Péter Esterházy, Alexandre Jardin, Tjitse Hofman, Landolf Scherzer, Charles Lewinsky, Roman Graf

De Hongaarse schrijver Graaf Péter Esterházy van Galántha werd geboren in Boedapest op 14 april 1950. Zie ook alle tags voor Péter Esterházy op dit blog.

Uit: Die Markus-Version

„Das ist der Beginn. Beten konnte ich früher als sprechen. Doch insgeheim konnte ich beides. Ich würde nicht sagen, dass ich schon im Bauch meiner Mutter gebetet habe, und ebenso wenig, dass ich sofort, von dem Moment an, als ich blutglitschig zwischen ihren dünnen, bebenden Schenkeln hindurch hierher, auf die Welt, kam, gebetet hätte. Geschwollen ausgedrückt könnte ich sagen, dass dieses zwischen den Beinen einsetzende Brabbeln das schönste, das eigentliche Gebet wäre, doch besser sage ich es nicht. Als man uns infolge der sogenannten »Aussiedlung« aus Budapest in ein nordungarisches Dorf abschob, wurden wir bei einem der wohlhabendsten Großbauern im Dorf, bei einem Kulaken, zwangseinquartiert. Uns war die Einstufung »Volksfeind« zuteilgeworden, und damit hatten wir mühelos die in Frage kommenden Konkurrenten, Offiziere, Fabrikanten, allerlei unterdrückerische Bourgeois, überholt. Lange Zeit wäre ich gern ein Bourgeois gewesen, das ist ein so geheimnisvolles Wort. Mich störte ein wenig, dass ich es nicht verstand, meinen Bruder störte es nicht. Es ist schön, sagte er und wiederholte es zischelnd, schschsch Bourgeois. Der Schluss wie ein Seufzer. Wir wurden in ein wenn auch großes Zimmer gepfercht, mein Vater, meine Mutter, mein großer Bruder und ich. Es hatte die Form eines regelmäßigen Quadrats, aus irgendeinem Grund verblüffte das uns alle. Und erfüllte uns alle mit Unruhe. Als wäre es ein Zeichen oder ein Wink. Aus welchem Grund, zu welchem Zweck, keiner ging dem nach. Fünfzig mal fünfzig Schritte, mit meinen ersten, watschelnden Schritten. Leichtes Schwanken, Taumeln, als wäre ich betrunken. Dabei war in diesem Zimmer immer nur mein Vater betrunken.
Es wurden vierzig weniger betrunkene Schritte, dann sogar dreißig. Ich zählte sie und dachte, also werden es auch zwanzig, zehn, einer. Auch null? Die Siebenmeilenstiefel; doch meistens war ich barfuß. Könnte ich jetzt dorthin gehen und stünde das Haus noch, bräuchte ich mit meinen schwerfälligen Schritten etwa neun. – Ein Fenster ist vorhanden, dennoch ist es, als gäbe es keines. Als wäre es geschlossen. Nur nachts habe ich das Gefühl, dass es sich einen Spaltbreit öffnet, von meinem Bett schräg nach oben. Doch dann sofort bis zu den Sternen. Über mir an der Wand hängt das Jesuskind. Es ähnelt mir. Pausbäckig, lächelnd, stark. Das Gesicht des Jesuskinds kommt mir vor, als wäre es in eine silberne Monstranz gefasst, als flögen aus dem glänzenden Köpfchen, das fast wie die Sonne aussieht, Strahlen durcheinander: Das wirkt wie Stärke. Nicht das über die Wiege sich beugende, müde triumphale Gesicht meiner Mutter, nicht das meines Vaters, der mich dem Zeugnis einer alten Fotografie zufolge von etwas weiter weg still gerührt betrachtet, noch nicht einmal die Brüste meiner Mutter, nun, die waren wirklich triumphal, nicht die sind meine ersten Erinnerungen, vielmehr dieses strahlende Jesuskind, das über mir hängend ständig da ist, mich betrachtet, lächelt.“

 
Péter Esterházy (14 april 1950 – 14 juli 2016)
Cover

 

De Franse schrijver Alexandre Jardin werd geboren in Neuilly op 14 april 1965. Zie ook alle tags voor Alexandre Jardin op dit blog.

Uit: Des gens très bien

« Cette scène irréfutable, la voilà. 

Le matin de la rafle du Vél d’Hiv, le 16 juillet 1942, la chasse à l’homme juif est lancée depuis cinq heures du matin. Par ses fonctions, celui qu’on appellera plus tard le Nain Jaune connaît les grandes lignes de cette battue ; même si les détails lui demeurent sans doute opaques. Jardin n’est pas Bousquet, bien entendu, mais rien de ce qui se décide au plus haut niveau n’échappe à ses arbitrages, aux conseils aiguisés qu’il distille jour après jour à Laval. Il est son directeur de cabinet en titre, et sans doute l’un des décideurs les mieux informés de France. Les cris des mamans affolées retentissent dans les cages d’escalier des arrondissements parisiens. Les Juifs – déjà marqués d’une étoile jaune par le régime qu’il sert – sont arrachés, ahuris, de leur domicile par la police française, regroupés sous bonne garde dans des camps dits primaires ; avant d’être concentrés sans eau ni hygiène minimale à Drancy ou sous la grande verrière du Vélodrome d’Hiver de Paris. Un mètre carré par âme. Dans cette marmite de l’horreur, assoiffés et condamnés à des sanitaires bouchés, les captifs font déjà leurs déjections contre les murs. Des femmes à bout tentent de se jeter du haut des gradins. Des opérés de la veille, tirés de leur lit d’hôpital, subissent des hémorragies, des éventrements. On pourrit à l’étuvée. Et en silence ; car le régime piloté par le Nain Jaune garrotte la presse.
Tous ont cru que la France, c’était la protection.
Que l’impensable ne pouvait être pensé dans un cerveau français.
Que les Gaulois ne les livreraient jamais aux Germains.
Qu’un régime obsédé par la famille ne les séparerait pas de leurs enfants.”

 
Alexandre Jardin (Neuilly, 14 april 1965)
Cover

 

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

Lepelaar

Bij de rietkraag
waar ik mijn vriend uitlaat
huppelen konijnen
in het licht

Drink ik
van de heren
uit volle borst
zing mijn avondlied

Hese kelen tranendal
zo scherp ik de nachtlamp aan
zo roer ik het avondmaal
zo zwengel ik af

Dwalen druppels
door het zwart.
 

 

Traum

Einfach so ein vages Zeichen
leuchtender Punkte in glasklarer Nacht
schwebend in Gedanken
verlasse ich ganz ohne Macht
den Erdenball ganz eben
Spielball von Energie, munter in der Kälte
litt ich vom Scheitel bis zum Zeh
Haut verschränkter Beine
fluchend wartend
bis mich das Schicksal
gierig hole
und sang
sang bis zum Beginn des Tages
wo ich im Sturz zu Grunde fiel
auf moosiges Gras
und die Morgensonne
wiedersah.

 

Vertaald door Jan Klug

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)
Cover achterkant

 

De Duitse schrijver Landolf Scherzer werd geboren op 14 april 1941 in Dresden. Zie ook alle tags voor Landolf Scherzer op dit blog.

Uit: Der Rote

„Er grüßt und bleibt wartend stehen. Der Ministerpräsident trägt weder Jackett noch Hemd mit Schlips, sondern einen dunklen Rollkragenpullover. »Das ist mein Friseur-Pullover«, erklärt er. Außerdem hätte er anschließend ein Interview und einen Fototermin beim »Kinder-Spiegel«. Und dabei würde er im Pullover – ich weiß nicht mehr, ob er »geiler« oder »cooler« gesagt hat -, also er würde »mehr hermachen«! Der alte Herr steht behände auf und blickt zufrieden in den Spiegel. Als ich ihm sage, dass ich im Herbst seine Äpfel pflücken werde, damit er sie nicht vergraben muss, erklärt Bodo Ramelow sofort, dass es in Thüringen noch kleine Lohnmostereien gibt, dass Streuobstwiesen gefördert werden müssten, dass nicht-EU-gerechte Äpfel in den Dorfläden verkauft werden sollten, dass wieder Obst-Genossenschaften gegründet würden, dass alles, was in Thüringens Land-, Forst- und Gartenwirtschaft wächst, vermarktet … Wertschöpfung … Der Friseur weiß, wie der Ministerpräsident seine Haare tragen will. Es ist ein besonders kunstvoller Schnitt, den nur wenige beherrschen. Bodo Ramelow hatte einen dieser Haarkünstler in seiner Berliner Abgeordnetenzeit kennengelernt. »Vorher hatte man mir immer nur so ‘nen Pisspottschnitt gemacht. Bei der neuen Methode, die aus Amerika kommt, wird erst millimetergenau die Kopfform analysiert, und dieser Form entsprechend schneidet man die Haare an den verschiedenen Stellen verschieden lang.« Nachdem er 2009 sein Bundestagsmandat abgegeben hatte und als Fraktionsvorsitzender in den Thüringer Landtag zurückgekommen war, suchte er lange im Internet, bis er auch in Erfurt jemanden fand, der diesen speziellen Schnitt kann. »David Liebmann macht das großartig.« Ich zeige Bodo Ramelow den Vorgänger Liebmanns, doch von Friseur Kleinekorte hat er noch nichts gehört. Dabei kennt sich der geborene Wessi mit der DDR-Literatur gut aus. Eines von drei Büchern, die er mit auf eine einsame Insel nehmen würde, wäre Stefan Heyms »Fünf Tage im Juni«. »Der Schluss des Buches ist wie ein Leitspruch für mein politisches Handeln geworden.« Zum ersten Mal bestaune ich sein phänomenales Gedächtnis, als er zitiert: »Wenn von Schuld die Rede ist, wer wird schon aufstehen und sagen: Auch ich war schuld. Wenn ihr alle Schuld aber nur beim Feind sucht, wie mächtig macht ihr damit den Feind?« Er schaut nicht in den Spiegel, während der Friseur die Haare sorgfältig mit dem Kamm aufstellt und stutzt. Ich nutze die Gelegenheit, um ihn zu fragen, was für ihn in den 25 Jahren, die er in Thüringen und Berlin verbracht hat, besonders wichtig war. Ich kann nicht so schnell mitschreiben, wie er sich erinnert. Er würde jede Ecke von Thüringen kennen, denn nach der Wende war er als Gewerkschafter überall unterwegs.“

 
Landolf Scherzer (Dresden, 14 april 1941)
Cover

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinsky werd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Zie ook alle tags voor Charles Lewinsky op dit blog.

Uit: Kastelau

„Die wirkliche Erklärung für die abrupte Beendigung seines Vertrags fand ich im Thüringischen Staatsarchiv Greiz, wo die (nach einem Vernichtungsbefehl vom Februar 1945 sehr unvollständigen) Akten der obersten Polizeibehörde Gera aufbewahrt werden. Im handschriftlich geführten Journal vom November 1933 lässt sich unter dem 18. des Monats in der Rubrik «Festnahmen» der Name «Arnold, Walter» entziffern, mit dem Vermerk «wg. 175». Es kann sich hier nur um den berüchtigten Paragraphen 175 des deutschen Reichsstrafgesetzbuches handeln, der «die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Tieren verübt wird» mit Gefängnis von sechs Monaten bis zu vier Jahren bedrohte. Walter Arnold kam also wegen homosexueller Handlungen in Konflikt mit den Behörden. Da keine Anklage erhoben wurde, müssen sich die entsprechenden Vorwürfe entweder als gegenstandslos erwiesen haben, oder aber – im Hinblick auf sein späteres Verhalten in ähnlichen Situationen dürfte das wahrscheinlicher sein – er fand einen diskreten Weg, um die Eröffnung eines Verfahrens zu vermeiden. Vielleicht hat er den Behörden jemand anderen ans Messer geliefert, jemanden, der für sie interessanter war. Auf jeden Fall muss es einen Deal mit den Behörden gegeben haben. Vermutlich war die vorzeitige und fristlose Beendigung seines Vertrags am lokalen Theater eine damit verbundene Bedingung. Für den weiteren Verlauf von Walter Arnolds Karriere blieb die Episode ohne negative Folgen. Bereits in der nächsten Spielzeit (1934/35) finden wir ihn als Ensemblemitglied am Hildesheimer Theater, wo er erstmals bedeutende Rollen wie den Grafen Wetter vom Strahl in Kleists Käthchen von Heilbronn spielt. Nur ein Jahr später ist er erster jugendlicher Held am privaten Leipziger Schauspielhaus (nicht zu verwechseln mit dem Städtischen Schauspiel). Seine Darstellung des Prinzen von Homburg – ebenfalls Kleist – wird in der Presse bejubelt und dürfte der Anlass für ein erstes Rollenangebot der UFA gewesen sein. Mit Der Klassenprimus (1936) gelang ihm dann auch im Film sehr schnell der Durchbruch.“

 
Charles Lewinsky (Zürich, 14 april 1946)
Cover

 

De Zwitserse dichter en schrijver Roman Graf werd geboren geboren op 14 april 1978 in Winterthur, Zwitserland. Zie ook alle tags voor Roman Graf op dit blog.

Uit Herr Blanc

“Herr Blanc schritt auf die Haltestelle zu und setzte sich auf die Bank, die an der Rückwand des Häuschens befestigt war. Während er auf den Bus wartete, dachte er an Cambridge zurück, wo er jetzt gerne hingefahren wäre, wenn er gekonnt hätte. Damals hatte er nach einer kurzen Eingewöhnungszeit eine deutsche Studentin mit dem Namen Heike kennengelernt, die sich in ihn verliebte. Er konnte auch heute noch mit Recht sagen, dass er dazu, zumindest am Anfang, kaum Wesentliches beigetragen hatte; er war sich vom ersten Moment an bewusst gewesen, dass eine Beziehung, im Ausland begonnen, keine große Zukunft versprach, es sei denn, die Frau wäre bereit gewesen, mit ihm in die Schweiz zu kommen – aber selbst dann hätte es noch vieles zu beachten gegeben.
Heike war dunkelhaarig und kleiner als viele der anderen Studentinnen, schlank, aber nicht mager, weshalb sie häufig einen Rock oder ein Kleid trug, das manchmal für seinen Geschmack ein wenig zu bunt und zu gewagt geschnitten, aber noch im Bereich des Anständigen war. Sie hatte ihm angegeben, und nach einigen Nachfragen seinerseits auch beteuert, dass sie aus einer adligen Familie stamme und ihre Mutter einen Teil ihrer Kindheit in einem böhmischen Schloss verbracht habe, und ihm war klar geworden, dass in diesem besonderen Fall ein extravaganter Kleidungsstil nicht unangemessen war. Natürlich war er zurückhaltend geblieben, hatte sich von der beteuerten, aber nie bewiesenen adligen Herkunft nicht blenden lassen, zumal er, als Schweizer, solange er betreffend seiner nicht sehr wohlhabenden Familie diskret blieb, angesehen war und sich vor niemandem verneigen musste.“

 
Roman Graf (Winterthur, 14 april 1978)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 14e april ook mijn vorige blog van vandaag.

Péter Esterházy, Alexandre Jardin, Tjitse Hofman, Landolf Scherzer, Charles Lewinsky, Roman Graf

De Hongaarse schrijver Graaf Péter Esterházy van Galántha werd geboren in Boedapest op 14 april 1950. Zie ook alle tags voor Péter Esterházy op dit blog.

Uit: Celestial Harmonies (Vertaald door Judy Sollosy)

“My father was one of the most generously endowed figures of seventeenth-century Hungarian culture and history. At the peak of his political career, he bore the title of Palatine and Prince of the Empire. He turned the palace of Kismarton into a magnificent residence, building several churches and keeping sculptors and painters in his employ at Court. Several members of the family learned to play musical instruments. My father “clapped out” his favorite pieces on the virginal, Prince Pál Antal had mastered several instruments (some say the violin, flute and lute, others the violin and the cello), while it is commonly accepted that Haydn composed his pieces expressly for Prince Miklós the Magnificent, who loved the baryton and magnificence in equal measure. My father wrote several volumes of poetry, most of which testify to the influence of the great baroque poet and military commander, Miklós Zrínyi. He also published works on religion, as well as prayer books. His collection of religious psalms, Celestial Harmonies, was published in Vienna in 1711. Furthermore, until recently, Hungarian musicologists have considered him a composer of some note. Latest findings, however, suggest that his contributions are somewhat limited, not only because a number of the melodies in the book can be shown not to have originated with him (most contemporary composers worked with borrowed melodies), but because, it seems, he did not compose the pieces, or adapt existing melodies, himself. His scores are not only rudimentary and tentative on the surface, they are incorrect, too. Judging by the extant documents, the schism between my father’s mental faculties and his erudition and Celestial Harmonies is so wide, especially its more intricate layers, that it would take a great leap of the imagination to span. (To mention only the most important types of suspension bridges pertaining hereof, there’s the plain, the specially anchored, the self-anchored, and also the cable bridge, the slant-cable harp-bridge, the slanted star-cable bridge, the slanted fan-shaped, and the single-pylon slanted harp-cable varieties. My father played on the harp as well as the star.)”

 
Péter Esterházy (14 april 1950 – 14 juli 2016)

 

De Franse schrijver Alexandre Jardin werd geboren in Neuilly op 14 april 1965. Zie ook alle tags voor Alexandre Jardin op dit blog.

Uit: Des gens très bien

“Comment ai-je fait pour me dégager de la vérité officielle de nos ascendants si fidèles à Vichy? pour finir par accepter ma honte d’être de cette lignée-là de gens supposément “très bien” ? Et ma colère devant l’évidence que le pire pût être commis dans nos rangs sans qu’on y ait jamais vu à mal. Sans que la moindre gêne fût ouvertement exprimée. Même si, bien sûr, il ne m’a pas échappé que les vrais commanditaires de l’horreur furent avant tout des Allemands : Heinrich, Oberg, Dannecker, Knochen et d’autres.
Ce secret français tient en une scène, que j’ai mis vingt-cinq ans à voir avec la bonne focale.
Chacun des Jardin aurait pu la convoquer dans son esprit mais, préférant le refuge du flou à l’horreur de la netteté, nous ne savions pas comment regarder de face sans suffoquer une telle débâcle morale. Comme des millions de familles françaises, anxieuses d’ouvrir les placards moisis de la collaboration.
Sauf que chez nous, l’affaire était énorme ; comme souvent chez les Jardin habitués à l’improbable. Et aux épisodes où l’Histoire exagère. Cette fois, la vérité sombre était dissimulée sous des kilos de gaieté, des centaines de pages de littérature chatoyante, un vrac de souvenirs cocasses, une tornade d’anecdotes. Moi-même, j’y ai contribué en perpétuant la légende nourricière des Jardin ; farcie de galopades et de situations enjôleuses. En m’abritant systématiquement derrière un masque de légèreté, un optimisme de façade, une fausse identité frivole. Issu de la honte, j’ai choisi le rire ; un rire longtemps forcé.
Pour faire oublier ma double vie, plus mélancolique.
Une existence parallèle et ombreuse que j’ai toujours pris soin de dissimuler ; en m’affichant comme un auteur de romans ensoleillés. Et amoureux du rose. Cette vie-là fut celle d’un homme au front nuageux qui, depuis l’âge de seize ans, tourne autour d’une scène qui continue de lui couper les jarrets. Un épisode qui m’a éclairé sur les gens intelligents et très convenables qui commettent l’irréparable en se réfugiant dans les bras de leur bonne conscience. Un chapitre vichyssois qui m’a conduit dès la sortie de l’adolescence à mener une réflexion obsessionnelle – et quasi clandestine – sur les destructeurs des Juifs et leurs collaborateurs. Méditation directement issue de ma position particulière. Qui reste non pas une étoile jaune mais une croix. Et pas une croix de Lorraine.”

 
Alexandre Jardin (Neuilly, 14 april 1965)

 

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

Machine

Machine
machine zeg je
je zegt dat ik
machine heet
hete machine
maar wat weet jij
van draaien
maaiende bladen
zingende zagen
wielen schoepen raderen
ratelen razen
schrale gaten slijten
in mijn condenseringsvat
want ik weet
dat je het meent
en ik weet dat je neemt
van mijn paardenkracht
van mijn paardenkracht.

 

Lounge

Ein Mantel
von Frauenflaum
ein Hauch charmant
und Haare aus Regen

Ihre Ärmel
haben Hände
schwellen weiß der Abend
an eingefallenen Wangen

Kaminfeuer Klaviermusik
Champagner und Zigarren
Niederschlag der Tage
und Damenbeine

Sind es
schwarzgeschminkte Augen
saugende Blicke
und träumende Lippen

Lab ich mich
im blitzenden Licht
prickelt die Luft
mein Flimmern

Auster
wär ich doch
Auster.

Vertaald door Jan Klug

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)
Cover

 

De Duitse schrijver Landolf Scherzer werd geboren op 14 april 1941 in Dresden. Zie ook alle tags voor Landolf Scherzer op dit blog.

Uit: Der Rote

„Am nächsten Tag warte ich überpünktlich im Erfurter Friseursalon von David Liebmann auf den Ministerpräsidenten. Im The Barber sitzen ein junger Mann, dessen Haare eine Friseuse wäscht, und ein Herr, dessen schlohweiße Haare vom Chef geschnitten werden.
David Liebmann fragt mich freundlich, aber bestimmt, ob ich bestellt bin. Ich schüttele den Kopf, und der Chef bedauert, dass er im Moment nur bestellte Kunden bedienen
kann. Als ich erkläre, dass ich hier mit Bodo Ramelow verabredet bin, will er wissen, ob ich zu den Personenschützern gehöre, die im Voraus die Sicherheit kontrollieren müssen.
Ich denke: Wie könnte man hier bei all den scharfen Scheren und noch schärferen Messern die Sicherheit garantieren, und erzähle, dass ich den Ministerpräsidenten ab und an begleite, um über ihn zu schreiben. Darauf meint David Liebmann, dass in der DDR Friseure wahrscheinlich bedeutender gewesen sind als Ministerpräsidenten, denn über einen Ministerpräsidenten hat damals niemand ein Buch geschrieben, wohl aber über einen Friseur!
Mit dem Kopf deutet er auf das Fensterbrett. Dort liegt das DDR-Kultbuch »Friseur Kleinekorte in Venedig und anderswo
«. Das kennt auch der weißhaarige Herr und zitiert die immer wiederkehrende Begrüßung: »Nemse Platz, Herr Jeheimrat. Was gibsn Neues aufm Bau? Wieder Nachtschicht jehabt?« Seinerzeit seien Friseure »die Beichtväter der Atheisten « gewesen. Heute sei man beim Haareschneiden schweigsamer. Doch wie von Kleinekorte inspiriert, erzählt er, dass er seit 11 Jahren zu Herrn Liebmann kommt, dass ihm, wenn er als 83-Jähriger frisch frisiert durch Erfurt geht, die Frauen noch hinterherschauen, dass er ein Grundstück von 2000 Quadratmetern mit 6 reichlich tragenden Apfelbäumen sein Eigen nennt, dass er inzwischen wartet, bis die
Äpfel herunterfallen, und sie dann vergräbt. »Früher nahm man sie mir im Konsum ab. Heute will keine Verkaufsstelle Äpfel, die unterschiedlich groß sind.«
Draußen halten zwei Limousinen.
»Seit 5 Jahren ist Herr Ramelow immer pünktlich, sogar als Ministerpräsident«, schwärmt David Liebmann.
Bodo Ramelow kommt allein. Seine Personenschützer hat er trotz scharfer Scheren und noch schärferer Messer vor der Tür gelassen.“

 
Landolf Scherzer (Dresden, 14 april 1941)

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinsky werd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Zie ook alle tags voor Charles Lewinsky op dit blog.

Uit: Melnitz

„Immer, wenn er gestorben war, kam er wieder zurück.
Am letzten Tag der Trauerwoche, wenn der Verlust sich im Alltag verlaufen hatte, wenn man den Schmerz schon suchen musste, ein Mückenstich, der gestern noch gejuckt hat und heute kaum mehr zu ertasten ist, wenn die Rücken weh taten vom Sitzen auf den niedrigen Hockern, die der alte Brauch den Hinterbliebenen für die sieben Tage zuweist, dann war er ganz selbstverständlich wieder da, trat unauffällig mit den anderen Besuchern ins Zimmer, durch keine Äußerlichkeit von ihnen unterschieden. Nur Essen brachte er keines mit, auch wenn das der Brauch gewesen wäre. In der Küche warteten die Töpfe und die zugedeckten Schüsseln in Reih und Glied, eine Ehrenwache für den Verstorbenen; er kam mit leeren Händen, nahm sich einen Stuhl, wie man es tut, sagte kein Wort, wenn er von den Trauernden nicht angesprochen wurde, stand auf, wenn sie beteten, setzte sich, wenn sie sich hinsetzten. Und wenn dann die andern, ihren Trostspruch murmelnd, sich verabschiedeten, blieb er einfach sitzen, war wieder da, wie er immer da gewesen war. Seine Ausdünstung von feuchtem Staub mischte sich mit den anderen Gerüchen des Trauerhauses, Schweiß, Talgkerzen, Ungeduld; er gehörte wieder dazu, trauerte mit, nahm Abschied von sich selber, seufzte sein vertrautes Seufzen, das halb ein Stöhnen war und halb ein Schnarchen, schlief ein mit hängendem Kopf und offenem Mund und war wieder da.
Salomon Meijer stand von seinem Hocker auf, schob den Körper in die Höhe, stemmte ein schweres Gewicht, ein Kuhviertel oder einen Mühlensack Mehl, reckte sich, dass die Gelenke in den Schultern knackten, und sagte: »Nu. Lasst uns etwas essen.« Er war ein großer, breit gebauter Mann, der nur deshalb nicht kräftig wirkte, weil sein Kopf zu klein war für seine Statur, der Kopf eines Gelehrten auf dem Körper eines Bauern. Er hatte sich einen Backenbart wachsen lassen, der stellenweise – viel zu früh, meinte Salomon – schon weiß wurde. Darunter, vom Bart eingerahmt, bildete ein Geflecht aus geplatzten Äderchen zwei rote Flecken, die ihn immer wie angeschickert aussehen ließen, obwohl er nur zum feierlichen Kiddusch Wein trank, sonst höchstens mal, an ganz heißen Tagen, ein Bier oder zwei. Alles andere vernebelt den Kopf, und der Kopf ist der wichtigste Körperteil eines Viehhändlers.

Er war ganz schwarz gekleidet, nicht aus Trauer, sondern weil er sich eine andere Farbe nicht vorstellen konnte, trug einen altmodischen Gehrock aus schwerem Tuch, den er jetzt, wo keine Besucher mehr zu erwarten waren, aufknöpfte und hinter sich fallen ließ ohne sich umzusehen. Er ging davon aus, dass seine Golde den Gehrock schon auffangen und, wie es sich gehört, über eine Stuhllehne legen würde, und darin lag nichts Tyrannisches, nur die Selbstverständlichkeit klar aufgeteilter Bereiche.“

 
Charles Lewinsky (Zürich, 14 april 1946)

 

De Zwitserse dichter en schrijver Roman Graf werd geboren geboren op 14 april 1978 in Winterthur, Zwitserland. Zie ook alle tags voor Roman Graf op dit blog.

Großvater (Fragment)

Großvater
wieder Weihnachten
die Birken vor deinem Haus
seit Jahren gefällt
letzten Sommer ist nun doch
Gras über der Stelle gewachsen
du sitzt auf dem Sofa
es ist so alt wie die Birken
fünfzig Jahre / du schläfst
auf dem Sofa, daneben die Ablage
Bücher über den Zweiten
Weltkrieg und die Schweizer Armee
ein Radio für die Nachrichten im DRS1
und deine Tropfen für
Herz und Kreislauf

später sage ich
pflanz doch wieder einen Baum
am besten schon bald
im Frühling
einen kleinen nur
der wirft wenig Laub ab und gibt
nicht viel Arbeit
ich sage
eine Linde vielleicht
denn die Form der Krone
entspricht der Form eines Blattes
ein Herz umgedreht

es ist inzwischen dunkel geworden
die Kerzen brennen gleich
Großvater, du stöhnst
du sagst Bäume
setzt man im
Herbst

 
Roman Graf (Winterthur, 14 april 1978)
Winterthur

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 14e april ook mijn vorige blog van vandaag.

Zie voor bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 14 april 2007 en ook mijn blog van 14 april 2008 en eveneens mijn blog van 14 april 2009.

Tjitse Hofman, Alexandre Jardin, Roman Graf, Péter Esterházy, Landolf Scherzer, Charles Lewinsky, Helene Hübener, Roberto Schopflocher, Gerhard Rohlfs

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

Ajaa

Laat me niet lachen man
dooie mussen van het dak
deze dag deze dag
heeft een humeur

Dat in pure zuurheid
naar beneden druipt
grijze haren klamme jassen
en papieren zakken

Ajaa

Er is een storm op komst
er marcheren legers door een hoofd
er worden velden opengereten
nesten onteierd en vertrapt

Of wat te denken van de kikkersloot
de kromme wilg het wapperend loof
en het verhaal van de windvaan
die zich van geen kwaad bewust dat de lucht lek

Ajaa

Wacht maar tot de wolken komen
komen vallen in de nacht
wanneer het licht dooft
en er geen moederschoot

Er geen koesterende armen
er geen schouder en geen borst
er geen ritme van een hart
er geen traan gedroogd

Ajaa

Dan weten we weer
van schuim en van schip
en van kip en van kluif
en vanwaar onze oogst

En vanwaar de ellende
dat de nevelthee droog
en we het niet
op een zuipen.

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)

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Tjitse Hofman, Roman Graf, Alexandre Jardin, Péter Esterházy, Landolf Scherzer, Gabriele Stötzer, Charles Lewinsky

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

Roodvocht

Meer meer
en vooral meer
en dat het mooi

Roodvochtige ijlslaap
van stroom en stoom
dat er bloedsoep kookt

Dat het borrelt
dat wij blootlijf

Koudzweet en warm
rillen en alles willen
alles tegelijk

Dat we dampen
stijgen en hopen
dat het licht uit

Dat het donker –

 

ZOMER

Het gulpt uit
alle poriën

Een beetje plakkerig
aan de zak

Wat zweterig
in de naad ook

Kleffe dreadlocks
in de oksels.

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)
Portret door Lammert Joustra, 2006

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Tjitse Hofman, Roman Graf, Alexandre Jardin, Péter Esterházy, Landolf Scherzer, Gabriele Stötzer, Charles Lewinsky

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

Timo

Zochten wij de maan
zagen wij de sterren
zochten zij de stenen
hun stenen hun ster

Zijn zwijgen de wind
zijn twinkelen zijn stem
deze maanloze nacht
zijn stilte zal de onze zijn

Stenen tranen
op zijn eeuwig bed
behoedzaam neergelegd

Blijft hij eeuwig
boven staan
Timo was zijn naam.

 

Trein

De waaivlakte
ligt er verlaten bij

Weide richelpalen
wat daar graast
wat hier raast
door prikkeldraad
gescheiden

Zij daar wij hier
duidelijkheid is geschapen
wij rijden zij blaten

En bij het zien
van een aardappelrug
rustend op het land
weet ik het zeker
grazen is een gave.

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)

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Tjitse Hofman, Roman Graf, Alexandre Jardin, Péter Esterházy, Landolf Scherzer, Gabriele Stötzer, Charles Lewinsky

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

Lepelaar

Bij de rietkraag
waar ik mijn vriend uitlaat
huppelen konijnen
in het licht

Drink ik
van de heren
uit volle borst
zing mijn avondlied

Hese kelen tranendal
zo scherp ik de nachtlamp aan
zo roer ik het avondmaal
zo zwengel ik af

Dwalen druppels
door het zwart.

 

TV 2000

Elektroniek
ik loop op elektriek
à la teletransformatie
glasvezelvervoer en
satellietcommunicatie

In mijn verdeeldheid
zaai ik onrust
op akkers plant ik wellust
schep orde op het land
in strakke banen
over velden vloeien tranen
sluipen sloten vol met water
van zilte kwaliteit

Ik naai de wereld
met mijn kabels
smelt aaneen en divergeer
ioniseer en transporteer
alles naar mijn waarheid
privatiseer de saaiheid
en alles is in orde
naar het schijnt.

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)

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Alexandre Jardin, Roman Graf, Tjitse Hofman, Péter Esterházy, Landolf Scherzer, Gabriele Stötzer

De Franse schrijver Alexandre Jardin werd geboren in Neuilly op 14 april 1965. Zie ook alle tags voor Alexandre Jardin op dit blog.

 

Uit: Bille en tête

 

“Mon père continuait à habiller de noir son existence. Son deuil interminable m’accablait chaque fois davantage. Alors, quand la coupe était pleine, je courais retrouver Clara. Sa maison riante m’accueillait à lit ouvert. Ses caresses me rassasiaient. Nous faisions l’amour à en perdre la tête pour oublier la mort de ma mère.
Chez Clara, c’était mieux qu’une auberge espagnole. On y trouvait plus que ce qu’on y apportait. J’apportais mes seize ans, et j’y trouvais l’amour, le vrai.

(…)

 

“Sur le chemin du retour, bercé par les cahots ferroviaires, je pensais à toi, l’Arquebuse. Ta mort ferait de moi un riche héritier en rillettes et autres cochonnailles ; mais tu me laisserais longtemps le regret de tes sourires. Pour la première fois, tu m’apparus égoïste; car enfin, tes retrouvailles avec le bon Dieu étaient bien jolies, mais qu’allais-je faire de mes pleurs? Tu ne serais plus là pour les sécher. Grand-mère irresponsable, tu n’avais pas songé qu’en mourant tu me léguerais aussi de la tristesse. Voilà ce que c’est que les vieux. Et, chose plus cruelle encore, tu me forçais à étouffer mes larmes ; car pleurer aurait été te trahir. Pourtant, le jour de ta mort, je te ferais cette infidélité. L’espace de quelques sanglots, je me laisserais chialer, tu m’entends, oui chialer comme un enfant. Mais rassure-toi, ce sera très bref. Je te promets d’être heureux et de rire aux éclats à la sortie de ton enterrement. Sitôt la grille du cimetière franchie, je m’engage même à basculer une fille dans une meule de foin. On fera l’amour à ta santé ; ça ne sera pas triste ; je le jure sur ta tête.”

 

 

Alexandre Jardin (Neuilly, 14 april 1965)

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