Jacob Cats, Friedrich Schiller, Jan van Nijlen, Arnold Zweig, Rick de Leeuw, Werner Söllner, Vachel Lindsay

De Nederlandse dichter en schrijver Jacob Cats werd geboren op 10 november 1577 in Brouwershaven. Zie ook alle tags voor Jacob Cats op dit blog.

Als van twee gepaerde schelpen

Als van twee gepaerde schelpen
d’Eene breeckt oft wel verliest,
Niemandt sal u konnen helpen,
(Hoe gy soeckt, oft hoe gy kiest)
Aen een die met effen randen
Iuyst op d’ander passen sou,
d’Eerste Zijn de beste panden,
Niet en gaet voor d’eerste trou.

 

Wilt gij een hups, een rustig wijf?

Wilt gij een hups, een rustig wijf?
Neem eerst uit Nederland het lijf,
Neem dan nog tot zo weerde pand
Het aangezicht uit Engeland,
En vorder nog, geloof je mij,
Een tong uit Brabant dient er bij,
En doe er toe een Hollands hert,
Dat niet te licht verslingerd wert;
Maar zo je wilt de hoogste prijs,
Zo haal de billen van Parijs,

Voeg dit bijeen, geminde vriend,
Zo heb je een wijf, gelijk u dient.

 

Daer den schat is, is het hert

Daer den schat is, is het hert,
En de handt is by de smert,
En d’ooge swiert altijdt,
Daer een jeughdigh herte vrijdt.

 
Jacob Cats (10 november 1577 – 12 september 1660)
Lithografie door Herman ten Kate

 

De Duitse dichter en schrijver Johann Christoph Friedrich von Schiller werd geboren op 10 november 1759 in Marbach. Zie ook alle tags voor Friedrich Schiller op dit blog.

Uit:Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande

“Philipp der Zweite sieht die Frucht einer That verloren, die ihm seine fürstliche Ehre, und wer weiß, ob nicht den heimlichen Stolz seines stillen Bewußtseins kostet. Hartnäckig und ungewiß ringt mit dem Despotismus die Freiheit; mörderische Schlachten werden gefochten; eine glänzende Heldenreihe wechselt auf dem Felde der Ehre; Flandern und Brabant war die Schule, die dem kommenden Jahrhundert Feldherren erzog. Ein langer verwüstender Krieg zertritt den Segen des offenen Landes, Sieger und Besiegte verbluten, während daß der werdende Wasserstaat den fliehenden Fleiß zu sich lockte und auf den Trümmern seines Nachbars den herrlichen Bau seiner Größe erhub. Vierzig Jahre dauerte ein Krieg, dessen glückliche Endigung Philipps sterbendes Auge nicht erfreute, – der ein Paradies in Europa vertilgte und ein neues aus seinen Ruinen erschuf, der die Blüthe der kriegerischen Jugend verschlang, einen ganzen Welttheil bereicherte und den Besitzer des goldreichen Peru zum armen Manne machte. Dieser Monarch, der, ohne sein Land zu drücken, neunmalhundert Tonnen Goldes jährlich verschwenden durfte, der noch weit mehr durch tyrannische Künste erzwang, häufte eine Schuld von hundert und vierzig Millionen Ducaten auf sein entvölkertes Land. Ein unversöhnlicher Haß der Freiheit verschlang alle diese Schätze und verzehrte fruchtlos sein königliches Leben, aber die Reformation gedeihte unter den Verwüstungen seines Schwerts, und die neue Republik hob aus Bürgerblut ihre siegende Fahne.
Diese unnatürliche Wendung der Dinge scheint an ein Wunder zu grenzen; aber Vieles vereinigte sich, die Gewalt dieses Königs zu brechen und die Fortschritte des jungen Staats zu begünstigen. Wäre das ganze Gewicht seiner Macht auf die vereinigten Provinzen gefallen, so war keine Rettung für ihre Religion, ihre Freiheit. Sein eigener Ehrgeiz kam ihrer Schwäche zu Hilfe, indem er ihn nöthigte, seine Macht zu theilen. Die kostbare Politik, in jedem Cabinet Europens Verräther zu besolden, die Unterstützungen der Ligue in Frankreich, der Aufstand der Mauren in Granada, Portugals Eroberung und der prächtige Bau vom Escurial erschöpften endlich seine so unermeßlich scheinenden Schätze und untersagten ihm, mit Lebhaftigkeit und Nachdruck im Felde zu handeln. Die deutschen und italienischen Treppen, die nur die Hoffnung der Beute unter seine Fahnen gelockt hatte, empörten sich jetzt, weil er sie nicht bezahlen konnte, und verließen treulos ihre Führer im entscheidenden Moment ihrer Wirksamkeit. Diese fürchterlichen Werkzeuge der Unterdrückung kehrten jetzt ihre gefährliche Macht gegen ihn selbst und wütheten feindlich in den Provinzen, die ihm treu geblieben waren. Jene unglückliche Ausrüstung gegen Britannien, an die er, gleich einem rasenden Spieler, die ganze Kraft seines Königreichs wagte, vollendete seine Entnervung; mit der Armada ging der Tribut beider Indien und der Kern der spanischen Heldenzucht unter.”


Friedrich Schiller (10 november 1759 – 9 mei 1805)
Cover

 

De Vlaamse dichter en schrijver Jan van Nijlen werd geboren op 10 november 1884 in Antwerpen. Zie ook alle tags voor Jan van Nijlen op dit blog.

De harmonikaspeler

Gezeten op den drempel van een huis,
speelt hij gewichtig, stoer en onbaatzuchtig
voor iedereen. Zij, die het vaderhuis
nimmer vergeten en zij, die voortvluchtig

dolen van land tot land: de dichters, de matrozen,
de reizigers, die zonder énen cent,
het land ontdekken door hun droom verkozen,
luistren naar ’t schreien van zijn instrument.

Hij weent, hij juicht, de goede goochelaar,
en door zijn droomrig, langoureus gebaar
voelt iedereen zich weer het dwaze kind:

de rentenier vergeet zijn lieve renten,
de filosoof zijn kostbaarste argumenten,
de veertigjaarge dat hij heeft bemind.

 

De oude kroeg

Ik houd zozeer van die verlaten kroegen
buiten de stad in het namiddaguur,
men droomt er rustig, wachtend op den vroegen
schemeravond, naast een gezellig vuur.

Sedert een eeuw misschien ligt hier wit zand
op de geschuurde en uitgesleten planken.
Alles is oud, de stoelen en de blanke
tafels. Dit is een huis, een vaderland.

‘k Zie door het raam een tuin die druipt van regen,
de winterlucht is mistig, grijs en geel,
en alles wat ik lijdzaam heb verzwegen
dringt plots in kroppend snikken naar mijn keel.

En toch ben ik gelukkig, want nooit kende
mijn jeugd den vrede die ik nu gevoel;
‘k weet mij nu nader bij mijn menslijk doel:
de dood, maar zonder ’t masker der ellende.

 
Jan van Nijlen (10 november 1884 – 14 augustus 1965)
Rond 1910

 

De Duitse schrijver Arnold Zweig werd op 10 november 1887 in een gematigd religieuze joodse familie geboren in Glogau, Neder-Silezië (nu Głogów, Polen). Zie ook alle tags voor Arnold Zweig op dit blog.

Uit: Erziehung vor Verdun

“Es ist schweinisch, zu denken, daß man gerade jetzt in die Hände der Deutschen fallen mußte, kurz vor Toresschluß, kurz, bevor sie den Schwindel hier abblasen müssen, weil es ihnen an der Somme den Atem verschlägt vor der Wucht des französisch-englischen Angriffs. Zwar ist man dem Höllenofen mit heilen Gliedern entkommen, und wenn man sich vernünftig benimmt, wird man ja wohl die paar Monate Gefangenschaft noch aushalten; dennoch bleibt es zum Kotzen, wie eine Viehherde abgeführt zu werden. Man hat die Schluchten, die ehemaligen Wälder hinter sich, die aus lauter zerhackten Trichterfeldern bestehen; hinter sich die Maashöhen, den Abstieg nach Azannes; hier ist schon heiles Land, sozusagen, rechts unten fließt ein Bach, steigen die Höhen auf, die runden grünen Kuppen der lothringischen Landschaft. Wenn es wenigstens zur Tränke ginge! Hitze, Staub und Schweiß plagen die vierzig, fünfzig marschierenden Viererrotten in den blaugrauen Waffenröcken, Stahlhelmen oder zweizipfeligen Kappen.
Links an der Straße, man biegt um eine Ecke, winken zwei große Tröge, in die je ein Strahl klaren Wassers fällt. Dort waschen deutsche Armierungssoldaten ihre Kochgeschirre. Die Franzosen heben die Köpfe, straffen sich, beschleunigen den Schritt. Die bayrischen Wachtmannschaften wissen auch, was Durst heißt, und werden ihnen Zeit lassen, zu trinken oder die Feldflaschen zu füllen. Schließlich sind die Mannschaften beider Heere einander erbitterte Feinde nur während der Kämpfe; und außerdem hat sich bei den Franzosen längst herumgesprochen, daß Armierer unbewaffnete Arbeitssoldaten sind, jüngerer und älterer Landsturm, harmlose Leute.
Ein weitläufiges Barackenlager, schwarz gegen den blauen Himmel, überhöht die stäubende Straße; Treppen führen von ihm hinab. Immer mehr Schipper laufen herzu, das Schauspiel lockt sie, außerdem ist Mittagspause. Nun, je mehr Hände, desto schneller wird man getränkt werden. Im Augenblick umlagert ein blaugrauer Klumpen von durstigen Männern die Tröge, braune Gesichter, alle bärtig, recken sich hoch, Dutzende von Armen strecken sich aus, Becher und Kochgeschirre, ja die Gesichter werden in die Flut getaucht, die durchsichtig, mit leisen Kringeln auf dem Grund der Tröge spielt.”

 
Arnold Zweig (10 november 1887 – 26 november 1968)
DVD cover van de gelijknamige DDR – tv-serie uit 1973

 

De Nederlandse dichter, schrijver, zanger en producer Rick de Leeuw werd geboren in Haarlem op 10 november 1960. Zie ook alle tags voor Rick de Leeuw op dit blog.

Onze wilde wereld

onze wilde wereld
kraakt in zijn voegen
de regen slaat binnen
door een gat in het dak
voor onze wilde
wereld
vergeet wat geweest is
en bij wie kan je schuilen
als de duisternis valt

onze wilde wereld
een warme opwarming
we troffen elkaar
in het kloppende hart
van onze wilde wereld
en langzaam vergleed de tijd
een tijd met ons mee

één moment en het is weg
je kijkt om je heen
en er is niets dat je herkent
één moment en het is weg
en wie haalt mij hieruit
als jij er niet meer bent

onze wilde wereld
moe en versleten
als een oude jas
meer vertrouwd dan echt warm
onze wilde wereld
we missen ‘m nu al
zeg nog
één keer gedag

want vroeger of later
gebeurt het ook met ons
vroeger of later
het gebeurt ons allemaal.


Rick de Leeuw (Haarlem, 10 november 1960)

 

De Duitse dichter, schrijver en vertaler Werner Söllner werd geboren op 10 november 1951 in Arad, Roemenië. Zie ook alle tags voor Werner Söllner op dit blog.

Über den Dächern von Amsterdam

In einer fremden Stadt
im Lande Nie
hat mich mein Vater besucht.

Ich hab ihn gerufen. Auf dem Dach
eine Taube, auf dem Fensterbrett die blinde
fremdelnde Katze, auf dem Tisch eine Tasse
Kaffee. Wolken aus Milch.

Er hat auf dem Korbstuhl
gesessen, zögernd und still. Ein bißchen
entfernt. Als sei er, wie früher, anderswo
zuhause. Und dort jemand anders. Genosse
Gott zum Beispiel, im irdischen Paradies
im Exil. An den Händen dünne
altersfleckige Haut.

Mit lauter Stimme
hab ich erzählt. Von Angstlust
und Schuld, von Krieg und Schweigen
in mir. Vom Erbe. Von früher und nie.
Alles vielleicht. Ich weiß nicht. Das Leben
um mich herum wächst und wächst
wie Aluminium. Drüsengeräusche, Hitze
und Kälte. In einem. Daß ich mich verstehe
aufs Bellen seit einiger Zeit.

Draußen hat es zu regnen
begonnen. Es ist nicht so einfach, hat er
mit meiner Stimme gesagt, wie du
es dir machst. Sein Kopf hat nicht mehr
gewackelt. Und Mutter? Es ist einfacher
schwer. Traum, es ist Zeit. Hast du
Fahrkarten für die Tram?

Ja. Vollmond
überm Leidseplein. Außerirdische
mit Augen, Mündern, Ohren. Das Herz, höre
ich, schlägt. Zwischen den Rippen. Links
unterm Portemonnaie. Es ist Zeit, höre ich
eine Stimme, erfinde. Für ein paar
Gulden. Von Blinden, Stummen, Tauben.


Werner Söllner (Arad, 10 november 1951)
Arad, stadhuis

 

De Amerikaanse dichter Vachel Lindsay werd geboren op 10 november 1879 in Springfield, Illinois. Zie ook alle tags voor Vachel Lindsay op dit blog.

To The United States Senate

And must the Senator from Illinois
Be this squat thing, with blinking, half-closed eyes?
This brazen gutter idol, reared to power
Upon a leering pyramid of lies?

And must the Senator from Illinois
Be the world’s proverb of successful shame,
Dazzling all State house flies that steal and steal,
Who, when the sad State spares them, count it fame?

If once or twice within his new won hall
His vote had counted for the broken men;
If in his early days he wrought some good —
We might a great soul’s sins forgive him then.

But must the Senator from Illinois
Be vindicated by fat kings of gold?
And must he be belauded by the smirched,
The sleek, uncanny chiefs in lies grown old?

Be warned, O wanton ones, who shielded him —
Black wrath awaits. You all shall eat the dust.
You dare not say: “To-morrow will bring peace;
Let us make merry, and go forth in lust.”

What will you trading frogs do on a day
When Armageddon thunders thro’ the land;
When each sad patriot rises, mad with shame,
His ballot or his musket in his hand?

In the distracted states from which you came
The day is big with war hopes fierce and strange;
Our iron Chicagos and our grimy mines
Rumble with hate and love and solemn change.

Too many weary men shed honest tears,
Ground by machines that give the Senate ease.
Too many little babes with bleeding hands
Have heaped the fruits of empire on your knees.

And swine within the Senate in this day,
When all the smothering by-streets weep and wail;
When wisdom breaks the hearts of her best sons;
When kingly men, voting for truth, may fail: —

These are a portent and a call to arms.
Our protest turns into a battle cry:
“Our shame must end, our States be free and clean;
And in this war we choose to live and die.


Vachel Lindsay (10 november 1879 – 5 december 1931)
Portret door Ted Keylon

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 10e november ook mijn vorige blog van vandaag.

 

Jacob Cats, Friedrich Schiller, Jan van Nijlen, Arnold Zweig, Rick de Leeuw, Werner Söllner, Vachel Lindsay, Henry van Dyke, Aka Morchiladze

De Nederlandse dichter en schrijver Jacob Cats werd geboren op 10 november 1577 in Brouwershaven. Zie ook mijn blog van 10 november 2010 en eveneens alle tags voor Jacob Cats op dit blog.

Eerste Trouw

Als van twee gepaarde schelpen
D’ene breekt, of wel verliest,
Niemand zal u kunnen helpen —
Hoe men zoekt, hoe nauw men kiest
Aan een, die met effen randen
Juist op d’ ander passen zou.
D’oudste zijn de beste panden,
Niets en gaat voor d’ eerste trouw;
D’eerste trouw, die leert het minnen,
D’eerste trouw is enkel vreugd,
D’eerste trouw, die bindt de zinnen,
Zij is ’t bloempje van de jeugd.
Naar mijn oordeel: twee-maal trouwen
Dat is veel niet zonder pijn;
Drie-maal kan niet als berouwen,
Want hoe kan der liefde zijn?
Houd uw eerste lief in waarden,
Eertse met een vollen zin;
’t Is een hemel opter aarden,
Zo je paart uit rechte min.

 

Is ´t oog verrast, ´t beest is in last

Beziet, het moedig dier de Leeuwe staat gebonden,
Omdat men zijne aard ten leste heeft gevonden:
Ach! Sampson is gevat, omdat zijn machtig haar
Werd, door een ontrouw wijf, zijn vijand openbaar.

Wil iemand in der haast zijn vijand overwinnen,
Die lere zijne grond en aangeboren zinnen.
Want zo hij dat geheim ten volle weten kan,
Daar is geen twijfel aan, hij is er meester van.

 
Jacob Cats (10 november 1577 – 12 september 1660)
Standbeeld in Groede

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Jacob Cats, Friedrich Schiller, Jan van Nijlen, Arnold Zweig, Rick de Leeuw, Werner Söllner, Vachel Lindsay

De Nederlandse dichter en schrijver Jacob Cats werd geboren op 10 november 1577 in Brouwershaven. Zie ook mijn blog van 10 november 2010 en eveneens alle tags voor Jacob Cats op dit blog.

Zo vorst, zo volk

Zie doch eens: in deze poel
Was te voren geen gewoel,
Geen geruchte, geen geschil;
Alle dingen waren stil,
Al de vogels zonder nijd,
Al de vogels zonder strijd;
Maar een schreeuwer, metter vlucht,
Hier gevallen uit de lucht,
Maakte, door zijn hees geschal,
Twist en oproer overal;
Maakte dat het ganse rot
Kwam gesprongen uit het kot,
Kwam zo fel hier in gestort
Dat het water troebel wordt.
Het is nut te zijn geloofd
Dat een vies, een zeldzaam hoofd,
Dat alleen een enig man
Ganse rijken storen kan.
Dan het is ook wel gezien
Heden en in oude tiên,
Dat een enig hoofd geveld
’t Ganse land in ruste stelt.

 

Al draagt de aap een gouden ring

Al draagt de aap een gouden ring,
Zo is het toch een lelijk ding
Al heeft de sim een gulden rok,
Zo is ‘et toch maar enkel jok;
Want schoon zij met een grote pracht,
Wordt deftig in het spel gebracht,
En dat ze voor de eerste maal
Komt prachtig treden op de zaal,
Komt wonder moedig aan de dag:
Zij is een aap, gelijk ze plach’;
Want eer men nog de rolle sluit,
Zo kijken hare grillen uit,
Want zijde, goud, fluweel, satijn,
En geven niet als enkel schijn.
De vors die huppelt naar de poel,
Al zat hij op een gouden stoel.

 
Jacob Cats (10 november 1577 – 12 september 1660)
Portret door Michiel Jansz van Mierevelt, 1634

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Friedrich Schiller, Jan van Nijlen, Arnold Zweig, Rick de Leeuw, Jacob Cats, Werner Söllner

De Duitse dichter en schrijver Johann Christoph Friedrich von Schiller werd geboren op 10 november 1759 in Marbach. Zie ook mijn blog van 10 november 2010 en eveneens alle tags voor Friedrich Schiller op dit blog.

Der Flüchtling

Frisch athmet des Morgens lebendiger Hauch,
   Purpurisch zuckt durch düstrer Tannen Ritzen
Das junge Licht und äugelt aus dem Strauch;
      In goldnen Flammen blitzen
      Der Berge Wolkenspitzen.
Mit freudig melodisch gewirbeltem Lied
   Begrüßen erwachende Lerchen die Sonne,
   Die schon in lachender Wonne
Jugendlich schön in Aurora’s* Umarmungen glüht.

      Sey, Licht, mir gesegnet!
      Dein Strahlenguß regnet
Erwärmend hernieder auf Anger* und Au*.
      Wie silberfarb flittern
      Die Wiesen, wie zittern
Tausend Sonnen in perlendem Tau!

      In säuselnder Kühle
      Beginnen die Spiele
         Der jungen Natur.
      Die Zephyre* kosen
      Und schmeicheln um Rosen,
Und Düfte beströmen die lachende Flur.

Wie hoch aus den Städten die Rauchwolken dampfen!
Laut wiehern und schnauben und knirschen und stampfen
      Die Rosse, die Farren*;
      Die Wagen erknarren
         Ins ächzende Thal.
      Die Waldungen leben,
Und Adler* und Falken und Habichte schweben,
Und wiegen die Flügel im blendenden Strahl.

      Den Frieden zu finden,
      Wohin soll ich wenden
         Am elenden Stab?
      Die lachende Erde
      Mit Jünglingsgeberde
         Für mich nur ein Grab!

Steig’ empor, o Morgenroth, und röthe
   Mit purpurnem Kusse Hain und Feld!
Säus’le nieder, Abendroth, und flöte
   Sanft in Schlummer die erstorbne Welt!
      Morgen – ach! du röthest
         Eine Todtenflur,
Ach! und du, o Abendroth! umflötest
      Meinen langen Schlummer nur.

 

Die Worte des Wahns

Drei Worte hört man, bedeutungschwer,
    Im Munde der Guten und Besten.
Sie schallen vergeblich, ihr Klang ist leer,
    Sie können nicht helfen und trösten.
Verscherzt ist dem Menschen des Lebens Frucht,
So lang er die Schatten zu haschen sucht.

So lang er glaubt an die goldene Zeit,
    Wo das Rechte, das Gute wird siegen –
Das Rechte, das Gute führt ewig Streit,
    Nie wird der Feind ihm erliegen,
Und erstickst du ihn nicht in den Lüften frei,
Stets wächst ihm die Kraft auf der Erde neu.

So lang er glaubt, daß das buhlende Glück
    Sich dem Edeln vereinigen werde –
Dem Schlechten folgt es mit Liebesblick;
    Nicht dem Guten gehöret die Erde,
Er ist ein Fremdling, er wandert aus
Und suchet ein unvergänglich Haus.

So lang er glaubt, daß dem ird’schen Verstand
    Die Wahrheit je wird erscheinen –
Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand;
    Wir können nur rathen und meinen.
Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort,
Doch der freie wandelt im Sturme fort.

Drum, edle Seele, entreiß dich dem Wahn
    Und den himmlischen Glauben bewahre!
Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn,
    Es ist dennoch das Schöne, das Wahre!
Es ist nicht draußen, da sucht es der Thor;
Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

 

Die zwei Tugendwege

Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Tugend emporstrebt;
Schließt sich der eine dir zu, thut sich der andre dir auf.
Handelnd erringt der Glückliche sie, der Leidende duldend.
Wohl ihm, den sein Geschick liebend auf beiden geführt!

 
Friedrich Schiller (10 november 1759 – 9 mei 1805) 
Monument in Frankfurt

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Dolce far niente, William Shakespeare, A. E. Housman, Friedrich Schiller, Gerrit Krol

Dolce far niente – Canal Parade

 

 
Gay Pride 2015, Amsterdam

 

Sonnet 104 – To me, fair friend, you never can be old

To me, fair friend, you never can be old,
For as you were when first your eye I ey’d,
Such seems your beauty still. Three winters cold,
Have from the forests shook three summers’ pride,
Three beauteous springs to yellow autumn turn’d,
In process of the seasons have I seen,
Three April perfumes in three hot Junes burn’d,
Since first I saw you fresh, which yet are green.
Ah! yet doth beauty like a dial-hand,
Steal from his figure, and no pace perceiv’d;
So your sweet hue, which methinks still doth stand,
Hath motion, and mine eye may be deceiv’d:
For fear of which, hear this thou age unbred:
Ere you were born was beauty’s summer dead.

 

 
William Shakespeare (23 april 1564 – 23 april 1616)
Joseph Fiennes als de jonge Shakespeare in de film Shakespeare in Love, 1998

 

You smile upon your friend to-day

You smile upon your friend to-day,
To-day his ills are over;
You hearken to the lover’s say,
And happy is the lover.

‘Tis late to hearken, late to smile,
But better late than never;
I shall have lived a little while
Before I die for ever.

 

 
A. E. Housman (26 maart 1859 – 30 april 1936)

 

Die Freundschaft

Freund! genügsam ist der Wesenlenker –
Schämen sich kleinmeisterische Denker,
Die so ängstlich nach Gesetzen spähn –
Geisterreich und Körperweltgewühle
Wälzet eines Rades Schwung zum Ziele;
Hier sah es mein Newton gehn.

Sphären lehrt es, Sklaven eines Zaumes,
Um das Herz des grossen Weltenraumes
Labyrinthenbahnen ziehn –
Geister in umarmenden Systemen
Nach der grossen Geistersonne strömen,
Wie zum Meere Bäche fliehn.

War’s nicht dies allmächtige Getriebe,
Das zum ew’gen Jubelbund der Liebe
Unsre Herzen an einander zwang?
Raphael, an deinem Arm – o Wonne!
Wag’ auch ich zur grossen Geistersonne
Freudigmuthig den Vollendungsgang.

Glücklich! glücklich! dich hab’ ich gefunden,
Hab’ aus Millionen dich umwunden,
Und aus Millionen mein bist du –
Lass das Chaos diese Welt umrütteln,
Durcheinander die Atomen schütteln;
Ewig fliehn sich unsre Herzen zu.

Muss ich nicht aus deinen Flammenaugen
Meiner Wollust Wiederstrahlen saugen?
Nur in dir bestaun’ ich mich –
Schöner malt sich mir die schöne Erde,
Heller spiegelt in des Freunds Geberde
Reizender der Himmel sich.

Schwermuth wirft die bangen Thränenlasten,
Süsser von des Leidens Sturm zu rasten,
In der Liebe Busen ab;
Sucht nicht selbst das folternde Entzücken
In des Freunds beredten Strahlenblicken
Ungeduldig ein wollüst’ ges Grab?

Stünd’ im All der Schöpfung ich alleine,
Seelen träumt’ ich in die Felsensteine,
Und umarmend küsst’ ich sie –
Meine Klagen stöhnt’ ich in die Lüfte,
Freute mich, antworteten die Klüfte,
Thor genug! der süssen Sympathie.

Todte Gruppen sind wir – wenn wir hassen,
Götter – wenn wir liebend uns umfassen!
Lechzen nach dem süssen Fesselzwang –
Aufwärts durch die tausendfachen Stufen
Zahlenloser Geister, die nicht schufen,
Waltet göttlich dieser Drang.

Arm in Arme, höher stets und höher,
Vom Mongolen bis zum griech’schen Seher,
Der sich an den letzten Seraph reiht,
Wallen wir, einmüth’gen Ringeltanzes,
Bis sich dort im Meer des ew’gen Glanzes
Sterbend untertauchen Mass und Zeit. –

Freundlos war der grosse Weltenmeister,
Fühlte Mangel – darum schuf er Geister,
Sel’ge Spiegel seiner Seligkeit!
Fand das höchste Wesen schon kein gleiches,
Aus dem Kelch des ganzen Seelenreiches
Schäumt ihm – die Unendlichkeit.

 

 
Friedrich Schiller (10 november 1759 – 9 mei 1805)
Borstbeeld in Rudolstadt

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Friedrich Schiller, Jan van Nijlen, Arnold Zweig, Rick de Leeuw, Jacob Cats, Aka Morchiladze

De Duitse dichter en schrijver Johann Christoph Friedrich von Schiller werd geboren op 10 november 1759 in Marbach. Zie ook mijn blog van 10 november 2010 en eveneens alle tags voor Friedrich Schiller op dit blog.

Geburtstagsgedicht

Rastlos vorwärts musst du streben,
nie ermüdet Stille stehn,
willst du die Vollendung sehn,
musst ins Breite dich entfalten,
soll sich deine Welt gestalten,
in die Tiefe musst du steigen,
soll sich dir das Wesen zeigen,
nur Beharrung führt zum Ziel,
nur die Fülle führt zur Klarheit,
und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

 

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

 

Die Führer des Lebens

Zweierlei Genien sinds, die dich durchs Leben geleiten,
Wohl dir, wenn sie vereint helfend zur Seite dir stehn!
Mit erheiterndem Spiel verkürzt dir der eine die Reise,
Leichter an seinem Arm werden dir Schicksal und Pflicht.
Unter Scherz und Gespräch begleitet er bis an die Kluft dich,
Wo an der Ewigkeit Meer schaudernd der Sterbliche steht.
Hier empfängt dich entschlossen und ernst und schweigend der andre,
Trägt mit gigantischem Arm über die Tiefe dich hin.
Nimmer widme dich einem allein. Vertraue dem erstern
Deine Würde nicht an, nimmer dem andern dein Glück.

 
Friedrich Schiller (10 november 1759 – 9 mei 1805)
Charlotte Schiller – Schillers Gartenhaus in Jena, aquarel, ca. 1798

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Friedrich Schiller, Rick de Leeuw, Jan van Nijlen, Arnold Zweig, Jacob Cats, Alejandro Zambra

De Duitse dichter en schrijver Johann Christoph Friedrich von Schiller werd geboren op 10 november 1759 in Marbach. Zie ook mijn blog van 10 november 2010 en eveneens alle tags voor Friedrich Schiller op dit blog.

 

Uit:Der Spaziergang unter den Linden

 

„Wollmar und Edwin waren Freunde und wohnten in einer friedlichen Einsiedelei beisammen, in welche sie sich aus dem Geräusch der geschäftigen Welt zurückgezogen hatten, hier in aller philosophischen Muße die merkwürdigen Schicksale ihres Lebens zu entwickeln. Edwin, der glückliche, umfaßte die Welt mit frohherziger Wärme, die der trübere Wollmar in die Trauerfarbe seines Mißgeschicks kleidete. Eine Allee von Linden war der Lieblingsplatz ihrer Betrachtungen. Einst an einem lieblichen Maientag spazierten sie wieder; ich erinnere mich folgenden Gespräches:

Edwin. Der Tag ist so schön – die ganze Natur hat sich aufgeheitert, und Sie so nachdenkend, Wollmar?

Wollmar. Lassen Sie mich. Sie wissen, es ist meine Art, daß ich ihr ihre Launen verderbe.

Edwin. Aber ist es denn möglich, den Becher der Freude so anzuekeln?

Wollmar. Wenn man eine Spinne darin findet – warum nicht? Sehen Sie, Ihnen malt sich jetzt die Natur wie ein rothwangigtes Mädchen an seinem Brauttag. Mir erscheint sie als eine abgelebte Matrone, rothe Schminke auf ihren grüngelben Wangen, geerbte Demanten in ihrem Haar. Wie sie sich in diesem Sonntagsaufputz belächelt! Aber es sind abgetragene Kleider und schon hunderttausendmal gewandt. Eben diesen grünen wallenden Schlepp trug sie schon vor Deukalion, eben so parfümiert und eben so bunt verbrämt. Jahrtausende lang verzehrt sie nur mit dem Abtrag von der Tafel des Todes, kocht sich Schminke aus den Gebeinen ihrer eigenen Kinder und stutzt die Verwesung zu blendenden Flittern. Es ist ein unfläthiges Ungeheuer, das von seinem eigenen Koth, viele tausendmal aufgewärmt, sich mästet, seine Lumpen in neue Stoffe zusammenflickt und groß thut und sie zu Markte trägt und wieder zusammenreißt in garstige Lumpen. Junger Mensch, weißt du wohl auch, in welcher Gesellschaft du vielleicht jetzo spazierest? Dachtest du je, daß dieses unendliche Rund das Grabmal deiner Ahnen ist, daß dir die Winde, die dir die Wohlgerüche der Linden herunterbringen, vielleicht die zerstobene Kraft des Arminius in die Nase blasen, daß du in der erfrischenden Quelle vielleicht die zermalmten Gebeine unsrer großen Heinriche kostest? Pfui! Pfui! Die Erderschütterer Roms, die die majestätische Welt in drei Theile rissen, wie Knaben einen Blumenstrauß unter sich theilen und an die Hüte stecken, müssen vielleicht in den Gurgeln ihrer verschnittenen Enkel einer wimmernden Opernarie frohnen.“

 

 

Friedrich Schiller (10 november 1759 – 9 mei 1805)

Portret door Louis Ammy Blanc, 1861

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