Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Pat Donnez, Feridun Zaimoglu, Emil Aarestrup, Nikolay Nekrasov, Trudi Guda, Samuel Butler, Thomas Carlyle

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

 

Geburt Mariae

O was muß es die Engel gekostet haben,
nicht aufzusingen plötzlich, wie man aufweint,
da sie doch wußten: in dieser Nacht wird dem Knaben
die Mutter geboren, dem Einen, der bald erscheint.

Schwingend verschwiegen sie sich und zeigten die Richtung,
wo, allein, das Gehöft lag des Joachim,
ach, sie fühlten in sich und im Raum die reine Verdichtung,
aber es durfte keiner nieder zu ihm.

Denn die beiden waren schon so außer sich vor Getue.
Eine Nachbarin kam und klugte und wußte nicht wie,
und der Alte, vorsichtig, ging und verhielt das Gemuhe
einer dunkelen Kuh. Denn so war es noch nie.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Sonett IX

Nur wer die Leier schon hob
auch unter Schatten,
darf das unendliche Lob
ahnend erstatten.

Nur wer mit Toten vom Mohn
aß, von dem ihren,
wird nicht den leisesten Ton
wieder verlieren.

Mag auch die Spieglung im Teich
oft uns verschwimmen:
Wisse das Bild.

Erst in dem Doppelbereich
werden die Stimmen
ewig und mild.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Borstbeeld met gedenkplaat in Praag

 

De Nederlandse schrijver Geert Mak werd geboren op 4 december 1946 in Vlaardingen. Zie ook alle tags voor Geert Mak op dit blog.

Uit: In Europa

‘Wij zijn een onderdeel van deze eeuw. De eeuw is een deel van ons,’ schreef de historicus Eric Hobsbawm aan het begin van zijn grote werk over de twintigste eeuw. Voor hemzelf was bijvoorbeeld de 30ste januari 1933 niet allen – en hij benadrukte dat we dat nooit moesten vergeten – de datum waarop Hitler rijkskanselier werd, maar ook een wintermiddag in Berlijn waarop een vijftienjarige jongen met zijn zusje van school naar huis liep en, ergens onderweg, een krantenkop zag. ‘Ik zie het nog voor me, als in een droom.’
Voor mijn hoogbejaarde tante Maart in Schiedam, toen zeven jaar oud, was 3 augustus 1914, de dag waarop de Eerste Wereldoorlog uitbrak, een warme maandagmiddag waarover plotseling een zware beklemming viel. Arbeiders stonden in groepen bij de huisdeuren te praten, vrouwen veegden de ogen af met de punt van hun schort, en een man riep tegen een vriend: ‘Oorlog joh!’
Voor Winrich Behr, een van de vertellers in dit boek, was de val van Stalingrad het telegram dat hij als Duits verbindingsofficier binnenkreeg: ‘31.1. 07.45 Uhr Russe vor der Tür. Wir bereiten Zerstöring vor. AOK 6, Ia. 31.1 07.45 Uhr Wir zerstören. AOK 6.’
Voor Ira Klejner uit Sint-Petersburg betekende de 6de maart 1953, toen de dood van Stalin bekend werd gemaakt, een keuken in een communale woning, een twaalfjarig meisje, de angst dat ze niet zou kunnen huilen en de opluchting dat er toch een traan van haar wang viel, precies in de dooier van het spiegelei dat ze zat te eten.
Voor mijzelf, als negenjarige jongen, rook november 1956 naar paprikaschotels, vreemde geuren die Hongaarse vluchtelingen meebrachten in ons statige Leeuwarder grachtenhuis, stille, verlegen mensen die Nederlands leerden via de Donald Duck. Nog zo’n beeld, Friesland, vermoedelijk juni 1952 of 1953. Een bloeiend weiland, wij kinderen rennen tussen de pinksterbloemen, een pruttelend geluid over de spoordijk, veearts Dick Talsma zegt: ‘Dat is de Blauwe Engel, de nieuwe dieseltrein naar Sneek, het is voorbij met het stoom, voorgoed.’ En daar ging de negentiende eeuw, we zagen het laatste staartje nog net om de hoek verdwijnen.
Nu is ook de twintigste eeuw historie geworden, onze persoonlijke historie en die van de films, de boeken en de musea. Terwijl ik dit schrijf, worden de decors van het wereldtoneel in een hoog tempo omgebouwd. Machtscentra verschuiven, bondgenootschappen breken, nieuwe coalities ontstaan, andere prioriteiten staan centraal.
Vásárosbéc bereidt zich voor op de intrede in de Europese Unie. In drie jaar tijd zijn er nog eens zes Nederlanders komen wonen die samen zeker een dozijn huizen hebben gekocht. De meesten zijn gefascineerd door de lage prijzen in Oost-Europa, enkelen worden vermoedelijk gedreven door een probleem, het soort mensen-plus-verleden dat je overal aan de rand van het continent tegenkomt: belastingschulden, een desastreuze echtscheiding, een failliete zaak, iets met justitie.”

 
Geert Mak (Vlaardingen, 4 december 1946)

 

De Vlaamse dichter, schrijver, dichter, interviewer, performer en radiomaker Pat Donnez werd geboren in Mechelen op 4 december 1958. Zie ook alle tags voor Pat Donnez op dit blog.

Koopje

Doe mij maar in de uitverkoop.
Twee vierkante meter huid.
Prijs overeen te komen.
Ledematen met garantie voor één jaar.
De sluitspier kreeg het hard te verduren
maar hield stand.
Dunne darm min of meer geïsoleerd.
Longen, hart en nieren aan vervanging toe.
Smoel mag naar een goed doel.

Ik word gratis thuis bezorgd.

 

Teer

Voor mijn vader

Zo dichtbij voel je de doden
en hoewel ze weg zijn
verstopt achter een bocht
aan de andere kant van het hoofd
ze zijn er nog

Je hebt op je eentje
tweehonderd miljoen maal geademd
genoeg lucht
verzameld om een zeilschip
vijfmaal om de wereld te blazen

Zo dichtbij voel je zijn adem nu
leeggerookte longen
en hoewel hij weg is
lopend door een gang
van tong tot strot
hij is er nog

 
Pat Donnez (Mechelen, 4 december 1958)

 

De Duitse schrijver en beeldend kunstenaar van Turkse afkomst Feridun Zaimoglu werd geboren op 4 december 1964 in Bolu. Zie ook alle tags voor Feridun Zaimoglu op dit blog.

Uit: Evangelio

„Ich klink die Tür auf: Bücher mit Schweinslederein-band, schwere Deckel hüten die schwefligen Worte, die Meister Marrinus durch List dem alten Feind abgetrotzt. Man muss ins erste Saufen Gottes Namen sprechen, und also bewegt er stumm die Lippen und trinkt drei Schlucke. Im Schein der blakenden Tranlampe funkeln seine Augen auf. Er stellt die Füße auf den Walwirbel. Er legt das Papier vor sich hin. Kratzt mit der Feder Ru-nen, als würd der Dämon. der Macht ihm Zauberziffern in den Geist bluten. Hat er das zweite Gesicht? Er liest die Worte der fremden Völker. Malt er reursche Gnaden-bilder? Das Welsche ist verneint. Er mehrt durch Ge-bete seine Gabe. Was sah im Dornbusch der Gesandte Moses? Was sieht der Mönch, wenn in seinen Träumen ein kaltes Feuer brennt? Das Allerheiligste ist das Al-lerheimlichste. Frevelt er, wenn er Gott übersetzt? Der Herr braucht keine neuen Namen. Wir beten an den ungeschmückten Herrn. Am Rand der Welt trommeln die Barbarenstämme. Es klafft die Erde auf: Ich sch tief im Loch Hundezähne schimmern. Ein Tier wird aufsteigen, sagt er, und alles Wachs wird schmelzen und doch nicht erhellen den Himmel, den das Tier be-schwört. Eine Knochenmühle wird die Welt. Er aber vergisst den Schmerz, vergisst den bellenden Leviathan, und übersetzt Gott ins Teutsche. Salbt er uns zu unse-rem Schutze? Seine Frommheit ist der &lsche Fraß für den Hunger. Er und die Seinen quälen sich, um bald die anderen zu quälen. Sie sehen nur die Leiche an den Bal-ken, blasen ihr durch die Zauberei Leben ein. Sammeln Worte im Maul, um sie aufMänner meines Glaubens zu speien. Er aber kratzt Runen, dass wir fallen.
Ich wetz das Eisen am Stein für den Stoß in die Kehle des Leviathan. Ich sprech das Wort des Heilands heilig. Wir alle verfaulen langsam, da wir warten auf die Wiederkunft. Schutzgeister sind zu Asche verbrannt.
In kommende Kämpfe mengt sich der Frater, ohne zu wissen, wen er zum Kampfe peitscht. Es werden die an-deren sein, die Gott erhöht. Mir bleibt nur, mich zu gürten und dem Mönch den Überwurf umzutun, dass er nicht friert in den Nächten, da die Toten zu ihm sprechen. Und er sagt: Das Gotteslamm entzündet mich. Es (Int hinein in die Unsinnigen, die Spinnweben fressen. Die ihre Zähne stumpfgemahlen haben. Draußen im Land erlöschen die Grableuchten. Meister Tod klopft auf Rippen und Gebein. Frater ruft: Gottes Majestät! Die Knechte drehen und wenden das teutsche Wort für Gott. Ein jeder ruft Ich schneid mich los von Stricken. Ich reib das Kreuz aus Ruß und Schmier auf die Schlä-fen. Ich zieh als des Mönchs Gefolge in die Kriege … Ihr Verstand hängt ihnen wie eine schmutzige Schleppe am Arsch. Atemlose Dienet sie leben von hartem Brot und saurem Wein. Der Herr ist für sie ein wandelnder Rauch. Sie kauen Körner und verlachen mir Brei auf den Lippen Judas und den bösen Schächer. Sind nicht diese Kerle, sind nicht diese Weiber des Junkermönchs Luther unsinnige Kinder? Sie tun untertänig und rufen aber: Der Heilige Geist besteht aus einem Schwarm Tauben. Und also sind wir die Stücke der wahren Kir-che Christi …“

 
Feridun Zaimoglu (Bolu, 4 december 1964)

 

De Deense dichter Emil Aarestrup werd geboren op 4 december 1800 in Kopenhagen. Zie ook alle tags voor Emil Aarestrup op dit blog.

Die Braut

Vom Flusse die jungen Mädchen
Mit Fisch und Früchten gehn,
Lachs und Forellen wie Silber
Könnt’ ihr im Korbe seh’n.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Doch eine von Morgen bis Abend
Steht auf der Brücke allein,
Sprachlos – die schlanke Jungfrau! –
Als sei sie gemeißelt in Stein.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz.

Sie starrt hinab in die Wellen,
Der Wind mit großer Macht
Drücket um ihrer Glieder
Die feuchte Sommertracht.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz.

Und wenn man sie frägt: wer bist Du?
Schwermüthig sie an dich schaut,
Sie wirft einen Blick gen Himmel
Und sagt: Ei, ich bin Braut!

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Und wieder in den grünen
Strom, wie in leeren Raum,
Kannst du sie starren sehen,
Als träumt sie den tiefsten Traum.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Vom Flusse die jungen Mädchen
Mit Fischen und Früchten geh’n,
Lachs und Forellen von Silber
Könnt ihr in Körben seh’n.

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

Eine Leiche zieht aus dem Fluß man,
Dort liegt sie, so bleich unterm Baum,
Ach, sie ist es, sie träumet
Den allertiefsten Traum!

Wackre Mädchen, laßt uns singen,
Laßt uns flechten einen Kranz!

 

Vertaald door Edmund Lobedanz

 
Emil Aarestrup (4 december 1800 – 21 juli 1856)
Kopenhagen in de Adventstijd

 

De Russische dichter Nikolay Nekrasov werd geboren op 4 december 1821 in Nemirovo. Zie ook alle tags voor Nikolay Nekrasov op dit blog.

Uit: Russische Frauen

2
„Daß Eure Tochter wiederkehrt,
Ist ohne Aussicht zwar,
Doch alles, was Ihr mich gelehrt,
Bleibt heilig mir, fürwahr!
Mein Stolz soll brechen nimmermehr
In jener fremden Welt,
Drum wein ich jetzt auch nicht, so schwer
Mir dieser Abschied fällt.“

3
„Bei Gott, gibt’s eine andre Pflicht,
Die heut uns höher steht?
Drum, Lieber, grämt Euch unnütz nicht,
Ihr wißt, um was es geht!
Weit ist mein Weg und voller Qual,
Kein Schicksal fürchte ich!
Hart will ich werden, hart wie Stahl!
Stolz sollt Ihr sein auf mich.“

4
„Leb wohl auch du, mein Heimatland,
Du Unglücksland, ade!
Du Stadt, in der ich ohn Verstand
Die Zaren hausen seh.
Wer London, Rom, Venedig kennt,
Paris erlebt’ wie ich,
Weint nicht, wenn er von dir sich trennt.
Und dennoch lieb ich dich.“

 
Nikolay Nekrasov (4 december 1821 – 8 januari 1878)
Cover

 

De Surinaamse dichteres en cultureel antropologe Gertrude (Trudi) Marie Guda werd geboren in Paramaribo op 4 december 1940. Zie ook alle tags voor Trudi Guda op dit blog.

De tuin (Fragment)

zijn lach
een lila lint,
een bos
van gouden regen

zo diep
heeft de jager
gezwegen
de hijgende zwerver,
de zwarte,

ruisende moesson,
vlammende ruiker

Duizend harten
heeft hij,
de hardste,
de zwartste,

zijn oog
en ronde regenboog,

zijn sleutel
een ring van pijn

Zijn tuin van stilte
berstende bloesem
dansende keerkring
van de kolibri

 
Trudi Guda (Paramaribo, 4 december 1940)
Hier met echtgenoot Frank Martinus Arion in 1977

 

De Engelse schrijver, componist, filoloog en schilder Samuel Butler werd geboren op 4 december 1835 in Langar, Nottinghamshire. Zie ook alle tags voor Samuel Butler op dit blog.

Uit: God the Known and God the Unknown

“I have now, perhaps, sufficiently proved my sympathy with the reluctance felt by many to tolerate discussion upon such a subject as the existence and nature of God. I trust that I may have made the reader feel that he need fear no sarcasm or levity in my treatment of the subject which I have chosen. I will, therefore, proceed to sketch out a plan of what I hope to establish, and this in no doubtful or unnatural sense, but by attaching the same meanings to words as those which we usually attach to them, and With the same certainty, precision, and clear-ness as anything else is established which is commonly called known. As to what God is, beyond the fact that he is the Spirit and the Life which creates, governs, and upholds all living things, I can say nothing. I cannot pretend that I can show more than others have done in Common Ground r 9 the Spirit and the Life consists, which governs all living things and animates them. I can-not show the connection between conscious-ness and the will, and the organ, much less can I tear away the veil from the face of God, so as to show wherein will and con-sciousness consist. No philosopher, whether Christian or Rationalist, has attempted this without discomfiture ; but I can, I hope, do two things : Firstly, I can demonstrate, per-haps more clearly than modern science is prepared to admit, that there does exist a single Being or Animator of all living things — a single Spirit, whom we cannot think of under any meaner name than God ; and, secondly, I can show something more of the persona or bodily expression, mask, and mouthpiece of this vast Living Spirit than I know of as having been familiarly expressed elsewhere, or as being accessible to myself or others, though doubtless many works exist in which what I am going to say has been already said. Aware that much of this is widely accepted under the name of Pantheism, I venture to think it differs from Pantheism with all the difference that exists between a coherent, intelligible conception and an incoherent zo God the Known and Unknown unintelligible one. I shall therefore proceed to examine the doctrine called Pantheism, and to show how incomprehensible and value-less it is. I will then indicate the Living and Personal God about whose existence and about many of whose attributes there is no room for ques-tion ; I will show that man has been so far made in the likeness of this Person or God, that He possesses all its essential character-istics, and that it is this God who has called man and all other living forms, whether animals or plants, into existence, so that our bodies are the temples of His spirit ; that it is this which sustains them in their life and growth, who is one with them, living, moving, and having.”


Samuel Butler (4 december 1835 – 18 juni 1902)
Als 23-jarige in 1858

 

De Schotse dichter en schrijver Thomas Carlyle werd geboren in Ecclefechan, gelegen in de regio Dumfries and Galloway in Schotland op 4 december 1795. Zie ook alle tags voor Thomas Carlyle op dit blog.

Uit:Sartor Resartus: The Life and Opinions of Herr Teufelsdröckh

“In so far as the Germans are chargeable with such, let them take the consequence. Nevertheless be it remarked, that even a Russian steppe has tumult and gold ornaments; also many a scene that looks desert and rock-bound from the distance, will unfold itself, when visited, into rare valleys. Nay, in any case, would Criticism erect not only finger-posts and turnpikes, but spiked gates and impassable barriers, for the mind of man? It is written, “Many shall run to and fro, and knowledge shall be increased.” Surely the plain rule is, Let each considerate person have his way, and see what it will lead to. For not this man and that man, but all men make up mankind, and their united tasks the task of mankind. How often have we seen some such adventurous, and perhaps much-censured wanderer light on some out-lying, neglected, yet vitally momentous province; the hidden treasures of which he first discovered, and kept proclaiming till the general eye and effort were directed thither, and the conquest was completed;—thereby, in these his seemingly so aimless rambles, planting new standards, founding new habitable colonies, in the immeasurable circumambient realm of Nothingness and Night! Wise man was he who counselled that Speculation should have free course, and look fearlessly towards all the thirty-two points of the compass, whithersoever and howsoever it listed.
Perhaps it is proof of the stunted condition in which pure Science, especially pure moral Science, languishes among us English; and how our mercantile greatness, and invaluable Constitution, impressing a political or other immediately practical tendency on all English culture and endeavor, cramps the free flight of Thought,—that this, not Philosophy of Clothes, but recognition even that we have no such Philosophy, stands here for the first time published in our language. What English intellect could have chosen such a topic, or by chance stumbled on it? But for that same unshackled, and even sequestered condition of the German Learned, which permits and induces them to fish in all manner of waters, with all manner of nets, it seems probable enough, this abtruse Inquiry might, in spite of the results it leads to, have continued dormant for indefinite periods.”

 
Thomas Carlyle (4 december 1795 – 5 februari 1881)
“Work” door Ford Madox Brown, 1865. Carlyle staat op dit schilderij, 2e van rechts, naast de theoloog en schrijver Frederick Maurice

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e december ook mijn blog van 4 december 2017 en ook mijn blog van 4 december 2016 deel 2.

Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Pat Donnez, Feridun Zaimoglu, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup, Nikolay Nekrasov, Trudi Guda, Thomas Carlyle

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Uit: Die frühen Gedichte (Gebet der Mädchen zur Maria)

Schau, unsre Tage sind so eng
und bang das Nachtgemach;
wir langen alle ungelenk
den roten Rosen nach.

Du musst uns milde sein, Marie,
wir blühn aus deinem Blut,
und du allein kannst wissen, wie
so weh die Sehnsucht tut;

du hast ja dieses Mädchenweh
der Seele selbst erkannt:
sie fühlt sich an wie Weihnachtsschnee,
und steht doch ganz in Brand…

 

Sankt Georg

Und sie hatte ihn die ganze Nacht
angerufen, hingekniet, die schwache
wache Jungfrau: Siehe, dieser Drache,
und ich weiß es nicht, warum er wacht.

Und da brach er aus dem Morgengraun
auf dem Falben, strahlend Helm und Haubert,
und er sah sie, traurig und verzaubert
aus dem Knieen aufwärtsschaun

zu dem Glanze, der er war.
Und er sprengte glänzend längs der Länder
abwärts mit erhobnem Doppelhänder
in die offene Gefahr,

viel zu furchtbar, aber doch erfleht.
Und sie kniete knieender, die Hände
fester faltend, daß er sie bestände;
denn sie wußte nicht, daß Der besteht,

den ihr Herz, ihr reines und bereites,
aus dem Licht des göttlichen Geleites
niederreißt. Zuseiten seines Streites
stand, wie Türme stehen, ihr Gebet.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Das VIII. Sonett

Nur im Raum der Rühmung darf die Klage
gehn, die Nymphe des geweinten Quells,
wachend über unserm Niederschlage,
daß er klar sei an demselben Fels,

der die Tore trägt und die Altäre. –
Sieh, um ihre stillen Schultern früht
das Gefühl, daß sie die jüngste wäre
unter den Geschwistern im Gemüt.

Jubel weiß, und Sehnsucht ist geständig, –
nur die Klage lernt noch; mädchenhändig
zählt sie nächtelang das alte Schlimme.

Aber plötzlich, schräg und ungeübt,
hält sie doch ein Sternbild unsrer Stimme
in den Himmel, den ihr Hauch nicht trübt.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Portret door Helmut Westhoff, 1901

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Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Feridun Zaimoglu, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Werkleute sind wir

Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.

Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küsste,
die strahlend und als ob sie Alles wüsste
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.

Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.

Gott, du bist groß.

 

Magnificat

Sie kam den Hang herauf, schon schwer, fast ohne
an Trost zu glauben, Hoffnung oder Rat;
doch da die hohe tragende Matrone
ihr ernst und stolz entgegentrat

und alles wusste ohne ihr Vertrauen,
da war sie plötzlich an ihr ausgeruht;
vorsichtig hielten sich die vollen Frauen,
bis dass die junge sprach: Mir ist zumut,

als wär ich, Liebe, von nun an für immer.
Gott schüttet in der Reichen Eitelkeit
fast ohne hinzusehen ihren Schimmer;
doch sorgsam sucht er sich ein Frauenzimmer
und füllt sie an mit seiner fernsten Zeit.

Dass er mich fand. Bedenk nur; und Befehle
um meinetwillen gab von Stern zu Stern -.

Verherrliche und hebe, meine Seele,
so hoch du kannst: den HERRN.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Das VII. Sonett

Rühmen, das ists! Ein zum Rühmen Bestellter,
ging er hervor wie das Erz aus des Steins
Schweigen. Sein Herz, o vergängliche Kelter
eines den Menschen unendlichen Weins.

Nie versagt ihm die Stimme am Staube,
wenn ihn das göttliche Beispiel ergreift.
Alles wird Weinberg, alles wird Traube,
in seinem fühlenden Süden gereift.

Nicht in den Grüften der Könige Moder
straft ihm die Rühmung lügen, oder
dass von den Göttern ein Schatten fällt.

Er ist einer der bleibenden Boten,
der noch weit in die Türen der Toten
Schalen mit rühmlichen Früchten hält.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Portret door Leonid Pasternak, 1928

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Um die vielen Madonnen sind

Um die vielen Madonnen sind
viele ewige Engelknaben,
die Verheißung und Heimat haben
in dem Garten, wo Gott beginnt.
Und sie ragen alle nach Rang,
und sie tragen die goldenen Geigen,
und die Schönsten dürfen nie schweigen:
ihre Seelen sind aus Gesang.
Immer wieder müssen sie
klingen alle die dunklen Chorale,
die sie klangen vieltausend Male:
Gott stieg nieder aus Seinem Strahle
und du warst die schönste Schale
Seiner Sehnsucht, Madonna Marie.

Aber oft in der Dämmerung
wird die Mutter müder und müder,-
und dann flüstern die Engelbrüder,
und sie jubeln sie wieder jung.
Und sie winken mit den weißen
Flügeln festlich im Hallenhofe,
und sie heben aus den heißen
Herzen höher die eine Strophe:
Alle, die in Schönheit gehn,
werden in Schönheit auferstehn.

 

Gott im Mittelalter

Und sie hatten Ihn in sich erspart
und sie wollten, daß er sei und richte,
und sie hängten schließlich wie Gewichte
(zu verhindern seine Himmelfahrt)

an ihn ihrer großen Kathedralen
Last und Masse. Und er sollte nur
über seine grenzenlosen Zahlen
zeigend kreisen und wie eine Uhr

Zeichen geben ihrem Tun und Tagwerk.
Aber plötzlich kam er ganz in Gang,
und die Leute der entsetzten Stadt

ließen ihn, vor seiner Stimme bang,
weitergehn mit ausgehängtem Schlagwerk
und entflohn vor seinem Zifferblatt.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Das VI. Sonett

Ist er ein Hiesiger? Nein, aus beiden
Reichen erwuchs seine weite Natur.
Kundiger böge die Zweige der Weiden,
wer die Wurzeln der Weiden erfuhr.

Geht ihr zu Bette, so laßt auf dem Tische
Brot nicht und Milch nicht; die Toten ziehts -.
Aber er, der Beschwörende, mische
unter der Milde des Augenlids

ihre Erscheinung in alles Geschaute;
und der Zauber von Erdrauch und Raute
sei ihm so wahr wie der klarste Bezug.

Nichts kann das gültige Bild ihm verschlimmern;
sei es aus Gräbern, sei es aus Zimmern,
rühme er Fingerring, Spange und Krug.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Portret door Knut Odde, 1897

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Kindheit

Es wäre gut viel nachzudenken, um
von so Verlornem etwas auszusagen,
von jenen langen Kindheit-Nachmittagen,
die so nie wiederkamen – und warum?

Noch mahnt es uns -: vielleicht in einem Regnen,
aber wir wissen nicht mehr was das soll;
nie wieder war das Leben von Begegnen,
von Wiedersehn und Weitergehn so voll

wie damals, da uns nichts geschah als nur
was einem Ding geschieht und einem Tiere:
da lebten wir, wie Menschliches, das Ihre
und wurden bis zum Rande voll Figur.

Und wurden so vereinsamt wie ein Hirt
und so mit großen Fernen überladen
und wie von weit berufen und berührt
und langsam wie ein langer neuer Faden
in jene Bilder-Folgen eingeführt,
in welchen nun zu dauern uns verwirrt.

 

Der Leser

Wer kennt ihn, diesen, welcher sein Gesicht
wegsenkte aus dem Sein zu einem zweiten,
das nur das schnelle Wenden voller Seiten
manchmal gewaltsam unterbricht?

Selbst seine Mutter wäre nicht gewiß,
ob er es ist, der da mit seinem Schatten
Getränktes liest. Und wir, die Stunden hatten,
was wissen wir, wieviel ihm hinschwand, bis

er mühsam aufsah: alles auf sich hebend,
was unten in dem Buche sich verhielt,
mit Augen, welche, statt zu nehmen, gebend
anstießen an die fertig-volle Welt:
wie stille Kinder, die allein gespielt,
auf einmal das Vorhandene erfahren;
doch seine Züge, die geordnet waren,
blieben für immer umgestellt.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Sonett IV

O ihr zärtlichen, tretet zuweilen
in den Atem, der euch nicht meint,
laßt ihn an eueren Wangen sich teilen,
hinter euch zittert er, wieder vereint.

O ihr Seligen, o ihr Heilen,
die ihr der Anfang der Herzen scheint.
Bogen der Pfeile und Ziele von Pfeilen,
ewiger glänzt euer Lächeln verweint.

Fürchtet euch nicht zu leiden, die Schwere,
gebt sie zurück an der Erde Gewicht;
schwer sind die Berge, schwer sind die Meere.

Selbst die als Kinder ihr pflanztet, die Bäume,
wurden zu schwer längst; ihr trüget sie nicht.
Aber die Lüfte… aber die Räume….

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Standbeeld in Ronda, Spanje

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Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup

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Da neigt sich die Stunde und rührt mich an

Da neigt sich die Stunde und rührt mich an
mit klarem, metallenem Schlag:
mir zittern die Sinne. Ich fühle: ich kann –
und ich fasse den plastischen Tag.

Nichts war noch vollendet, eh ich es erschaut,
ein jedes Werden stand still.
Meine Blicke sind reif, und wie eine Braut
kommt jedem das Ding, das er will.

Nichts ist mir zu klein, und ich lieb es trotzdem
und mal es auf Goldgrund und groß
und halte es hoch, und ich weiß nicht wem
löst es die Seele los…

 

Sankt Christofferus

Die große Kraft will für den Größten sein.
Nun hofft er, ihm endlich hier zu dienen
an dieses Flusses Furt; er kam von zwein
berühmten Herren, die ihm klein erschienen,
und ließ sich dringend mit dem dritten ein:

den er nicht kannte; den er durch Gebet
und Fastenzeiten nicht auf sich genommen,
doch der im Ruf steht, jedem nachzukommen
der alles lässt und für ihn geht.

So trat er täglich duch den vollen Fluss –
Ahnherr der Brücken, welche steinern schreiten, –
und war erfahren auf den beiden Seiten
und fühlte jeden, der hinüber muss.

Und ruhte nachts in dem geringen Haus,
gefasst zu handeln, jeder Stimme inne,
und atmete die Mühe mächtig aus,
genießend das Geräumige seiner Sinne.

Dann rief es einmal, dünn und hoch: ein Kind.
Er erhob sich groß, dass er es überführe;
doch wissend, wie die Kinder ängstlich sind,
trat er ganz eingeschränkt aus seiner Türe
und bückte sich -: und draußen war Nachtwind.

Er murmelte: Was sollte auch ein Kind…?
nahm sich zurück mit einem großen Schritte
und lag in Frieden und entschlief geschwind.
Aber da war es wieder, voller Bitte.
Er spähte wieder -: draußen war Nachtwind.

Da ist doch keiner, oder bin ich blind?
warf er sich vor und ging noch einmal schlafen,
bis ihn dieselben Laute zwingend lind
noch einmal im verdeckten Innern trafen:
Er kam gewaltig:
                        draußen war ein Kind.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

III. Sonett

Ein Gott vermags. Wie aber, sag mir, soll
ein Mann ihm folgen durch die schmale Leier?
Sein Sinn ist Zwiespalt. An der Kreuzung zweier
Herzwege steht kein Tempel für Apoll.

Gesang, wie du ihn lehrst, ist nicht Begehr,
nicht Werbung um ein endlich noch Erreichtes;
Gesang ist Dasein. Für den Gott ein Leichtes.
Wann aber sind wir? Und wann wendet er

an unser Sein die Erde und die Sterne?
Dies ists nicht, Jüngling, Dass du liebst, wenn auch
die Stimme dann den Mund dir aufstößt, – lerne

vergessen, dass du aufsangst. Das verrinnt.
In Wahrheit singen, ist ein andrer Hauch.
Ein Hauch um nichts. Ein Wehn im Gott. Ein Wind.

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Portret door Lou Albert Lasard, 1916

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Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Nikoloz Baratashvili

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Ich will ein Garten sein

Ich will ein Garten sein, an dessen Bronnen
die vielen Träume neue Blumen brächen,
die einen abgesondert und versonnen,
und die geeint in schweigsamen Gesprächen.

Und wo sie schreiten, über ihren Häupten
will ich mit Worten wie mit Wipfeln rauschen,
und wo sie ruhen, will ich den Betäubten
mit meinem Schweigen in den Schlummer lauschen.

 

Ich ließ meinen Engel lange nicht los

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…

 

Aus dem Leben eines Heiligen

Er kannte Ängste, deren Eingang schon
wie Sterben war und nicht zu überstehen.
Sein Herz erlernte, langsam durchzugehen;
er zog es groß wie einen Sohn.

Und namenlose Nöte kannte er,
finster und ohne Morgen wie Verschläge;
und seine Seele gab er folgsam her,
da sie erwachsen war, auf daß sie läge

bei ihrem Bräutigam und Herrn; und blieb
allein zurück an einem solchen Orte,
wo das Alleinsein alles übertrieb,
und wohnte weit und wollte niemals Worte.

Aber dafür, nach Zeit und Zeit, erfuhr
er auch das Glück, sich in die eignen Hände,
damit er eine Zärtlichkeit empfände,
zu legen wie die ganze Kreatur.

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

Standbeeld in Ronda

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Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Annette von Droste-Hülshoff

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Rainer Maria Rilke op dit blog.

Uit: Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.

 

Ein Prophet

Ausgedehnt von riesigen Gesichten,
hell vom Feuerschein aus dem Verlauf
der Gerichte, die ihn nie vernichten, –
sind die Augen, schauend unter dichten

Brauen. Und in seinem Innern richten
sich schon wieder Worte auf,

nicht die seinen (denn was wären seine
und wie schonend waren sie vertan)
andre, harte: Eisenstücke, Steine,
die er schmelzen muß wie ein Vulkan,

um sie in dem Ausbruch seines Mundes
auszuwerfen, welcher flucht und flucht;
während seine Stirne, wie des Hundes
Stirne, das zu tragen sucht,

was der Herr von seiner Stirne nimmt:
Dieser, Dieser, den sie alle fänden,
folgten sie den großen Zeigehänden,
die Ihn weisen wie Er ist: ergrimmt.

Einmal war ich weich wie früher Weizen,
doch, du Rasender, du hast vermocht,
mir das hingehaltne Herz zu reizen,
daß es jetzt wie eines Löwen kocht.

Welchen Mund hast du mir zugemutet,
damals, da ich fast ein Knabe war:
eine Wunde wurde er: nun blutet
aus ihm Unglücksjahr um Unglücksjahr.

Täglich tönte ich von neuen Nöten,
die du, Unersättlicher, ersannst,
und sie konnten mir den Mund nicht töten;
sieh du zu, wie du ihn stillen kannst,

wenn, die wir zerstoßen und zerstören,
erst verloren sind und fernverlaufen
und vergangen sind in der Gefahr:
denn dann will ich in den Trümmerhaufen
endlich meine Stimme wiederhören,
die von Anfang an ein Heulen war.

 

Spätherbst in Venedig

Nun treibt die Stadt schon nicht mehr wie ein Köder,
der alle aufgetauchten Tage fängt.
Die gläsernen Paläste klingen spröder
an deinen Blick. Und aus den Gärten hängt

der Sommer wie ein Haufen Marionetten
kopfüber, müde, umgebracht.
Aber vom Grund aus alten Waldskeletten
steigt Willen auf: als sollte über Nacht

der General des Meeres die Galeeren
verdoppeln in dem wachen Arsenal,
um schon die nächste Morgenluft zu teeren

mit einer Flotte, welche ruderschlagend
sich drängt und jäh, mit allen Flaggen tagend,
den großen Wind hat, strahlend und fatal.

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

Portret door Helmut Westhoff

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Rainer Maria Rilke , Geert Mak, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook mijn blog van 4 december 2006 en ook mijn blog van 4 december 2007 en ook ook mijn blog van 4 december 2008 en ook mijn blog van 4 december 2009.

Klage um Antinous

Keiner begriff mir von euch den bithynischen Knaben
(daß ihr den Strom anfaßtet und von ihm hübt…).
Ich verwohnte ihn zwar. Und dennoch wir haben
ihn nur mit Schwere erfüllt und für immer getrübt.

Wer vermag denn zu lieben ? Wer kann es ? – Noch keiner.
Und so hab ich unendliches Weh getan -.
Nun ist er am Nil der stillenden Götter einer,
und ich weiß kaum welcher und kann ihm nicht nahn.

Und ihr warfet ihn noch, Wahnsinnige, bis in die Sterne,
damit ich euch rufe und dränge: meint ihr den?
Was ist er nicht einfach ein Toter. Er wäre es gerne.
Und vielleicht wäre ihm nichts geschehn.

 

Klage um Jonathan

Ach sind auch Könige nicht von Bestand
und dürfen hingehn wie gemeine Dinge,
obwohl ihr Druck wie der der Siegelringe
sich widerbildet in das weiche Land.

Wie aber konntest du, so angefangen
mit deines Herzens Initial,
aufhören plötzlich: Wärme meiner Wangen.
O daß dich einer noch einmal
erzeugte, wenn sein Samen in ihm glänzt.

Irgend ein Fremder sollte dich zerstören,
und der dir innig war, ist nichts dabei
und muß sich halten und die Botschaft hören;
wie wunde Tiere auf den Lagern löhren,
möcht ich mich legen mit Geschrei:

denn da und da, an meinen scheusten Orten,
bist du mir ausgerissen wie das Haar,
das in den Achselhöhlen wachst und dorten,
wo ich ein Spiel für Frauen war,

bevor du meine dort verfitzten Sinne
aufsträhntest wie man einen Knaul entflicht;
da sah ich auf und wurde deiner inne: –
Jetzt aber gehst du mir aus dem Gesicht.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Erster Teil 

Sonett I

Und fast ein Mädchen wars und ging hervor
aus diesem einigen Glück von Sang und Leier
und glänzte klar durch ihre Frühlingsschleier
und machte sich ein Bett in meinem Ohr.

Und schlief in mir. Und alles war ihr Schlaf.
Die Bäume, die ich je bewundert, diese
fühlbare Ferne, die gefühlte Wiese
und jedes Staunen, das mich selbst betraf.

Sie schlief die Welt. Singender Gott, wie hast
du sie vollendet, daß sie nicht begehrte,
erst wach zu sein? Sieh, sie erstand und schlief.

Wo ist ihr Tod? O, wirst du dies Motiv
erfinden noch, eh sich dein Lied verzehrte? –
Wo sinkt sie hin aus mir? … Ein Mädchen fast …

 

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

 

 

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Rainer Maria Rilke, Geert Mak, Nikoloz Baratashvili, Emil Aarestrup, Nikolay Nekrasov, Trudi Guda, René Fallet, Samuel Butler, Thomas Carlyle

De Duitse dichter Rainer Maria Rilke werd als René Karel Wilhelm Johann Josef Maria Rilke op 4 december 1875 in Praag geboren. Zie ook mijn blog van 4 december 2006 en ook mijn blog van 4 december 2007 en ook ook mijn blog van 4 december 2008.

Träume, die in deinen Tiefen wallen

Träume, die in deinen Tiefen wallen,
aus dem Dunkel lass sie alle los.
Wie Fontänen sind sie, und sie fallen
lichter und in Liederintervallen
ihren Schalen wieder in den Schoß.

Und ich weiß jetzt: wie die Kinder werde.
Alle Angst ist nur ein Anbeginn;
aber ohne Ende ist die Erde,
und das Bangen ist nur die Gebärde,
und die Sehnsucht ist ihr Sinn –

 

Der Engel

Mit einem Neigen seiner Stirne weist
er weit von sich was einschränkt und verpflichtet;
denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet
das ewig Kommende das kreist.

Die tiefen Himmel stehn ihm voll Gestalten,
und jede kann ihm rufen: komm, erkenn -.
Gieb seinen leichten Händen nichts zu halten
aus deinem Lastenden. Sie kämen denn

bei Nacht zu dir, dich ringender zu prüfen,
und gingen wie Erzürnte durch das Haus
und griffen dich als ob sie dich erschüfen
und brächen dich aus deiner Form heraus.

 

Uit: Die Sonette an Orpheus, Zweiter Teil

Sonett I

Atmen, du unsichtbares Gedicht!
Immerfort um das eigne
Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht,
in dem ich mich rhythmisch ereigne.

Einzige Welle, deren
allmähliches Meer ich bin;
sparsamstes du von allen möglichen Meeren, –
Raumgewinn.

Wieviele von diesen Stellen der Raume waren schon
innen in mir. Manche Winde
sind wie mein Sohn.

Erkennst du mich, Luft, du, voll noch einst meiniger Orte?
Du, einmal glatte Rinde,
Rundung und Blatt meiner Worte.

 

rainer_maria_rilke

Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)

 

De Nederlandse schrijver Geert Mak werd geboren op 4 december 1946 in Vlaardingen. Zie ook mijn blog van 4 december 2008.

Uit: In Europa

“De ooievaars waren al vertrokken. Hun nesten stonden stil en leeg op de schoorstenen. De zomer gloeide na, de burgemeester maaide zwetend het gemeentegras. Eer was geen mechanisch geluid te horen; alleen stemmen, een hond, een haan, overstekende ganzen, een houten paardenkar die krakend over de weg reed, de zeis van de burgemeester. Later op de middag werden de ovens aangestoken; een dunne sluier blauwe rook trok over de daken. Zo nu en dan krijste een varken.
Het waren de laatste maanden van het millennium, en ik reisde kriskras door Europa, een jaar lang. Ik deed dat in opdracht van mijn krant, NRC Handelsblad, waarvoor ik iedere dag een stukje moest leveren, rechtsonder op de voorpagina. het was een soort eindinspectie: hoe lag het continent erbij, aan het slot van de twintigste eeuw? Tegelijk was het een historische reis: ik volgde, voor zover mogelijk, de loop van de geschiedenis, op zoek naar sporen die waren achtergebleven. En ik had de stille getuigen inderdaad teruggevonden, vele tientallen: een overgroeide kuil bij de Somme, een gemitrailleerde deurpost in de Berlijnse Oranienburger Strasse, een besneeuwd bos bij Vilnius, een krantenarchief in München, een heuvel achter Barcelona, een wit-rood sandaaltje in Auschwitz. Het had bovendien iets met mijzelf te maken, deze reis. Ik wilde eruit, grenzen overschrijden, ervaren wat het inhield, dat mistige begrip ‘Europa’.
Europa is, zo had ik in de loop van dat jaar gemerkt, een continent waar je gemakkelijk heen en weer kunt reizen in de tijd. Alle stadia van de twintigste eeuw worden wel ergens beleefd en herbeleefd. Op de ponten van Istanbul is het altijd 1948. In Lissabon is het 1956. Op het Parijse Gare de Lyon is het 2020. In Budapest hebben jonge mannen de gezichten van onze vaders.

In dit Zuid-Hongaarse dorp Vásárosbéc bleef het almaar 1925. Er leefden zo’n tweehonderd mensen. Zeker een kwart van de bevolking bestond uit zigeuners. De gezinnen kregen een kleine uitkering – zo’n zestig euro per maand – en de vrouwen zeulden langs de deuren met manden en vage koopwaar. Hun huizen verkeerden in een staat van ontbinding, de deuren waren lappen en soms waren zelfs de kozijnen verdwenen, weggestookt tijdens een koude winter.
De geluiden van de zeisen en de paarden waren dan ook de geluiden van de armoede: een liter benzine voor een uurtje motormaaien kostte in Vásárosbéc, omgerekend naar de gemiddelde verdienste van het dorp, al gauw een dagloon. Het leven was hier half zo duur als in West-Europa, maar de mensen verdienden er tien keer zo weinig. Deze Hongaarse dorpelingen warden dus vijf keer zo arm als die in Jorwerd.
De zigeuners waren behoorlijk arm. Nog armer waren de Roemeense zigeuners, die soms met houten woonwagens in het dorp verschenen. En armer dan arm waren de rondtrekkende Albanese zigeuners.
Zij waren ook nog eens de paria’s van alle andere armen, de grootste schlemielen van Europa.“

Geert_Mak

Geert Mak (Vlaardingen, 4 december 1946)

 

De Georgische schrijver en dichter Nikoloz Baratashvili werd geboren op 4 december 1817 in Tbilisi. Zie ook mijn blog van 4 december 2006 en ook mijn blog van 4 december 2008.

 

Twilight Over Mtatsminda

O Mtatsminda ! Thou Holy Mount ! the sight does haunt
The soul to thought – a place that wilderness has wrought
The dew divine like drops of pearl does grace the site
And, trembling, mingles in delight with soft twilight.
Both solitude and silence rule the place in proud and haughty state!
And from that mount my eyes behold a scene that rapture does create!
Below, the plain with ambrosial flowers is like a heavenly altar spread;
The fragrance like the incense sweet its blessings on the Mount does shed.
I still recall that lovely eve when full of grief
Your paths I trod, O dusky Mount, to seek relief;
My lonely soul in longing clung to twilight fair,
Which sorrow veiled with heaving sighs and beauty rare!
Ah! Nature wove a gentle dream of loveliness and sadness there.
O sky! O sky! You has engraved your image on my heart forever!
And when I gaze upon your blue my thoughts enraptured towards your fly
Alas, they cannot reach your heights, and in the air dissolve and die
Your radiance conceals this fleeting world of woes!
Beyond your realm my soul takes wing to seek repose
From dreary haunts where every cherished hope expires…
But woe! the gods shun man and all his heart’s desires.
In pensive thought entranced I viewed the waning of the heaven’s glow;
Soft twilight wrapt me in her arms and filled with dusk the glens below,
Where rivulets hummed in low response to gentle winds that haunting sighed;
My soul to nature seemed to cleave, and in her bosom’s depth to bide.
O glowing Mount! whose smiles and tears enthrall the breast;
A sight that cheers the heavy heart by cares oppressed.
My grieving soul with gladness now does seem to blend,
And yet, O Mount, your silent mourn’st, my gentle friend.
Deep silence quivered in delight as twilight dimmed the heaven’s dome;
And eve’s sweet star of love and dreams pursued the moon throughout the gloam.
O have you seen a virgin soul, aweary with excess of prayer?
And so the pale and languid moon came floating through the misty air.
Remembrance brings to mind again that eve in May

Baratashvili

Nikoloz Baratashvili (4 december 1817 – 21 oktober 1844)

 

De Deense dichter Emil Aarestrup werd geboren op 4 december 1800 in Kopenhagen. Zie ook mijn blog van 4 december 2008.

 

 

A sonnet with a twist (1826)

 

What do they mean, these soft-pressed hands, these glances?

What’s really said by kisses, fond embraces?

Only the heart for such, sweet girl, has phrases:

My foolish one, what head can grasp such fancies?

 

But when I find my kisses shunned, forbidden,

My eyes, my arms by you so oft eluded,

Mine is the tiresome task, all else excluded,

Of letting wisdom flow from lips unbidden.

 

Know then: in part a voice may be disarming

And by poetic heart-felt force win over.

Yet that which is most sweet it ne’er advances.

 

Therefore let lips and arms, with bosom, glances,

– How shall I say it? – melt into each other

To form a single tongue, as mute as charming.

 

 

Vertaald door John Irons

 

Aarestrup

Emil Aarestrup (4 december 1800 – 21 juli 1856)

 

De Russische dichter Nikolay Nekrasov werd geboren op 4 december 1821 in Nemirovo. Zie ook mijn blog van 4 december 2008.

 

 

On The Day Of Gogol’s Death

How blessed’s the good-natured poet,
With little bile and much emotion:
All lovers of the gentle arts
Send him sincerest greetings;

The admiration of the crowd

Sounds in his ear like rippling waves;

He is a stranger to self-doubt-

That torture of creative souls;

 

Lover of comfort and tranquility,

Shunning audacious satire,

He firmly dominates the crowd

With his peace-loving lyre.

 

He is not cursed nor driven out

But worshipped for his splendid mind,

While all his countrymen prepare

A monument to him in life.

 

But fate will show no mercy

To one whose noble genius

Has led him to unmask the crowd,

Expose its passions and mistakes.

 

His heart abrim with hate

His lips all clad in satire,

He wanders down a thorny path

His wrathful lyre in hand.

 

He is reviled at every step:

He catches sounds of admiration

Not in sweet murmurings of praise

But in wild cries of enmity.

With disbelief and new belief

In his high calling’s dream,

He preaches love to all

Through venomous denial.

 

His speech’s every syllable

Engenders for him cruel foes,

And all men, whether smart or dull,

Are quick to vilify him.

 

They c
urse at him from every side,

And only when they see his corpse

They’ll understand how much he did,

And that in hate, he was yet full of love! 

 

Kramskoi_Nikolay_Nekrasov_in_the_Period_of_Last_Songs

Nikolay Nekrasov (4 december 1821 – 8 januari 1878)
Geschilderd door Ivan Nikolaevich Kramskoy

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 4 december 2008.

 

De Surinaamse dichteres en cultureel antropologe Gertrude (Trudi) Marie Guda werd geboren in Paramaribo op 4 december 1940.

 

De Franse schrijver René Fallet werd geboren op 4 december 1927 in Villeneuve-Saint-Georges.

 

De Engelse schrijver, componist, filoloog en schilder Samuel Butler werd geboren op 4 december 1835 in Langar, Nottinghamshire.

 

De Schotse schrijver Thomas Carlyle werd geboren in Ecclefechan, gelegen in de regio Dumfries and Galloway in Schotland op 4 december 1795.