Robert Kleindienst

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Zie ook alle tags voor Robert Kleindienst op dit blog.

Untiefen

Worte wie Seepocken an der Seite eines Bootes
sie verlangsamen uns sagen uns zu: wir müssen
die sein die positiv denken einen Weg hinaus
suchen müssen wir wenn jemand zu uns sagt
wir seien Worte wie Seepocken an der Seite
eines Bootes

 

so schaut es aus ohne rosa Brille

die Kälte beißt dem Hund ins Ohr,
nicht wahr.
so ein Mann, sagt eine ältere Frau im Fenster
und schläft sogleich wieder ein.
Tage wie diese vergehen so schnell, dass
man fast aufs Atmen vergisst
in der Kälte, welcher Kälte. etwas abseits, am
Straßenrand, liegt ein Maulkorb verlassen
neben Plastik und Kinderwägen, sogar
ein Hund liegt dort und rührt kein Ohr
mehr. wer bringt wen um
den Schlaf, fragt die ältere Frau jetzt
schon im Traum

 

Sprachlos

die Frau
die auf der Straße geht den Mann
auf der gegenüberliegenden Seite erblickt
der Mann
der auf der Straße geht die Frau
erblickt
die Frau
die sich denkt hoffentlich
verfolgt er mich nicht
der Mann
der sich denkt hoffentlich
denkt sie nicht dass
die Frau
die darauf hofft dass er
sie nicht
der Mann
der vermutet dass sie doch
die Frau die weitergeht
ohne sich umzudrehen
der Mann dem die Schamröte
ins Gesicht steigt

 

Slapende handen

als de hond niet uit het raam hing
vandaag als witte vlaggen in de wind
aan flarden geschoten niets zou zo kalm en
vredig zijn in dit huis van jou
op deze rug van jou waarin de hond
begraven ligt vanaf het begin

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e maart ook mijn blog van 4 maart 2020 en ook mijn blog van 4 maart 2019 en ook mijn blog van 4 maart 2018 deel 1 en eveneens deel 2.

Robert Kleindienst

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Zie ook alle tags voor Robert Kleindienst op dit blog.

Uit: Zeit der Häutung

Wo der Zirbenwald in Geröllfelder überging, kam eine schneebedeckte Bergspitze zum Vorschein, bohrte sich wie die Zacke einer Krone in Wolkentürme. Wurde der Weg anfangs noch auf bei-den Seiten von steilen Hängen begrenzt, öffnete sich das Tal nach und nach, breiteten sich saftige Wiesen aus, auf denen Rinder weideten und Schafe. An einer Windung der Ache stand ein Fischer kniehoch im Wasser. Es hatte jetzt seine Wildheit verloren, strömte kristallklar und smaragdfarben im breiten Bett da-hin. Ana musste ans Meer denken, den Dampfer, der vielleicht schon in Genuas Hafen vor Anker lag, und die Vorstellung der baldigen Überfahrt befremdete sie plötzlich. Mit jedem ihrer Schritte näherte sich die Zeit des Abschieds vom alten Kontinent, und ihr war, als würde wieder etwas aufbrechen in ihr, das ihr Angst machte. Auch wenn sie wusste, dass Da-mir alles Erforderliche in die Wege geleitet hatte, sie Argentinien mit offenen Armen empfing, sehnte sie sich zurück in das kleine, geordnete Universum von Altaussee, wo die Zeit stillzustehen schien. Der Wind trug ihr den Gesang von Kindern zu, die bei einer zwischen Weg und Ache gelegenen Steinmauer spielten. Sie hielten sich an ihren Händen, sangen ein fröhliches Lied, drehten sich im Kreis, wurden schneller und schneller, bis sich eins nach dem anderen aus der Kette löste, stumm ins Gras fiel, wo es reg-los liegenblieb. Als das letzte Kind am Boden lag, das Lied gänzlich verklungen war, stand das erste wieder auf, berührte die anderen reihum, die sich nach und nach erhoben, an den Händen nahmen, das Spiel von vorn begannen. Die Kinder waren derart vertieft in ihre Welt, dass sie von Ana keine Notiz nahmen. Währenddessen näherte sie sich zügigen Schrittes der Almhütte. Fast hatte sie schon das Gebäude erreicht, als ein Hirtenhund auf sie zustürmte, laut bellend vor ihren Füßen hin und hersprang. Er hinderte sie so lange am Weitergehen, bis ein schriller Pfiff durch die Luft gellte. Gleich darauf erschien die Sennerin. Mit eigentümlichem Dialekt entschuldigte sie sich für ihren wachsamen Aufpasser, bat Ana zu einem Tisch hinter der Hütte, wo sie wie selbstverständlich Brot, Buttermilch und Graukäse auftischte.

 

Ik weet wat het betekent om gelukkig te zijn

wij twee staan hier dus met zijn drieën en
houden de hand steviger vast. zoveel groen als ons
de lente schenkt verrast ons dan

toch, dat zouden we alleen in een droom hebben
gedacht. niet in de droom echter spiegelen we
ons in de vijver, kijken eendenkuikens
na, die sporen trekken in het water.
bergen glanzen wit aan de horizon, wij
wachten nog een beetje, zwemmen
verder, richting de oever.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e maart ook mijn blog van 4 maart 2019 en ook mijn blog van 4 maart 2018 deel 1 en eveneens deel 2.

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Rosenmontag (Ingo Baumgartner), Robert Kleindienst, Khaled Hosseini, Kristof Magnusson, Irina Ratushinskaya, Alan Sillitoe

Dolce far niente – Bij Carnaval

 

 
Kölner Rosenmontagszug auf dem Marsplatz door Wilhelm Schreuer, 1906

 

Rosenmontag

Das Schweinefett wirkt ausgelassen,
Piraten tanzen durch die Gassen,
Schneewittchen schäkert mit Zwerg sieben,
ein Dachshund hechelt übertrieben,
zwei Männer tragen ein Gerüst
und echt ist nur der Polizist.

In dieser Trubelatmosphäre
verflüchtigt sich das Alltagsschwere.
Die Zunge zeigt der Bürgermeister,
der Pfarrer leert Tapetenkleister
ins gar nicht kleine Dekolleté
von Frau Magister Rübensee.

Wie anstandsledig und verwegen
sich Biedermänner da bewegen,
sogar der Altenheimverwalter
trägt einen Seidenbüstenhalter.
Der Spaßeffekt der Narrenschar
ist künftig nicht mehr steigerbar.

 


Ingo Baumgartner (24 december 1944 – 16 juli 2015)
Oberndorf an der Salzach, de geboorteplaats van Ingo Baumgartner

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Zie ook alle tags voor Robert Kleindienst op dit blog.

Uit: Zeit der Häutung

„Sie blieb stehen, lauschte. Trotz des Lärms meinte sie, das Läuten einer Kirchenglocke zu vernehmen, aber es waren nur Schellen am Rucksack kleiner Kinder, die an der Hand ihrer Eltern um die Kurve bogen.Nachdem sie die oberste Stufe der Wasserfälle er-reicht hatte, war sie allein auf weiter Flur. Ein Hoch-tal lag vor ihr, durch das sich ungestüm und milchig schäumend das Gletscherwasser der Ache zog. In kaum merkbarer Steigung führte der Weg am Ufer entlang, ließ sie durchatmen nach dem anstrengen-den Aufstieg. Wo der Zirbenwald in Geröllfelder überging, kam eine schneebedeckte Bergspitze zum Vorschein, bohrte sich wie die Zacke einer Krone in Wolkentürme. Wurde der Weg anfangs noch auf bei-den Seiten von steilen Hängen begrenzt, öffnete sich das Tal nach und nach, breiteten sich saftige Wiesen aus, auf denen Rinder weideten und Schafe. An einer Windung der Ache stand ein Fischer kniehoch im Wasser. Es hatte jetzt seine Wildheit verloren, ström-te kristallklar und smaragdfarben im breiten Bett da-hin. Ana musste ans Meer denken, den Dampfer, der vielleicht schon in Genuas Hafen vor Anker lag, und die Vorstellung der baldigen Überfahrt befremdete sie plötzlich. Mit jedem ihrer Schritte näherte sich die Zeit des Abschieds vom alten Kontinent, und ihr war, als würde wieder etwas aufbrechen in ihr, das ihr Angst machte. Auch wenn sie wusste, dass Damir alles Erforderliche in die Wege geleitet hatte, sie Argentinien mit offenen Armen empfing, sehnte sie sich zurück in das kleine, geordnete Universum von Altaussee, wo die Zeit stillzustehen schien.
Sie blieb stehen, lauschte. Trotz des Lärms meinte sie, das Läuten einer Kirchenglocke zu vernehmen, aber es waren nur Schellen am Rucksack kleiner Kinder, die an der Hand ihrer Eltern um die Kurve bogen.Nachdem sie die oberste Stufe der Wasserfälle er-reicht hatte, war sie allein auf weiter Flur. Ein Hoch-tal lag vor ihr, durch das sich ungestüm und milchig schäumend das Gletscherwasser der Ache zog. In kaum merkbarer Steigung führte der Weg am Ufer entlang, ließ sie durchatmen nach dem anstrengenden Aufstieg.“


Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)
Cover

 

De Afghaanse schrijver Khaled Hosseini werd geboren op 4 maart 1965 in Kabul. Zie ook alle tags voor Khaled Hosseini op dit blog.

Uit: A Thousand Splendid Suns

“Jalil had three wives and nine children, nine legitimate children, all of whom were strangers to Mariam. He was one of Herat’s wealthiest men. He owned a cinema, which Mariam had never seen, but at her insistence Jalil had described it to her, and so she knew that the façade was made of blue-and-tan terra-cotta tiles, that it had private balcony seats and a trellised ceiling. Double swinging doors opened into a tiled lobby, where posters of Hindi films were encased in glass displays. On Tuesdays, Jalil said one day, kids got free ice cream at the concession stand.
Nana smiled demurely when he said this. She waited until he had left the kolba, before snickering and saying, “The children of strangers get ice cream. What do you get, Mariam? Stories of ice cream.”
In addition to the cinema, Jalil owned land in Karokh, land in Farah, three carpet stores, a clothing shop, and a black 1956 Buick Roadmaster. He was one of Herat’s best-connected men, friend of the mayor and the provincial governor. He had a cook, a driver, and three housekeepers.
Nana had been one of the housekeepers. Until her belly began to swell.
When that happened, Nana said, the collective gasp of Jalil’s family sucked the air out of Herat. His in-laws swore blood would flow. The wives demanded that he throw her out. Nana’s own father, who was a lowly stone carver in the nearby village of Gul Daman, disowned her. Disgraced, he packed his things and boarded a bus to Iran, never to be seen or heard from again.
“Sometimes,” Nana said early one morning, as she was feeding the chickens outside the kolba, “I wish my father had had the stomach to sharpen one of his knives and do the honorable thing. It might have been better for me.” She tossed another handful of seeds into the coop, paused, and looked at Mariam. “Better for you too, maybe. It would have spared you the grief of knowing that you are what you are. But he was a coward, my father. He didn’t have the dil, the heart, for it.”
Jalil didn’t have the dil either, Nana said, to do the honorable thing. To stand up to his family, to his wives and in-laws, and accept responsibility for what he had done. Instead, behind closed doors, a face-saving deal had quickly been struck. The next day, he had made her gather her few things from the servants’ quarters, where she’d been living, and sent her off.
“You know what he told his wives by way of defense? That I forced myself on him. That it was my fault. Didi? You see? This is what it means to be a woman in this world.”
Nana put down the bowl of chicken feed. She lifted Mariam’s chin with a finger.
“Look at me, Mariam.”
Reluctantly, Mariam did.
Nana said, “Learn this now and learn it well, my daughter: Like a compass needle that points north, a man’s accusing finger always finds a woman. Always. You remember that, Mariam.”


Khaled Hosseini (Kabul, 4 maart 1965)

 

De Duitse schrijver Kristof Magnusson werd geboren op 4 maart 1976 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Kristof Magnusson op dit blog.

Uit: Gebrauchsanweisung für Island

„Island ist also ein Land, das es eigentlich nicht geben dürfte, besiedelt von einem Volk, das längst hätte evakuiert werden sollen. Und ein Land der gelebten Unmöglichkeiten ist Island auch bis heute geblieben. Die Natur greift so unmittelbar in das Alltagsleben ein, wie wir Mitteleuropäer es nur selten erleben. Das fängt bei Sandstürmen an, die den kompletten Lack vom Auto schmirgeln, und hört bei Vulkanen auf, die unterhalb von Gletschern ausbrechen, Flutwellen katastrophenfilmischen Ausmaßes auslösen, Straßen und Brücken fortreißen und das Gesicht ganzer Landkreise innerhalb weniger Tage völlig verändern.
Auch das Gefühl, dass es zu wenig Leute gibt, um ein komplettes Gemeinwesen am Laufen zu halten, kennen die Isländer bis heute. Das Land muss mit nur 330 000 Menschen alle Funktionen einer arbeitsteiligen Gesellschaft besetzen, vom Geigenbauer über den Kindernephrologen bis zum Fluglotsen. Nebenbei muss es einen kompletten Nationalstaat am Laufen halten, Botschafter nach Japan und China, Beamte zur NATO und UNO schicken, eine Oper, ein Sinfonieorchester und ein Ballett finanzieren und ein dauernd von Unwettern fortgespültes Straßennetz flicken.
»Wie machen die das?« Diese Frage höre ich, seit ich klein bin, immer wieder. Deutsche Freunde und Bekannte haben sie meinem Vater gestellt, und ich erinnere mich genau an die mit Stolz vermischte Ratlosigkeit, mit der mein Vater auf diese Frage reagierte, denn richtig beantworten konnte er sie nicht. Er wusste nicht, wie die das machen, was meine kindliche Überzeugung verstärkte, dass Island weniger ein Land, sondern vielmehr ein Wunder sei.
Natürlich war auch ich stolz darauf, dass meine Familie väterlicherseits aus diesem Wunder namens Island stammte. Was sicher an den Gletschern und Geysiren lag, aber noch mehr daran, dass mein Großvater dort eine – nach der altnordischen Fruchtbarkeitsgöttin Freyja benannte – Schokoladenfabrik besessen hatte. Und an den Geschichten, die mein Vater mir erzählte, von Orkanen, gegen die man sich lehnen konnte ohne umzufallen, von Seeskorpionen, die er mit seinen Freunden im Reykjavíker Hafen fing, oder dem Busausflug, den er mit seinem Vater 1947 zu den Lavaströmen der ausbrechenden Hekla machte – Geschichten, die sich in meiner Erinnerung mit den Fotos auf der Titelseite des Morgenblatts mischten, das jeden Tag in unserem Hamburger Briefkasten lag und wenig anderes als Bilder von Vulkanausbrüchen oder Anglern mit besonders großen Fischen zeigte.“

 
Kristof Magnusson (Hamburg, 4 maart 1976)

 

De Engelse dichter en schrijver Alan Sillitoe werd geboren op 4 maart 1928 in Nottingham. Zie ook alle tags voor Alan Sillitoe op dit blog.

Uit: Saturday Night and Sunday Morning

“Someone was poking him in the ribs: he recognized it not as the vicious poke of someone who had beaten him in a fight, or the gentle and playful poke of a woman whom he had taken to bed, but the tentative poke of a man who did not know whether he was poking the ribs of someone who might suddenly spring up and give him a bigger poke back. It seemed to Arthur that the man was endeavouring to tell him something as well, so he tried very hard, but unsuccessfully, to make an answer, though he did not yet know what the man was saying. Even had he been able to make his lips move the man would not have understood him, because Arthur’s face was pulled down into his stomach, so that for all the world he looked like a fully-dressed and giant foetus curled up at the bottom of the stairs on a plush-red carpet, hiding in the shadow of two aspidistras that curved out over him like arms of jungle foliage.
The man’s pokes became more persistent, and Arthur dimly realised that the fingers must belong either to one of the waiters or to the publican himself. It was a waiter, towel in one hand and tray in the other, white jacket open from overwork, a face normally blank but now expressing some character because he had begun to worry about this tall, iron-faced, crop-haired youth lying senseless at his feet.
“He’s had a drop too much, poor bloke,” said an elderly man, stepping over Arthur’s body and humming a hymn tune as he went up the stairs, thinking how jolly yet sinful it would be if he possessed the weakness yet strength of character to get so drunk and roll down the stairs in such a knocked-out state.
“Come on, Jack,” the waiter pleaded with Arthur. “We don’t want the pleece to come in and find you like that or we shall get summonsed. We had trubble wi’ a man last week who had a fit and had to be taken to ’t General Hospital in an amb’lance. We don’t want any more trubble, or the pub’ll get a bad name.”

 
Alan Sillitoe (4 maart 1928 – 25 april 2010)
Cover

 

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Robert Kleindienst, Khaled Hosseini, Kristof Magnusson, Irina Ratushinskaya, Alan Sillitoe, Ryszard Kapuściński, Jean-Joseph Rabearivelo, Annette Seemann

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Zie ook alle tags voor Robert Kleindienst op dit blog.

Wiedergänger

niemand hat gemerkt, dass die Zeit
so rasch zurückgedreht wurde, will es
jeder bemerkt haben später. jeder
wusste danach längst davon, ließ es
sich nicht nehmen, auf die Straße
zu gehen. plötzlich ging auch der Mund
über vor Licht und Erleuchtung,
formten sich Worte wie Widerstand

jetzt, bis ans Ende
des Tages

 

Lichtraum

eben noch stand ich an der Tür und lauschte
wie du. eben noch hielt ich die Hand
an die Klinke, es war ein Zauber
dahinter, der ging

dieses Mal sehe ich meine Hand, wie sie
die Krippe auf den Baum hängt, den Docht
anzündet später. dieses Mal sehe ich
mich in deinen Augen, die glänzen.
dieses Mal, wirst du sagen
im Schlaf, ist unser Frieden,
der bleibt

 

Vergessen

anfänglich wunde Arme
vielleicht brannten auch die
Fingerspitzen in den Brennnesseln
später als die Puppe zu
wiehern begann warfen sich
vereinzelt Laute über
das Feld hinter dem Wald
an den Müllhalden nur nicht
mehr als die Schaukel
stehenblieb

der Vater zieht die Plane
vors Dach

 
Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)

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Kristof Magnusson, Khaled Hosseini, Robert Kleindienst, Irina Ratushinskaya, Alan Sillitoe

De Duitse schrijver Kristof Magnusson werd geboren op 4 maart 1976 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Kristof Magnusson op dit blog.

Uit: Ik was het niet (Vertaald door Hilde Keteleer)

“Ik vroeg de anderen wat ze ervan vonden dat Felix Magath nu trainer van Schalke werd. Iedereen kende alleen maar Bayern München. Natuurlijk wist ik wel dat het zinvol was om met de collega’s iets te gaan drinken.
Netwerken en zo. Het wás ook werk, maar niet zo productief dat je er een hele nacht aan hoefde te besteden. Waarom dronken ze niet gewoon twee pintjes, handelden intussen de hele riedel van Tottenham en Arsenal, Auditt, Range Rover en vrouwelijke collega’s af en gingen dan maffen?
Eindelijk ging de kroeg dicht. Ik liep naar het hotel en had al op de liftknop geduwd toen Vikram, de in Bombay geboren Arsenalfan, aan mijn mouw trok en me meezeulde naar de hotelbar, waar iedereen bij elkaar zat. ‘We drinken Jägermeister, man’, had hij gezegd, alsof ik dan als Duitser geen nee kon zeggen. En dus dronk ik. Veroorzaakte een pijnlijke stilte toen ik zei dat ik geen auto had. Om drie uur deed ik alsof ik naar de wc moest, liep naar mijn kamer, kotste, douchte, dronk twee liter water, nam twee magnesiumtabletten, drie paracetamols en een Pantozol, pakte mijn koffer, nam een taxi naar Heathrow en stapte om 5.03 uur in dit vliegtuig terug naar Chicago.
De stewardess nam mijn jasje aan en hing het op een knaapje, waaraan ze mijn instapkaart vastmaakte als een garderobenummer. Daarna kwam ze met een glas champagne.
Ik moest me beheersen om niemand te laten merken hoe blij ik was met mijn stoel in de businessclass. Per slot van rekening was deze vlucht geen cadeau van Rutherford & Gold maar een noodzakelijke uitgave.”

 
Kristof Magnusson (Hamburg, 4 maart 1976)

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Khaled Hosseini, Kristof Magnusson, Robert Kleindienst, Irina Ratushinskaya, Alan Sillitoe, Ryszard Kapuściński

De Afghaanse schrijver Khaled Hosseini werd geboren op 4 maart 1965 in Kabul. Zie ook alle tags voor Khaled Hosseini op dit blog.

Uit: De vliegeraar van Kabul (Vertaald door Miebeth van Horn)

“Op mijn twaalfde ben ik geworden wat ik nu ben, op een kille bewolkte dag in de winter van 1975.   Ik  herinner  me  nog  precies  het  moment,  weggekropen  achter  een afbrokkelende lemen muur, de steeg bij de bevroren beek in turend. Dat is lang geleden, maar ik heb geleerd dat het niet waar is wat ze over het verleden zeggen, dat je het kunt begraven. Als ik nu terugkijk, besef ik dat ik de afgelopen zesentwintig jaar die steeg in ben blijven gluren. Op een dag afgelopen zomer belde mijn vriend Rahim Khan me uit Pakistan. Hij vroeg of ik hem kwam opzoeken. Staand in de keuken, met de hoorn tegen mijn oor, wist ik dat het niet zomaar Rahim Khan was die ik aan de lijn had. Het was mijn verleden van onbestrafte zonden. Toen ik had opgehangen ging ik op pad om een wandeling te maken langs het Spreckelsmeer aan de noordkant van het Golden Gatepark. De vroege middagzon glinsterde op het water, waar miniatuurbootjes zeilden, voortgestuwd door een stevige bries. Toen keek ik omhoog en zag een paar vliegers, rood met een lange blauwe staart, hoog in de lucht. Ze dansten ver boven de bomen aan de westrand van het park, boven de molens, zij aan zij zwevend als een stel ogen die neerkeken op San Francisco, de stad die ik nu als mijn thuishaven beschouw. En plotseling fluisterde Hassans stem in mijn hoofd: Voor u doe ik alles. Hassan, de vliegeraar met de hazenlip.
Ik ging op een bank zitten bij een wilg. Ik dacht na over iets wat Rahim Khan vlak voor hij ophing had gezegd, alsof het hem net te binnen was geschoten. Er is een manier om het goed te maken. Ik keek omhoog naar die twee vliegers. Ik dacht aan Hassan. Aan Baba. Ali. Kabul. Ik dacht aan het leven dat ik geleid had tot de winter van 1975 was ingevallen en alles anders had gemaakt. En mij gemaakt had tot wat ik nu ben.”

 
Khaled Hosseini (Kabul, 4 maart 1965)

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Khaled Hosseini, Robert Kleindienst, Kristof Magnusson, Irina Ratushinskaya, Alan Sillitoe, Ryszard Kapuściński

De Afghaanse schrijver Khaled Hosseini werd geboren op 4 maart 1965 in Kabul. Zie ook alle tags voor Khaled Hosseini op dit blog.

Uit: En uit de bergen kwam de echo (Vertaald door W. Hansen)

“Ten slotte, toen de zon net over zijn hoogste punt heen was, bleef vader weer staan. Hij draaide zich in de richting van Abdullah, leek even na te denken en maakte toen een beweging met zijn hand.
‘Je geeft het toch niet op,’ zei hij.
Vanaf de kar gleed Pari’s hand snel in die van Abdullah. Ze keek naar hem met vochtige ogen, en met haar uiteenstaande tanden glimlachte ze alsof haar nooit iets slechts zou kunnen overkomen zolang hij aan haar zijde was. Hij sloot zijn vingers om haar hand zoals hij elke nacht deed als hij en zijn zusje in hun bed lagen, hun hoofden tegen elkaar, hun benen verstrengeld.
‘Je had eigenlijk thuis moeten blijven,’ zei vader. ‘Bij je moeder en Iqbal. Dat heb ik je gezegd.’
Abdullah dacht: het is jouw vrouw. Mijn moeder hebben we begraven. Maar hij wist die woorden in te slikken voor hij ze uitsprak.
‘Nou goed dan. Kom maar mee,’ zei vader. ‘Maar we gaan niet huilen. Begrepen?’
‘Ja.’
‘Ik waarschuw je. Dat zal ik niet dulden.’
Pari glimlachte breed naar Abdullah, hij keek naar haar bleke ogen en ronde roze wangen en glimlachte terug.
Vanaf dat ogenblik liep hij naast de kar die over de woestijngrond vol kuilen en gaten hotste, en hij hield Pari’s hand vast. Ze wisselden gelukkige steelse blikken, broer en zus, maar ze zeiden niet veel, uit angst vaders stemming te bederven en hun geluk te verspelen. Heel vaak waren ze alleen, zij met hun drieën, niemand in de verste verte te zien, alleen de roodkoperen bergketens en de grote zandstenen rotsen. De woestijn strekte zich voor hen uit, open en weids, alsof die voor hen was geschapen, alleen voor hen, de lucht roerloos en snikheet, de hemel hoog en blauw. Rotsblokken schitterden op de gebarsten grond. De enige geluiden die Abdullah hoorde waren zijn eigen ademhaling en het ritmisch gepiep van de wielen, terwijl vader de rode kar trok, in noordelijke richting.”

 
Khaled Hosseini (Kabul, 4 maart 1965)

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Uit: En uit de bergen kwam de echo (Vertaald door W. Hansen)

“Najaar 1952
Vader had Abdullah nooit eerder geslagen. Dus toen hij het wel deed, toen hij de zijkant van Abdullahs hoofd raakte, vlak boven het oor, hard en onverhoeds en met de vlakke hand, sprongen er tranen van verbazing in Abdullahs ogen.
Hij knipperde ze snel weg.
‘Naar huis,’ zei vader knarsetandend.
Abdullah hoorde boven zich Pari in snikken uitbarsten.
Toen sloeg vader hem opnieuw, harder, ditmaal op zijn linkerwang. Abdullahs hoofd kantelde opzij. Zijn gezicht schroeide, en er kwamen meer tranen. Zijn linkeroor suisde. Vader bukte zich zo ver voorover dat zijn donkere, gerimpelde gezicht de woestijn en de bergen en de lucht helemaal verduisterde.
‘Ik zei je dat je naar huis moest gaan, jongen,’ zei hij met een gepijnigde blik.
Abdullah gaf geen kik. Hij slikte luid en gluurde naar zijn vader, terwijl hij met zijn ogen knipperde achter de hand die de zon afschermde.
Vanaf de kleine, rode kar gilde Pari zijn naam, terwijl ze beefde van angst. ‘Abollah!’
Vader hield hem met een strenge blik op afstand en sjokte terug naar de kar. Op de bodem ervan strekte Pari haar handen uit naar Abdullah. Abdullah gaf hun een voorsprong.
Toen veegde hij zijn ogen af met de muis van zijn hand en volgde hen.
Even later gooide vader een steen naar hem, zoals kinderen in Shadbagh stenen gooiden naar Shuja, de hond van Pari – zij het dat de kinderen Shuja wilden raken om hem pijn te doen. De steen van vader kwam een meter van Abdullah op de grond terecht, machteloos. Hij wachtte, en toen vader en Pari zich weer in beweging zetten, ging Abdullah opnieuw achter hen aan.”

 
Khaled Hosseini (Kabul, 4 maart 1965)

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Robert Kleindienst, Kristof Magnusson, Khaled Hosseini, Irina Ratushinskaya, Alan Sillitoe

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Zie ook alle tags voor Robert Kleindienst op dit blog.

 

Uit: Später vielleicht

“Dann stellte er sich im Dunkel ans Fenster und zog den Vorhang zurück. Was mochte in diesem Moment in den Zimmern gegenüber vor sich gehen? Hinter den vorgezogenen Vorhängen und heruntergelassenen Jalousien konnte gerade eine Beziehung beendet oder ein Mord verübt werden. Zwei konnten sich wortlos gegenübersitzen, streiten oder miteinander schlafen, einem Kind das Leben schenken. Im Block gegenüber saß ein weißhaariger Mann am Tisch und schrieb. Er saß dort Tag für Tag, immer um dieselbe Zeit, bis tief in die Nacht. Er sah sich selbst an einem Schreibtisch sitzen, mit weißen Haaren, und stellte sich vor, jemand würde ihn von einem gegenüberliegenden Fenster aus beobachten und sich ähnliche Gedanken machen.

Eine kalte Hand legte sich auf seinen Nacken.

»Na, mein Voyeur?«, sagte Nelly.

»Ich suche eine gute Szene«, sagte er wie zur Rechtfertigung und zog ihre Hand auf seine Brust.

»Habe ich dir schon von meinem neuen Projekt erzählt?«, fragte er, als sie wenig später nebeneinander lagen, und sie schüttelte den Kopf.

»Der Protagonist in meinem Roman lernt zu Beginn eine Frau kennen und verliebt sich in sie, obwohl er eine Freundin hat. Er macht das, weil er die Emotion zum Schreiben braucht. Kannst du dir vorstellen, dass etwas daraus wird? Ich frage auch, weil ich Situationen aus meinem eigenen Leben in das Buch einbauen möchte. Verstehst du? Es kann nur so funktionieren.«

»Dann suchst du dir besser gleich jemand anderen. Ich werde nicht deine Laborratte sein.«

»Ach, komm. Erstens werde ich dich nicht namentlich erwähnen und zweitens gebe ich sicher nicht deine intimsten Geheimnisse preis. Das werden auch keine Figuren aus meinem Leben, sondern Romanfiguren sein.«

»Bist du schon müde?«, fragte sie und gähnte.

»Nein. Wir haben Vollmond heute.«

Nach einem Kuss drehte sie sich zur Seite, und er knipste das Licht aus. Kurz darauf: gleichmäßige Atemzüge. Er hätte gern noch ein paar Worte mit Nelly gewechselt, über das Buch, ihre Reaktion von vorhin. Aber sie war schon weit weg von all dem.”

 


Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)

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Robert Kleindienst, Kristof Magnusson, Khaled Hosseini, Irina Ratushinskaya, J. Rabearivelo

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Hij studeerde germanistiek, pedagogie en politicologie. Kleindienst schrijft gedichten, proza en drama. Zie ook mijn blog van 4 maart 2009 en ook mijn blog van 4 maart 2010 en ook mijn blog van 4 maart 2011.

 

Uit: Beim Tode! Lebendig!

Diese Lyriker! Letzten Endes muß man ihnen denn doch wünschen, daß sie eines Tages einen richtigen Roman zu Papier bringen“, pointierte Celan 1958 als Antwort auf eine Umfrage der Pariser Librairie Flinker. Zweifellos ist es hinsichtlich seines Œuvres unumgänglich, nicht von seinen Gedichten Abstand zu nehmen, in die er ein “Äußerstes an menschlicher Erfahrung in dieser unserer Welt und dieser unserer Zeit” einbrachte.

Gedichte sah Celan als “Geschenke an die Aufmerksamen“, als “Schicksal mitführende Geschenke.” Im Gegensatz zum literaturtheoretischen Verständnis Roland Barthes’, dass es nichts außerhalb des Textes gebe und das Verhältnis jeder historischen Darstellung zur Wirklichkeit dem Verhältnis eines rein literarischen Textes zur Wirklichkeit ähnlich sei, weist Celans Sprache einen hohen Wirklichkeitsbezug auf, wie er selbst immer wieder betonte – so auch in Zusammenhang mit seinem Band Ausgewählte Gedichte: “Mein letztes Buch wird überall für verschlüsselt gehalten. Glauben Sie mir – jedes Wort ist mit direktem Wirklichkeitsbezug geschrieben. Aber nein, das wollen und wollen sie nicht verstehen”

Als Schlüssel zum Verständnis werden in der literarischen Öffentlichkeit bei Celan – der selbst “kein Freund der Vergesellschaftung des Innenlebens” war – Teile seiner Privatsphäre wie Briefe und Notizen aus der Nachlassbibliothek betrachtet. “Nein“, widersprach er Bedenken Franz Wurms während der Zusammenstellung einer Auswahl aus Kafkas Briefen an Felice Bauer, “ich finde die Veröffentlichung dieser Briefe keine Indiskretion, die Indiskretionen kommen erst, wenn die Leute darüber schreiben. “

In der Herangehensweise an sein eigenes Werk wird die Privatsphäre häufig stärker in den Vordergrund gestellt als das Geschriebene selbst, wobei dem öffentlichen Umgang mit der Person Celan insofern Gewicht zukommt, als dass dieser als mitverantwortlich für seine schwere Krise und Depression, die letztendlich zu seinem Tod führte, betrachtet werden kann.

Womit wieder Barthes’ These vom Verschwinden im Raum steht. Zugegeben, wäre der Tod des Autors bereits konsequent in der literaturwissenschaftlichen Praxis umgesetzt und würde er den Bereich Lyrik nicht ausschließen, wäre das Schreiben dieses Buches ungemein schwerer gefallen: Celans Texte müssten als auf Sprache Reduziertes gelesen werden, hinter der man einen Autor mit seiner einzigartigen Lebensgeschichte allenfalls vermuten dürfte.“

 

Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)

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