Oliver op dit blog.

The Journey

One day you finally knew
what you had to do, and began,
though the voices around you
kept shouting
their bad advice–
though the whole house
began to tremble
and you felt the old tug
at your ankles.
“Mend my life!”
each voice cried.
But you didn’t stop.
You knew what you had to do,
though the wind pried
with its stiff fingers
at the very foundations,
though their melancholy
was terrible.
It was already late
enough, and a wild night,
and the road full of fallen
branches and stones.
But little by little,
as you left their voices behind,
the stars began to burn
through the sheets of clouds,
and there was a new voice
which you slowly
recognized as your own,
that kept you company
as you strode deeper and deeper
into the world,
determined to do
the only thing you could do–
determined to save
the only life you could save.

 

Sleeping in the Forest

I thought the earth remembered me,
she took me back so tenderly,
arranging her dark skirts, her pockets
full of lichens and seeds.
I slept as never before, a stone on the river bed,
nothing between me and the white fire of the stars
but my thoughts, and they floated light as moths
among the branches of the perfect trees.
All night I heard the small kingdoms
breathing around me, the insects,
and the birds who do their work in the darkness.
All night I rose and fell, as if in water,
grappling with a luminous doom. By morning
I had vanished at least a dozen times
into something better.

 


Mary Oliver (Maple Heights, 10 september 1935)

 

De Surinaamse dichter en schrijver Eddy Louis Pinas werd geboren in Paramaribo op 10 september 1939. Zie ook alle tags voor Eddy Pinasp op dit blog.

Er is nu geen tijd

er is nu geen tijd
om blij te zijn

ieder stukje loof
iedere zandkorrel

staat bol
van verwachting

de bibit wacht
om geboren te worden

beman de ploeg in naam
van volk en vaderland

pas morgen kunnen
we blij zijn

 

Toen ik insliep

toen ik insliep
zag ik enkel
je ogen nog
de droom
onthulde jou
weifelend hart


Eddy Pinas (Paramaribo, 10 september 1939)
In 1985

 

De Deense dichter en schrijver Jeppe Aakjær werd geboren in Aakjær bij Skive op 10 september 1866. Zie ook alle tags voor Jeppe Aakjaer op dit blog.

The Oats

Here I stand with tinkling bells galore,
Twenty on each straw, I think, or more.
But the farmer, bless his honest soul,
Calls me oats and speaks of twenty fold.

I was sown while happy birds in spring
Made with joyful song the welkin ring.
Bumble bees in wild and tumbling race,
In the mellow sunshine droned the bass.

Growing up in sunny morning dew
That sweet Symphony within me grew.
He who listens humbly while I ring,
Hears the echo of the songs of spring.

Cold, unfeeling hearts can never see
Anything but cattle-feed in me.
I am more than food for hungry jaws,
I am song of birds on golden straws.

I am friends with everything that grows,
Friends with every gentle wind that blows,
Friends with waving trees and summer skies,
Friends with daisies and with butterflies.

When the sun goes down, its parting smile
Lingers on my golden head a while,
And when evening bells ring out, I too
Tinkle, standing tip-toe in the dew.

I am ringing children to their beds,
Ringing up the mist that slowly spreads,
Ringing peace, as busy day departs,
Into humble homes and pious hearts.

 

Vertaald door S.D. Rodholm

 
Jeppe Aakjær (10 september 1866 – 22 april 1930)
Portret door Herman Albert Gude Vedel

 

De Bulgaarse schrijver en musicus Viktor Markos Paskov werd geboren in Sofia op 10 september 1949. Zie ook alle tags voor Viktor Paskov op dit blog.

Uit: Ballade pour Georg Henig (Vertaald door Marie Vrinat)

« Récemment, alors que je fouillais dans de vieux papiers de famille, je tombai sur deux lettres écrites au crayon-encre sur des feuilles de cahier par Georg Henig, de son écriture impossible. En haut à droite, on peut lire l’année ainsi que l’endroit où elles ont été rédigées : 1960, hospice de vieillards de Haïredine. L’administration de l’hospice avait joint un avis à la dernière page de la seconde lettre, retenu à l’aide d’un trombone rouillé. On nous informait qu’à cette date, Georg Henig était mort de… (suivait alors l’appellation latine du mot « vieillesse ») et qu’il serait enterré le lendemain, dans le cimetière du village. Conformément à ses dernières volontés, on avait déposé dans son cercueil le violon avec lequel il était arrivé et qui constituait son seul bien. Par un étrange concours de circonstances, le jour où Georg Henig mourait, moi, je fêtais mes douze ans. Je me suis efforcé de me souvenir de cette journée. Mais là où je cherchais le souvenir – était-ce dans mon coeur ? dans mon âme ? – il n’y avait qu’un trou noir. Ce devait être une douce matinée ensoleillée au début de l’automne… sûrement irisée – mais de quelles couleurs ? Existe-t-il encore de telles couleurs ? Au moment où j’écris ces lignes, tombe une fine bruine. C’est un soir d’automne. Les bâtiments, en face, ont la couleur du lilas dans la brume gris sale. De temps en temps, en bas, un bus s’arrête avec ses portes qui s’ouvrent et se ferment. Dans la chambre, des ombres se profilent, mais je ne vois pas celle de Georg Henig. Jamais je n’ai ressenti la solitude aussi intensément.”

 
Viktor Paskov (10 september 1949 – 16 april 2009)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 10e september mijn blog van 10 september 2017 deel 2..

Eddy Pinas, Jeppe Aakjær, Viktor Paskov, Hilda Doolittle, Reinhard Lettau, George Bataille

De Surinaamse dichter en schrijver Eddy Louis Pinas werd geboren in Paramaribo op 10 september 1939. Zie ook alle tags voor Eddy Pinas op dit blog.

de rivier zal ’t weten

de rivier zal ’t weten
vanaf de bergen
tot daar waar het
in in-
nig
samenzijn knuffelt met
dorstig zeewater

het brullend
bruizend wezen op
de rug van de
granolosoela
draagt in iedere molecule
de tedere kiem
van wording

ook de zee zal ’t weten
en de boodschap
beuken tegen ijzeren rompen
op iedere strand
zal het te lezen zijn

door de branding
zal het geëtst worden
op de klippen
de zon zal het
met bladders neerschrijven
op de gevels
Suriname wordt vrij
maar…

heb ik mijn vaccinatiebewijs
niet vergeten?

 
Eddy Pinas (Paramaribo, 10 september 1939)

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Eddy Pinas, Jeppe Aakjær, Viktor Paskov, Hilda Doolittle, Reinhard Lettau, George Bataille

De Surinaamse dichter en schrijver Eddy Louis Pinas werd geboren in Paramaribo op 10 september 1939. Zie ook alle tags voor Eddy Pinas op dit blog

Ook ik heb het gezien

ook ik heb het gezien
ook ik heb het
beloofde land gezien
braambessen gegeten
aardbeien
peren
appels
abrikozen

beton
kacheldamp
papieren behang

vijf centimeter textiel
op mijn huid
witte bedelaar
bezige kalverstraat
 
als maden krioelen mensen
om mensen
sneeuwballen 
op poten
zonder emotie
zonder stem
de fabriek bevrucht de tram
het station baart elk uur
een duizendling

 
Eddy Pinas (Paramaribo, 10 september 1939)
Paramaribo 

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Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver, Eddy Pinas, Viktor Paskov

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Zie ook mijn blog van 10 september 2010. en eveneens alle tags voor Andreï Makine op dit blog.

Uit: Das französische Testament (Vertaald door Holger Fock en Sabine Müller)

„Selbst Glacha, die Bäuerin in der Familie, trug auf den wenigen Aufnahmen, die uns von ihr geblieben waren, dieses wunderbare Lächeln. Schließlich war da noch ein ganzer Schwarm junger Cousinen, die in den endlos langen Sekunden des Stillhaltens ihre Lippen aufwarfen beim Versuch, sich den flüchtigen französischen Charme zu geben. Als sie ihr »petite pomme« murmelten, glaubten sie noch, das künftige Leben würde allein aus solchen anmutigen Augenblicken gewebt sein …
In diese endlose Reihe von Blicken und Gesichtern drängte sich gelegentlich das Bild einer Frau mit ebenmäßigen, feinen Gesichtszügen und großen, grauen Augen. Als junges Mädchen war ihr Lächeln, in den ältesten Alben, erfüllt vom geheimnisvollen Zauber des »petite pomme«. Mit den Jahren verblasste dieser Ausdruck, und in den immer neueren und näher an unsere Gegenwart rückenden Alben wurde er von einem Schleier aus Melancholie und Schlichtheit überschattet.
Aber diese Frau, eine in der verschneiten, unermesslich weiten Landschaft Russlands verlorene Französin, hatte ihnen das Zauberwort beigebracht, das schön machte. Meine Großmutter mütterlicherseits … Sie war zu Beginn des Jahrhunderts in Frankreich geboren worden als Kind von Norbert und Albertine Lemonnier. Das Geheimnis des »petite pomme« war wahrscheinlich die allererste Legende, die unsere Kindheit bezauberte. Und sicher lieferte sie die ersten Worte aus jener Sprache, die meine Mutter scherzhaft meine »Großmuttersprache« nannte.
Eines Tages fiel mir ein Foto in die Hände, das ich nicht hätte sehen sollen … Ich verbrachte die Ferien bei meiner Großmutter in einer Stadt am Rande der russischen Steppe, in die es sie nach dem Krieg verschlagen hatte. Es war an einem heißen Sommertag, die Sonne neigte sich langsam dem Abend entgegen und tauchte das Zimmer in malvenfarbenes Rot. Dieser etwas unwirkliche Schein legte sich über die Fotos, die ich am offenen Fenster betrachtete. Es waren die ältesten Aufnahmen in unseren Alben. Sie hatten die Revolution von 1917 überstanden, führten in die unvordenklichen Zeiten des Zaren zurück und ließen sie wieder lebendig werden, vor allem aber durchstießen sie den damals sehr dichten Eisernen Vorhang und brachten mich einmal zu einer gotischen Kathedrale, ein anderes Mal auf die Wege eines Gartens, dessen vollkommene Geometrie mich ratlos machte.
Ich tauchte in die Ahnengeschichte unserer Familie ein …”

 
Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

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Viktor Paskov, Hilda Doolittle, Reinhard Lettau, George Bataille, Jeppe Aakjær

De Bulgaarse schrijver en musicus Viktor Markos Paskov werd geboren in Sofia op 10 september 1949. Zie ook mijn blog van 10 september 2010

 

Uit: Autopsie (Vertaald door Alexander Sitzmann)

 

„Aufwachen um fünf.

Schon seit Wochen wache ich um fünf auf.

Das bedeutet, ich habe ungefähr vier Stunden den unruhigen Schlaf eines Tresorknackers geschlafen.

Ich stehe auf, stoße gegen den Stuhl, dann gegen den Schreibtisch.

Zu meinen Füßen kullert mit leisem Klirren eine fast leere Flasche herum. Ich sage »fast«, weil in ihr

eine bräunliche Flüssigkeit schwappt, ungefähr eineinhalb Schlucke. Kurz darauf ist die Flasche ganz

leer, und ich habe Rochen im Bauch. Ich gehe in Unterhosen hinaus auf den Balkon.

Draußen ist es finster, warm und klebrig. Von der Baustelle des »Philip Johnson House« dringt Lärm herüber. Kleine Gestalten, türkische, griechische und bulgarische Gastarbeiter in gelben Overalls, mit Schutzmasken vor dem Gesicht, laufen hin und her, übergossen von orangem Licht, wie unter dem

Deckel eines riesigen Aquariums irgendwo auf dem Mars.

Sie arbeiten Tag und Nacht.

Sie arbeiten samstags und sonntags. Sie wühlen in einem riesigen Loch herum, das von eisernen Konstruktionen durchzogen ist, und unter ihren Händen leuchten die Flammen von Schweißgeräten auf: weiß, bläulich und grün.

Mister Johnson ist ein amerikanischer Architekt, ein Bastard von zweiundneunzig Jahren.

Zwischen die Zähne seines grinsenden Porträts ge genüber hat jemand mit roter Sprühfarbe einen fetten Penis gemalt: ein Gruß der Arbeiterklasse.

Der Alte, oder genauer seine Mannschaft, hat beschlossen, seinen idiotischen Wolkenkratzer direkt

vor meiner Nase in die Höhe zu ziehen, hier, wo sich früher ebenes Feld erstreckte und ich eine Aussicht bis zum Checkpoint Charlie hatte.

Ich gehe zurück ins Bett.“

 

 

 

Viktor Paskov (10 september 1949 – 16 april 2009)

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Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver, Eddy Pinas, Viktor Paskov, Hilda Doolittle, Reinhard Lettau, George Bataille, Jeppe Aakjær

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Hij leerde al vroeg Frans van zijn uit Frankrijk afkomstige grootmoeder (en volgens Makine zelf ook van een vriend) en schreef al op jonge leeftijd gedichten in het Russisch zowel als het Frans. Makine studeerde onder andere filologie en filosofie in Tver, Moskou en Novgorod. In 1987 reisde hij naar Frankrijk in het kader van een uitwisselingsprogramma voor docenten en besloot er asiel aan te vragen. Sindsdien leeft hij als schrijver in Parijs. Na de teleurstellende ontvangst van zijn eerste romans, brak Makine in 1995 door met zijn grootse roman Het Franse testament, waarvoor bij de prestigieuze Prix Goncourt, de Prix Goncourt des lycéens en de Prix Médicis ontving. Veel waardering kreeg Makine ook voor zijn Requiem voor Rusland (2000).

Uit: Das französische Testament (Vertaald door Holger Fock en Sabine Müller)

„Ich war noch ein Kind, da ahnte ich, dass dieses eigentümliche Lächeln einen sonderbaren kleinen Sieg für jede Frau darstellte. Ja, eine kurzzeitige Revanche für die enttäuschten Hoffnungen, die Grobheit der Männer, die Seltenheit des Wahren und Schönen im Leben. Wäre ich damals imstande gewesen, es auszudrücken, ich hätte diese Art zu lächeln “weiblich” genannt … Doch zu jener Zeit haftete meine Sprache noch zu sehr an den Gegenständen. Ich begnügte mich damit, in unseren Fotoalben die Gesichter der Frauen zu erforschen und das Aufleuchten der Schönheit in einigen von ihnen zu entdecken.

Diese Frauen wussten alle, was sie tun mussten, um schön zu sein, nämlich, kurz bevor das Blitzlicht sie blendete, jene geheimnisvolle französische Silbenfolge sprechen, deren Sinn nur wenige kannten: “petite-pomme …” Statt sich in heiterer Verzückung oder ängstlicher Verkrampfung zu verziehen, rundete sich der Mund anmutig wie durch ein Wunder. Das ganze Gesicht war wie verwandelt. Die Brauen wölbten sich leicht, die Wangen dehnten sich. Man sagte “petite pomme”, und ein Hauch von träumerischer Abwesenheit verschleierte den Blick, ließ die Gesichtszüge edler erscheinen, tauchte die Aufnahme in das gedämpfte Licht verflossener Tage.

Auf diesen fotografischen Zauber hatten sich die unterschiedlichsten Frauen verlassen. Jene Moskauer Verwandte zum Beispiel, die auf der einzigen Farbaufnahme in unseren Alben zu sehen ist. Sie war mit einem Diplomaten verheiratet, sprach, ohne den Mund aufzumachen, und stöhnte schon gelangweilt, bevor jemand auch nur ein Wort gesagt hatte. Auf dem Foto von ihr bemerkte ich jedoch sofort den Zauber des “petite pomme”.

Ich entdeckte seinen Widerschein in den Zügen der unbekannten Tante, einer unscheinbaren Kleinstädterin, über die nur gesprochen wurde, wenn von den Frauen die Rede war, die nach dem Männer verschlingenden letzten Krieg keinen Ehemann gefunden hatten.“

makine

Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Franz Werfel werd op 10 september 1890 in Praag geboren. Zie ook mijn blog van 10 september 2006 en ook mijn blog van 10 september 2007 en ook mijn blog van 10 september 2008 en ook mijn blog van 10 september 2009.

Uit: Verdi

„Der unirdische Monddunst dieser lau-bezaubernden Weihnacht drang durch das Wasserportal des Fenicetheaters und verklärte die finstere Mündung des langen Ganges, der vorwärts zum erleuchteten Foyer führte. An der grünspanigen Mauer, unbewegt in der Schwärze des Kanals, ein wenig abseits von Treppe und Pflöcken, ruhten einige Gondeln entlang des Fondamento.
Die Ruderer, die zuerst meinten, es gebe eine Oper zu hören, und die ihren Herrschaften nachgeschlichen kamen, um durch einen Türspalt oder gar auf unbezahlten Stehplätzen den Gesang zu genießen, waren enttäuscht worden. Das Orchester da drinnen – alle Musiker in schwarzer Parade – machte eine endlose, langweilige Musik. Und diese Musik wurde vor nicht mehr als fünfzehn Menschen gelärmt. Wußte man nichts Besseres aufzuführen, jetzt, im Dezember, zur Zeit der Stagione?
Die Gondelführer saßen längst schon in einer der Tavernen auf dem Campo del Teatro. Einer von ihnen stand von Zeit zu Zeit immer auf, um nachzusehen, ob die Geschichte nicht schon zu Ende sei. Im übrigen waren sie nicht um Musik betrogen. In der offenen Tür der Nachbarschenke hatte ein Invalide in vergilbter vergessener Uniform Platz genommen und ein kleines Cello mit hohem Stachel zwischen die Knie gestemmt. Unter seinem Bogen beklagte dieses mittelalterliche Bettel-Instrument, das sich auf irgendeinem geheimnisvollen Wege in unsere Zeit verirrt hatte, sein trübes Schicksal. In der Taverne, wo die Wartenden lachten und stritten, produzierte sich ein Paar von Straßensängern: der Knabe mit seiner Mandoline und eine blinde Alte mit schrecklichen Augenhöhlen und einer hellstechenden Tenorstimme. Dazu kam, daß fast alle Leute, die über den Platz gingen, einen Melodieteil sangen, summten, grölten, pfiffen, daß liederliche Aufschreie, Rufe, Gelächter aus plötzlich sich öffnenden und zuschlagenden Türen brachen, und daß jede Viertelstunde von allen Türmen herab die in dieser Nacht heilig erregten Glockenfluten auf die Stadt Venedig stürzten.”

werfel

Franz Werfel (10 september 1890 – 26 augustus 1945)
Hier met Alma Mahler

 

De Poolse schrijver Paweł Huelle werd geboren op 10 september 1957 in Gdańsk. Zie ook mijn blog van 10 september 2007 en ook mijn blog van 10 september 2008 en ook mijn blog van 10 september 2009.

Uit: The Last Supper (Vertaald door Antonia Lloyd-Jones)

„The noise of the electric train came rattling through the open windows of the old German villa. Mateusz was standing in the kitchen alcove trying to find a corkscrew, while the Engineer stared about him with a look on his face implying that all the oils, sketches, drawings, water colours and gouaches filled him with total disgust. He went up to the easel, then the wall, almost pressing his nose against the canvas as if he were very short-sighted, then turned towards us wearing a grimace and lisped: “Dweadful, tewible, howendous!”

“What’s your point?” asked Mateusz as the cork finally popped from the bottle of Bulgarian wine and he poured it into some thick, tea-stained glasses. “Maybe you could paint it better yourself?”

The Engineer made a face that implied extreme irritation with a dash of contempt.

“The point is not whether something is well or badly painted,” he drawled. “The point is whether it’s painted at all. Fuckin’ ’ell, can’t you understand that?”

“To be honest, no, I can’t really,” I said, looking the Engineer straight in the eye.

“This man, nailed to the earth’s sphere,” I went on, pointing at the canvas, “is screaming so loud he can be heard in every galaxy. But God is not there.”

“Fuckin’ ’ell,” said the Engineer, clutching his head and looking at our host, “who’ve you got here? A virgin incowupt?”

“This is his,” said Mateusz, holding up a copy of my first book, which admittedly was at that point just a typescript in cardboard covers, “but you wouldn’t understand it all the same.”

“What an arsehole,” snarled the Engineer, “a writer on art is a piece of shit.”

Mateusz nodded indulgently, implying that he’d heard it all a hundred times before and did not necessarily agree with the Engineer, who had now gone entirely on the offensive; hopping about like a boxer, he was running up to each canvas and board in turn shouting: “And what the fuck is this? Fucking litewature! Paint is just dwied-up blood! It’s ancient dwied-up sperm! Painting is kaput! It’s over. Can’t you see that?”

Suddenly he took a razor out of his pocket, which, as I can see now, hadn’t got there by accident, went up to the painting I’d just mentioned, “Ecce Homo”, and slowly, without a word, with long strokes of the blade, ripped it into narrow strips. Mateusz was astonished, maybe even mesmerised at the sight of this destruction: the point being that it was planned, deliberately performed before his eyes, so patently and brazenly that it took your breath away.“

huelle

Paweł Huelle (Gdańsk, 10 september 1957)

 

De Amerikaanse dichteres Mary Oliver werd geboren op 10 september 1936 in Maple Heights, Ohio. Zie ook mijn blog van 10 september 2008 en ook mijn blog van 10 september 2009.

Wild Geese

You do not have to be good.
You do not have to walk on your knees
for a hundred miles through the desert, repenting.
You only have to let the soft animal of your body
love what it loves.
Tell me about despair, yours, and I will tell you mine.
Meanwhile the world goes on.
Meanwhile the sun and the clear pebbles of the rain
are moving across the landscapes,
over the prairies and the deep trees,
the mountains and the rivers.
Meanwhile the wild geese, high in the clean blue air,
are heading home again.
Whoever you are, no matter how lonely,
the world offers itself to your imagination,
calls to you like the wild geese, harsh and exciting–
over and over announcing your place
in the family of things.

 

The Swan

Did you too see it, drifting, all night, on the black river?
Did you see it in the morning, rising into the silvery air –
An armful of white blossoms,
A perfect commotion of silk and linen as it leaned
into the bondage of its wings; a snowbank, a bank of lilies,
Biting the air with its black beak?
Did you hear it, fluting and whistling
A shrill dark music – like the rain pelting the trees – like a waterfall
Knifing down the black ledges?
And did you see it, finally, just under the clouds –
A white cross Streaming across the sky, its feet
Like black leaves, its wings Like the stretching light of the river?

And did you feel it, in your heart, how it pertained to everything?
And have you too finally figured out what beauty is for?
And have you changed your life?

 oliver

Mary Oliver (Maple Heights, 10 september 1935)

 

De Surinaamse dichter en schrijver Eddy Louis Pinas werd geboren in Paramaribo op 10 september 1939. Eddy Pinas was eigenaar van een bedrijf in elektrotechnische apparatuur. In 1996 beëindigde hij zijn bedrijfsactiviteiten en hij vestigde zich in Nederland. Hij publiceerde schaars: het toneelstuk Gerda (1971), twee dichtbundels, Krawasi [Zweep] (1973, onder de schuilnaam Faceless X) en Te koop wegens vertrek (1975), het verhaal ‘Julien Colijn’ in de bloemlezing Een pantservagen in de straten (1981) en in het Sranan ‘San pesa ini Kaneri’ [Wat er gebeurde in Kaneri] in de bloemlezing Nieuwe Surinaamse verhalen (1986). Pinas won tweemaal een literaire prijs: met anderen in 1975 de Literatuurprijs van Sticusa en in 1981 de prijsvraag ‘Rondom de revolutie van 25 februari 1980’ met zijn verhaal ‘Julien Colijn’. Eddy Pinas was actief bij het NAKS-volkstoneel.

Testament van een bedelaar

stoep Kirpalani 9 februari 1973

Dit is mijn laatste wilsbeschikking:
mijn slaapplaats – onder het balkon –
laat ik na aan oom Hendrik
thans wonend in L.W.G.
met 4 man in een
kamer 3 x 3
de inhoud van mijn plunjezak –
1 broek, 2 borstrokken, 1 jas, 1 mok,
1 kam (nieuw), een partij
sigaretten eindjes,
7 dagbladen (februari 1969),
1 geërfde aansteker – zult gij
delen onder de stoepbewoners
mijn wandelstok (Tamarindehout) gaat
naar de politie
mijn beurs – exclusief 10 % pensioenpremie –
te delen onder eventuele
weduwen uit de strijd
mijn eergevoel
laat ik na aan de
regering van Suriname.

pinas

Eddy Pinas (Paramaribo, 10 september 1939)

 

De Bulgaarse schrijver en musicus Viktor Markos Paskov werd geboren in Sofia op 10 september 1949. Paskov studeerde aan de hogeschool voor muziek en theater in Leipzig en bleef na zijn studies nog 4 jaar in de DDR als jazz-muzikant en operazanger. In 1980 ging hij terug naar Bulgarije, waar hij onder meer actief werd als scenarioschrijver. Van 2002 tot 2004 stond hij aan het hoofd van het Bulgaars cultuurcentrum in Berlijn. Zijn bekendste boek is Balada za Georg Henih (Nederlands: Ballade voor Georg Henych) uit 1987. De roman speelt zich af in het Sofia van de jaren ’50 en is quasi-autobiografisch.

Uit: Allemagne, conte cruel

« Derrière moi s’élevait le grandiose monument de ce Kuno – Otto – Friedrich. Le grand Kurfürst montait une massive rosse de fer. D’une main il tenait les rênes, de l’autre une massue levée bien haut au-dessus de sa tête. Pour autant qu’il m’était possible de voir, d’en bas, c’était un petit homme minable, comme Herr Dietze. Les pattes de devant de la rosse fendaient l’air. Quatre chiens de fonte se tortillaient autour d’elle. De leur gueule jaillissait un mince filet d’eau. Tout le groupe était vert de rage. Je me tournai de nouveau vert Kurt. C’est à ce moment-là que je vis qu’au-dessus de sa tête, juste sous la façade de la mairie, on avait tendu un long mot d’ordre en lettres rouges : Avec le soutien des partis communistes allemand et soviétique unis, luttons pour le triomphe de l’humanisme. »

paskov

Viktor Paskov (10 september 1949 – 16 april 2009)

 

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Hilda Doolittle werd geboren in Bethlehem, Pennsylvania, op 10 september 10 1886. Zie ook mijn blog van 10 september 2006  en ook mijn blog van 10 september 2008 en ook mijn blog van 10 september 2009.

Adonis

1.

Each of us like you
has died once,
has passed through drift of wood-leaves,
cracked and bent
and tortured and unbent
in the winter-frost,
the burnt into gold points,
lighted afresh,
crisp amber, scales of gold-leaf,
gold turned and re-welded
in the sun;

each of us like you
has died once,
each of us has crossed an old wood-path
and found the winter-leaves
so golden in the sun-fire
that even the live wood-flowers
were dark.
2.
Not the gold on the temple-front
where you stand
is as gold as this,
not the gold that fastens your sandals,
nor thee gold reft
through your chiselled locks,
is as gold as this last year’s leaf,
not all the gold hammered and wrought
and beaten
on your lover’s face.
brow and bare breast
is as golden as this:

each of us like you
has died once,
each of us like you
stands apart, like you
fit to be worshipped.

 

Sea Rose

Rose, harsh rose,
marred and with stint of petals,
meagre flower, thin,
sparse of leaf,

more precious
than a wet rose
single on a stem —
you are caught in the drift.

Stunted, with small leaf,
you are flung on the sand,
you are lifted
in the crisp sand
that drives in the wind.

Can the spice-rose
drip such acrid fragrance
hardened in a leaf?

 doolittle

Hilda Doolittle (10 september 1886 – 21 september 1961)

 

 De Duits-Amerikaanse schrijver Reinhard Lettau werd geboren op 10 september 1929 in Erfurt. Midden jaren 1950 emigreerde hij naar de Verenigde Staten, waar hij sinds 1967 hoogleraar Duitse letterkunde was aan de Universiteit van Californië in San Diego (UCSD). Hij was een actief lid van de groep 47 en hield vurige toespraken aan de Vrije Universiteit van Berlijn, waar hij Springer pers aan de kaak stelde. Hij werd vervolgens uitgewezen uit Duitsland, omdat hij een buitenlander was – hij had een Amerikaans paspoort. Lettau had Duits, filosofie en literatuur in Heidelberg en aan de Harvard University gestudeerd.

Anmaßender Dichter

Natürlich bin ich bedeutender
als Reinhard Lettau,
bedeutend bedeutender,
aber was bedeutet das schon?
Was bedeutet “natürlich”?
Was bedeutet “bedeutender”?
Was bedeutet “Lettau”?
Was bedeutet “bedeutet”?
“Natürlich” bedeutet natürlich nichts.
“Bedeutender” bedeutet natürlich auch nichts.
“Lettau” bedeutet natürlich gar nichts.
“Bedeutet” bedeutet natürlich bedeutet.
Einzig “ich”, das bedeutet was.
Unter “ich” kann ich mir etwas vorstellen.
Unter “mir” kann ich mir allerdings schon weniger
vorstellen, außer, natürlich, Reinhard Lettau.

 lettau

Reinhard Lettau (10 september 1929 – 17 juni 1996)
Lettau’s graf in Berlijn

 

De Franse schrijver en filosoof George Bataille werd op 10 september 1897geboren in Billom (Auvergne). Zie ook mijn blog van 10 september 2006 en ook mijn blog van 10 september 2008 en ook mijn blog van 10 september 2009.

Uit: Le bleu du ciel

„Elle disparut avec le train.
J’étais seul sur le quai. Dehors il pleuvait à verse. Je m’en allai en pleurant. Je marchais péniblement. […] J’arrivai à l’extrémité du hall: j’entendis un bruit de musique violent, un bruit d’une aigreur intolérable. Je pleurais toujours. De la porte de la gare, je vis de loin, à l’autre extrémité d’une place immense, un théâtre bien éclairé et, sur les marches du théâtre, une parade de musiciens en uniforme: le bruit était splendide, déchirant les oreilles, exultant. J’étais si surpris qu’aussitôt, je cessai de pleurer. Je n’avais plus envie d’aller aux cabinets. Sous la pluie battante, je traversai la place vide en courant. Je me mis à l’abri sous l’auvent du théâtre.
J’étais devant des enfants en ordre militaire, immobiles, sur les marches de ce théâtre: ils avaient des culottes courtes de velours noir et de petites vestes ornées d’aiguillettes, ils étaient nu-tête; à droite des fifres, à gauche des tambours plats. Ils jouaient avec tant de violence, avec un rythme si cassant que j’étais devant eux le souffle coupé. Rien de plus sec que les tambours plats qui battaient, ou de plus acide, que les fifres. Tous ces enfants nazis (certains d’entre eux étaient blonds, avec un visage de poupée) jouant pour de rares passants, dans la nuit, devant l’immense place vide sous l’averse, paraissaient en proie, raides comme des triques, à une exultation de cataclysme: devant eux, leur chef, un gosse d’une maigreur de dégénéré. avec le visage hargneux d’un poisson (de temps à autre, il se retournait pour aboyer des commandements, il râlait), marquait la mesure avec une longue canne de tambour-major.“

 bataille

 George Bataille (10 september 1897 – 9 juli 1962)

 

 De Deense dichter en schrijver Jeppe Aakjær werd geboren in Aakjær bij Skive op 10 september 1866. Zie ook mijn blog van 10 september 2007 en ook mijn blog van 10 september 2009.

Uit: Menschenhandel (Vertaald door Erich Holm)

»Morten! Komm runter vom Boden! Hau mir den Per durch!« scholl Ann-Marie Kjærsgaards schrille Stimme aus der offenen Halbtür der Armenkate der Gemeinde. Ann-Marie stand an der Bodenstiege, und ihre grünen Augen schauten zum Schuhmacher auf, der in die Höhe geklettert war, um ein Bund Heu für die Ziege herunterzulassen.

Morten ließ sich nicht stören, sondern machte sich weiter mit seinem Heu zu schaffen.

»Hörst nicht, was man dir sagt, du Schlafmütze du!« fuhr Ann-Marie fort, erregt mit den verschwollenen Händen fuchtelnd, die gleich ihrem zurückgeschlagenen Rock von Lauge und Seifenschaum trieften.

»Halt’s Maul, Alte, und halt dir sie selber in Ordnung, deine Rangen, die mich nichts angehen,« antwortete der Schuhmacher.

»Da hör mal einer, wie er sich das Maul auswaschen kann, der hinkende Teufel,« gab Ann-Marie zurück. »Möcht deiner Ehre wohl nicht zu nahe gehen, wenn du dich des Großen dann und wann annehmen tätest; seine Unnützigkeit wächst einem schon rein über den Kopf. Da steht er und lernt und lernt und vergißt ganz, was er unter den Händen hat. Gestern schmeißt er die Wiege mit der Kleinsten um, und heut, wo man ihn hinstellt, den Brei umzurühren, läßt er’s ganze Essen anbrennen.«

Der Urheber so vieler Schändlichkeiten, der elfjährige Per, stand indessen am offenen Herd und lauschte gespannt auf den Ausgang dieser Verhandlung.

Als er nun den schweren Klumpfuß des Schusters die Bodentreppe herunterhumpeln hörte, verzog sich sein Gesicht, und die Schattenstriche, die sich hineinzeichneten, gingen, je näher die Gefahr kam, in tiefe Furchen über, die im Nu voll Wasser standen. Per hatte bisher nach besten Kräften den widerhaarigen Brei in dem großen Hafen umgerührt und dabei ab und zu einen Blick in etliche fettige Blätter eines zerrissenen Buches geworfen. Doch da die klumpfüßige Gerechtigkeit ihm näher auf den Leib rückte, erschien ihm die Situation so beunruhigend, daß er den Kochlöffel resolut fahren ließ und laut jammernd Deckung in der Torfecke unter dem Küchentisch suchte. Als der Schuhmacher über die Türschwelle humpelte, stieg die überkochende Grütze von allen Seiten zum Hafenrand auf, von wo sie in siedenden Kaskaden über die Torfglut niederschoß.

»Ach, Herr Jesu Christ, verdient er jetzt nicht die ärgste Tracht Prügel, die nur auf seinem Buckel Platz hat, der verdammte Nichtsnutz!« schrie Ann-Marie, die dem Manne auf den Fersen folgte, und stürzte zum Herd hin, um die auf wallenden Reste der Grütze zu retten. Im Vorbeischießen versetzte sie dem Schuhmacher unversehens einen Tritt auf das Schienbein seines Klumpfußes, woraus sich ein heftiges Gezänk entspann, das mit einer regelrechten Schlägerei endete. Ann-Maries Gekreisch und Wutgeschrei erfüllten das Haus.“

aekjar

Jeppe Aakjær (10 september 1866 – 22 april 1930)
Buste van Niels Hansen Jacobsen in het Vejen Kunstmuseum