Dolce far niente, Theodor Fontane, Victor Vroomkoning, Ulrike Ulrich, Yaşar Kemal, Heinrich Federer, Maria Dąbrowska

Dolce far niente

 


Golden Autumn, Sillery door Robert Pilot, 1931

 

Herbst

O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.

Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.

Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.

Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mir’s angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai?

 

 
Theodor Fontane (30 december 1819 – 20 september 1898)
Neuruppin, de geboorteplaats van Theodor Fontane

 

De Nederlandse dichter Victor Vroomkoning (pseudoniem van Walter van de Laar) werd geboren op 6 oktober 1938 in Boxtel. Zie ook alle tags voor Victor Vroomkoning op dit blog.

Kijken

Een stip. Een veraf schip schatje
want zeeën leer je gauw.

Tot stip ophoudt met stip te zijn,
leger was geen horizon.
Je haalt er nu de kijker bij.

En inderdaad, je krijgt gelijk
een schip veel groter dan een stip
zal het niet zijn.

Tot die opnieuw verdwijnt.

 

Visioen

Droomverloren ging ik door de nacht.
In de kamer van mijn ouders kwam ik
tot mijzelf. Onder bundels maanlicht
lagen zij er stralend bij.

Zij verjongden tot voorouderlijke
geliefden. Vader naderde de jongeman
die boven hem met moeder trouwde.

Zijn vingers haakten in haar
ongebonden haren. Rond haar mond
spraken plooien van geluk.
Rimpels had zij uit haar hoofd gelegd.

In vroege albums lag zij zo te dromen,
haar ogen half naar vader open
als die foto’s van haar nam.

 

Toedracht

De dolverliefde man
die aan de slootkant
om een meisje draait

is niemand minder dan
mijn vader die vandaag
mijn leven in haar maakt.

Moeder, die wel op haar
klompen aan voelt waar
al dat gedoe op uitloopt,

dobbert dichter naar de sloot.
Haar hoofd kan daar vol
rimpels stromen. Haar spiegel-

beeld gaat door de knieën.
Kijk haar onderlijfje
boven komen drijven.

 
Victor Vroomkoning (Boxtel, 6 oktober 1938)

 

De Duitse dichteres en schrijfster Ulrike Ulrich werd geboren in op 6 oktober 1968 in Düsseldorf. Zie ook alle tags voor Ulrike Ulrich op dit blog.

Uit: Draussen um diese Zeit

“In der vorletzten Nacht hat Hanna, die seit zwei Jahren Agnesstrasse Ecke Elsastrasse wohnt, von Schildkröten geträumt, die auf Bäumen sitzen, von einem Schildkrötenhaus hat sie geträumt, da saßen sie auf den Bäumen – und Hanna in ihrem Traum hat gewusst, dass die Schildkröten fliegen können. Und wenn sie jetzt Elsa anschaut, wie sie quer über die Panzer der beiden größten Tiere liegt, die Arme und Beine von sich streckt und sie gleichmäßig in der Luft bewegt, während sich ihr eigener kleiner Panzer langsam, aber sicher in ein Federkleid verwandelt, fragt sich Hanna, ob es nicht tatsächlich fliegende Schildkröten gibt, so wie es doch auch fliegende Fische gibt und fliegende Hunde. Wenn er heute wiederkommt, denkt sie, könnte sie ihm von diesem Traum erzählen, es ist lange her, dass sie jemandem einen Traum erzählt hat, vielleicht wäre es zu persönlich. Wenn er heute wiederkommt, könnte sie ihn auf Elsas Federpanzer aufmerksam machen und behaupten, dass das Tier erst vorhin eine Runde über dem Palmenhaus gedreht und mit einer gekonnten Landung auf dem Wasser aufgesetzt habe. Sie könnte herumspinnen und er würde etwas dazu erfinden, so wie beim letzten Mal, als sie auch plötzlich angefangen hatten, sich absurde Dinge auszumalen, sie hatte mit einem fremden Mann auf dieser Bank gesessen und laut gelacht, und es war ihr nicht peinlich gewesen. Drei Wochen ist das her und sieben, seit sie ihm zum ersten Mal begegnet ist. Jetzt bewegt sich eine der beiden Großen, ganz wenig nur, und Elsa purzelt ins Wasser, aber sie klettert sofort zurück, benutzt den Panzer der niedrigeren Ida als Stufe und schon ist sie zurück an ihrem Platz. Auch darüber haben sie gesprochen, über das Aufeinanderstapeln, er hat gefragt, ob sie wisse, dass diese Schildkrötengruppe im letzten Jahr die Schweizer Meisterschaft im Pyramidenbauen gewonnen habe. Es sind tatsächlich fünfzehn, perfekt für eine fünfstöckige Pyramide. Sie hat ihm dann offenbart, wie sie, als sie mit dem Leichtathletikverein an der Nordsee war, und zuoberst bei einer vierstöckigen Pyramide kniete, wie sie damals, obwohl unten Sand war, einen Moment lang gedacht hatte, sie würde sich den Hals brechen.”

 
Ulrike Ulrich (Düsseldorf, 6 oktober 1968)

 

De Turkse schrijver Yaşar Kemal werd geboren op 6 oktober 1923 als Kemal Sadik Gökçeli in Hemite. Zie ook alle tags voor Yaşar Kemal op dit blog.

Uit: Memed mein Falke (Vertaald door Horst Wilfrid Brands)

“Die Hänge des Taurusgebirges steigen von der weiß schäumenden Mittelmeerküste ganz allmählich bis zu den Höhen der Taurusgipfel an. Über dem Mittelmeer kann man immer weiße Wolken sehen, die, aufeinandergetürmt, dahintreiben. Das Küstenland ist so glatt und ebenmäßig, dass man glauben könnte, es sei mit einer Glanzschicht überzogen. Sein Lehmboden lässt einen an Fleisch denken. Auf Stunden ins Landesinnere hinein riecht es hier nach Meer, nach der Schärfe des Salzes. Hinter den flachen Äckern mit ihrem von Furchen durchzogenen Lehm beginnt das Röhricht der Çukurova, bedeckt mit unentwirrbar ineinander verfilztem Gestrüpp, mit Brombeeren, Wildreben und Schilf – eine dunkelgrüne Hölle, ohne Anfang und Ende, dunkler und wilder noch als Urwald.
Ein Stück weiter landeinwärts, zur Rechten Anavarza, zur Linken Osmaniye, auf dem Weg nach Islahije, kommt man in eine weite Sumpflandschaft. Hier brodelt es im Sommer ringsumher, wenn die Sümpfe kochen und der widerwärtige Geruch von verfaultem Schilf, Kraut und Holz, der Fäulnisgestank des Bodens jedermann fernhält. Das klare Wasser, das im Sommer von den Sumpfpflanzen und vom Schilf verborgen wird, glänzt und glitzert im Winter wie ein Spiegel. Jenseits der Sumpfgebiete gelangt man wieder auf bebautes Land, auf fetten, warmen Boden. Ein Land, das vor Fruchtbarkeit glänzt, das für seine Saat vierzig- bis fünfzigfachen Ertrag zurückgibt.
Aber wenn man die sanften, myrtenduftenden Hügel hinter sich zurückgelassen hat, schrickt man jäh vor den Felsen zusammen, die sich plötzlich vor einem auftürmen. Mit den Felsen beginnt das Reich der Kiefern, deren Harz in kristallenen Tropfen an den Stämmen entlang zur Erde sickert. Die Ebenen, die sich hinter den Kiefern erstrecken, haben kargen Boden, der nichts trägt … Von hier aus sind die Taurushöhen mit ihren Schneegipfeln zum Greifen nahe.”

 
Yaşar Kemal (6 oktober 1923 – 28 februari 2015)

 

De Zwitserse dichter, schrijver en priester Heinrich Federer werd geboren op 6 oktober 1866 in Brienz. Zie ook alle tags voor Heinrich Federer op dit blog.

Uit: Das letzte Stündlein des Papstes Innocenz des Dritten

»Herre Papst, so meine ich’s: Darf ich eine Familie gründen aus lauter Freiern? Aber nicht aus Freiern um adelige Töchter oder um Bischofsmützen oder um Baronate! Ach nein, aus Freiern um die schöne, reine, selige Frau Armut. Dürfen wir vom Almosen leben? Und daneben wie die Vögel und die Eichhörnchen im Walde hausen, die bequeme liebe Erde zu Stuhl und Tisch und Bett und Studierpult und Futterplatz nehmen? und das Summen und Brummen der Tierlein zur Musik und das Wasser zum Spiel? Und dürfen wir uns so sorgenlos der Natur und ihres Bauherrn freuen? Und weil ganz gewiss so eine Armut allein der wahre Reichtum ist: dürfen wir unser köstliches Freiertum auch andern predigen? etwa den Schwitzenden und den Belasteten? den Verdrossenen und den Geizhälsen und den Schlemmern? Damit alle einfach werden? Denn einfach sein, ist wie das Evangelium sein, ist selig sein. Dürfen wir, Herre Papst, sag, dürfen wir?«
Das sang und drang in des Heiligen Vaters Herz wie mit Vogelstimmen. Es war vor wenigen Jahren. Wie gut weiss er es noch! Und wie sieht er noch immer deutlich jenen blassen, jungen sonnigen Mönch in der staubigen Kutte mit seinen zwitschernden Gesellen vor ihm stehen und so fröhlich betteln, als hätte er den blauen Himmel im Auge und einen Engel auf der Zunge.
»Aber ihr fallet den Menschen zur Last mit euerem Betteln und leidet dann Not und haltet es nicht lange aus!«
»Lasset uns nur machen, Herre Papst, es wird schon gehen. Wenn es den unwissenden Vögeln gelingt, so einem Spatz und Gimpel sogar, warum nicht auch uns schlau-einfältigen Geschöpfen?«
Da liess Innocenz sie gewähren. Und als die Mindern Brüder mit ihrem herrlichen Wald– und Harzgeruch aus dem Marmorsaal des Lateran hinausgesprungen waren und nur noch ein leises blaues Wolkendüftlein von ihnen an der Diele hing und still verschwebte: da fühlte der Heilige Vater zum erstenmal wieder, seit er die weisse Papstseide trug, dass es noch Grösseres gibt als die grelle Glorie seiner Regierung: Einfachheit der Seele, Franzens, des heiligen Habenichts, Einfachheit.
Jetzt aus all der verschachtelten und verwinkelten Krämerwelt hinaus in die Nähe des Todes gerückt, fühlt er wie Heimweh einen Hauch dieser Einfachheit über sich kommen. Sehnsüchtig blickt er über die Bettpfosten am Fussende hinaus und hinüber nach Assisi, wo der Heilige nun schon jahrelang mit den Vögeln und Füchsen und Jüngern lebt und wirkt, der Adam einer neuen Schöpfung.
Wenn doch jetzt dieser arme Franz da wäre und zu ihm ein Wort vom Frieden der Seele reden wollte, jetzt in diesen paar so wichtigen letzten Minuten!”

 
Heinrich Federer (6 oktober 1866 – 29 april 1928)
Cover

 

De Poolse schrijfster Maria Dąbrowska werd geboren op 6 oktober 1889 in Russów bij Kalisz. Zie ook alle tags voor Maria Dąbrowska op dit blog.

Uit: Nights and Days (Vertaald door Christine A. Brown)

“They read together Buckle’s History of Civilization in England and Huxley’sThe Physical Basis of Life,discussed Darwin’s theory, played Chopin’s revolutionary etude, his ‘insurrectionist’ prelude and Sonata Pathetique of Beethoven; they sang Mickiewicz’s ballads and such songs as “Rise up, o eagle, from your wounds and shackles,” “Hide away mother, my gowns, pearls, rose wreaths,” “Why is the heart sad,” etc., took long promenades in the moonlight on the river bank and in the park, danced until the small hours, went boating in the country near Kaliniec and, under Daniel’s leadership organized botanic expeditions. In the summer, the same manner of spending the time was transferred to the country estate of the councillor Joachim, who gladly gathered around him both his poor relations and their socially and intellectually distinguished friends.
At that time, Miss Barbara took a strong liking to the diversity of life and to mental entertainment, whose contagious gaiety she took to be the essence of her own nature. She felt then herself to be happy and joyful, especially when the guests included a certain Mr. Józef Toliboski, a young lawyer of small but shapely proportions, the dark-haired owner of a black beard and fair eyes, cold and steely in color but in expression, fiery and caressing. He seemed to be taking a great interest in the younger Miss Ostrzenski. They had never been alone with each other, but in every gathering he was always near her.
One day during a country excursion, the whole company was resting on a hill by the river. Part of the riverbed at that place was overgrown with the blossoming water lilies which Miss Barbara liked very much.
‘What a pity,’ she said, ‘that one cannot pick them.’
Józef Toliboski glanced at her and, saying nothing, as if it were not a coquettish prank but an austere proof of his readiness to do anything, proceeded into the river just as he was and, immersing himself up to his shoulders, came back with his arms full of heavy white flowers. Those on the riverbank cracked jokes during the whole time, roaring with laughter, and Miss Barbara cried. After this event she was even more happy when Mr. Józef was among the invited crowd.”

 
Maria Dąbrowska (6 oktober 1889 – 19 mei 1965)

 

 Zie voor nog meer schrijvers van de 6e oktober ook mijn vorige blog van vandaag.

 

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