Kings of Bethlehem (Attila József)

Bij het feest van Driekoningen

 

 
Aanbidding van de Drie Koningen door Maerten de Vos, 1599

 

Kings of Bethlehem

Little Jesus, God bless Thee, God bless Thee,
Royal kings we are all three.
Above us shone a blazing star,
on foot we’ve come from very far.
A little lamb so surely said
that Jesus Christ lay here in bed.
My name is King Melchior,
Help me, help me, my dear Lord.

Good day to you, Son of God, Son of God,
Silly old priests we are not.
News of your birth has travelled far,
King of the poor we’ve heard you are.
Hence our little visitation,
heaven’s kingdom’s our salvation.
My name’s Jasper and I think
I’m a kind of worldly king.

Greetings to you, Saviour, Saviour,
Our land is much sunnier.
All our sausage we have eaten,
our fine boots look weatherbeaten,
six handfuls of gold we have got,
also incense in a big pot.
King Balthazar, yes, that’s me:
The Saracen of the three.

Flushes-blushes sweet Mary, sweet Mary,
little mother she’s happy.
Casting down her eyes she peers
at her Jesus through her tears;
hear the shepherds’ music-playing,
feeding time bears no delaying.
Kindly three kings make your bow,
I must bid you farewell now.

 

Vertaald door John Székely

 


Attila József (11 april 1905 – 3 december 1937)
Kersttijd in Boedapest, de geboorteplaats van Attila József

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Am fünften Sonntage nach Heilige Drei Könige (Annette von Droste-Hülshoff)

 


The Parable of the Sower door Gerald Steinmeyer, 2004
Gordon-Conwell Theological Seminary in Charlotte, North Carolina

 

Am fünften Sonntage nach Heilige Drei Könige
Evang.: Vom Samen, so unter die Dornen fiel

In die Dornen ist dein Wort gefallen,
In die Dornen, die mein Herz zerrissen;
Du, mein Gott, nur du allein kannst wissen,
Wie sie schmerzlich sind vor andern allen;
In die Dornen meiner bittern Reue,
Die noch keine Tröstung will empfangen;
So verbarg ich es in finstrer Scheue,
Und so ist es trübe aufgegangen.

Und so wächst es auf in bittrer Wonne,
Und die Dornen lassen es gedeihen;
Ach! mein Boden ist zu hart, im Freien
Leckt den Tau vom Felsen ihm die Sonne.
Kann es gleich nur langsam sich entfalten,
Schirmen sie es treulich doch vor Stürmen
Und dem Hauch der Luft, dem todeskalten,
Und wenn sich des Zweifels Wolken türmen.

In die Dornen ist dein Wort gefallen,
Und sie werden blut’ge Rosen tragen;
Soll ich einst dir zu vertrauen wagen,
Darf ich nur in ihrem Kranze wallen.
Wenn er recht erstrahlt im Feuerglanze
Und das Haupt mir sengt mit tiefen Wunden,
Dann gedeiht die zarte Gottespflanze,
Muß an seinem Schmerzenstrahl gesunden.

In Entsagung schwinden muß mein Leben,
In Betrachtung meine Zeit ersterben,
So nur kann ich um das Höchste werben;
Meine Augen darf ich nicht erheben.
Ach! ich habe sie mißbraucht zu Sünden
Und verscherzt des Aufblicks reine Freude;
Dann nur kann ich noch den Himmel finden,
So ich ihn in Scham zu schauen meide.

Wenn ich blicke in die milden Mienen
O, wie schmerzlich muß es mich betrüben,
Denen noch das teure Recht geblieben
Ihrem Gott in Freudigkeit zu dienen!
Muß an seinem Schmerzenstrahl gesunden.
Muß erglühend sie zur Erde schlagen;
In ein reines Auge sie zu senken,
Kann ich nimmer sonder Frevel wagen.

Und wie tief neig’ ich die Stirn, die trübe,
Wenn die Sünde rauscht an mir vorüber,
Meinen Manche, daß mich Abscheu triebe,
Und gewinnen lieber mich und lieber,
Ist es oft nur mein vergangnes Leben,
Grauenhaft zum zweitenmal geboren;
Ach! und oft empfind’ ich gar mit Beben,
Wie der Finstre noch kein Spiel verloren!

Aber, was er auch für Tücke hege,
Kämpfen will ich um des Himmels Grenzen;
Meine Augen sollen freudig glänzen,
Wenn ich mich in meine Dornen lege,
Daß die Welt nicht meinen Kampf darf rügen,
Oder gar mit eitelm Lob geleiten:
Wohl, ich kann durch Gottes Wunder siegen,
Aber nimmer mit zwei Feinden streiten.

Ob ein Tag mir steigen wird auf Erden,
Wo ich frei mich zu den Deinen zähle?
Wo kein Schwert mehr fährt durch meine Seele,
Wenn mir deine Hände sichtbar werden?
Herr, und soll der Tag mir nimmer scheinen,
Dürft’ ich ihn in Ewigkeit nicht hoffen,
Dennoch muß ich meine Schulden weinen,
O, der Sünder hat sich selbst getroffen!

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
De Meersburg aan de Bodensee waar de dichteres van 1841 tot 1848 woonde.

 

Zie voor de schrijvers van de 4e februari ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

 

Am vierten Sonntage nach Heilige Drei Könige (Annette von Droste-Hülshoff)

 


De arbeiders in de wijngaard door Christian Wilhelm Ernst Dietrich, ca. 1850

 

Am vierten Sonntage nach Heilige Drei Könige
Evang.: Von den Arbeitern im Weinberge

Ich kann nicht sagen:
»Keiner hat mich gedingt.«
Wem soll ich klagen,
Wenn es mich niederzwingt
In meine schmählich selbstgeflochtnen Bande!
Vor Millionen hast du mich erwählt,
Mir unermeßnes Handgeld zugezählt
In deiner Taufe heil’gem Unterpfande.

Ich kann nicht sagen:
»Siehe, des Tages Last
Hab’ ich getragen!«
Wenn nun, zu Duft erblaßt,
Mich meine matte Sonne will verlassen;
Mein Garten liegt ein übergrüntes Moor,
Und blendend steigt das Irrlicht draus empor,
Den Wandrer leitend in den Tod, den nassen.

Ich kann nicht sagen:
»Siehe, wer stand mir bei?
Ich mußte zagen;
Um mich die Wüstenei
Und das Getier, so nimmer dich erkennet.«
O Gott, du hast zur Arbeit mir gesellt
Viel liebe Seelen, rings um mich gestellt,
Worin dein Name unauslöschlich brennet!

Ich kann nicht sagen:
»Sieh’ deine Stimme sprach,
Ich mußte wagen,
Und meine Kraft zerbrach;
Was hast du meine Nahrung mir entzogen?«
Mein Gott, und liegt wohl tief es in der Brust,
Doch bin ich großer Kräfte mir bewußt,
Und in der Angst hab’ ich mir selbst gelogen!

Ich muß verschwinden
Bis in die tiefste Kluft,
Zergehn in Winden
Wie einer Wolke Duft,
Wenn dein Gericht vor meinem Geist wird stehen;
Du hast mich über Vieles eingesetzt,
Und ganz verarmt erschein ich und zerfetzt,
Die Güter dein ließ ich zu Kot vergehen.

Nichts kann ich sagen,
Denn meine Hand ist leer.
Soll ich es wagen,
Gegen die Waagschal’ schwer
Zu legen meiner Reue späte Triebe?
Und ist es nur wie des Ersatzes Spott,
Nichts hab’ ich sonst, doch du, o milder Gott,
Du hast ein großes, großes Wort der Liebe!

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
Standbeeld van Antonius Abt aan de kapel van Burg Hülshoff (rechts), de geboorteplaats van Annette von Droste-Hülshoff

 

Zie voor de schrijvers van de 28e januari ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Am dritten Sonntage nach Heilige Drei Könige (Annette von Droste-Hülshoff)

 


Christus geneest een melaatse door Jean-Marie Melchior Doze, 1864

 

Am dritten Sonntage nach Heilige Drei Könige
Ev.: Vom Aussätzigen und Hauptmann.

»Geh hin und dir gescheh’ wie du geglaubt!«
Ja, wer da glaubt, dem wird sein Heil geschehen;
Was aber ihm, dem in verborgnen Wehen
Das Leben hat sein Heiliges geraubt?

Herr, sprich ein Wort, so wird dein Knecht gesund!
Herr, sprich das Wort, ich kann ja nichts als wollen;
Die Liebe kann das Herz dir freudig zollen,
Der Glaube wird ja nur als Gnade kund!

Wie kömmt es, da ich dich am Abend rief,
Da ich am Morgen ausging dich zu finden,
Daß du in Lauheit und des Zweifels Sünden
Mich sinken ließest, tiefer stets und rief.

Ist nicht mein Ruf in meiner höchsten Not
Zu dir empor geschollen aus der Tiefe?
Und war es nicht, als ob ich Felsen riefe,
Indes mein Auge stets von Tränen rot?

Verzeih, o Herr, was die Bedrängnis spricht,
Ich habe dich doch oft und süß empfunden,
Ich war ja eins mit dir zu ganzen Stunden,
Und in der Not gedacht’ ich dessen nicht!

Und ist mir nun, als sei ich ganz allein
Von deinem weiten Gnadenmahl verloren,
Der ausgesperrte Bettler vor den Toren:
O Gott! die Schuld ist doch gewißlich mein!

Fühlt’ ich in Demut, wie ich nimmer wert,
Daß ich dein Wort in meinem Geist empfangen,
Daß meine Seufzer an dein Ohr gelangen,
Daß meine Seele dich erkennt und ehrt?

Mein Herr, gedenke meiner Sünden nicht,
Wie oft hab’ ich auf selbstgewähltem Pfade
Geschrien im Dunkel, Gott, um deine Gnade,
Wie um ein Recht, und wie um eine Pflicht!

O hätt’ ich ihre Gaben nicht versäumt!
Hätt’ ich sie nicht zertreten, und verachtet!
Ich stände nicht so grauenvoll umnachtet,
Daß das entflohne Licht mir wie geträumt!

Wie oft ist nicht, noch eh die Tat geschah,
Die als Gedanke lüstern mich umflogen,
In milder Warnung still vorbeigezogen
Dein Name mir, dein Bild auf Golgatha!

Und wenn ich nun mich frevelnd abgewandt,
Die Sünde die ich klar erkannt begangen,
Wie hast du dann in reuigem Verlangen
Nicht oft in meiner Seele nachgebrannt!

Ach, viel und schwere Sünden übt’ ich schon,
Noch mehr der Fehle, klein in ihren Namen,
Doch groß in der Verderbnis tiefstem Samen,
Taub für des jammernden Gewissens Ton.

Nun ist mir endlich alles Licht dahin!
Und öfters deine Stimme ganz verschollen,
Doch wirf mich, o du siehst ich kann noch wollen,
Nicht zu den Toten weil ich lebend bin!

Mein Jesu, sieh, ich bin zu Tode wund,
Und kann in der Zerrüttung nicht gesunden,
Mein Jesu, denk an deine bittern Wunden,
Und sprich ein Wort, so wird dein Knecht gesund!

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
De kapel van Burg Hülshoff, de geboorteplaats van Annette von Droste-Hülshoff

 

Zie voor de schrijvers van de 21e januari ook mijn vorige blog van vandaag.

 

Die heiligen drei Könige (August Wilhelm Schlegel)

Bij het feest van Driekoningen

 


De aanbidding van de Drie Koningen door Albrecht Dürer, 1504

 

Die heiligen drei Könige

Aus fernen Landen kommen wir gezogen,
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren,
Ein schöner Stern ist vor uns her geflogen.

Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Judas muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allem hoch gewogen.

Holdselig Kind, lass auf den Knien Dich grüßen!
Damit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.

Gold, Weihrauch, Myrrhen liegen Dir zu Füßen,
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst Du uns nur mit einem Blicke laben.

 

 
August Wilhelm Schlegel (5 september 1767 — 12 mei 1845)
Hannover, de geboorteplaats van August Wilhelm Schlegel

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

Driekoningen – Epifanie (Inge Boulonois)

Bij het feest van Driekoningen

 

 
De aanbidding van de Drie Koningen door Rogier van der Weyden,  ca. 1455
Middenpaneel van het Driekoningen altaar, Alte Pinakothek, München

 

Driekoningen – Epifanie

De opmaat van het verse jaar bespant
de grond met flinterdun wit vilt. De lucht
kneedt winterharde wolken, dicht beplant.
Een toverhazelaar pakt uit. Berucht

bericht van kale klauwen waar als vaan
een gele sjerp in hangt. Zo schel als goud
van ver. Van dichtbij zie je sterren staan,
van bloemblad, warm gekruld. Het hout blijft koud.

Kijk daar: drie spreeuwen hebben opgelet,
hun wijze kelen krijsen om het fel
geluk dat plaatselijk is ingezet.

Een rijk begin op arm hout, gaaf en wel
kwartier gemaakt, bewonderd. Straks ontzet:
door wind van stam gejaagd – op hoog bevel.

 


Inge Boulonois (Alkmaar, 23 september 1945)
Alkmaar, Langestraat in Kersttijd. Inge Boulonois werd geboren in Alkmaar.

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn vorige blog van vandaag.

Antonio Muñoz Molina, Annette von Droste-Hülshoff, Dennis Cooper, Saskia Stehouwer, Adrian Kasnitz, Mies Bouhuys, Harrie Geelen

De Spaanse schrijver Antonio Muñoz Molina werd geboren op 10 januari 1956 in Úbeda in de provincie Jaén. Zie ook alle tags voor Antonio Muñoz Molina op dit blog.

Uit: Die Nacht der Erinnerungen (Vertaald doorWilli Zurbrüggen)

„Ich habe ihn immer deutlicher gesehen, wie er aus dem Nichts auftauchte, aus dem Nirgendwo kommend wie aus einem Gedankenblitz heraus, mit dem Koffer in der Hand und ermüdet vom Hinaufeilen der von den schrägen Schatten der Marmorsäulen schraffierten Treppe, benommen von der maßlosen Weite, in die er eintritt und in der rechtzeitig seinen Zug finden zu können er sich nicht ganz sicher ist. Ich habe ihn unter all den anderen erkannt, unter denen er nicht auffällt in seinem dunklen Anzug, dem gleichfalls dunklen Regenmantel und Hut. Seine Kleidung ist europäischen Schnitts und für die Stadt und die Jahreszeit vielleicht etwas zu formell, genau wie der Koffer in seiner Hand, solide und teuer, aus Leder, doch ziemlich abgenutzt schon nach all dem Reisen, mit Aufklebern von Hotels und Reedereien, mit Kreideresten von Zollabfertigungen; ein Koffer, der schwer in seiner vom Umklammern des Tragegriffs schmerzenden Hand hängt und für eine so lange Reise dennoch unzureichend scheint. Mit der Präzision eines Polizeiberichts oder eines Traums nehme ich alle Einzelheiten der Wirklichkeit wahr.
Ich sehe sie in dem Moment vor mir auftauchen und Gestalt annehmen, als Ignacio Abel mitten im Geschiebe der Menge einen Augenblick stehen bleibt und sich umdreht wie einer, der gehört hat, dass man seinen Namen ruft. Vielleicht hat ihn jemand gesehen und sagt oder ruft seinen Namen, um über dem Tumult gehört zu werden, der von Marmorwänden und Eisengewölben widerhallt, über dem tönenden Wirrwarr von Stimmen, Schritten, kreischenden Lokomotiven, vibrierenden Böden, dem blechernen Echo der Lautsprecherdurchsagen und den Rufen der Zeitungsverkäufer, die die Abendblätter feilbieten. Ich erforsche seine Gedanken genauso wie seine Taschen und das Innere seines Koffers. Ignacio Abel betrachtet die Titelseiten der Zeitungen stets in der Erwartung und der Furcht, eine Schlagzeile zu lesen, in der das Wort Spanien, das Wort Krieg oder der Name Madrid auftaucht.“

 
Antonio Muñoz Molina (Úbeda, 10 januari 1956)

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