Friedrich Wilhelm Weber, Alfred Kerr, Gerhard Holtz-Baumert, Dorothy Wordsworth, Carlos Castaneda, William Collins, Christian Geissler, Ute Erb

De Duitse schrijver Friedrich Wilhelm Weber werd geboren op 25 december 1813 in Althausen. Zie ook alle tags voor Friedrich Wilhelm Weber op dit blog.

In der Bergkapelle

Waldumrauschte Bergkapelle,
Einsam, öd‘ und halbzerfallen,
Mag kein Pilger dich besuchen,
Immer muss ich zu dir wallen.

Fern der Welt verworrnem Brausen
Und mir selbst zurückgenommen,
Knie‘ ich am Altar, ein müder
Wandersmann am kühlen Bronnen.

Vor mir in der Mauernische
Tief gebeugt die gnadenreiche,
Schmerzensreich Gottesmutter
Mit des Sohnes blut’ger Leiche.

Ihr zu Füßen welke Blumen,
Ihr zu Häupten falbe Kränze.
Abendrotumglüht, die letzte
Liebesgab‘ entschwundner Lenze.

Welke Blumen, falbe Kränze,
Die sie brachten, ob sie starben?
Ob sie schweifen in der Fremde?
Ob sie irrten und verdarben?

Tiefe Stille! Durch die Fenster
Nur der Flüsterhauch des Windes,
Und des Bachs verlornes Murmeln,
Wie das Beten eines Kindes.

Und ich bete, schmerzlich dringend,
Wie in meiner Kindheit Tagen:
All mein Härmen und mein Sorgen,
All mein Kümmern kann ich klagen.

Und die linde, langentwöhnte,
Langersehnte Opferspende,
Leise rinnt die warme Träne
Auf die fromm gefaltnen Hände. –

Waldumrauschte Waldkapelle,
Einsam, öd‘ und halbzerfallen,
Mag kein Pilger dich besuchen,
Immer muss ich zu dir wallen.


Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)
Althausen

 

De Duitse schrijver, journalist en theatercriticus Alfred Kerr werd op 25 december 1867 in Breslau geboren. Zie ook alle tags voor Alfred Kerr op dit blog.

Uit: Alfred Kerr. Die Biographie (Door Deborah Vietor-Engländer)

„Für ihn war es ein deutsches und kein christliches Fest, und so war es wohl bei vielen, nämlich eine säkularisierte häusliche Familienfeier.4 Erinnerungen an jüdische Feste im Kempner’schen Hause gibt es bei Kerr nicht. Unterlagen über seine Beschneidung (Brit Millah) und seine Bar-Mitzwa, das jüdische Fest zur Mannesreife mit dreizehn Jahren, waren bisher nicht auffindbar. Seinen beiden Kindern erzählte er allerdings, die Rede zu seiner Bar-Mitzwa hätte Schwester Annchen geschrieben.5 Alfred Kerr war sich seiner jüdischen Herkunft und Identität schon früh bewusst. Dass er «von Weinhändlern und Predigern» abstamme, sagte er gerne, «welchen Zwischenberuf diese Enkelschaft meines vermutlichen Ahnherrn, des Königs David, nach fast dreitausendjährig unbequemer Wanderung vom Mittelmeer zu schlesisch-slawischen Bezirken vorübergehend ergriffen hat».6 Er wusste, dass die ihm unmittelbar voraufgehenden Generationen «urmodern aus der zweitausendjährigen Konservenbüchse geklettert» und sich unter Wilhelm I. und Wilhelm II. ein bisschen wie unverstandene Flüchtlinge vorgekommen waren. Schließlich lebte man noch «in einer Gegend, wo keiner ihrer Art ohne die Demütigung einer stempelnden Zwangstaufe zu irgendeinem wesentlichen Amt gelassen wurde, gleichviel wie seine Fähigkeit war».7 Aber der heranwachsende Alfred Kerr folgte doch der liberalen Ansicht dieser Familienmitglieder. Wir werden dafür genug Bestätigungen in seinem Leben und Schreiben finden.8 Solche Zeichen der Akkulturation sind nicht mit Assimilation zu verwechseln. Wenngleich die jüdischen Familien häufig dazu neigten, sich ins Familiäre zurückzuziehen, so war Emanuel Kempner als Inhaber von Weinstuben gezwungen, sich in der Geschäftswelt zu bewegen. Er wird daher ausreichende Erfahrungen mit dem Antisemitismus gemacht haben. In seinem «Lebenslauf» notierte Kerr: «Wenn ein Knote ganz bieder am Versöhnungstag einem Herrn mit Gebetbuch ‹Verpuchtes (schlesisch für verfluchtes) Judenaas!› nachrief oder wenn ein Major von den ‹Elfern› vorn auf der Straßenbahn offen erklärte: ‹Wie viel schwangere Judenweiber man sieht – ’s ist zum Kotzen!›: Nicht das war verletzend.“


Alfred Kerr (25 december 1867 – 12 oktober 1948)
Hier met zijn dochter Judith

 

De (Oost) Duitse schrijver Gerhard Holtz-Baumert werd geboren op 25 december 1927 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Gerhard Holz-Baumert op dit blog.

Uit: Die pucklige Verwandtschaft

Die sowjetischen Kriegsgefangenen in unserer Flakstellung hatten sich eine Banja in die Erde gewühlt. Aus dem verschneiten Erdhügel reckte sich ein Ofenrohr, aus dem es beizend qualmte. Nackt stürzten die Männer heraus, wälzten sich im Schnee und rannten die Treppe wieder hinab, ein Schwall Dampf quoll aus der Brettertür. Willi und ich beobachteten sie. Die schneeweißen Leiber der Russen blitzten, als seien sie silberne Fische im tiefschwarzen Wasser. Kamrad, Kamrad, komm mit!
Eines Abends beschlossen wir mitzugehen. Wir krochen aus den Uniformen, die wir an rostige Nägel vor der Tür hängten, und prallten zurück, als wir den kleinen heißen Raum betraten, an dessen Stirnwand ein Kanonenofen stand, hineingestellt in eine blecherne Tonne, die mit Steinen gefüllt war. Einer der Russen goß gerade einen Schwapp Wasser auf die Steine.
Kamrad, gutt? Wir nickten und warteten, was kommen würde, begannen zu schwitzen und wurden – Kamrad, komm! – hinausgezogen in den Schnee, der uns die Haut vom Leibe fraß, und wieder hinein in die beizende Hitze.
Es ist eine Sauna, die Rußkis haben sich eine Sauna gebaut, sagte Willi, der zu Hause mit seinem Vater darüber gesprochen hatte.
Im Frühjahr wurde aus irgendeinem Grund den Russen das Dampfbad verboten. Wenn wir sie fragten, zuckten sie mit den Schultern und sagten: Scheiße.
(…)

Der Mann von vorhin erschien wieder, grunzte und steckte die Füße in einen der schönen, mit kaltem Wasser gefüllten hölzernen Bottiche. Wir duschten, dann schwammen wir im größeren Becken, dessen Wasser nicht ganz so kalt war, schließlich kam ein Bademeister und hüllte uns auf einer Pritsche in ein großes warmes Tuch. Durch ein Deckenfenster fiel Dämmerlicht.
Es ist wunderbar, sagte ich zu Willi. Scheiß ins Leben! Fünf Mark sind auch bloß fünf Mark.“


Gerhard Holtz-Baumert (25 december 1927 – 17 oktober 1996)
Cover

 

De Engelse dichteres en dagboekschrijfster Dorothy Mae Ann Wordsworth werd geboren in Cockermouth, Cumberland, 25 december 1771. Zie ook alle tags voor Dorothy Wordsworth op dit blog.

Uit: Journals of Dorothy Wordsworth

“24th. Walked between half-past three and half-past five. The evening cold and clear. The sea of a sober grey, streaked by the deeper grey clouds. The half dead sound of the near sheep-bell, in the hollow of the sloping coombe, exquisitely soothing.

25th. Went to Poole’s after tea. The sky spread over with one continuous cloud, whitened by the light of the moon, which, though her dim shape was seen, did not throw forth so strong a light as to chequer the earth with shadows. At once the clouds seemed to cleave asunder, and left her in the centre of a black-blue vault. She sailed along, followed by multitudes of stars, small, and bright, and sharp. Their brightness seemed concen-trated, (half-moon).

26th. Walked upon the hill-tops; followed the sheep tracks till we overlooked the larger coombe. Sat in the sunshine. The dis-tant sheep-bells, the sound of the stream; the woodman winding along the half-marked road with his laden pony; locks of wool still spangled with the dew-drops; the blue-grey sea shaded with immense masses of cloud, not streaked; the sheep glittering in the sunshine. Returned through the wood. The trees skirting the wood, being exposed more directly to the action of the sea breeze, stripped of the net-work of their upper boughs, which are stiff and erect and like black skeletons; the ground strewed with the red berries of the holly. Set forward before two o’clock. Returned a little after four.

27th. Walked from seven o’clock till half-past eight. Upon the whole an uninteresting evening. Only once while we were in the wood the moon burst through the invisible veil which enveloped her, the shadows of the oaks blackened, and their lines became more strongly marked. The withered leaves were coloured with a deeper yellow, a brighter gloss spotted the hollies; again her form became dimmer; the sky flat, unmarked by distances, a white thin cloud. The manufacturer’s dog makes a strange, uncouth howl, which it continues many minutes after there is no noise near it but that of the brook. It howls at the murmur of the village stream.

28th. Walked only to the mill.

29th. A very stormy day. William walked to the top of the hill to see the sea. Nothing distinguishable but a heavy blackness. An immense bough riven from one of the fir trees. 3oth. William called me into the garden to observe a singular appearance about the moon. A perfect rainbow, within the bow one star, only of colours more vivid. The semi-circle soon became a complete circle, and in the course of three or four minutes the whole faded away. Walked to the blacksmith’s and the baker’s; an uninteresting evening.”


Dorothy Wordsworth (25 december 1771 – 25 januari 1855)
Cover

 

De Amerikaans-Peruviaanse schrijver Carlos Castaneda werd geboren op 25 december 1925 in São Paulo, Brazilië (volgens hem zelf) of op 25 december 1919 in Cajamarca, Peru (volgens zijn immigratiepapieren). Zie ook alle tags voor Carlos Castaneda op dit blog.

Uit: The Teachings of Don Juan: A Yaqui Way of Knowledge

“It is not possible for a man to abandon himself to fear for years, then finally conquer it. If he gives in to fear he will never conquer it, because he will shy away from learning and never try again. But if he tries to learn for years in the midst of his fear, he will eventually conquer it because he will never have really abandoned himself to it.
Therefore he must not run away. He must defy his fear, and in spite of it he must take the next step in learning, and the next, and the next. He must be fully afraid, and yet he must not stop. That is the rule! And a moment will come when his first enemy retreats. The man begins to feel sure of himself. His intent becomes stronger. Learning is no longer a terrifying task.
When this joyful moment comes, the man can say without hesitation that he has defeated his first natural enemy. It happens little by little, and yet the fear is vanquished suddenly and fast. Once a man has vanquished fear, he is free from it for the rest of his life because, instead of fear, he has acquired clarity–a clarity of mind which erases fear. By then a man knows his desires; he knows how to satisfy those desires. He can anticipate the new steps of learning and a sharp clarity surrounds everything. The man feels that nothing is concealed.
And thus he has encountered his second enemy: Clarity! That clarity of mind, which is so hard to obtain, dispels fear, but also blinds. It forces the man never to doubt himself. It gives him the assurance he can do anything he pleases, for he sees clearly into everything. And he is courageous because he is clear, and he stops at nothing because he is clear. But all that is a mistake; it is like something incomplete.”


Carlos Castaneda (25 december 1925 – 27 april 1998)

 

De Engelse dichter William Collins werd geboren in Chichester op 25 december 1721. Zie ook alle tags voor William Collins op dit blog.

Eclogue the Second: HASSAN; or, the Camel-driver (Fragment)

scene, the desert.
time, mid-day.

In silent horror o’er the desert-waste
The driver Hassan with his camels past.
One cruse of water on his back he bore,
And his light scrip contained a scanty store:
A fan of painted feathers in his hand,
To guard his shaded face from scorching sand.
The sultry sun had gained the middle sky,
And not a tree, and not an herb was nigh.
The beasts, with pain, their dusty way pursue,
Shrill roared the winds, and dreary was the view!
With desperate sorrow wild, th’ affrighted man
Thrice sighted, thrice struck his breast, and thus began:
Sad was the hour, and luckless was the day,
When first from Schiraz’ walls I bent my way.

Ah! little thought I of the blasting wind,
The thirst or pinching hunger that I find!
Bethink thee, Hassan, where shall thirst assuage,
When fails this cruise, his unrelenting rage?
Soon shall this scrip its precious load resign;
Then what but tears and hunger shall be thine?


William Collins (25 december 1721 – 12 juni 1759)
Chichester

 

De Duitse dichter en schrijver Christian Geissler werd geboren op 25 december 1928 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Christian Geissler op dit blog

Uit: Das Brot mit der Feile

„Ihn ging das aber was an, erst so und dann so und dann so, und dann plötzlich endgültig Nein. Erst nämlich, dass er das gut fand: Die Lederleute, die hatten Angst, und die andern, die hatten keine, die hatten sogar manchmal Kinder dabei, so Kinder wie damals Tini und John, Sprechtüten, Mozart und Schienbeintreten und schön, dass wir noch nicht tot sind. Dann aber doch wieder nicht so gut: Reichlich locker und frech und Mode mit Geld und Bart, und Schule gehabt bis oben, und fein immer alles gelernt und gekonnt, Spruch und Gelaber und ganz dünne Finger, und längst noch kein Hass, bloß mehr Hobby und Haschmich, so sieht das bald aus, weil sonst würde die Butze dahinten den Bullen doch keine Blumen hinhalten. Dem Mädchen wurde der Arm zerschlagen. Der Knüppel des Schlägers, der Schläger des Knüppels schob sich hinter Gesichter und Schultern, bevor Ahlers sich die Schnauze von dem hatte merken können, das fand er nicht gut, das hätte er gern getan, sonst nämlich alles mehr reichlich konfus und Geschrei, die tun so, als wenn sie die Größten sind, die Ersten, die hier mal was merken, die Jungs, klar Mörder raus, klar Vietnam mit Glatze im Feuer und Flaschenscherben in Ludwigs Hand, klar Teheran und Athen und Lamarque und wir alle, klar Notstandsübung und Kapitalismus, frag mal Dickmussmann, weil nämlich Erni und Ossi und wir, die sind nämlich schon noch lange nicht so bescheuert, wie das hier aussieht in dieser Gegend, und Sprücheklopfen und Ho-Tschi-Galopp* und Pappkartonschilder und Dünnfingerfäuste mit Ring auf und ohne was drin, das bringt dir noch jeder, und bringt dir noch lange nichts ein. Das fand er nicht gut. Es kam ihm auch vor, als sähen sie an ihm vorbei, ein Brüderhaufen mit Liedern und Locken, aber sonst gegen alles bloß frech und stolz, auch gegen ihn. Er blieb im Wagen. Er hupte wie seine Kollegen. Er tat so, als wolle er raus, sowieso alles Quatsch, die sollen studieren, er war allein, das fand er nicht gut, und auch schon so bisschen das Zittern im Kreuz wie neulich am Hang. Sie stehen jetzt still.“

 
Christian Geissler (25 december 1928 – 26 augustus 2008)
Hamburg in kerstsfeer

 

De Duitse schrijfster en dichteres Ute Erb werd geboren op 25 december 1940 in Scherbach, nu Rheinbach, in de Voreifel. Zie ook alle tags voor Ute Erb op dit blog.

EIN UNGENÜGEN

Wenn ich allein bin, sagt mir keiner, wer ich bin.
Im Spiegel finde ich mich stumm,
die Zeit vergeht, ich bleibe sitzen.
Hinter meinen Ohren steckt
der Ekel vorm Gedränge.

Wenn ich mit vielen bin,
genügen sie mir nicht.
Ich renne, renne, renne
allen nach.

 

 
Ute Erb (Scherbach, 25 december 1940)

Friedrich Wilhelm Weber, Alfred Kerr, Gerhard Holtz-Baumert, Dorothy Wordsworth, Carlos Castaneda, William Collins, Christian Geissler, Ute Erb

De Duitse schrijver Friedrich Wilhelm Weber werd geboren op 25 december 1813 in Althausen. Zie ook alle tags voor Friedrich Wilhelm Weber op dit blog.

Uit: Dreizehnlinden (Fragment)

Was die Linde mir erzählte,
Was der Eichenwipfel rauschte,
Wenn ich abends ihrer Blätter
Heimlichen Gesprächen lauschte;

Was die muntern Bäche schwatzten
Hastig im Bergunterrennen,
Wilde Knaben, die nicht schweigen
Und nicht ruhig sitzen können;

Was die Zwerge mir vertrauten,
Die in fernen Waldrevieren
Still in Spalten und in Klüften
Ihren kleinen Haushalt führen;

Was auf mondbeglänztem Anger
Ich die Elben lispeln hörte;
Was mich des ergrauten Steines
Moosumgrünte Inschrift lehrte:

Dies und was ich las in staub’gen
Lederbänden und in alten
Halberloschnen Pergamenten,
Will zum Liede sich gestalten.

Nebelbilder steigen dämmernd
Aus der Vorzeit dunkeln Tagen;
Wispern hör’ ich ihre Stimmen,
Freudenlaute, Zürnen, Klagen;

Männer, die vor tausend Sommern
Durch den Nethegau geschritten,
Heidenleute, Christenleute,
Was sie lebten, was sie litten;

 
Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)
Cover

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Friedrich Wilhelm Weber, Alfred Kerr, Gerhard Holtz-Baumert, Dorothy Wordsworth, Carlos Castaneda, William Collins, Christian Geissler, Ute Erb

De Duitse schrijver Friedrich Wilhelm Weber werd geboren op 25 december 1813 in Althausen. Zie ook alle tags voor Friedrich Wilhelm Weber op dit blog.

Uit: Dreizehnlinden (fragment)

Wonnig ist’s, in Frühlingstagen
Nach dem Wanderstab zu greifen
Und, den Blumenstrauß am Hute,
Gottes Garten zu durchschweifen.

Oben ziehn die weißen Wolken,
Unten gehn die blauen Bäche,
Schön in neuen Kleidern prangen
Waldeshöh’ und Wiesenfläche.

Auf die Bleiche bringt das Mädchen,
Was der Winterfleiß gesponnen,
Und dem Hain erzählt die Amsel,
Was im Schnee sie still ersonnen.

Sind es auch die alten Töne,
Die bekannten, längst vertrauten,
Doch die Bleicherinnen lauschen
Gern den süßen, lieben Lauten.

Gern den süßen, lieben Lauten,
Die in Berg und Tal erklingen;
Hirtenbub’ und Köhlerknabe
Horchen auf, um mitzusingen;

Mitzusingen frisch und freudig
Nach des Winters langen Schmerzen;
All die halbvergeßnen Lieder
Werden wach im Menschenherzen.

Halbvergeßne alte Lieder
Werden wach in meiner Seele:
Hätt’ ich nur, sie auszusingen,
Wilde Amsel, deine Kehle! —

 
Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)
„Dreizehnlinden“, geschilderd door Georg Lucas. Friedrich-Wilhelm-Weber-Museum in Bad Driburg

 

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De Duitse schrijver Friedrich Wilhelm Weber werd geboren op 25 december 1813 in Althausen. Zie ook alle tags voor Friedrich Wilhelm Weber op dit blog.

Maria, Mittlerin (Fragment)

Es gibt so bittre Stunden
Im wirren Lebenslauf,
Da brechen alte Wunden
Mit neuen Schmerzen auf.
Der Frühling ist verdorben,
Der Sonnenschein erstorben,
Und trüb‘ und schwer der Mut:
Dann denk‘ ich Dein, Maria,
Und gleich ist alles gut.

In schlummerlosen Nächten,
Wie scheint das Leben schwer,
Ein Kampf mit finstren Mächten,
Trostlos und liebeleer.
Doch flieht, sobald ich wende
Zum Himmel Herz und Hände,
Des Argen böse Brut:
Und denk‘ ich Dein, Maria,
So ist schon alles gut.

Und wenn mich niederzwingen
Unmut und Überdruss,
Weil gar nichts will gelingen
Von allem, was ich muss:
Wag‘ ich vor Gott zu treten
Und recht um Rat zu beten
In rechter Andachtsglut,
Und denke Dein, Maria,
Dann ist schon alles gut.

 
Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)
Althausen, markt met stadsslot

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Die Gottesstadt

So lesen wir im Buch, so ward verkündet
Von heil’gen Sehern, die der Geist entzündet,
Dass eine Gottesstadt, im ew’gen Tage
Von Ewigkeit zu Ewigkeit gegründet,
Hoch über allen Sternen leuchtend rage:
Dass Er in Dreiheit dort allwaltend throne,
Den selbst der Engel nicht zu nennen wage;
Und Ihm zunächst, enthoben aller Klage.
Die Gottesmutter mit der Siegeskrone.

So lehrt das Wort, verheißend, dass den Frommen,
Die glaubensfroh ihr Kreuz auf sich genommen,
Dort sei bereitet eine Friedensstätte. –
O wer d i e Gnade hätte,
O wer nach bitt’rer Reu‘, nach Sühn‘ und Buße,
Vom müden Fuße
Abschüttelte den Erdenstaub und fände
In dieser Stadt den Anfang nach dem Ende!

 
Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)

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Näher, mein Gott, zu dir!

Wär’ ich, mein Gott, zu dir
Näher gehoben,
Selbst durch ein Leid, das mich
Führte nach oben!
Laut ruf’ ich für und für,
Näher, mein Gott, zu dir,
Näher zu dir!

Wenn ich auch wandern muß
Bei Nacht alleine,
Rasten mein müdes Haupt
Auf kaltem Steine:
Fliegt doch mein Traum von hier,
Näher, mein Gott, zu dir,
Näher zu dir!

Laß mich die Leiter sehn,
Himmlische Pfade;
Lende herab zu mir
Boten der Gnade.
Engel, sie winken mir
Näher, mein Gott, zu dir,
Näher zu dir!

Dann der Erwachende
Wird dir lobsingen,
Und auf des Kummers Stein
Opfer dir bringen,
Schmerzen, sie helfen mir
Näher, mein Gott, zu dir,
Näher zu dir!

Schwebt auch mein sel’ger Flug
Durch Himmelsferne,
Hoch über Sonn’ und Mond,
Über die Steine:
Ruf’ ich doch für und für,
Näher, mein Gott, zu dir,
Näher zu dir!

 
Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)
Borstbeeld in Alhausen, bij het Friedrich-Wilhelm-Weber-Museum

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Friedrich Wilhelm Weber, Christian Geissler, Dorothy Wordsworth, Carlos Castaneda, William Collins, Ute Erb, Gerhard Holtz-Baumert

De Duitse schrijver Friedrich Wilhelm Weber werd geboren op 25 december 1813 in Althausen. Zie ook alle tags voor Friedrich Wilhelm Weber op dit blog.

 

Morgenläuten

Der Morgenstern erschwang sich schon,

Vom Walde klingt ein heller Ton

Hinab zum finstren Grunde:

Des Klausners Glöcklein weiht den Tag,

Und laut und leise klingt es nach

In ferner Runde.

Und weißt du, was das Glöcklein sagt?

Es grüßt die demutvolle Magd,

Die Jungfrau auserkoren,

Die, wie der lichte Morgenstern

Die Sonne bringt, der Welt den Herrn

Zum Heil geboren.

Und dreimal schlägt das Glöcklein an:

Drei Ave schließe fromm daran

Und denke des Dreieinen;

Und füg‘ ein Ave noch hinzu

Als Opfer für die sel’ge Ruh‘

Der lieben Deinen!

Und danke Gott für sich’re Wacht,

Mit der er dich in dunkler Nacht

Behütet und umgeben;

Und danke Gott für Schlaf und Rast

Und neue Kräfte, die du hast

Zu neuem Streben!

Das Glöcklein ruft: Die Tage fliehn!

Gebrauch‘ das Pfund, das dir verliehn,

Gleich dem getreuen Knechte!

Sei gut und wirksam, wie du kannst;

Wenn du dich recht auf dich besannst,

Wirst du das Rechte!

Nun fang‘ in Gottes Namen an

Dein Tagwerk; wer fromm begann,

In Freude wird er enden!

Getrost, der tapfre Kämpfer siegt!

Tu‘, was du sollst, das andre liegt

In Gottes Händen! –

Der Morgenstern verdämmert schon,

Vom Walde klingt ein heller Ton

Hinab zum finstren Grunde:

Des Klausners Glöcklein weiht den Tag,

Und laut und leise klingt es nach

In ferner Munde.

 

Friedrich Wilhelm Weber (25 december 1813 – 5 april 1894)

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