Wadih Saadeh, Fabrice Colin, Tobias Sommer, Eino Leino, Serge Pey, Walter Flex, Paul Keller

De Libanees-Australische dichter en schrijver Wadih Saadeh werd geboren in Shabtin in Libanon op 6 juli 1948. Zie ook alle tags voor Wadih Saadeh op dit blog.

A Country

It took its name
from water
and started to flow
The foam we saw
riding the waves
was its people
The grass over the dunes
their ribs
A country
whose men all
had departed, and so
the women were wed
to trees

 

Genesis

With what meagre space
remaining between his hands
he tried to reconstruct
a universe: with a tear,
he drew a star, a moon with a glance,
and with a single touch, a sun.
When he closed his eyes,
people commuted to their work
on the sidewalk of his eyelids.

Vertaald door Sargon Boulus

Wadih Saadeh (Shabtin, 6 juli 1948)

 

De Franse schrijver Fabrice Colin werd geboren op 6 juli 1972 in Parijs. Zie ook alle tags voor Fabrice Colin op dit blog.

Uit: À vos souhaits

« Il bruinait comme jamais sur Phœnix Park et sur l’île aux pélicans où les grands oiseaux parlants retranchés sous les saules pleureurs devisaient en secret, leurs ailes duveteuses repliées dans la froidure.
Il pleuvait à verse sur Strawberry Circus, où le manège pour enfants tournait à vide depuis plusieurs jours, et quelques bonnes mal fagotées, tirant des poussettes soudain trop lourdes, s’arrêtaient un instant devant les fiers chevaux de bois qui tournaient et tournaient pour personne.
Il ruisselait en abondance sur les mégalodons luisants de Graymercy Square, stoïques dans leur mélancolie de bronze, sur la statue de l’astronome, et sur les lourds dragons de la City chargés de garder les portes antiques et qui n’avaient plus bougé depuis des siècles. Il tombait des cordes sur les hauteurs, nuages déchirés flottant dans les collines, et sur le cimetière de Veryhighgate, sombres allées, imaginais-je, où même les morts-vivants ne s’aventuraient qu’à tâtons, préférant aux bourrasques ingrates des allées le confort moussu de leurs cryptes séculaires.
Il pleuvait sur les boutiques du Pont de la Tour et sur les gnomes effarés qui recalculaient pour la énième dois leur chiffre d’affaires de la semaine, et songeaient à la mort. Il pleuvait sur les licornes du zoo royal, sur les grands stades de Quartek ouverts à tous les vents, sur les hauts parcs déserts plantés d’érables et de noyers, sur les bas quartiers et sur les demeures bourgeoises, dans les ruelles et les alcôves, il pleuvait sur les ogres mendiants, sur les gobelins asthmatiques, sur les belles elfes égarées, sur les dragons domestiques, il pleuvait sur les duels, sur les étreintes et sur les fuites, sur les espoirs et les amours, et les cloches de Newdon égrenaient patiemment ces heures de pluie sans fin »

Fabrice Colin (Parijs, 6 juli 1972)

 

De Duitse dichter en schrijver Tobias Sommer werd geboren op 6 juli 1978 in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein). Zie ook alle tags voor Tobias Sommer op dit blog.

Uit: Edens Garten

„Ich zerstörte mit einem Wimpernschlag alle Traumgestal-ten und schwankte durch unser Haus. Lena versperrte mir den Weg zum Eisfach, das Licht aus dem Kühlschrank unterstrich ihre bleiche Haut, die dunklen Augenränder und das Pechschwarz ihrer Haare, jede Farbnuance war künstlich und gewollt, als machte sie sich auf zu einem Death-Metal-Konzert und nicht zum Treffen der europäi-schen Außenminister. Lena drückte Filterpapier in unsere Kaffeemaschine, löffelte das Pulver aus einem Meter Höhe dazu und schaute dabei aus dem Fenster, statt zu zählen, trällerte sie einen Song der Toten Hosen, sie sang mit tiefen, kratzenden Tönen, he rides and he rides, he looks through his window, what does he see? Sie war textsicher, und nicht nur das, sie übersetzte ihre Lieblingslieder in zehn Sprachen, sie erzählte gerne, mit den Rock- und Punksongs ihrer Ju-gend in einem Vorort von Budapest hätte sie das Dolmet-schen gelernt und den Job in Brüssel bekommen. Für Lena war diese Erklärung, obgleich übertrieben und falsch, zu schön, um sie zu verschweigen, sie war überzeugt: Hätte sie nicht den staatlichen Bildungsweg bis zum Erbrechen verfolgt, wäre sie die tonangebende Frontfrau einer Rock-band geworden, ihren Vorbildern war sie auf jeden Fall treu geblieben.Ihr Blick zeigte mir, sie hatte letzte Nacht Sex, auch wenn er nur in ihren Gehirnzellen stattgefunden hatte, der Höhepunkt hatte sich in ihren Augen festgezurrt. Unsere Oberschenkel und Hüften berührten sich, Lena antwortete mit der zweiten Strophe, he sees the bright and hollow sky, he sees the stars come out tonight. Ich nahm ihren Geruch auf, bevor er sich mit dem Kaffeearoma vermischen konnte, der Duft der vergangenen Nacht war weggespült, ihre Lotion überdeckte alles, Patschuli und eine Überdosis Cassis.Lena beobachtete vom Küchenfenster aus den beginnen-den Tag, sie suchte nach Sternstraßen oder Regenwolken und strich gedankenverloren mit den Fingern durch ihre kurzen Haare, die Stoppeln zeigten mithilfe von Gelspray in alle Himmelsrichtungen, Lena sagte grundlos, wusstest du, noch heute kann man Neil Armstrongs Fußabdruck auf dem Mond sehen.Wenn er wirklich oben war, ich sah in einen planetenlosen Himmel, morgens um 6.00 Uhr, hast du gut geschlafen?, ich küsste Lena auf die Wange und entschied mich für ein Glas Aspirinwasser mit drei Eiswürfeln.“

Tobias Sommer (Bad Segeberg, 6 juli 1978)

 

De Finse dichter en schrijver Eino Leino (eig. Armas Eino Leopold Lönnbohm) werd geboren op 6 juli 1878 in Paltamo. Zie ook alle tags voor Eino Leino op dit blog.

Elegia

Youth fading like a rolling stream,
strings of gray push from the golden beam.
In vain, O in vain try I and seize the hour;
no joy in friends, my wine’s going sour.

Gone are my proud days of will.
My spirit burned; now it lies still.
From all vales I rose; O why see I not another mile?
My heart’s wish: less pain but a humble while.

O true I know, peace there is deep in the mold.
The path of a seeker did no mellow rest hold;
stormy clouds cloaking the sun going down,
a fainting red burns like the deepest wound.

Gone in the sea is the blossom of my dreams.
I’m a penniless man; dear the price of the song, it seems.
My all I gave, but a while did I brave,
a grave heart did the gold of my dreams pay.

Tired I am, O my heart to the depths!
More it is than a man and he takes?
Or I’m of them with the will and no more?
All winnings void, yield an undying throe.

So for none did I bear all trouble and ail,
broken chains, burnt dearest ships of sail?
Now I did fall when the demand was my all?
Freezing to ice, scarred to answer the call?

Hopeless the struggle to the divine gate,
heavenly song to its child coming too late.
Queen the winter tears me down with these quills.
In the quiet of the gorge this dying beast stills.

 

Vertaald door Jason Macfear

Eino Leino (6 juli 1878 – 10 januari 1926)
Portret door  Axel Gallen-Kallela, 1917


De Franse dichter Serge Pey werd geboren in Toulouse op 6 juli 1950. Zie ook alle tags voor Serge Pey op dit blog.

Réveil

1
le ballon que je
pousse avec mes pieds
est une tête perdue
qui cherche au hasard
un corps décapité
pour l’habiter
avec le rire de sa bouche

Je ne peux toucher
ton rêve avec mes mains
car sa tête est un chemin
que tracent mes pieds
dans toutes mes chaussures

Parfois c’est ma tête
qui roule à mes pieds
et un gardien aveugle
la laisse passer dans le filet
quand la foule jette
son silence de vieil os
à un seul chien dans
la poussière

Tu le sais
quand nous jouons
ensemble nous avons deux
têtes
et nous ne savons laquelle
nous devons tirer dans le ciel
en titubant entre
nos pieds nus et nos souliers

Ce ballon que je tiens entre
mes mains
est la tête
que tu veux placer
sur un homme
pour inventer un dieu absent
dans la foule en cendre
d’un seul chapeau

La fenêtre dans laquelle
je tire devient doucement
le corps immense
de ce que je ne sais pas.

Serge Pey (Toulouse, 6 juli 1950)

 

De Duitse dichter en schrijver Walter Flex werd geboren op 6 juli 1887 in Eisenach. Zie ook alle tags voor Walter Flex op dit blog.

Uit: Der Kanzler Klaus von Bismarck


„Das Sterbelied der Mark klang und klang… Seit dem rätselhaften Tode des großen Waldemars lag das Land vor den Hunden. Der landfremde Fürst aus Wittelsbachschem Blute, der das verwaiste Erbe der einheimischen Markgrafen aufgenommen hatte, war seinem verwilderten Volke lebenslang fremd geblieben. Im Sterben ließ er dem Bruder einen im tiefsten zerrütteten Staat und leere Kassen. Der neue Herr, Ludwig von Wittelsbach, kam ins Land, aber niemand horchte in Haß oder Hoffnung auf seine Schritte.
Die Pest fraß am Marke Brandenburgs. Hütten und Höfe verödeten. Geißelbruderschaften zogen, irre Lieder auf schäumenden Lippen, blutige Peitschen in Händen, durchs Land und trugen ihren gespenstischen Wahnsinn von Stadt zu Stadt. Das verzweifelte Volk, über dem der Todesvogel seine Kreise zog, raunte von vergifteten Brunnen und suchte in blindem, zähem Haß nach Schuldigen. Judenbrände flammten qualmend auf und warfen flackernde Schatten in die verödeten Gassen. Aber kein Gott sah gnädig auf die blutigen Opfer, die Haß und Verzweiflung ihm darbrachten.
In Haß und Hader war ein Kampf aller gegen alle entbrannt. In dem armen Lande, dem der Herr fehlte, waren die kleinen Herren mächtig geworden und rauften um die Fetzen des Fürstenmantels. Die schloßgesessenen Herren machten als Strauchritter die Straße unsicher und führten auf ihren Burgen von Raubbeute und erpreßtem Geld ein Schmarotzerleben. Kein Kaiser wehrte ihnen. Der Luxemburger Karl wartete, lauernd auf die Todesstunde der Markgrafenherrschaft, in der er als Erbe aufzutreten gedachte. Die Städte griffen zur Selbsthilfe, und die Zunftwehren lagen in zähem Haß um die festen Burgen. Aber innerer Hader machte auch die Städte hilflos und untüchtig. Eifersüchtig hüteten die alten Patriziergeschlechter, die ihre Abkunft von königlichem Schwertadel herleiteten, die ererbten Herrenrechte und wehrten den aufstrebenden Handwerkern Anteil an Rat und Gericht. Die Zünfte schlossen ihre Jungmannschaft zu streitbaren Fußwehren zusammen und zwangen in blutigem Aufruhr die Geschlechter nieder, deren Häupter unter Beil und Mordspieß fielen.“

Walter Flex (6 juli 1887 – 16 oktober 1917)
Cover


De Duitse schrijver Paul Keller werd op 6 juli 1873 in Arnsdorf geboren. Zie ook alle tags voor Paul Keller op dit blog.

Uit: Ferien vom Ich (Nach meiner Heimkehr)

“Ich sagte ihr, was ich wusste, auch dass er ein braver Mensch geblieben sei, woran wir beide niemals gezweifelt hatten. Dann, dass er in einer geachteten Stellung und wohl ein reicher Mann sei oder es doch werde. Darauf hörte sie kaum, sondern schlug die Händchen zusammen und jammerte:
»Warum? Warum?«
Das war die schwere Frage, über deren richtige Beantwortung ich mir auf der Heimreise den Kopf zerbrochen hatte. Ganze Abhandlungen hatte ich in meinem Hirn ausgearbeitet, schlagende psychologische Begründungen für eine Mutter, die fragt: Warum gibt mein Sohn keine Nachricht? Warum kommt er nicht zurück? Warum lässt er mich in dieser furchtbaren Einsamkeit und Qual?
Da sagte ich ihr nur die wichtigsten Sätze, die Joachim gesprochen:
»Ich hab wohl hundertmal geschrieben und tausendmal schreiben wollen. Aber ich hab keinen Brief abgeschickt. Ich hatte eine schreckliche Angst, dann schreibt ihr wieder, und dann halte ich’s nicht aus in der Fremde, dann muss ich zurück in diese verfluchte Heimat.«
Sie war ein wenig betäubt über diese Worte; aber dann glomm eine Hoffnung auf in ihren Augen, und sie sagte:
»Aber jetzt wird er schreiben?«
»Ja, jetzt wird er schreiben; das ist das einzige, was ich nach meinem langen Suchen erreicht habe.«
»Ich danke dir, lieber Fritz«, sagte sie und drückte mir schüchtern die Hand.
*
Nun bin ich beinahe eine Woche zu Hause und fange an, mich glücklich zu fühlen und zu freuen. Ich glaube, zu den Freuden, die schwer zu tragen sind, gehört die Heimkehr aus fremden Landen. Und nicht bloß mir in meinem besonderen Falle wird es so gehen, nein, allen, die lange draußen waren und wieder nach Hause kommen. Es ist viel Scheu, viel Bangigkeit in der Seele, die Quellen der Lust und des Schmerzes fließen zusammen wie in einen tiefen Bronnen, aus dem erst langsam, wenn sich der zitternde Spiegel beruhigt hat, das Himmelsgesicht des Glücks auftauchen kann.”

Paul Keller (6 juli 1873 – 20 augustus 1932)
Een jonge Paul Keller


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