In Memoriam Wilhelm Genazino

In Memoriam Wilhelm Genazino

De Duitse schrijver Wilhelm Genazino is gisteren op 75-jarige leeftijd overleden. Wilhelm Genazino werd geboren op 22 januari 1943 in Mannheim. Zie ook alle tags voor Wilhelm Genazino op dit blog.

Uit: Tarzan am Main

“Ich vergesse nicht, wie es war, als ich Anfang der siebziger Jahre nach Frankfurt kam – natürlich aus beruflichen Gründen wie fast alle, die sich in Frankfurt ansiedeln.
Und auf Menschen traf, die, genau wie ich selbst, allesamt Provinzler waren, die ihre Heimat verlassen hatten, um Anschluss »nach oben« zu finden. Erst später habe ich verstanden, dass sich in diesem merkwürdigen Zusammentreffen vieler, ein wenig scheuer Neubürger etwas sehr Frankfurt-Typisches ausdrückte: Die Stadt war und ist bis zur Grenze ihrer Belastbarkeit offen für Fremde und Flüchtlinge aller Art, was ihr oft angekreidet wird; freilich nicht von den Zugewanderten selbst, die die Herbergs- Atmosphäre der Stadt zu schätzen wissen. Vielsprachigkeit und Übernationalität verhindern, dass die dickflüssige lokale Eppelwoi-Welt dominant wird. Stattdessen kann man beobachten, dass auf den Holzbänken der Sachsenhäuser Kneipen inzwischen Deutsch sprechende Amerikaner, Japaner und Koreaner Platz genommen haben und austesten, ob der Eppelwoi vielleicht auch ihr Hausgetränk werden könnte. Das erfreut die Lokalpatrioten; auf den Gedanken, dass sie, die Einheimischen, inzwischen selbst die Exoten geworden sind, können sie (oder dürfen sie) nicht kommen. Das wiederum fällt anderen, nicht zufällig ausländischen Beobachtern auf, zum Beispiel der türkischen Soziologin und Islamkritikerin Necla Kelek. Sie hat sich mit dem Integrationskonzept der Stadt beschäftigt, das am 30. September 2010 in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet wurde. Frau Kelek zählt Frankfurt zu den Gemeinden, die »einen besonders hohen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund« haben. Und: »In einigen Stadtteilen Frankfurts ist absehbar, dass die autochthone deutsche Bevölkerung zukünftig in der Minderheit sein wird.« Das war neu: Inzwischen machen sich Ausländer darüber Sorgen, dass es zu viele Ausländer in der Stadt gibt. Frau Kelek hat ausgerechnet, dass »von den mehr als 670 000 Einwohnern mehr als ein Drittel, etwa 200 000, einen Migrationshintergrund haben. Bei den Vierzehn- bis Achtzehnjährigen bereits jeder Zweite«. Sie verbindet ihre Beobachtungen mit dem Vorwurf an die deutschen Verwaltungen, diese sähen das Immigrationsdefizit ausschließlich als »Bringschuld« der deutschen Behörden – und versäumten, die Ausländer selbst zu fordern. Die Deutschen, so Frau Kelek (in der FAZ), »formulieren Erwartungen an die deutsche Gesellschaft; Erwartungen an die Migranten, ein Teil Deutschlands zu werden, gibt es nicht«. Und: »Migranten sind keine Mündel, wir müssen sie fordern. Sie sind auch keine Kinder, die vor Überforderung geschützt werden müssen.”


Wilhelm Genazino (22 januari 1943 – 12 december 2018)

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