Luise Hensel, Walt Whitman, Frank Goosen, Gabriel Barylli, Dolce far niente

Bij Maria Visitatie – Dolce far niente

 

Maria Visitatie door Heinrich Maria Hess, 1829

 

Mariä Heimsuchung

O Jungfrau, welch ein sel’ger Gruß
Erfüllt Dein Herz mit Freude!
Wie eilt Dein leichtbesohlter Fuß
Hin über blühende Haide!

Es duftet süß der Thymian,
Gestreift von Deinem Saume.
Die Blumen sehn Dich wonnig an;
Wie rauscht’s im Palmenbaume!

Leicht eilst Du über Bergeskamm,
Die Andacht giebt Dir Schwingen.
Die lieben Vögel wonnesam
Die schönsten Lieder singen. –

O nimm mich mit, o Jungfrau rein!
Will Dir Dein Bündlein tragen;
Will fromm auch und andächtig sein,
Kein einzig Wörtlein sagen. –

Da steht im Abendschein das Haus,
Drin walten Fried’ und Segen,
Die greise Freundin schaut heraus
Und eilt Dir froh entgegen.

Ihr Gruß tönt Dir wie Engels Gruß,
Der noch im Herzen klinget.
Demüthig sinkt sie Dir zu Fuß,
Die zärtlich sie umschlinget.

Und hell erschallt Dein Hochgesang,
Das höchste aller Lieder;
Die Himmel lauschen seinem Klang,
Der Erdball hallt ihn wieder.

Luise Hensel (30 maart 1798
– 18 december 1878)
De dorpskerk van Linum, de geboorteplaats van Luise Hensel

 

De Amerikaanse dichter Walt Whitman werd geboren op 31 mei 1819 in Westhills, Long Island, New York. Zie ook alle tags voor Whalt Whitman op dit blog.

Te denken aan tijd

1
te denken aan tijd… te denken door de terugblik,
Te denken aan vandaag… en de eeuwen die voortgaan.
Heb jij beseft dat jij zelf niet zult voortgaan? Heb je de angst gekend voor die aardkevers?
Heb je gevreesd dat de toekomst voor jou niets zou zijn?

Is vandaag niets? Is het beginloze verleden niets?
Als de toekomst niets is zijn ze even zeker niets.

Te denken dat de zon opkwam in het oosten… dat man en vrouw buigzaam waren en echt en in leven… dat alles echt was en in leven;
Te denken dat jij en ik niet voelden niet dachten ons deel niet droegen,
Te denken dat wij nu hier zijn en ons deel dragen.                                                                                                                             

2
Geen dag gaat voorbij… geen minuut of seconde zonder verlossing;
Geen dag gaat voorbij… geen minuut of seconde zonder een lijk.

Wanneer de trage nachten voorbij zijn, en de trage dagen ook,
Wanneer de pijn van zoveel in bed liggen voorbij is,
Wanneer de dokter, na lang uitstel, de stille en vreselijke blik geeft als antwoord,
Wanneer de kinderen gehaast en huilend komen, en de broers en zussen geroepen worden,
Wanneer medicijnen ongebruikt op de plank staan, en de geur van kamfer door de kamers trekt,
Wanneer de trouwe hand van de levende de hand van de stervende niet loslaat,
Wanneer de trillende lippen licht op het voorhoofd drukken van de stervende,
Wanneer de adem stokt en de hartslag stilvalt,

Dan strekken de lijkenledematen zich uit op bed, en de levenden kijken ernaar,
Ze zijn tastbaar zoals de levenden tastbaar zijn.

De levenden kijken naar het lijk met hun blik,
Maar zonder blik talmt een ander leven en kijkt nieuwsgierig naar het lijk.

3
Te denken dat de rivieren zullen komen om te stromen, en de sneeuw zal vallen, en de vruchten zullen rijpen… en ze zullen van invloed zijn op anderen zoals op ons nu… en niet op ons van invloed zijn;
Te denken aan al deze wonderen van de stad en het land… en anderen die groot belang erin stellen… en wij die klein belang erin stellen.

Te denken hoe gedreven wij zijn in het bouwen van onze huizen,
Te denken dat anderen net zo gedreven zullen zijn… en wij onverschillig.

Ik zie iemand een huis bouwen dat hem enkele jaren zal dienen… of zeventig of tachtig jaar op zijn hoogst;
Ik zie iemand een huis bouwen dat hem langer dan dat zal dienen.

Langzaam bewegende zwarte lijnen kruipen over de hele aarde… zij stoppen nooit… het zijn de graflijnen,
Hij die President was is begraven, en hij die nu President is zal zeker worden begraven.

Vertaald door Ilja Leonard Pfeijffer

Walt Whitman (31 mei 1819 – 26 maart 1893)

 

De Duitse schrijver en cabaretier Frank Goosen werd geboren op 31 mei 1966 in Bochum. Zie ook alle tags voor Frank Goosen op dit blog.

Uit: Pokorny lacht

“Hallo Papa, wie geht es dir?”
“Ach, wie soll es mir gehen …” Pause.
So war das immer. Sein Vater rief an, beklagte sich und wartete darauf, dass sein Sohn das Gespräch bestritt. Friedrich tat ihm den Gefallen.
“Was macht der Rücken?”
“Ach, was soll mein Rücken schon machen …”
“Soll ich heute Abend mal vorbeikommen?”
“Tja, wenn du meinst…”
“Möchtest du, dass ich vorbeikomme?”
“Also, wenn es dein Terminplan erlaubt…”
“Er erlaubt es.”
“Tja, wenn du einen Teil deiner kostbaren Freizeit mit deinem alten Vater verbringen möchtest…”
Friedrich atmete hörbar aus. Konnte sein Vater überhaupt noch einen Satz sagen, der nicht in drei Punkten endete?
“Also, wenn dir das alles zu viel wird”, sagte der alte Pokorny, “dann bleib lieber zu Hause.”
“Ich komme am frühen Abend vorbei.”
“Sehr genaue Zeitangabe!”
“Gegen sieben.”
“Gegen sieben? Na ja, dein alter Vater hat ja nichts mehr vor. Der sitzt nur blöd rum und wartet darauf, dass der Herr Sohn mal vorbeikommt.”
“Ich bin um Punkt sieben bei dir. Zufrieden?”
“Ich weiß nicht. Hört sich an, als wäre es eine enorme Überwindung für dich.” “Das stimmt nicht. Also um sieben?” “Tja, wenn du meinst…”
Sie legten auf.”

 Frank Goosen (Bochum, 31 mei 1966)

 

De Oostenrijkse schrijver, toneelspeler en regisseur Gabriel Barylli werd geboren op 31 mei 1957 in Wenen. Zie ook alle tags voor Gabriel Barylli op dit blog.

Uit: Die Botschaft des Himmels

„Als Madeleine zum ersten Mal erlebte, dass sie eine besondere Gabe besaß, war sie sieben Jahre alt. Es war einer jener tiefheißen Sommertage, an denen sie immer in den Wald ging. Der Waldesrand lag nur einige wenige Schritte hinter dem Haus, in dem Madeleine mit ihren Eltern lebte. Das Haus war sehr alt und aus dikken, langen Baumstämmen gebaut. Ihr Vater hatte Madeleine oft erzählt, dass in früheren Zeiten Bauern in diesem Haus gelebt hatten. Dann ging er mit Madeleine über die schrägen Wiesen, die vor dem Haus lagen, und setzte sich mit ihr auf einen der Felsen, die aus der Erde herausragten wie uralte Bauklötze, die die Kinder der Riesen beim Spielen verloren hatten … Er zeigte dann hinunter ins Tal, wo die Häuser klein und aneinander gedrückt an den Ufern des Flusses standen. Der Fluss war von der schrägen, steilen Wiese aus gesehen so breit wie die Hand von Madeleine. „Siehst du da unten die Häuser der Menschen und die Felder, die sie umgeben?”, fragte ihr Vater und Madeleine antwortete: „Ja, es sieht aus wie meine Spielzeugstadt.” „Da unten im Tal können die Bauern ihre Felder mit Maschinen bearbeiten. Hier oben aber mussten die Bauern jeden Tag auf diesem steilen Hang die Wiesen nur mit ihren Händen bewirtschaften. Jeden Tag konnten sie all ihre Arbeit nur zu Fuß und nur mit ihren Händen erledigen, und das Haus, in dem wir jetzt leben, haben sie aus den Steinen gebaut, auf denen wir jetzt sitzen. Und das Holz, aus dem unsere Zimmer gemacht sind, haben sie aus dem Wald geholt. Dieses Leben war kein Leben wie in deiner Spielzeugstadt. „Ja …”, sagte Madeleine und nahm die Hand ihres Vaters in ihre Hände. Sie edilte sich warm und stark an, und Madeleine liebte den Geruch der Farben, die die Jacke ihres Vaters überzogen und die auch in kleinen Resten an seinen Fingern zu sehen waren … Lange saß Madeleine dann an solchen Tagen mit ihrem Vater auf den Felsen der Riesenkinder und dann schwiegen sie und sahen dem Blütenstaub zu, der am Ende des Sommers über die Wiesen flog.“

 Gabriel Barylli (Wenen, 31 mei 1957)
Cover

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 31e mei ook mijn blog van 31 mei 2017 en ook mijn blog van 31 mei 2015 deel 2.