Markus Breidenich

De Duitse dichter en schrijver Markus Breidenich werd geboren in Düren op 18 mei 1972. Zie ook alle tags voor Markus Breidenich op dit blog.

Letzte Nacht

Es war dieses Fingerspitzengefühl auf deiner Haut,
das sich einstellte, wenn man dir nahe kam. Über
dem Hals zum Beispiel, der unmerklich – aber
pars pro toto – für dich stand. Nur gelegentlich
konnte man, abends vor allen Dingen, spüren,
dass etwas dir über die Zunge kam. Die Lippen.
Dann wischte man mit angefeuchteten Tüchern
über deinen Mund. Während du fernsahst. Etwas,
das aussah wie ein Kreis oder Stern, der jetzt in
deinem Gesicht geschrieben stand. So konnte man
in einem der fallenden Abendblätter lesen, dass
der Mond über dem Schützen aufgehe und
allmählich in dein Zimmer scheine. Für ein
Licht auf die trüben Linsen. All die Krater und
Furchen erinnerten an Bestandsaufnahmen. An
Röntgen- und Spiegelbildliches im Dimmerlicht
einer kleinen, verrauchten Lunge. Nach der Sperr-
stunde. Der letzten Ölung einer Kneipentür, die dir
dort, im Augenblick deines Nach-Hause-Weges, zu-
oder einfach nur eingefallen war. So sehr lief jetzt
jeder Film über deinen Augen noch einmal an dir ab.
Die Mitwirkenden, die im Abspann ihre Erwähnung
fanden. Die Haupt- und Nebenrollen unter deinen
Stühlen. Die Gitter und Stäbe. Alles vor und
hinter deinem Rücken Gewesene. Hin und zurück
durch dein Haar Gefahrene. Jedes Streicheln, Streichen.
Alles Kuscheln und Kuschen. Zur Ruhe gesetzte,
all das Schlafen gelegte, sedierte, traumhafte Leben.

 

Luftraum

Wir kreisen. Im Kritzeln der Flugschreiber.
Tonbänder, -scherben. Drei Sauerstoff-Masken.
Passanten. Im Hintergrund: Schall.

Die Götter – hier gaben sie Helden im Spiel –
nahmen die Sicht. So lange noch Treibstoff war
in den Flügeln der Engel. Waren wir es,
auf einem der Rückflüge, heimlich, ins Paradies,
die Runde um Runde spielten. Mit Glück
berührte ein Steward den Knopf an der Jacke
des Autopiloten, nahm jedes Schicksal zur Hand.
Ein wenig noch mit den Steuerknüppeln zu lenken
und über die Tastatur am Seitenruder zu drehen.
Die Räder ein Stück weit auszufahren.
Kratzer in Wolken zu ritzen.

Was wissen wir noch nach dem Reinemachen
der Platten. Wie viele verlorene Leben?
Über den Punktestand. Die Auswertung
innerer Stimmen. Gegen Ende der Simulation:

Absturz des Rechners über Attikas Feldern.

 

HOE JE DAT VOLHOUDT.
Dat je binnen bent.
En de huid over de dingen.

Hoe je ’s avonds laat nog
op de bus wacht. Als het
mogelijk is dat hij niet komt.

Dan te voet gaat. Dan
op handen. Ondersteboven in
de regen. In het bos.

Hoe dat gaat. Hoe dat
mogelijk is. Dat met de ogen.
Dat het altijd zo blijft.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Markus Breidenich (Düren, 18 mei 1972)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 18e mei ook mijn blog van 18 mei 2019 en ook mijn blog van 18 mei 2018 en eveneens mijn blog van 18 mei 2014 deel 2.