Egyd Gstättner, Theodore Roethke

De Oostenrijkse schrijver en essayist Egyd Gstättner werd geboren op 25 mei 1962 in Klagenfurt. Zie ook alle tags voor Egyd Gstättner op dit blog.

Uit: Absturz aus dem Himmel

„Vielleicht war niemand bereits während seiner Gymnasialzeit so sehr davon überzeugt wie ich, dass er (ich) ein großer Dichter wird (werde). Die Freunde nicht. Die Eltern nicht. Die Lehrer nicht. Von den Experten einmal ganz zu schweigen. Ich hatte eine sogenannte wohlbehütete Kindheit zwischen Gartenzäunen, deshalb ist auch nichts außer mir aus mir geworden. Die Mutter aufarbeiten und den Vater bewältigen und den Großvater, von dem erzählt wird, er sei immer ohne Regenschirm nach Hause gekommen, wenn es unterwegs zu regnen aufgehört habe. Er sei aber immer mit Regenschirm nach Hause gekommen, wenn es unterwegs zu regnen begonnen habe. Er starb vor meiner Geburt und war im Übrigen niemals eingetragenes Mitglied irgendeiner Partei gewesen, wie niemand aus der Familie irgendwann einmal eingetragenes Mitglied irgendeiner Partei war, die Kirche ausgenommen, aber die Jenseitsfuchtel kandidiert ja nicht. Allerdings arbeitete die Mutter außer Haus und der Vater im Büro und ich war allein. Ich schaute aus dem Parterrefenster einer grauen Hauswand hinaus und in die gegenüberliegende graue Hauswand wieder hinein. Dazwischen verlief eine Straße, auf der dann und wann Autos fuhren, und die zählte ich. Viele, viele bunte Autos. Sonst war ich allein mit meinem kleinen Seelchen in mir. Also einmal die Seele plappern lassen nach Herzenslust. Wenn sie nur nicht so abgründig wäre und so trocken und so ernst, lyrisch, das heißt ohne Anfang und Ende. Die Lebenslüge des Mittelstands? Nein, besser ein nicht erwischbares Ich für den großen Wurf; Biografie: Auslage in Arbeit. Der Mensch ist ein Fleisch, das bald stinkt, ein Schifferl, das bald versinkt: Ein geschwisterlicher Fötus, der direkt aus der Mutter in die Restauranttoilette plumpst. Eine Tante, die sich in Neuseeland vom Balkon gestürzt hat. Eine andere Tante in Deutschland, die überhaupt nur aus Abschiedsbriefen besteht, aber einen Selbstmord nach dem anderen verhaut, Suicidus interruptus: Das sind Bilder! Das sind Geschichten! – wenn auch keine neuen Geschichten! Was ist schon neu? Das Neue ist alt! Das Neue ist uralt, das Neue wird immer älter! Neu wäre es auch nicht zu erzählen, ohne Geschichten zu erzählen. Es wimmelt von jungen Dichtern in Turnpatschen und Safarianzügen, die nur schreiben können, weil sie erstens kein Thema und zweitens keinen Vater haben. Wenigstens mein Vater hatte keinen Vater, wenigstens hatte ich keinen Großvater, vielleicht hat irgendein Großkritiker oder das deutsche Feuilleton doch ein Einsehen! Ich hatte keinen Großvater, Leute!!! Keinen einzigen!!! Wisst ihr, was das bedeutet??? Hört ihr mich??? Saftsäcke. Ein Thema entfernt im Übrigen das Schreiben vom Schreiben, Themen haben viele, aber die Gestalt der Worte widersetzt sich, verba tene, res sequentur –„

 

Egyd Gstättner (Klagenfurt, 25 mei 1962)

 

De Amerikaanse dichter Theodore Huebner Roethke werd geboren in Saginaw, Michigan op 25 mei 1908. Zie ook alle tags voor Theodore Roethke op dit blog.

Het ontwaken

Ik wandelde over
Een open veld;
De zon scheen;
Hitte was blij.

Hier langs! Hier langs!
De keel van het winterkoninkje glinsterde,
Van de een naar de ander.
De bloesems zongen.

De stenen zongen,
De kleintjes ook,
En bloemen sprongen
Als kleine geiten.

Een rafelige rand
Van madeliefjes zwaaide;
Ik was niet de enige
In een bosje appelbomen.

Ver in het bos
Zuchtte een nesteling;
De dauw liet los
De ochtend geurde.

Ik kwam waar de rivier
Over stenen stroomde:
Mijn oren kenden
Een vroege vreugde.

En alle wateren
Van alle stromen
Zongen in mijn aderen
Die zomerdag.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Theodore Roethke (25 mei 1908 – 1 augustus 1963)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 25e mei ook mijn blog van 25 mei 2019 en ook mijn blog van 25 mei 2017 en ook mijn blog van 25 mei 2015 deel 2.