Himmelfahrt Maria (Rainer Maria Rilke)

Bij Maria-Tenhemelopneming

 

Tenhemelopneming door Guercino, 1655


Himmelfahrt Maria

I
Köstliche, o Öl, das oben will,
blauer Rauchrand aus dem Räucherkorbe,
grad-hinan vertönende Theorbe,
Milch des Irdischen, entquill,
still die Himmel, die noch klein sind, nähre
das dir anruht, das verweinte Reich:
Goldgewordne wie die hohen Ähre,
Reingewordne wie das Bild im Teich.

Wie wir nächtens, dass die Brunnen gehen,
hören im vereinsamten Gehör:
bist du, Steigende, in unserm Sehen
ganz allein. Wie in ein Nadelöhr

will mein langer Blick in dir sich fassen,
eh du diesem Sichtlichen entfliehst, –
dass du ihn, wenn auch ganz weiß gelassen,
durch die farbenechten Himmel ziehst.


II
Nicht nur aus dem Schaun der Jünger, welchen
deines Kleides leichte Wehmut bleibt:
ach, du nimmst dich aus den Blumenkelchen,
aus dem Vogel, der den Flug beschreibt;

aus dem vollen Offensein der Kinder,
aus dem Euter und dem Kaun der Kuh – ;
alles wird um deine Milde minder,
nur die Himmel innen nehmen zu.

Hingerissne Frucht aus unserm Grunde,
Beere, die du voller Süße stehst,
lass uns fühlen, wie du in dem Munde
der entzückten Seligkeit zergehst.

Denn wir bleiben, wo du fortkamst. Jede
Stelle unten will getröstet sein.
Neig uns Gnade, stärk uns wie mit Wein.
Denn vom Einsehn ist da nicht die Rede.

 

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
De Sint-Salvatorkerk in Praag, de geboortestad van Rilke

 

Zie voor de schrijvers van de 15e augustus ook mijn volgende blog van vandaag.

Dolce far niente, Rainer Maria Rilke, Fernando Arrabal, Yoshikawa Eiji, Ernst Stadler, Hugh MacDiarmid, Andre Dubus

Dolce far niente

 

Slapende herder met zijn hond door Filippo Palizzia, ca. 1870


Traum ist Brokat, der vor dir niederfließt.

Traum ist Brokat, der vor dir niederfließt.
Traum ist ein Baum, ein Glanz der geht, ein Laut –
ein Fühlen, das in dir beginnt und schließt ist Traum;
ein Tier das dir ins Auge schaut ist Traum;
ein Engel, welcher dich genießt, ist Traum.
Traum ist das Wort, das sanften Falles in dein Gefühl
fällt wie ein Blütenblatt,
das dir im Haar bleibt: licht, verwirrt und matt –,
hebst du die Hände auf: auch dann kommt Traum,
kommt in sie wie das Fallen eines Balles –;
fast alles träumt –, du aber trägst das alles.

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Borstbeeld van Rilke in Praag, zijn geboorteplaats


De Spaanse schrijver, dichter, dramaturg en cineast Fernando Arrabal werd geboren in Melila, Spaans Marokko op 11 augustus 1932. Zie ook alle tags voor Fernando Arrabal op dit blog.

Uit: Lettre au général Franco (Vertaald door Dominique Sevrain)

« Excellence,

Je vous écris cette lettre avec amour. Sans la plus légère ombre de haine ou de rancœur, il me faut vous dire que vous êtes l’homme qui m’a causé le plus de mal. J’ai grand peur en commençant à vous écrire. Je crains que cette modeste lettre, qui émeut tout mon être, soit trop fragile pour vous atteindre, qu’elle n’arrive pas entre vos mains. Je crois que vous souffrez infiniment. Seul un être qui ressent une telle souffrance peut imposer tant de douleur autour de lui. La douleur règne non seulement sur votre vie d’homme politique et de soldat, mais jusque sur vos distractions. Vous peignez des naufrages, votre jeu favori est de tuer des lapins, des pigeons ou des thons. Dans votre biographie : que de cadavres ! en Afrique, aux Asturies, pendant la guerre civile et l’après-guerre. Toute votre vie couverte par la moisissure du deuil. Je vous imagine cerné de colombes sans pattes, de guirlandes noires, de rêves qui grincent le sang et la mort. Je souhaite que vous vous transformiez, que vous changiez, que vous vous sauviez, oui ; c’est-à-dire que vous soyez heureux, enfin. Que vous renonciez au monde de répression, de haine, de geôle, de bons et de méchants qui présentement vous entourent. Je ne fais pas partie des espagnols qui, par légion, à la fin de la guerre civile, traversèrent les Pyrénées couvertes de neige, comme mon ami Enrique qui avait alors 11 mois. Les ventres secs, l’épouvante à flot cherchaient la cime et fuyaient le fond de la terreur. Que d’héroïsmes anonymes, que de mères à pied portant leurs enfants dans leurs bras. Puis, tout au long de ces années, de ces derniers lustres, combien ce sont exilés ? Combien ont émigré ? Ne voyez en moi aucun orgueil. Je ne me sens en aucune façon supérieure à quiconque et moins qu’à personne à vous. Nous sommes tous les mêmes. Mais il faut écouter cette voix qui vient jusqu’à vous, baignée d’émotions, volant par-dessus la moitié de l’Europe. Ce que je vais vous écrire dans cette lettre, la plupart des hommes d’Espagne pourraient vous le dire si leurs bouches n’étaient pas scellées. C’est ce que disent les poètes en privé. Mais ils ne peuvent proclamer à haute voix le cri de leur cœur : ils risquent la prison. C’est pourquoi tant s’en sont allés. Votre régime est un maillon de plus dans une chaîne d’intolérance commencée en Espagne voilà des siècles. Je voudrais que vous preniez conscience de cette situation et, grâce à cela, que vous ôtiez les baillons et les menottes qui emprisonnent la plupart des espagnols. Tel est le but de ma lettre: vous voir changer. »

Fernando Arrabal (Melila, 11 augustus 1932)
Cover Spaanse uitgave


De Japanse schrijver Yoshikawa Eiji werd geboren op 11 augustus 1892 in de prefectuur Kanagawa. Zie ook alle tags voor Yoshikawa Eiji op dit blog.

Uit: Taiko (Vertaald door William Scott Wilson)

“Whether in the villages or on the roads, the children were quick to yell this whenever they saw warriors. The general, the mounted samurai, and the common soldiers dragging their feet were all silent, their strong faces set like masks. They did not warn the children about getting too close to the horses, nor did they favor them with so much as a grin. These troops seemed to be part of the army that had withdrawn from Mikawa, and it was clear that the battle had been bitterly fought. Both horses and men were exhausted. Blood-smeared wounded leaned heavily on the shoulders of their comrades. Dried blood glistened, as black as lacquer, on armor and spear shafts. Their sweaty faces were so caked with dust that only their eyes shone through. “Give the horses water,” ordered an officer. The samurai on horseback passed the order along in loud voices. Another order went out to take a rest. The horsemen dismounted, and the foot soldiers stopped dead in their tracks. Breathing sighs of relief, they dropped wordlessly onto the grass. Across the river, Kiyosu Castle looked tiny. One of the samurai was Oda Nobuhide’s younger brother, Yosaburo. He sat on a stool, gazing up at the sky, surrounded by half a dozen silent retainers. Men bound up arm and leg wounds. From the pallor of their faces it was clear they had suffered a great defeat This did not matter to the children. When they saw blood, they themselves became heroes bathed in blood; when they saw the glitter of spears and pikes, they were convinced that the enemy had been annihilated, and they were filled with pride and excitement. “Hachiman! Hachiman! Victory!” When the horses had drunk their fill of water, the children threw flowers at them, too, cheering them on. A samurai standing beside his horse spotted Hiyoshi and called, “Yaemon’s son! How is your mother?” “Who, me?” Hiyoshi walked up to the man and looked straight up at him with his grimy face. With a nod, the man put his hand on Hiyoshi’s sweaty head. The samurai was no more than twenty years old. Thinking this man had just come from battle, and feeling the weight of the hand in its chain-mail gauntlet on his head, Hiyoshi was overwhelmed by a feeling of glory.”

Yoshikawa Eiji (11 augustus 1892 – 7 september 1962)
Cover Spaanse uitgave

 

De Duitse dichter Ernst Stadler werd geboren op 11 augustus 1883 in Colmar (Kolmar). Zie ook alle tags voor Ernst Stadler op dit blog.

Beata Beatrix

Dämmerläuten schüttet in den veilchenblauen Abend
weiße Blütenflocken. Kleine Flocken
blank wie Muschelperlen rieseln· tanzen·
schwärmen weich wie dünne blasse Daunen·
wirbelnd· wölkend. Schwere Blütenbäume
streuen goldne Garben. Wilde Gärten
tragen mich in blaue Wundernächte·
große wilde Gärten. Tiefe Beete
schwanken brennend auf· wie Traumgewässer
still und spiegelnd. Silberkähne heben
mich von braunen Uferwiesen
in das Leuchten. Über Scharlachfluten
dunklen Mohns· der rot in Flammensäulen
züngelt· treibt der Nachen. Bleiche Lilien
tropfen schillernd drüberhin wie Wellen.
Düfte aus kristallnen Nächten tauchend·
schlingen wirr und hängen sich ins Haar·
und sie locken . . leise· leise . .
und die grünen klaren Tiefen flimmern . .
Purpurstrahlen schießen . . leise sink ich . .
süß umfängt mich müder Laut von Geigen . .
schwingt· sinkt· gleitende Paläste
funkeln fern. Licht stürzt
über mich. Weit· grün
schwebt ein Glänzen . .

 

Bahnhöfe

Wenn in den Gewölben abendlich die blauen Kugelschalen
Aufdämmern, glänzt ihr Licht in die Nacht hinüber gleich dem Feuer von Signalen.
Wie Lichtoasen ruhen in der stählernen Hut die geschwungenen Hallen
Und warten. Und dann sind sie mit einem Mal von Abenteuer überfallen,
Und alle erzne Kraft ist in ihren riesigen Leib verstaut,
Und der wilde Atem der Maschine, die wie ein Tier auf der Flucht stille steht und um sich schaut,
Und es ist, als ob sich das Schicksal vieler hundert Menschen in ihr erzitterndes Bett ergossen hätte,
Und die Luft ist kriegerisch erfüllt von den Balladen südlicher Meere und grüner Küsten und der großen Städte.
Und dann zieht das Wunder weiter. Und schon ist wieder
Stille und Licht wie ein Sternhimmel aufgegangen,
Aber noch lange halten die aufgeschreckten Wände, wie Muscheln Meergetön, die verklingende Musik eines wilden Abenteuers gefangen.

Ernst Stadler (11 augustus 1883 – 30 oktober 1914)

 

De Schotse dichter Hugh MacDiarmid werd geboren op 11 augustus 1892 als Christopher Marray Grieve in Langholm. Zie ook alle tags voor Hugh MacDiarmid op dit blog.

Gairmscoile (Fragment)

II

Wergeland, my warld as thine ‘ca’ canny’ cries,
And daurna lippen to auld Scotland’s virr.
Ah, weel ye kent—as Carlyle quo’ likewise—
Maist folk are thowless fules wha downa stir,
Crouse sumphs that hate nane ‘bies wha’d wauken them.
To them my Pegasus tae’s a crocodile.
Whummelt I tak’ a bobquaw for the lift.
Insteed o’ sangs my mou’ drites eerned phlegm.
… Natheless like thee I stalk on mile by mile,
Howk’n up deid stumps o’ thocht, and saw’in my eident gift.

Ablachs, and scrats, and dorbels o’ a’ kinds
Aye’d drob me wi’ their puir eel-droonin’ minds,
Wee drochlin’ craturs drutling their bit thochts
The dorty bodies! Feech! Nae Sassunuch drings
‘ll daunton me. —Tak’ ye sic things for poets?
Cock-lairds and drotes depert Parnassus noo.
A’e flash o’ wit the lot to drodlich dings.
Rae, Martin, Sutherland—the dowless crew,
I’ll twine the dow’d sheaves o’ their toom-ear’d corn,
Bind them wi’ pity and dally them wi’ scorn.

Lang ha’e they posed as men o’ letters here,
Dounhaddin’ the Doric and keepin’t i’ the draiks,
Drivellin’ and druntin’, wi’ mony a datchie sneer
… But soon we’ll end the haill eggtaggle, fegs!
… The auld volcanoes rummle ‘neath their feet,
And a’ their shoddy lives ‘ll soon be drush,
Danders o’ Hell! They feel th’ unwelcome heat,
The deltit craturs, and their sauls are slush,
For we ha’e faith in Scotland’s hidden poo’ers,
The present’s theirs, but a’ the past and future’s oors.

Hugh MacDiarmid (11 augustus 1892 – 9 september 1978)

 

De Amerikaanse schrijver en essayist Andre Dubus werd geboren op 11 augustus 1936 in Lake Charles, Louisiana. Zie ook alle tags voor Andre Dubus op dit blog.

Uit: Dancing After Hours

“Beneath his heart, wings fluttered. He looked at her eyes and the wings paused like a hawk’s, and glided. “You,” he said, and they rushed in his breast, and someplace beneath them he felt the cool plume of a lie. “I want to feel you.” The lie spread upward, but light was in her eyes, and she was standing, was saying softly: “Let’s go.” He stood and put on his coat and hat; she had a black umbrella; she left her newspaper on the counter and he followed her out the door. She opened the umbrella, held it between them, and he stepped under it. His arm touched hers; perhaps it was the first time he had ever touched her. He went with her up the street, away from the river; at the corner she stopped and faced traffic, and watched the red light. He looked at her profile. Suddenly he felt the solidity of the earth beneath his feet. Were gravity and grave rooted in the same word? In that moment, looking at her left eye and its long upturning lashes, her nose and lips, and the curve of her chin, he could have told her they must not do this, that he was a waste of her time, her fertility. Then she turned to him, and her eyes amazed him; he was either lost or found, he could not know which, and he surrendered. The traffic light changed and they crossed the street and she led him down a brick alley between brick shops, then across a courtyard. His life was repeating itself, yet it felt not repetitious but splendid, and filled with grace. He lowered his eyes to rain moving on darkened bricks. God in heaven, he thought, if there is one, bless us. As a boy he was an Episcopalian. Then, with his first wife, he became his flesh and what it earned. Only his love for his children felt more spiritual than carnal. Holding one in his arms, he felt connected with something ancient, even immortal. In the arms of his passionate wife he felt a communion he believed was the supreme earthly joy. It had ended and he had found it again with other wives and other women, and always its ending had flung him into a dark pit of finitude, whose walls seeped despair as palpable as the rain he walked in now, after too many years. Doreen’s kiss dispelled those years. She gave it to him just across the threshold of her apartment, and he marveled at the resilience of nature. So many kisses in his lifetime, yet here he was, as though kissed for the first time on a front porch in summer in Dayton, Ohio. Oh plenitude, oh spring rain, and new love. He did not see the apartment: it was objects and shadows they moved through. Her unmade bed was box springs and a mattress on the floor, and quickly they were in it, his hat and clothes on the carpet with hers. He did not want it to end; he made love to her with his lips, his hands, his tongue. The muscles of her arms and stomach and legs were hard, her touch and voice soft; he spoke her name, he called her “sweet,” he called her “my lovely,” he perspired, and once from his stomach came a liquid moan of hunger.”

Andre Dubus (11 augustus 1936 –  24 februari 1999)
Cover

 

Zie voor nog meer schrijvers ook mijn blog van 11 augustus 2016 en ook mijn blog van 11 augustus 2011 deel 2.

Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Pat Donnez, Feridun Zaimoglu, Emil Aarestrup, Nikolay Nekrasov, Trudi Guda, Samuel Butler, Thomas Carlyle

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

 

Geburt Mariae

O was muß es die Engel gekostet haben,
nicht aufzusingen plötzlich, wie man aufweint,
da sie doch wußten: in dieser Nacht wird dem Knaben
die Mutter geboren, dem Einen, der bald erscheint.

Schwingend verschwiegen sie sich und zeigten die Richtung,
wo, allein, das Gehöft lag des Joachim,
ach, sie fühlten in sich und im Raum die reine Verdichtung,
aber es durfte keiner nieder zu ihm.

Denn die beiden waren schon so außer sich vor Getue.
Eine Nachbarin kam und klugte und wußte nicht wie,
und der Alte, vorsichtig, ging und verhielt das Gemuhe
einer dunkelen Kuh. Denn so war es noch nie.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Sonett IX

Nur wer die Leier schon hob
auch unter Schatten,
darf das unendliche Lob
ahnend erstatten.

Nur wer mit Toten vom Mohn
aß, von dem ihren,
wird nicht den leisesten Ton
wieder verlieren.

Mag auch die Spieglung im Teich
oft uns verschwimmen:
Wisse das Bild.

Erst in dem Doppelbereich
werden die Stimmen
ewig und mild.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Borstbeeld met gedenkplaat in Praag

 

De Nederlandse schrijver Geert Mak werd geboren op 4 december 1946 in Vlaardingen. Zie ook alle tags voor Geert Mak op dit blog.

Uit: In Europa

‘Wij zijn een onderdeel van deze eeuw. De eeuw is een deel van ons,’ schreef de historicus Eric Hobsbawm aan het begin van zijn grote werk over de twintigste eeuw. Voor hemzelf was bijvoorbeeld de 30ste januari 1933 niet allen – en hij benadrukte dat we dat nooit moesten vergeten – de datum waarop Hitler rijkskanselier werd, maar ook een wintermiddag in Berlijn waarop een vijftienjarige jongen met zijn zusje van school naar huis liep en, ergens onderweg, een krantenkop zag. ‘Ik zie het nog voor me, als in een droom.’
Voor mijn hoogbejaarde tante Maart in Schiedam, toen zeven jaar oud, was 3 augustus 1914, de dag waarop de Eerste Wereldoorlog uitbrak, een warme maandagmiddag waarover plotseling een zware beklemming viel. Arbeiders stonden in groepen bij de huisdeuren te praten, vrouwen veegden de ogen af met de punt van hun schort, en een man riep tegen een vriend: ‘Oorlog joh!’
Voor Winrich Behr, een van de vertellers in dit boek, was de val van Stalingrad het telegram dat hij als Duits verbindingsofficier binnenkreeg: ‘31.1. 07.45 Uhr Russe vor der Tür. Wir bereiten Zerstöring vor. AOK 6, Ia. 31.1 07.45 Uhr Wir zerstören. AOK 6.’
Voor Ira Klejner uit Sint-Petersburg betekende de 6de maart 1953, toen de dood van Stalin bekend werd gemaakt, een keuken in een communale woning, een twaalfjarig meisje, de angst dat ze niet zou kunnen huilen en de opluchting dat er toch een traan van haar wang viel, precies in de dooier van het spiegelei dat ze zat te eten.
Voor mijzelf, als negenjarige jongen, rook november 1956 naar paprikaschotels, vreemde geuren die Hongaarse vluchtelingen meebrachten in ons statige Leeuwarder grachtenhuis, stille, verlegen mensen die Nederlands leerden via de Donald Duck. Nog zo’n beeld, Friesland, vermoedelijk juni 1952 of 1953. Een bloeiend weiland, wij kinderen rennen tussen de pinksterbloemen, een pruttelend geluid over de spoordijk, veearts Dick Talsma zegt: ‘Dat is de Blauwe Engel, de nieuwe dieseltrein naar Sneek, het is voorbij met het stoom, voorgoed.’ En daar ging de negentiende eeuw, we zagen het laatste staartje nog net om de hoek verdwijnen.
Nu is ook de twintigste eeuw historie geworden, onze persoonlijke historie en die van de films, de boeken en de musea. Terwijl ik dit schrijf, worden de decors van het wereldtoneel in een hoog tempo omgebouwd. Machtscentra verschuiven, bondgenootschappen breken, nieuwe coalities ontstaan, andere prioriteiten staan centraal.
Vásárosbéc bereidt zich voor op de intrede in de Europese Unie. In drie jaar tijd zijn er nog eens zes Nederlanders komen wonen die samen zeker een dozijn huizen hebben gekocht. De meesten zijn gefascineerd door de lage prijzen in Oost-Europa, enkelen worden vermoedelijk gedreven door een probleem, het soort mensen-plus-verleden dat je overal aan de rand van het continent tegenkomt: belastingschulden, een desastreuze echtscheiding, een failliete zaak, iets met justitie.”

 
Geert Mak (Vlaardingen, 4 december 1946)

 

De Vlaamse dichter, schrijver, dichter, interviewer, performer en radiomaker Pat Donnez werd geboren in Mechelen op 4 december 1958. Zie ook alle tags voor Pat Donnez op dit blog.

Koopje

Doe mij maar in de uitverkoop.
Twee vierkante meter huid.
Prijs overeen te komen.
Ledematen met garantie voor één jaar.
De sluitspier kreeg het hard te verduren
maar hield stand.
Dunne darm min of meer geïsoleerd.
Longen, hart en nieren aan vervanging toe.
Smoel mag naar een goed doel.

Ik word gratis thuis bezorgd.

 

Teer

Voor mijn vader

Zo dichtbij voel je de doden
en hoewel ze weg zijn
verstopt achter een bocht
aan de andere kant van het hoofd
ze zijn er nog

Je hebt op je eentje
tweehonderd miljoen maal geademd
genoeg lucht
verzameld om een zeilschip
vijfmaal om de wereld te blazen

Zo dichtbij voel je zijn adem nu
leeggerookte longen
en hoewel hij weg is
lopend door een gang
van tong tot strot
hij is er nog

 
Pat Donnez (Mechelen, 4 december 1958)

 

De Duitse schrijver en beeldend kunstenaar van Turkse afkomst Feridun Zaimoglu werd geboren op 4 december 1964 in Bolu. Zie ook alle tags voor Feridun Zaimoglu op dit blog.

Uit: Evangelio

„Ich klink die Tür auf: Bücher mit Schweinslederein-band, schwere Deckel hüten die schwefligen Worte, die Meister Marrinus durch List dem alten Feind abgetrotzt. Man muss ins erste Saufen Gottes Namen sprechen, und also bewegt er stumm die Lippen und trinkt drei Schlucke. Im Schein der blakenden Tranlampe funkeln seine Augen auf. Er stellt die Füße auf den Walwirbel. Er legt das Papier vor sich hin. Kratzt mit der Feder Ru-nen, als würd der Dämon. der Macht ihm Zauberziffern in den Geist bluten. Hat er das zweite Gesicht? Er liest die Worte der fremden Völker. Malt er reursche Gnaden-bilder? Das Welsche ist verneint. Er mehrt durch Ge-bete seine Gabe. Was sah im Dornbusch der Gesandte Moses? Was sieht der Mönch, wenn in seinen Träumen ein kaltes Feuer brennt? Das Allerheiligste ist das Al-lerheimlichste. Frevelt er, wenn er Gott übersetzt? Der Herr braucht keine neuen Namen. Wir beten an den ungeschmückten Herrn. Am Rand der Welt trommeln die Barbarenstämme. Es klafft die Erde auf: Ich sch tief im Loch Hundezähne schimmern. Ein Tier wird aufsteigen, sagt er, und alles Wachs wird schmelzen und doch nicht erhellen den Himmel, den das Tier be-schwört. Eine Knochenmühle wird die Welt. Er aber vergisst den Schmerz, vergisst den bellenden Leviathan, und übersetzt Gott ins Teutsche. Salbt er uns zu unse-rem Schutze? Seine Frommheit ist der &lsche Fraß für den Hunger. Er und die Seinen quälen sich, um bald die anderen zu quälen. Sie sehen nur die Leiche an den Bal-ken, blasen ihr durch die Zauberei Leben ein. Sammeln Worte im Maul, um sie aufMänner meines Glaubens zu speien. Er aber kratzt Runen, dass wir fallen.
Ich wetz das Eisen am Stein für den Stoß in die Kehle des Leviathan. Ich sprech das Wort des Heilands heilig. Wir alle verfaulen langsam, da wir warten auf die Wiederkunft. Schutzgeister sind zu Asche verbrannt.
In kommende Kämpfe mengt sich der Frater, ohne zu wissen, wen er zum Kampfe peitscht. Es werden die an-deren sein, die Gott erhöht. Mir bleibt nur, mich zu gürten und dem Mönch den Überwurf umzutun, dass er nicht friert in den Nächten, da die Toten zu ihm sprechen. Und er sagt: Das Gotteslamm entzündet mich. Es (Int hinein in die Unsinnigen, die Spinnweben fressen. Die ihre Zähne stumpfgemahlen haben. Draußen im Land erlöschen die Grableuchten. Meister Tod klopft auf Rippen und Gebein. Frater ruft: Gottes Majestät! Die Knechte drehen und wenden das teutsche Wort für Gott. Ein jeder ruft Ich schneid mich los von Stricken. Ich reib das Kreuz aus Ruß und Schmier auf die Schlä-fen. Ich zieh als des Mönchs Gefolge in die Kriege … Ihr Verstand hängt ihnen wie eine schmutzige Schleppe am Arsch. Atemlose Dienet sie leben von hartem Brot und saurem Wein. Der Herr ist für sie ein wandelnder Rauch. Sie kauen Körner und verlachen mir Brei auf den Lippen Judas und den bösen Schächer. Sind nicht diese Kerle, sind nicht diese Weiber des Junkermönchs Luther unsinnige Kinder? Sie tun untertänig und rufen aber: Der Heilige Geist besteht aus einem Schwarm Tauben. Und also sind wir die Stücke der wahren Kir-che Christi …“

 
Feridun Zaimoglu (Bolu, 4 december 1964)

 

De Deense dichter Emil Aarestrup werd geboren op 4 december 1800 in Kopenhagen. Zie ook alle tags voor Emil Aarestrup op dit blog.

Die Braut

Vom Flusse die jungen Mädchen
Mit Fisch und Früchten gehn,
Lachs und Forellen wie Silber
Könnt’ ihr im Korbe seh’n.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Doch eine von Morgen bis Abend
Steht auf der Brücke allein,
Sprachlos – die schlanke Jungfrau! –
Als sei sie gemeißelt in Stein.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz.

Sie starrt hinab in die Wellen,
Der Wind mit großer Macht
Drücket um ihrer Glieder
Die feuchte Sommertracht.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz.

Und wenn man sie frägt: wer bist Du?
Schwermüthig sie an dich schaut,
Sie wirft einen Blick gen Himmel
Und sagt: Ei, ich bin Braut!

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Und wieder in den grünen
Strom, wie in leeren Raum,
Kannst du sie starren sehen,
Als träumt sie den tiefsten Traum.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Vom Flusse die jungen Mädchen
Mit Fischen und Früchten geh’n,
Lachs und Forellen von Silber
Könnt ihr in Körben seh’n.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Eine Leiche zieht aus dem Fluß man,
Dort liegt sie, so bleich unterm Baum,
Ach, sie ist es, sie träumet
Den allertiefsten Traum!

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

 

Vertaald door Edmund Lobedanz

 
Emil Aarestrup (4 december 1800 – 21 juli 1856)
Kopenhagen in de Adventstijd

 

De Russische dichter Nikolay Nekrasov werd geboren op 4 december 1821 in Nemirovo. Zie ook alle tags voor Nikolay Nekrasov op dit blog.

Uit: Russische Frauen

2
„Daß Eure Tochter wiederkehrt,
Ist ohne Aussicht zwar,
Doch alles, was Ihr mich gelehrt,
Bleibt heilig mir, fürwahr!
Mein Stolz soll brechen nimmermehr
In jener fremden Welt,
Drum wein ich jetzt auch nicht, so schwer
Mir dieser Abschied fällt.“

3
„Bei Gott, gibt’s eine andre Pflicht,
Die heut uns höher steht?
Drum, Lieber, grämt Euch unnütz nicht,
Ihr wißt, um was es geht!
Weit ist mein Weg und voller Qual,
Kein Schicksal fürchte ich!
Hart will ich werden, hart wie Stahl!
Stolz sollt Ihr sein auf mich.“

4
„Leb wohl auch du, mein Heimatland,
Du Unglücksland, ade!
Du Stadt, in der ich ohn Verstand
Die Zaren hausen seh.
Wer London, Rom, Venedig kennt,
Paris erlebt’ wie ich,
Weint nicht, wenn er von dir sich trennt.
Und dennoch lieb ich dich.“

 
Nikolay Nekrasov (4 december 1821 – 8 januari 1878)
Cover

 

De Surinaamse dichteres en cultureel antropologe Gertrude (Trudi) Marie Guda werd geboren in Paramaribo op 4 december 1940. Zie ook alle tags voor Trudi Guda op dit blog.

De tuin (Fragment)

zijn lach
een lila lint,
een bos
van gouden regen

zo diep
heeft de jager
gezwegen
de hijgende zwerver,
de zwarte,

ruisende moesson,
vlammende ruiker

Duizend harten
heeft hij,
de hardste,
de zwartste,

zijn oog
en ronde regenboog,

zijn sleutel
een ring van pijn

Zijn tuin van stilte
berstende bloesem
dansende keerkring
van de kolibri

 
Trudi Guda (Paramaribo, 4 december 1940)
Hier met echtgenoot Frank Martinus Arion in 1977

 

De Engelse schrijver, componist, filoloog en schilder Samuel Butler werd geboren op 4 december 1835 in Langar, Nottinghamshire. Zie ook alle tags voor Samuel Butler op dit blog.

Uit: God the Known and God the Unknown

“I have now, perhaps, sufficiently proved my sympathy with the reluctance felt by many to tolerate discussion upon such a subject as the existence and nature of God. I trust that I may have made the reader feel that he need fear no sarcasm or levity in my treatment of the subject which I have chosen. I will, therefore, proceed to sketch out a plan of what I hope to establish, and this in no doubtful or unnatural sense, but by attaching the same meanings to words as those which we usually attach to them, and With the same certainty, precision, and clear-ness as anything else is established which is commonly called known. As to what God is, beyond the fact that he is the Spirit and the Life which creates, governs, and upholds all living things, I can say nothing. I cannot pretend that I can show more than others have done in Common Ground r 9 the Spirit and the Life consists, which governs all living things and animates them. I can-not show the connection between conscious-ness and the will, and the organ, much less can I tear away the veil from the face of God, so as to show wherein will and con-sciousness consist. No philosopher, whether Christian or Rationalist, has attempted this without discomfiture ; but I can, I hope, do two things : Firstly, I can demonstrate, per-haps more clearly than modern science is prepared to admit, that there does exist a single Being or Animator of all living things — a single Spirit, whom we cannot think of under any meaner name than God ; and, secondly, I can show something more of the persona or bodily expression, mask, and mouthpiece of this vast Living Spirit than I know of as having been familiarly expressed elsewhere, or as being accessible to myself or others, though doubtless many works exist in which what I am going to say has been already said. Aware that much of this is widely accepted under the name of Pantheism, I venture to think it differs from Pantheism with all the difference that exists between a coherent, intelligible conception and an incoherent zo God the Known and Unknown unintelligible one. I shall therefore proceed to examine the doctrine called Pantheism, and to show how incomprehensible and value-less it is. I will then indicate the Living and Personal God about whose existence and about many of whose attributes there is no room for ques-tion ; I will show that man has been so far made in the likeness of this Person or God, that He possesses all its essential character-istics, and that it is this God who has called man and all other living forms, whether animals or plants, into existence, so that our bodies are the temples of His spirit ; that it is this which sustains them in their life and growth, who is one with them, living, moving, and having.”


Samuel Butler (4 december 1835 – 18 juni 1902)
Als 23-jarige in 1858

 

De Schotse dichter en schrijver Thomas Carlyle werd geboren in Ecclefechan, gelegen in de regio Dumfries and Galloway in Schotland op 4 december 1795. Zie ook alle tags voor Thomas Carlyle op dit blog.

Uit:Sartor Resartus: The Life and Opinions of Herr Teufelsdröckh

“In so far as the Germans are chargeable with such, let them take the consequence. Nevertheless be it remarked, that even a Russian steppe has tumult and gold ornaments; also many a scene that looks desert and rock-bound from the distance, will unfold itself, when visited, into rare valleys. Nay, in any case, would Criticism erect not only finger-posts and turnpikes, but spiked gates and impassable barriers, for the mind of man? It is written, “Many shall run to and fro, and knowledge shall be increased.” Surely the plain rule is, Let each considerate person have his way, and see what it will lead to. For not this man and that man, but all men make up mankind, and their united tasks the task of mankind. How often have we seen some such adventurous, and perhaps much-censured wanderer light on some out-lying, neglected, yet vitally momentous province; the hidden treasures of which he first discovered, and kept proclaiming till the general eye and effort were directed thither, and the conquest was completed;—thereby, in these his seemingly so aimless rambles, planting new standards, founding new habitable colonies, in the immeasurable circumambient realm of Nothingness and Night! Wise man was he who counselled that Speculation should have free course, and look fearlessly towards all the thirty-two points of the compass, whithersoever and howsoever it listed.
Perhaps it is proof of the stunted condition in which pure Science, especially pure moral Science, languishes among us English; and how our mercantile greatness, and invaluable Constitution, impressing a political or other immediately practical tendency on all English culture and endeavor, cramps the free flight of Thought,—that this, not Philosophy of Clothes, but recognition even that we have no such Philosophy, stands here for the first time published in our language. What English intellect could have chosen such a topic, or by chance stumbled on it? But for that same unshackled, and even sequestered condition of the German Learned, which permits and induces them to fish in all manner of waters, with all manner of nets, it seems probable enough, this abtruse Inquiry might, in spite of the results it leads to, have continued dormant for indefinite periods.”

 
Thomas Carlyle (4 december 1795 – 5 februari 1881)
“Work” door Ford Madox Brown, 1865. Carlyle staat op dit schilderij, 2e van rechts, naast de theoloog en schrijver Frederick Maurice

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e december ook mijn blog van 4 december 2017 en ook mijn blog van 4 december 2016 deel 2.

Dolce far niente, Rainer Maria Rilke, Kees Fens, Nic Pizzolatto, Jan Wagner, Isabelle Autissier, Ntozake Shange, Terry McMillan, Heinrich von Kleist

Dolce far niente

 

 
Een herfstavond in Parijs door Eugen Galien-Laloue (1854 – 1941), z.j.

 

Herbstabend

Wind aus dem Mond,
plötzlich ergriffene Bäume
und ein tastend fallendes Blatt.
Durch die Zwischenräume
der schwachen Laternen
drängt die schwarze Landschaft der Fernen
in die unentschlossene Stadt.

 


Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Praag, de geboorteplaats van Rainer Maria Rilke

 

De Nederlandse literatuurcriticus, essayist en letterkundige Kees Fens werd geboren in Amsterdam op 18 oktober 1929. Zie ook alle tags voor Kees Fens op dit blog.

Uit: De nasmaak van het onsterfelijke

“Vondels gedicht is een specimen van een soort literatuur die wij kwijt zijn, niet literair, maar literair beschouwelijk en dat is levensbeschouwelijk. Het is de literatuur die eenheidscheppend is, niet, alweer, in de literaire en daarvan afgeleide literair-kritische betekenis, maar een die eenheid ontleent aan een samenhangend wereldbeeld, in het geval van Vondel het alles insluitende en alles met elkaar in relatie brengende rooms-katholicisme, dat zich in zijn universele greep in elk deel ervan manifesteert, in het sacrament van het altaar dus ook. Misschien daar vooral, omdat daar de stofwisseling van hemel en aarde – brood wordt lichaam van Christus, wie het brood eet, neemt Christus in zich op, transformeert diens bloed in zijn eigen bloed – het meest zichtbaar is. In de ‘Koorzang’, die aan het eerste boek van Altaergeheimenissen voorafgaat, staan de regels:

Alwaar zijn uitgestorte dierbaar bloed
Rantsoen is voor zijn ledematen

De transformatie door vlees en bloed gaat het hele lichaam van alle gelovigen aan die kunnen eten en drinken. Ik citeerde de regels niet zonder opzet: het sacrament van eten en drinken staat centraal in Kellendonks roman Mystiek lichaam. De grote eenheid-scheppende conceptie van het kerklichaam, die indrukwekkende mythe, die hemel en aarde, leven en dood samenbrengt en met elkaar verzoent, maar in zijn afstoting van de maaltijd ook sommigen buitensluit, wordt zichtbaar in deze roman, vertekend en verpulverd, maar nog altijd barstend van de verwijzingen naar het grote geheel, dat de hoofdfiguren nog altijd in de greep houdt. In het verbeeldingswerk dat de roman is.
Kellendonk had nog een andere reden voor de keuze van Vondels leerdicht. Ze lijkt een toevallige, ze werd een in meer opzichten essentiële. Hij had een editie van het werk, verzorgd door de priesterdichter A. van Delft, in zijn bezit. Het bleef vijfentwintig jaar ongelezen, het boek ongeopend. In die periode las hij veel poëzie. Het boek werd een droom, maar ook het archetype van poëzie, juist doordat het ongelezen bleef, en daarbij het werk van een dichter die al even archetypisch was: monumentaal en ongelezen, een dichter die er is, omdat elk land een groot dichter moet hebben: ‘Vondel is de naam die we aan die leemte gegeven hebben.’ Altaergeheimenissen was de naam die Kellendonk aan de behoefte tot grote poëzie had gegeven.
Ik denk dat in ieders leven een ongelezen boek moet zijn; dat het literaire lezen levend blijft door het uitstel van het lezen van dat ene boek: het boek dat de leemte zou kunnen vullen die al dat lezen nodig maakt. Kellendonk sloeg het tenslotte open en hij kreeg daar ineens, vermoed ik, veel meer gelijk van een gedicht dan hij ooit verwacht had. Hij heeft, de inhoud van zijn drie colleges bewijzen het, een zeer eigen Vondel en ook diens Altaergeheimenissen voor ons ontdekt, hij heeft ook, gezien de nabeschouwing, een in zijn eigen schrijverschap passende ontdekking gedaan, in elk geval zag hij zijn eigen wereldbeeld uitgedaagd door dat van Vondels poëzie, maar daarin ook bevestigd. Vijfentwintig jaar lijkt hij de rechtvaardiging van eigen schrijverschap in huis te hebben gehad.”

 
Kees Fens (18 oktober 1929 – 14 juni 2008)

 

De Amerikaanse schrijver Nic Pizzolatto werd geboren op 18 oktober 1975 in New Orleans, Louisiana. Zie ook alle tags voor Nic Pizzolatto op dit blog.

Uit: Between Here and the Yellow Sea

“You said it,” Coach says, and I wonder if I was thinking out loud. He nods at the windshield, where rain spatters. I’m used to thinking out loud, especially in a moving truck. At this time I still work for Lone Star Environmental, in Port Arthur, and my days are spent driving back roads with a clipboard, noting phosphorus and ammonia levels in the watershed, making sure farmers aren’t spreading chicken shit over their fields. In the evening you might catch me at Petro Bowl or Chili’s, trying to buy drinks for grade school teachers and secretaries, but at work I drive alone, five to seven hours, and on those days I tend to narrate my thoughts, turning observations into stories. Rilke wrote, “Love your solitude, for solitude is difficult.” I remind myself not to think out loud.
Rain builds, and before we reach Las Cruces a torrent lets loose, hiding the road under a curtain of water. Metal writhes in my jawbone. The wipers don’t do much, and Coach leans close, squinting. He takes a pill from a brown plastic bottle.
“It’s late enough.” He swallows. We pull over onto the shoulder, rain drumming. He slouches against the window and tugs his baseball cap down. Coach doesn’t coach anymore, but he receives a generous stipend from Port Arthur High and the honorary title of athletic coordinator, which is what eight district championships and three state titles get you in East Texas. I watch him breathe, softened, rain making the windows look like creeks, and I try to connect this man sleeping so calmly with the man I used to see, the fuming, granite-faced commander on the edges of hallways, on the sidelines of a game. I try to figure how he got from there to here. I do that because at this age one of my essential habits is to look for causal links, find stories, and I spend a great deal of time combing through the past, as if answers were there. I’m at an age when I drive in circles, and I take the words of poets and famous men at face value. I’m four years out of high school, living in the house my grandmother left me, and not until sometime after Coach and I reach Los Angeles will I stop looking for answers.
My cheek rests against the window, because it’s cold and dulls my jaw’s throbbing. Coach starts to snore.
I was there the day she left. I mowed lawns back then, and on that Sunday I worked the yard next to Coach Duprene’s house. A red Chevy Blazer parked in their driveway. Four boys I knew from school were in that truck. The back end sagged with boxes and bags, a surfboard. High school was over, and they were all moving to California. Coach Duprene watched from the porch and didn’t wave as the truck rolled away”.

 
Nic Pizzolatto (New Orleans, 18 oktober 1975)

 

De Duitse dichter, schrijver en vertaler Jan Wagner werd geboren op 18 oktober 1971 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Jan Wagner op dit blog.

Quittenpastete

wenn sie der oktober ins astwerk hängte,
ausgebeulte lampions, war es zeit: wir
pflückten quitten, wuchteten körbeweise
gelb in die küche

unters wasser. apfel und birne reiften
ihrem namen zu, einer schlichten süße –
anders als die quitte an ihrem baum im
hintersten winkel

meines alphabets, im latein des gartens,
hart und fremd in ihrem arom. wir schnitten,
viertelten, entkernten das fleisch (vier große
hände, zwei kleine),

schemenhaft im dampf des entsafters, gaben
zucker, hitze, mühe zu etwas, das sich
roh dem mund versagte. wer konnte, wollte
quitten begreifen,

ihr gelee, in bauchigen gläsern für die
dunklen tage in den regalen aufge-
reiht, in einem keller von tagen, wo sie
leuchteten, leuchten.

 

Champignons

wir trafen sie im wald auf einer lichtung:
zwei expeditionen durch die dämmerung
die sich stumm betrachteten. zwischen uns nervös
das telegraphensummen des stechmückenschwarms.

meine großmutter war berühmt für ihr rezept
der
champignons farcis. sie schloß es in
ihr grab. alles was gut ist, sagte sie,
füllt man mit wenig mehr als mit sich selbst.

später in der küche hielten wir
die pilze ans ohr und drehten an den stielen –
wartend auf das leise knacken im innern,
suchend nach der richtigen kombination.

 
Jan Wagner (Hamburg, 18 oktober 1971)

 

De Franse schrijfster en zeilster Isabelle Autissier werd geboren op 18 oktober 1956 in Parijs. Zie ook alle tags voor Isabelle Autissier op dit blog.

Uit: Plotseling, alleen (Vertaald door Floor Borsboom)

“Ze zijn vroeg vertrokken. Het belooft een schitterende dag te worden zoals wel vaker op die onstuimige Zuidpoolzee, de hemel van een diep, vloeibaar blauw, van een transparantie die je alleen aantreft rond de vijftigste breedtegraad zuid. Geen rimpeltje op het wateroppervlak, de Jason, hun boot, lijkt te zweven over een tapijt van donker water. Bij gebrek aan wind peddelen albatrossen kalmpjes rond de romp.
Ze hebben de rubberboot hoog op het strandje getrokken en zijn langs het voormalige walvisstation gelopen. De verroeste staalplaten, verguld door de zon, hebben iets vrolijks, met hun mengeling van oker, lichtbruin en vaalrood. Het door de mensen verlaten station is wederom in bezit genomen door de dieren, dezelfde als waarop eeuwenlang jacht is gemaakt, die zijn afgemaakt, geslacht en te koken gelegd in enorme traanovens die nu op instorten staan. Rond elke hoop bakstenen, in half ingestorte krotten, te midden van een wirwar van pijpen die nergens meer heen gaan, nestelen groepen behoedzame pinguïns, families pelsrobben en zeeolifanten. Ze hebben de dieren een tijdlang gadegeslagen en zijn pas laat in de ochtend uit het dal omhooggeklommen.
‘Een dikke drie uur,’ had Hervé tegen hen gezegd, een van de weinigen die hier ooit is geweest. Zodra je op het eiland de kustvlakte achter je laat, verlaat je het groen. De wereld wordt mineraal; rotsen, kliffen, met gletsjers bedekte bergtoppen. Ze zetten er stevig de pas in, giechelend als middelbare scholieren op schoolreisje bij het zien van de kleur van een steen, het heldere water van een bergbeekje. Bij de eerste hoge piek, voordat ze de zee uit het oog verliezen, lassen ze nogmaals een pauze in. Het is van zo’n eenvoud, zo mooi, haast niet te beschrijven. De baai omgeven door donkere rotswanden, het water dat glinstert als kwikzilver in het briesje dat opsteekt, de oranje vlek van het oude station en de boot, hun goeie ouwe boot, die met toegevouwen vleugels ligt te soezen, net als de albatrossen van vanochtend. Op volle zee glanzen roerloze gevaartes, witblauw, in het licht. Niets is vrediger dan een ijsberg bij rustig weer. De hemel wordt doorkliefd door immense schrammen, schaduwloze wolken op grote hoogte die de zon met goud omrandt.”

 
Isabelle Autissier (Parijs, 18 oktober 1956)

 

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Ntozake Shange werd geboren als Paulette Williams op 18 oktober 1948 in Trenton, New Jersey. Zie ook alle tags voor Ntozake Shange op dit blog.

you are sucha fool

you are sucha fool/ i haveta love you
you decide to give me a poem/ intent on it/ actually
you pull/ kiss me from 125th to 72nd street/ on
the east side/ no less
you are sucha fool/ you gonna give me/ the poet/
the poem
insistin on proletarian images/ we buy okra/
3 lbs for $1/ & a pair of 98 cent shoes
we kiss
we wrestle
you make sure at east 110 street/ we have cognac
no beer all day
you are sucha fool/ you fall over my day like
a wash of azure

you take my tongue outta my mouth/
make me say foolish things
you take my tongue outta my mouth/ lay it on yr skin
like the dew between my legs
on this the first day of silver balloons
& lil girl’s braids undone
friendly savage skulls on bikes/ wish me good-day
you speak spanish like a german & ask puerto rican
market men on lexington if they are foreigners

oh you are sucha fool/ i cant help but love you
maybe it was something in the air
our memories
our first walk
our first…
yes/ alla that

where you poured wine down my throat in rooms
poets i dreamed abt seduced sound & made history/
you make me feel like a cheetah
a gazelle/ something fast & beautiful
you make me remember my animal sounds/
so while i am an antelope
ocelot & serpent speaking in tongues
my body loosens for/ you

you decide to give me the poem
you wet yr fingers/ lay it to my lips
that i might write some more abt you/
how you come into me
the way the blues jumps outta b.b.king/ how
david murray assaults a moon & takes her home/
like dyanne harvey invades the wind

oh you/ you are sucha fool/
you want me to write some more abt you
how you come into me like a rollercoaster in a
dip that swings
leaving me shattered/ glistening/ rich/ screeching
& fully clothed

you set me up to fall into yr dreams
like the sub-saharan animal i am/ in all this heat
wanting to be still
to be still with you
in the shadows
all those buildings
all those people/ celebrating/ sunlight & love/ you

you are sucha fool/ you spend all day piling up images
locations/ morsels of daydreams/ to give me a poem

just smile/ i’ll get it

 
Ntozake Shange (Trenton, 18 oktober 1948)

 

De Afrikaans – Amerikaanse schrijfster Terry McMillan werd geboren op 18 oktober 1951 in Port Huron, Michigan. Zie ook alle tags voor TerryMcMillan op dit blog.

Uit: I Almost Forgot About

“I hate to admit it, but if I had the energy, I’d kill to have sex with the first one who walked into my bedroom tonight. I’d let him do anything he wanted to do to me. It’s been centuries since I’ve had sex with a real man, and I’m not even sure I’d remember what to do first should I ever get so lucky again. In fact, I think I’d be too uncomfortable, not to mention scared of getting all touchy-feely, and don’t even get me started on him seeing me naked. Hell, this is why I sleep with the remote.
When I hear the doorbell, I glance over at the broken blue clouds inside the clock on the night table. I’ve been waiting 40 minutes for this pizza, which means they’re going to owe me a free one! I roll off the bed on my side, even though the other side has been empty for years. I walk over to the door and yell, “Be right there!” Then I grab my wallet out of my purse and beeline it to the front door, because I’m starving. That is so not true. I’m just a little hungry. I’m trying to stop lying to myself about little things. I’m still working on the big ones.
I open the door, and standing there sweating is a young Black kid who can’t be more than 18. His head looks like a small globe of shiny black twists that I know are baby dreadlocks. His cheeks are full of brand-new zits. His name tag says “Free.”
“I’m so sorry for the delay, ma’am. There was a accident at the bottom of the hill, and I couldn’t get up here, so this one’s on the house.”
He looks so sad, and I’m wondering if the price of this pizza is going to be deducted from his little paycheck, but I dare not ask.
“I don’t mind paying for it,” I say. “It wasn’t your fault there was an accident.” I take the pizza from him and set it on the metal stairwell.
“That’s real thoughtful of you, but I’m just glad this is my last delivery for the night,” he says, leaning to one side as if he’s pretending not to look behind me, but of course he is. “This a real nice crib you got here. I ain’t never seen no yellow floors before. It’s downright wicked.”

 
Terry McMillan (Port Huron, 18 oktober 1951)

 

De Duitse dichter en schrijver Heinrich von Kleist werd geboren op 18 oktober 1777 in Frankfurt an der Oder. Zie ook alle tags voor Heinrich von Kleist op dit blog.

Uit: Michael Kohlhaas

“Der Junker, den der mächtige Schweißhengst sehr reizte, befragte ihn auch um den Preis; der Verwalter lag ihm an, ein Paar Rappen zu kaufen, die er wegen Pferdemangels in der Wirtschaft gebrauchen zu können glaubte; doch als der Rosskamm sich erklärt hatte, fanden die Ritter ihn zu teuer, und der Junker sagte, dass er nach der Tafelrunde reiten und sich den König Arthur aufsuchen müsse, wenn er die Pferde so anschlage. Kohlhaas, der den Schlossvogt und den Verwalter, indem sie sprechende Blicke auf die Rappen warfen, miteinander flüstern sah, ließ es aus einer dunkeln Vorahndung an nichts fehlen, die Pferde an sie loszuwerden. Er sagte zum Junker: »Herr, die Rappen habe ich vor sechs Monaten für 25 Goldgülden gekauft; gebt mir 30, so sollt Ihr sie haben.« Zwei Ritter, die neben dem Junker standen, äußerten nicht undeutlich, dass die Pferde wohl so viel wert wären; doch der Junker meinte, dass er für den Schweißfuchs wohl, aber nicht eben für die Rappen Geld ausgeben möchte und machte Anstalten aufzubrechen; worauf Kohlhaas sagte, er würde vielleicht das nächste Mal, wenn er wieder mit seinen Gälen durchzöge, einen Handel mit ihm machen sich dem Junker empfahl und die Zügel seines Pferdes ergriff, um abzureisen.
In diesem Augenblick trat der Schlossvogt aus dem Haufen vor und sagte, er höre, dass er ohne einen Passschein nicht reisen dürfe. Kohlhaas wandte sich und fragte den Junker, ob es denn mit diesem Umstand, der sein ganzes Gewerbe zerstöre, in der Tat seine Richtigkeit habe? Der Junker antwortete mit einem verlegnen Gesicht, indem er abging: »Ja, Kohlhaas, den Pass musst du lösen. Sprich mit dem Schlossvogt und zieh deiner Wege.« Kohlhaas versicherte ihn, dass es gar nicht seine Absicht sei, die Verordnungen, die wegen Ausführung der Pferde bestehen möchten, zu umgehen, versprach bei seinem Durchzug durch Dresden den Pass in der Geheimschreiberei zu lösen und bat, ihn nur diesmal, da er von dieser Forderung durchaus nichts gewusst, ziehen zu lassen. »Nun!«, sprach der Junker, da eben das Wetter wieder zu stürmen anfing und seine dürren Glieder durchsauste, »lasst den Schlucker laufen. Kommt!«, sagte er zu den Rittern, kehrte sich um und wollte nach dem Schlosse gehen. Der Schlossvogt sagte, zum Junker gewandt, dass er wenigstens ein Pfand zur Sicherheit, dass er den Schein lösen würde, zurücklassen müsse. Der Junker blieb wieder unter dem Schlosstor stehen. Kohlhaas fragte, welchen Wert er denn an Geld oder an Sachen zum Pfande wegen der Rappen zurücklassen solle? Der Verwalter meinte, in den Bart murmelnd, er könne ja die Rappen selbst zurücklassen.”

 
Heinrich von Kleist (18 oktober 1777 – 21 november 1811)
Monument in Frankfurt an der Oder

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 18e oktober ook mijn blog van 18 oktober 2017 en eveneens mijn blog van 18 oktober 2015 deel 2.

 

Mariae Heimsuchung (Rainer Maria Rilke)

 

Bij Maria Visitatie

 


Visitatie door Sebastiano del Piombo, 1518-19

 

Mariae Heimsuchung

Noch erging sie’s leicht im Anbeginne,
doch im Steigen manchmal ward sie schon
ihres wunderbaren Leibes inne, –
und dann stand sie, atmend, auf den hohn

Judenbergen. Aber nicht das Land,
ihre Fülle war um sie gebreitet;
gehend fühlte sie: man überschreitet
nie die Größe, die sie jetzt empfand.

Und es drängte sie, die Hand zu legen
auf den andern Leib, der weiter war.
Und die Frauen schwankten sich entgegen
und berührten sich Gewand und Haar.

Jede, voll von ihrem Heiligtume,
schützte sich mit der Gevatterin.
Ach der Heiland in ihr war noch Blume,
doch den Täufer in dem Schoß der Muhme
riss die Freude schon zum Hüpfen hin.

 


Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
De Sint Vituskathedraal in Praag, de geboortestad van Rainer Maria Rilke

 

Zie voor de schrijvers van de 31e mei ook mijn vorige blog van vandaag.

Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Pat Donnez, Feridun Zaimoglu, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup, Nikolay Nekrasov, Trudi Guda, Thomas Carlyle

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Uit: Die frühen Gedichte (Gebet der Mädchen zur Maria)

Schau, unsre Tage sind so eng
und bang das Nachtgemach;
wir langen alle ungelenk
den roten Rosen nach.

Du musst uns milde sein, Marie,
wir blühn aus deinem Blut,
und du allein kannst wissen, wie
so weh die Sehnsucht tut;

du hast ja dieses Mädchenweh
der Seele selbst erkannt:
sie fühlt sich an wie Weihnachtsschnee,
und steht doch ganz in Brand…

 

Sankt Georg

Und sie hatte ihn die ganze Nacht
angerufen, hingekniet, die schwache
wache Jungfrau: Siehe, dieser Drache,
und ich weiß es nicht, warum er wacht.

Und da brach er aus dem Morgengraun
auf dem Falben, strahlend Helm und Haubert,
und er sah sie, traurig und verzaubert
aus dem Knieen aufwärtsschaun

zu dem Glanze, der er war.
Und er sprengte glänzend längs der Länder
abwärts mit erhobnem Doppelhänder
in die offene Gefahr,

viel zu furchtbar, aber doch erfleht.
Und sie kniete knieender, die Hände
fester faltend, daß er sie bestände;
denn sie wußte nicht, daß Der besteht,

den ihr Herz, ihr reines und bereites,
aus dem Licht des göttlichen Geleites
niederreißt. Zuseiten seines Streites
stand, wie Türme stehen, ihr Gebet.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Das VIII. Sonett

Nur im Raum der Rühmung darf die Klage
gehn, die Nymphe des geweinten Quells,
wachend über unserm Niederschlage,
daß er klar sei an demselben Fels,

der die Tore trägt und die Altäre. –
Sieh, um ihre stillen Schultern früht
das Gefühl, daß sie die jüngste wäre
unter den Geschwistern im Gemüt.

Jubel weiß, und Sehnsucht ist geständig, –
nur die Klage lernt noch; mädchenhändig
zählt sie nächtelang das alte Schlimme.

Aber plötzlich, schräg und ungeübt,
hält sie doch ein Sternbild unsrer Stimme
in den Himmel, den ihr Hauch nicht trübt.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Portret door Helmut Westhoff, 1901

Doorgaan met het lezen van “Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Pat Donnez, Feridun Zaimoglu, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup, Nikolay Nekrasov, Trudi Guda, Thomas Carlyle”

Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Feridun Zaimoglu, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Werkleute sind wir

Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.

Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küsste,
die strahlend und als ob sie Alles wüsste
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.

Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.

Gott, du bist groß.

 

Magnificat

Sie kam den Hang herauf, schon schwer, fast ohne
an Trost zu glauben, Hoffnung oder Rat;
doch da die hohe tragende Matrone
ihr ernst und stolz entgegentrat

und alles wusste ohne ihr Vertrauen,
da war sie plötzlich an ihr ausgeruht;
vorsichtig hielten sich die vollen Frauen,
bis dass die junge sprach: Mir ist zumut,

als wär ich, Liebe, von nun an für immer.
Gott schüttet in der Reichen Eitelkeit
fast ohne hinzusehen ihren Schimmer;
doch sorgsam sucht er sich ein Frauenzimmer
und füllt sie an mit seiner fernsten Zeit.

Dass er mich fand. Bedenk nur; und Befehle
um meinetwillen gab von Stern zu Stern -.

Verherrliche und hebe, meine Seele,
so hoch du kannst: den HERRN.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Das VII. Sonett

Rühmen, das ists! Ein zum Rühmen Bestellter,
ging er hervor wie das Erz aus des Steins
Schweigen. Sein Herz, o vergängliche Kelter
eines den Menschen unendlichen Weins.

Nie versagt ihm die Stimme am Staube,
wenn ihn das göttliche Beispiel ergreift.
Alles wird Weinberg, alles wird Traube,
in seinem fühlenden Süden gereift.

Nicht in den Grüften der Könige Moder
straft ihm die Rühmung lügen, oder
dass von den Göttern ein Schatten fällt.

Er ist einer der bleibenden Boten,
der noch weit in die Türen der Toten
Schalen mit rühmlichen Früchten hält.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Portret door Leonid Pasternak, 1928

Doorgaan met het lezen van “Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Feridun Zaimoglu, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup”