Theo Olthuis, Edmund de Waal, Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver, Eddy Pinas, Jeppe Aakjær, Viktor Paskov

De Nederlandse dichter en schrijver Theo Olthuis werd geboren in Amsterdam op 10 september 1941. Zie ook alle tags voor Theo Olthuis op dit blog.

Simpel

Ruggelings wiegend het onderlijf
als trage ruitenwissers.
Geen jeuk of ander ongenoegen,
maar simpel tijdverdrijf;
vermoedelijk in de buurt van
noem het honds geluk.

 

Vluchteling

Na alles en dat was veel
de beslissing toch genomen.
En op weg naar ergens ver
uiteindelijk toch nog
ergens aangekomen.
Maar al zijn we nu dan hier,
we weten ons ook nog daar,
waar afscheid nemen
een beproeving was.

Uit een hel ontsprongen
en in een doolhof beland,
valt er nog niet veel te vieren.
Opgeslagen in computer en papieren
met om ons heen een vreemde taal,
blijft het dagelijks oefenen
in kalm te blijven en af te wachten.
Met het oog op morgen / overmorgen
kalm te blijven en af te wachten.
– Want na alles overleefd,
hebben wij nog nèt wat dromen over
hoe het hier zou kunnen zijn…

 
Theo Olthuis (Amsterdam, 10 september 1941)

 

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Zie ook alle tags voor Andreï Makine op dit blog.

Uit: Das französische Testament (Vertaald door Holger Fock en Sabine Müller)

„Ich sah einen großen, braunen Falter, eine abendliche Sphinx, die zitternd einen Weg in die trügerische Tiefe des Spiegels suchte. Mit ausgestreckter Hand stürzte ich mich auf ihn und fühlte schon das Kitzeln seiner samtigen Flügel in meinen Handflächen… Jetzt erst bemerkte ich die außergewöhnliche Größe des Schmetterlings. Ich pirschte mich heran und konnte einen Aufschrei nicht unterdrücken: »Das sind ja zwei! Es sind siamesische Zwillinge!« Die beiden Falter schienen tatsächlich aneinander zu kleben. Ihre Leiber wurden von fieberhaften Zuckungen geschüttelt. Zu meiner Überraschung schenkte mir diese doppelte Sphinx keinerlei Aufmerksamkeit und versuchte nicht zu entkommen. Bevor ich sie einfing, konnte ich die weißen Flecken auf ihrem Rücken betrachten, den berühmten Totenkopf. Die Frau in der wattierten Jacke war vergessen. Ich verfolgte den Flug der freigelassenen Sphinx, die sich in der Luft in zwei Schmetterlinge teilte, und mit dem Verständnis eines Zehnjährigen begriff ich den Grund für diese Vereinigung. Das erklärte für mich auch die Bestürzung meiner Großmutter. Die Jagd auf die Sphinx der sich paarenden Schmetterlinge rief in mir die Erinnerung an zwei weiter zurückliegende Ereignisse wach, die zu den geheimnisvollsten meiner Kindheit zählen. Die erste, in mein achtes Lebensjahr zurückreichende Erinnerung beschränkt sich auf einige Zeilen aus einem alten Lied, das meine Großmutter manchmal kaum hörbar sang oder vielmehr vor sich hin murmelte, wenn sie über ein Kleidungsstück gebeugt auf ihrem Balkon saß, einen Kragen flickte oder Knöpfe annähte. Insbesondere der letzte Vers des Lieds verzückte mich:

… Und dort würden wir schlafen bis ans Ende der Welt.

Dieser unendliche Schlaf der Liebenden überstieg meine kindliche Vorstellungskraft. Ich wusste bereits, dass Menschen, die sterben (wie die alte Nachbarsfrau, deren Verschwinden man mir im letzten Winter so ausführlich erklärt hatte), für immer einschlafen. War dies der Schlaf der Liebenden aus dem Lied? In der Folge bildeten die Liebe und der Tod eine seltsame Einheit in meinem Köpfchen. Die schöne, melancholische Melodie tat das Ihre, um meine Verwirrung zu steigern.“


Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

 

De Britse schrijver, keramist en hoogleraar Edmund Arthur Lowndes de Waal werd geboren op 10 september 1964 in Nottingham. Zie ook alle tags voor Edmund de Waal op dit blog.

Uit: The Hare With Amber Eyes: A Hidden Inheritance

“Odessa was a city within the Pale of Settlement, the area on the western borders of imperial Russia in which Jews were allowed to live. It was famous for its rabbinical schools and synagogues, rich in literature and music, a magnet for the impoverished Jewish shtetls of Galicia. It was also a city that doubled its population of Jews and Greeks and Russians every decade, a polyglot city full of speculation and traders, the docks full of intrigues and spies, a city on the make. Charles Joachim Ephrussi had transformed a small grain-trading business into a huge enterprise by cornering the market in buying wheat. He bought the grain from the middlemen who transported it on carts along the heavily rutted roads from the rich black soil of the Ukrainian wheat fields, the greatest wheat fields in the world, into the port of Odessa. Here the grain was stored in his warehouses before being exported across the Black Sea, up the Danube, across the Mediterranean.
By 1860 the family had become the greatest grain-exporters in the world. In Paris, James de Rothschild was known as the le Roi des Juifs, the King of the Jews. The Ephrussi were les Rois de Blé, the Kings of Grain. They were Jews with their own coat of arms: an ear of corn and a heraldic boat with three masts and full sails. Their motto, Quod honestum, unfurled below the ship: We are above reproach. You can trust us.
The masterplan was to build on this network of contacts and finance huge capital projects: bridges across the Danube, railways across Russia and across France, docks and canals. Ephrussi et Cie would change from being a very successful commodity trading house into an international finance house. It would become a bank. And each helpful deal struck with a government, each venture with an impoverished archduke, each client drawn into serious obligation with the family would be a step towards even greater respectability, a step further from those wagons of wheat creaking in from the Ukraine.
In 1857 the two elder sons and their families were sent out from Odessa to Vienna, the capital city of the sprawling Hapsburg Empire. They bought a huge house in the city centre, and for ten years this was home to a shifting population of grandparents, children and grandchildren as the family moved backwards and forwards between the two cities. One of the sons, my great-great-grandfather Ignace, was tasked with handling Ephrussi business in the Austro-Hungarian Empire from this Vienna base. Paris came next: Léon, the older son, was tasked with establishing the family and business here.”

 
Edmund de Waal (Nottingham, 10 september 1964)

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Franz Werfel werd op 10 september 1890 in Praag geboren. Zie ook alle tags voor Franz Werfel op dit blog.

Uit: Stern der Ungeborenen

„Um allen groben Mißverständnissen vorzubeugen: ich bin durchaus kein Meisterträumer. Ich träume nicht lebhafter als andere Leute. Ich pflege am Morgen zumeist meine Träume vergessen zu haben. Oft bleiben freilich, als Strandgut der Nacht, in der grauen Frühe ein paar merkwürdige Bilder und Szenen zurück. Da gibt es zum Beispiel einen Hund, der mit mir in verständigen Worten spricht. Eine leuchtende Braut im Brautschleier, die ich nie gesehen habe, tritt mit ausgebreiteten Armen an mein Bett. Ein Mann mit Vollbart und blauer Schürze, den man den »Arbeiter« nennt, setzt Wasserkünste in Gang, die jedoch nicht aus Wasser, sondern aus absonderlichen Lichtstrahlen bestehen. Oder ich sehe mit unbeschreiblicher Deutlichkeit greise Männer, die anstatt zu sterben immer kleiner werden, immer winziger, und zuletzt als menschenförmige Rübchen in der Erde stecken. Solche Bilder und Szenen sind – wenn das Gedächtnis sie nicht ausstößt – wie eigenwillige Keime, die sich im Geiste während des Tageslebens wachsend weiterentwickeln, willst du oder willst du nicht. Selten, und doch ein paarmal im Leben geschieht es, daß diese selbständigen, vom erfinderischen Willen unabhängigen Gesichte während einer einzigen Nacht oder sogar in mehreren Nächten nacheinander logische Ketten und epische Reihen bilden, und man muß dann schon ein braver Tropf sein, um nicht angeschauert zu werden von den sinnvollen Spielen, die unsre Seele hinter unserm Rücken aufführt, als wäre sie nicht ein beschränktes Ich, sondern ein grenzenloses All.
Es gibt nur zwei Wege, um ein Historiker der Zukunft zu werden: wissenschaftliche Folgerung und Traumdeuterei oder Wahrsagerei. Die wissenschaftliche Folgerung dürfte sich durch wissenschaftliche Folgerung von der Erkenntnis der Zukunft selbst ausschließen. Die Wissenschaft nämlich muß stets auf der Hut sein, aus sich eine Närrin zu machen. Sie bringt es höchstens zur Wahrscheinlichkeitsrechnung. Traumdeuterei und Weissagung hingegen haben den unschätzbaren Vorteil, auf eine uralte Praxis zurückzublicken, die der unanzweifelbaren Überlieferung gemäß namhafte Erfolge aufzuweisen hat. Die prophetischen Erkenntnisarten müssen es nur verstehen, um echt zu sein, die Schleier des Gleichnisses zu tragen und die Schatten des Geheimnisses zu werfen.
Strenge Augen sehn mich schon längere Zeit an. Sie werden immer strenger, und jetzt sprechen sie sogar:
»Sie sind ein Mann in ziemlich reifem Alter. Sie haben wahrhaftig nicht so viel Zeit mehr, um auf unnütze Reisen zu gehn. Wie lange noch wollen Sie Ihren kurzen Arbeitstag vergeuden? Wissen Sie nicht, was heute in dieser Welt geschieht? Waren Sie nicht selbst ein Verfolgter und ein Opfer?”


Franz Werfel (10 september 1890 – 26 augustus 1945)

 

De Poolse schrijver Paweł Huelle werd geboren op 10 september 1957 in Gdańsk. Zie ook alle tags voor Pawel Huelle op dit blog.

Uit: Castorp (Vertaald door Renate Schmidgall)

„Zum ersten Mal in seinem Leben empfand Hans Castorp – wie man in seinen Kreisen in solchen Fällen zu sagen pflegte – die Notwendigkeit, jemandem eine Lektion zu erteilen – ja, man hätte, in diesem Sinne, streng die Stirn runzeln und in einem keinen Widerspruch duldenden Ton noch lauter sagen müssen: “Ihre Dienstnummer, bitte! Das ist unerhört, Sie haben wohl vor, ihre Stelle aufzugeben? Ich werde mich noch heute bei der Direktion beschweren!” Doch statt irgend etwas zu sagen, setzte sich Hans Castorp auf den nächsten freien Platz und schaute, das Gesicht dicht an die Fensterscheibe gepreßt, zerstreut auf das Spalier der hundertjährigen Linden, hinter denen sich die Fahrbahn der Allee und der Friedhof erstreckten. Das Bewußtsein, daß er ohne Fahrkarte fuhr, wenn auch ohne jegliche eigene Schuld, setzte ihm schwer zu. Nach dem, was vorgefallen war, konnte er jedoch auf gar keinen Fall den Schaffner noch einmal ansprechen, das wäre, wie sein französisches Kindermädchen, Madame Choissel, zu sagen pflegte, tout a fait impossible gewesen. Er dachte auch über den seltsamen Akzent des Schaffners nach: Er erinnerte keinesfalls an das Platt, in dem der Großvater, Senator Hans Lorenz Castorp, gewöhnlich mit seinem Diener Fiete redete. Auch jenen sonderbaren Lauten aus dem Süden, die er als kleiner Junge bisweilen im Hamburger Kontor seines Vaters gehört hatte, wenn ihn Geschäftsleute aus Bayern besuchten, war er nicht im mindesten ähnlich. Der Akzent des Schaffners gehörte in eine vollkommen andere, gesonderte Kategorie, die unserem Helden in diesem Moment außergewöhnlich abstoßend vorkam, fremd und feindlich zugleich. Zu allem Überfluß erklang in einem Winkel seines Gedächtnisses eine biblische Phrase, die er vor langer Zeit, wahrscheinlich bei den häuslichen Vorbereitungen auf die Konfirmation, einmal gelesen hatte. Der Satz lautete: “Mißachte seine Sprache nicht”, doch aus welchem Buch er stammte und ob er ihn als Kommentar zu der Situation in der Straßenbahn betrachten sollte – auf diese Fragen fand er keine Antwort. Bedrückt von all dem, registrierte er fast unbewußt das Gebäude der Technischen Hochschule, an dem sie gerade vorbeifuhren. Wäre es – wie ein paar Stunden zuvor die Stadt – während seiner euphorischen Stimmung vor ihm aufgetaucht, so hätte er sicher seine subtile, durchdachte Schönheit zu schätzen gewußt, die in einer Verbindung der jahrhundertealten örtlichen Tradition mit der Idee der Moderne bestand. Doch jetzt konnte ihn kein Maßwerk und keine Attika bezaubern. Er dachte nur: “Und das soll meine Schule sein, so etwas…” Dabei empfand er eine Art innerer Beschämung, ganz so, als müßte er seinem Onkel, Konsul Tienappel, lauthals Recht geben, was seine gegenwärtige, bedauernswerte Lage natürlich nicht zuließ. Womöglich wäre er in seiner Verwirrung zur Endstation beim Straßenbahndepot gefahren, wäre nicht eine junge Dame in einem schicken Hut gewesen, die sich über die Lehne beugte und mit freundlicher Stimme sagte: “Gleich kommt die Haltestelle am Ahornweg, mein Herr. Da ist der Eingang in den Kastanienweg, auf der anderen Seite der Gleise!”


Paweł Huelle (Gdańsk, 10 september 1957)

 

De Amerikaanse dichteres Mary Oliver werd geboren op 10 september 1936 in Maple Heights, Ohio. Zie ook alle tags voor Mary Oliver op dit blog.

The Journey

One day you finally knew
what you had to do, and began,
though the voices around you
kept shouting
their bad advice–
though the whole house
began to tremble
and you felt the old tug
at your ankles.
“Mend my life!”
each voice cried.
But you didn’t stop.
You knew what you had to do,
though the wind pried
with its stiff fingers
at the very foundations,
though their melancholy
was terrible.
It was already late
enough, and a wild night,
and the road full of fallen
branches and stones.
But little by little,
as you left their voices behind,
the stars began to burn
through the sheets of clouds,
and there was a new voice
which you slowly
recognized as your own,
that kept you company
as you strode deeper and deeper
into the world,
determined to do
the only thing you could do–
determined to save
the only life you could save.

 

Sleeping in the Forest

I thought the earth remembered me,
she took me back so tenderly,
arranging her dark skirts, her pockets
full of lichens and seeds.
I slept as never before, a stone on the river bed,
nothing between me and the white fire of the stars
but my thoughts, and they floated light as moths
among the branches of the perfect trees.
All night I heard the small kingdoms
breathing around me, the insects,
and the birds who do their work in the darkness.
All night I rose and fell, as if in water,
grappling with a luminous doom. By morning
I had vanished at least a dozen times
into something better.

 


Mary Oliver (Maple Heights, 10 september 1935)

 

De Surinaamse dichter en schrijver Eddy Louis Pinas werd geboren in Paramaribo op 10 september 1939. Zie ook alle tags voor Eddy Pinasp op dit blog.

Er is nu geen tijd

er is nu geen tijd
om blij te zijn

ieder stukje loof
iedere zandkorrel

staat bol
van verwachting

de bibit wacht
om geboren te worden

beman de ploeg in naam
van volk en vaderland

pas morgen kunnen
we blij zijn

 

Toen ik insliep

toen ik insliep
zag ik enkel
je ogen nog
de droom
onthulde jou
weifelend hart


Eddy Pinas (Paramaribo, 10 september 1939)
In 1985

 

De Deense dichter en schrijver Jeppe Aakjær werd geboren in Aakjær bij Skive op 10 september 1866. Zie ook alle tags voor Jeppe Aakjaer op dit blog.

The Oats

Here I stand with tinkling bells galore,
Twenty on each straw, I think, or more.
But the farmer, bless his honest soul,
Calls me oats and speaks of twenty fold.

I was sown while happy birds in spring
Made with joyful song the welkin ring.
Bumble bees in wild and tumbling race,
In the mellow sunshine droned the bass.

Growing up in sunny morning dew
That sweet Symphony within me grew.
He who listens humbly while I ring,
Hears the echo of the songs of spring.

Cold, unfeeling hearts can never see
Anything but cattle-feed in me.
I am more than food for hungry jaws,
I am song of birds on golden straws.

I am friends with everything that grows,
Friends with every gentle wind that blows,
Friends with waving trees and summer skies,
Friends with daisies and with butterflies.

When the sun goes down, its parting smile
Lingers on my golden head a while,
And when evening bells ring out, I too
Tinkle, standing tip-toe in the dew.

I am ringing children to their beds,
Ringing up the mist that slowly spreads,
Ringing peace, as busy day departs,
Into humble homes and pious hearts.

 

Vertaald door S.D. Rodholm

 
Jeppe Aakjær (10 september 1866 – 22 april 1930)
Portret door Herman Albert Gude Vedel

 

De Bulgaarse schrijver en musicus Viktor Markos Paskov werd geboren in Sofia op 10 september 1949. Zie ook alle tags voor Viktor Paskov op dit blog.

Uit: Ballade pour Georg Henig (Vertaald door Marie Vrinat)

« Récemment, alors que je fouillais dans de vieux papiers de famille, je tombai sur deux lettres écrites au crayon-encre sur des feuilles de cahier par Georg Henig, de son écriture impossible. En haut à droite, on peut lire l’année ainsi que l’endroit où elles ont été rédigées : 1960, hospice de vieillards de Haïredine. L’administration de l’hospice avait joint un avis à la dernière page de la seconde lettre, retenu à l’aide d’un trombone rouillé. On nous informait qu’à cette date, Georg Henig était mort de… (suivait alors l’appellation latine du mot « vieillesse ») et qu’il serait enterré le lendemain, dans le cimetière du village. Conformément à ses dernières volontés, on avait déposé dans son cercueil le violon avec lequel il était arrivé et qui constituait son seul bien. Par un étrange concours de circonstances, le jour où Georg Henig mourait, moi, je fêtais mes douze ans. Je me suis efforcé de me souvenir de cette journée. Mais là où je cherchais le souvenir – était-ce dans mon coeur ? dans mon âme ? – il n’y avait qu’un trou noir. Ce devait être une douce matinée ensoleillée au début de l’automne… sûrement irisée – mais de quelles couleurs ? Existe-t-il encore de telles couleurs ? Au moment où j’écris ces lignes, tombe une fine bruine. C’est un soir d’automne. Les bâtiments, en face, ont la couleur du lilas dans la brume gris sale. De temps en temps, en bas, un bus s’arrête avec ses portes qui s’ouvrent et se ferment. Dans la chambre, des ombres se profilent, mais je ne vois pas celle de Georg Henig. Jamais je n’ai ressenti la solitude aussi intensément.”

 
Viktor Paskov (10 september 1949 – 16 april 2009)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 10e september mijn blog van 10 september 2017 deel 2..

Edmund de Waal, Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver

De Britse schrijver, keramist en hoogleraar Edmund Arthur Lowndes de Waal werd geboren op 10 september 1964 in Nottingham. Zie ook alle tags voor Edmund de Waal op dit blog.

Uit: The Hare With Amber Eyes: A Hidden Inheritance

`I look up at the second-floor windows where Charles had his suite of rooms, some of which looked across the street to the more robustly classical house opposite, some across the courtyard into a busy roofscape of urns and gables and chimneypots. He had an antechamber, two salons — one of which he turned into his study – a dining-room, two bedrooms and a ‘petite’. I try to work it out; he and his older brother Ignace must have had neighbouring apartments on this floor, their elder brother Jules and their widowed mother Mina below, with the higher ceilings and grander windows and the balconies on which, on this April morning, there are now some rather leggy red geraniums in plastic pots. The courtyard of the house was glazed, according to the city records, though all that glass is long gone. And there were five horses and three carriages in these stables which are now a perfect bijou house. I wonder if that number of horses was appropriate for a large and social family wanting to make the right kind of impression.
It is a huge house, but the three brothers must have met every day on those black-and-gold winding stairs, or heard each other as the noise of the carriage being readied in the courtyard echoed from the glazed canopy. Or encountered friends going past their door on the way up to an apartment above. They must have developed a way of not seeing each other, and not hearing each other, too: to live so close to your family takes some doing, I think, reflecting on my own brothers. They must have got on well. Perhaps they had no choice in the matter. Paris was work, after all.
The Hôtel Ephrussi was a family house, but it was also the Parisian headquarters of a family in its ascendancy. It had its counterpart in Vienna, the vast Palais Ephrussi on the Ringstrasse. Both the Parisian and Viennese buildings share a sense of drama, of a public face to the world. They were both built in 1871 in new and fashionable areas: the rue de Monceau and the Ringstrasse were so of-the-minute that they were unfinished, untidy, loud and dusty building sites. They were still spaces that were inventing themselves, competitive with the older parts of town with their narrower streets, and spikily arriviste.
If this particular house in this particular streetscape seems a little stagey, it is because it is a staging of intent. These houses in Paris and Vienna were part of a family plan: the Ephrussi family was ‘doing a Rothschild’. Just as the Rothschilds had sent their sons and daughters out from Frankfurt at the start of the nineteenth century to colonise European capital cities, so the Abraham of my family, Charles Joachim Ephrussi, had masterminded this expansion from Odessa in the 1850s. A true patriarch, he had two sons from his first marriage, Ignace and Léon. And then when he remarried at fifty he had continued producing children: two more sons, Michel and Maurice, and two daughters, Thérèse and Marie. All of these six children were to be deployed as financiers or married into suitable Jewish dynasties.”

 
Edmund de Waal (Nottingham, 10 september 1964)

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Dolce far niente, Clara Müller-Jahnke, Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver

Dolce far niente

 

 
Beach Scene door Aiden Lassell Ripley, ca. 1935

 

Spätsommer am Strand

Da weht von Süd ein sanfter Hauch
aus sonnenlichten Tagen;
die goldbelaubten Äste dehnt
der Ahorn voll Behagen.
Kein Vogelsang, – kein Blütenduft, –
die weiche, warme Sommerluft
säuselt in allen Hagen.

Nun schaun sich schier verwundert an
die schweigenden Zypressen;
es ist, als habe der flüchtige Lenz
sein Lebewohl vergessen
und ginge noch einmal über das Feld,
die blasse, sommermüde Welt
an seine Brust zu pressen.

Durch nackte Zweige schweift der Blick
auf graue Wellenpfade:
die weißen Wasser tummeln sich
am träumenden Gestade;
sie flüstern und raunen wie Liebesgruß,
sie kosen und spielen um deinen Fuß,
leuchten und locken zum Bade.

 

 
Clara Müller-Jahnke (5 februari 1860 – 4 november 1905)
Lenzen (Nu: Łęczno). De kerk is een monument gewijd aan de dorpelingen die in WO I zijn omgekomen. Clara Müller – Jahnke werd geboren in Lenzen

Bewaren

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Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver, Eddy Pinas, Viktor Paskov

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Zie ook mijn blog van 10 september 2010. en eveneens alle tags voor Andreï Makine op dit blog.

Uit: Das französische Testament (Vertaald door Holger Fock en Sabine Müller)

„Selbst Glacha, die Bäuerin in der Familie, trug auf den wenigen Aufnahmen, die uns von ihr geblieben waren, dieses wunderbare Lächeln. Schließlich war da noch ein ganzer Schwarm junger Cousinen, die in den endlos langen Sekunden des Stillhaltens ihre Lippen aufwarfen beim Versuch, sich den flüchtigen französischen Charme zu geben. Als sie ihr »petite pomme« murmelten, glaubten sie noch, das künftige Leben würde allein aus solchen anmutigen Augenblicken gewebt sein …
In diese endlose Reihe von Blicken und Gesichtern drängte sich gelegentlich das Bild einer Frau mit ebenmäßigen, feinen Gesichtszügen und großen, grauen Augen. Als junges Mädchen war ihr Lächeln, in den ältesten Alben, erfüllt vom geheimnisvollen Zauber des »petite pomme«. Mit den Jahren verblasste dieser Ausdruck, und in den immer neueren und näher an unsere Gegenwart rückenden Alben wurde er von einem Schleier aus Melancholie und Schlichtheit überschattet.
Aber diese Frau, eine in der verschneiten, unermesslich weiten Landschaft Russlands verlorene Französin, hatte ihnen das Zauberwort beigebracht, das schön machte. Meine Großmutter mütterlicherseits … Sie war zu Beginn des Jahrhunderts in Frankreich geboren worden als Kind von Norbert und Albertine Lemonnier. Das Geheimnis des »petite pomme« war wahrscheinlich die allererste Legende, die unsere Kindheit bezauberte. Und sicher lieferte sie die ersten Worte aus jener Sprache, die meine Mutter scherzhaft meine »Großmuttersprache« nannte.
Eines Tages fiel mir ein Foto in die Hände, das ich nicht hätte sehen sollen … Ich verbrachte die Ferien bei meiner Großmutter in einer Stadt am Rande der russischen Steppe, in die es sie nach dem Krieg verschlagen hatte. Es war an einem heißen Sommertag, die Sonne neigte sich langsam dem Abend entgegen und tauchte das Zimmer in malvenfarbenes Rot. Dieser etwas unwirkliche Schein legte sich über die Fotos, die ich am offenen Fenster betrachtete. Es waren die ältesten Aufnahmen in unseren Alben. Sie hatten die Revolution von 1917 überstanden, führten in die unvordenklichen Zeiten des Zaren zurück und ließen sie wieder lebendig werden, vor allem aber durchstießen sie den damals sehr dichten Eisernen Vorhang und brachten mich einmal zu einer gotischen Kathedrale, ein anderes Mal auf die Wege eines Gartens, dessen vollkommene Geometrie mich ratlos machte.
Ich tauchte in die Ahnengeschichte unserer Familie ein …”

 
Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

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Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver, Eddy Pinas, Jeppe Aakjær

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Zie ook mijn blog van 10 september 2010. en eveneens alle tags voor Andreï Makine op dit blog.

Uit: Dreams of My Russian Summers (Le Testament français, vertaald door Geoffrey Strachan)

„Throughout this parade of expressions and faces there recurred here and there that of a woman with fine, regular features and large gray eyes. Young at first, in the earliest of the albums, her smile was suffused with the secret charm of the “petite pomme.” Then, with age, in the more recent albums, closer to our time, this expression became muted and overlaid with a veil of melancholy and simplicity.
It was this woman, this Frenchwoman, lost in the snowy immensity of Russia, who had taught the others the words that bestowed beauty. My maternal grandmother… She was born in France at the beginning of the century in the family of Norbert and Albertine Lemonnier. The mystery of the “petite pomme” was probably the first of the legends that enchanted our childhood. And these were also among the first words we heard in that language that my mother used, jokingly, to call “your grandmaternal tongue.”
One day I came upon a photo I should not have seen…. I was spending my holidays with my grandmother in the town at the edge of the Russian steppe where she had been stranded after the war. A warm, slow summer dusk was drawing in and flooding the rooms with a mauve glow. This somewhat unearthly light fell upon the photos that I was examining before an open window, the oldest snapshots in our albums. The pictures spanned the historic watershed of the 1917 revolution; brought to life the era of the tsars; and, moreover, pierced the iron curtain, which was then almost impenetrable, transporting me at one moment to the precinct of a gothic cathedral and the next into the pathways of a garden where the precise geometry of the plants left me perplexed. I was plunging into our family prehistory.
Then suddenly this photo!
I saw it when, out of pure curiosity, I opened a large envelope that had been slipped between the last page and the cover. It was that inevitable batch of snapshots that have not been judged worthy to appear on the rough cardboard of the pages, landscapes that can no longer be identified, faces that evoke neither affection nor memories. One of those batches you always tell yourself you must sort through one day, to decide the fate of all these souls in torment…. “

 
Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

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Uit: The Life of an Unknown Man (Vertaald door Geoffrey Strachan)

 “This happiness rendered absurd men’s desire to dominate, to kill, to possess, thought Volsky. For neither Mila nor he possessed anything. Their joy came from the things one does not possess, from what other people had abandoned or scorned. But, above all, this sunset, this scent of warm bark, these clouds above the young trees in the graveyard, these belonged to everybody!”

(…)

“All of this seemed equally trifling to him now. And when he thought again about the world of free people, the difference between it and the miseries and joys of this place seemed minimal. If three tiny fragments of tea leaf chanced to fall into a prisoner’s battered cup, he relished them. In Leningrad during the interval at the opera a woman sipped champagne with the same pleasure. Their sufferings were also comparable. Both the prisoner and the woman had painful shoes. Hers were narrow evening shoes which she took off during the performance. The prisoner suffered from what they wore in the camp, section of tyres into which you thrust your foot wrapped in rags and fastened with string. The woman at the opera knew that somewhere in the world there were millions of beings transformed into gaunt animals, their faces blackened by the polar winds. But this did not stop her drinking her glass of wine amid the glittering of the great mirrors. The prisoner knew that a warm and brilliant life was lived elsewhere in tranquility but this did not spoil his pleasure as he chewed those fragments of tea leaf….”

 

 

Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

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Andreï Makine, Franz Werfel, Paweł Huelle, Mary Oliver

De Franse schrijver van Russische afkomst Andreï Makine werd geboren in Krasnojarsk op 10 september 1957. Zie ook mijn blog van 10 september 2010. en eveneens alle tags voor Andreï Makine op dit blog.

 

Uit: Dreams of My Russian Summers (Le Testament français, vertaald door Geoffrey Strachan)

 

„While still a child, I guessed that this very singular smile represented a strange little victory for each of the women: yes, a fleeting revenge for disappointed hopes, for the coarseness of men, for the rareness of beautiful and true things in this world. Had I known how to say it at the time I would have called this way of smiling “femininity.”…But my language was too concrete in those days. I contented myself with studying the women’s faces in our photograph albums and identifying this glow of beauty in some of them.

For these women knew that in order to be beautiful, what they must do several seconds before the flash blinded them was to articulate the following mysterious syllables in French, of which few understood the meaning: “pe-tite-pomme.”…As if by magic, the mouth, instead of being extended in counterfeit bliss, or contracting into an anxious grin, would form a gracious round. The whole face was thus transfigured. The eyebrows arched slightly, the oval of the cheeks was elongated. You said “petite pomme,” and the shadow of a distant and dreamy sweetness veiled your gaze, refined your features, and caused the soft light of bygone days to hover over the snapshot.

This photographic spell had won the confidence of the most diverse women: for example, a relative from Moscow in the only color photo in our albums. Married to a diplomat, she spoke through clenched teeth and sighed with boredom before even hearing you out. But in the photo I could immediately identify the “petite pomme” effect.

I observed its aura on the face of a dull provincial woman, some anonymous aunt, whose name only came up when the conversation turned to the women left without husbands after the male slaughter of the last war. Even Glasha, the peasant of the family, in the rare photos that we still possessed of her, displayed the miraculous smile. Finally there was a whole swarm of young girl cousins, puffing out their lips while trying to hold on to this elusive French magic during several interminable seconds of posing. As they murmured their “petite pomme,” they still believed that the life that lay ahead would be woven uniquely from such moments of grace…. „

 

Andreï Makine (Krasnojarsk, 10 september 1957)

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