Annelies Verbeke, Thomas von Steinaecker, Dermot Bolger, Felix Mitterer, Heinz Kahlau, Pramoedya Ananta Toer, John Henry Mackay, Ernst Wilhelm Lotz, Irmgard Keun

 

De Vlaamse schrijfster Annelies Verbeke werd geboren op 6 februari 1976 in Dendermonde. Zie ook alle tags voor Annelies Verbeke op dit blog.

Uit 30 Dagen

“Hij tilt de bak met sponzen, doeken, rollers en borstels uit de laadruimte en kiest een van de potten verf die hij heeft klaargezet. Pick Nick, uit de Joie de Vivre-collectie, voor de grootste keukenmuur, zijn suggestie, hun goedkeuring.
‘Alphonse!’ hoort hij wanneer hij langs de platte stenen in het korte gras naar de voordeur van een van de huizen wandelt.
Het is de vrouw die hier woont, een mooie vrouw met een zelfzekere stem, die hij heeft ontmoet op de avond dat ze de kleuren kozen. Haar sportkleren zien er nieuw uit, de stoffen tonen geen sporen van inspanning, het zweet parelt enkel op haar slapen, in een rand langs haar in een staart gebonden haren, ze wuift onwennig. Hij zet de verfpot neer zodat hij haar de hand kan drukken.
‘Je was hier toch nog niet lang?’ vraagt ze. ‘Mijn man is onze dochter naar school gaan brengen en ik dacht dat ik nog wel even kon gaan lopen, maar toen stond een stuk van het parcours onder water en raakte ik de weg kwijt.’
‘Ik ben er net’, zegt hij.
Hij zal hun keuken en woonkamer herschilderen, heeft op drie dagen gerekend, maar vermoedt nu dat het sneller kan: ze hebben zich zorgvuldig voorbereid. De gordijnen en de afdekplaatjes van de stopcontacten zijn al verwijderd. De meubels zijn naar het midden van de kamer geschoven en met lakens bedekt, het lange aanrecht is leeg.
Een zwarte hond rent buiten zinnen op hem af, glijdt uit, beukt met zijn kop tegen een tafelpoot, zet zijn tocht niet minder wervelend verder.
‘Björn!’ roept de vrouw.
‘Dag Björn’, zegt hij. Kwispelend besnuffelt de hond zijn uitgestoken hand, laat dan een wind en draait zich er geschrokken naar om.
De vrouw lacht met hem mee, tot Björn weer in razernij ontsteekt en zij het dier bij de halsband naar de aanpalende kamer sleurt, waar ze hem opsluit. ‘Ik denk dat hij een meervoudige persoonlijkheid heeft!’ schreeuwt ze over het radeloze gehuil achter de deur heen. ‘En hij mist de kat! Benny! Benny en Björn! Zoals bij ABBA?!’
Het uiterlijk van de hond doet meer denken aan hardrockers uit de late jaren zeventig, vindt Alphonse.”

 

 
Annelies Verbeke (Dendermonde, 6 februari 1976)

 

De Duitse schrijver en journalist Thomas von Steinaecker werd geboren op 6 februari 1977 in Traunstein. Zie ook alle tags voor Thomas von Steinaecker op dit blog.

Uit:Die Verteidigung des Paradieses

„Eine Kuh und ein alter Mann mit Schlapphut, grauem Bart und einem knorrigen Stab in der Hand schmiegen die Köpfe aneinander. Vor lauter Seligkeit haben beide ihre Augen zu Schlitzen verengt. Darunter steht ein Wort, von dem ich, obwohl ich noch nicht lesen kann, weiß, was es bedeutet, weil es meiner Mutter so wichtig ist. ARTGERECHT. Nur mal fürs Protokoll: Ich habe niemanden aufgeweckt und bin ganz allein nachts in die Küche geschlichen.
Wenn ich meinen Eltern morgen davon erzähle, werden sie staunen. Vielleicht werden sie stolz auf mich sein. Wie die Zeit vergeht. Genau so sagen sie das manchmal. Ich führe die Kanten des Kartons an den Mund und spüre, wie die Milch durch meinen Körper fließt, durch meine Kehle, meine Brust, jetzt durch mein Herz, weiß und kalt.
Nur in absoluten Ausnahmesituationen rufe ich mir solche Glücksmomente deluxe aus der Voruntergangszeit ins Gedächtnis. Anders als sonst blieb ich also heute Morgen noch auf meiner Matratze liegen, während die anderen schon unten in der Stube rumorten. Jedes einzelne Altwort aus meiner Ich-hole-mir-Milch-aus-dem-Kühlschrank-Erinnerung flüsterte ich vor mich hin. Es ist ein ziemlicher Jammer, dass hier auf unserer Alm keiner mehr all die schönen Wörter braucht. Aber klar, was sollen die anderen auch mit Parkett, was mit Erbstückoder artgerecht anfangen, wenn das, was wirklich zählt, Vorräte, Ernteund Fleischheißt?
Ich stelle mir manchmal vor, die Altwörter wären kleine befellte Wesen und würden sterben, wenn man sich nicht richig um sie kümmert.“

 

 
Thomas von Steinaecker (Traunstein, 6 februari 1977)

 

 

De Ierse dichter, schrijver en uitgever Dermot Bolger werd geboren op 6 februari 1959 in Dublin. Zie ook alle tags voor Dermot Bolger op dit blog.

Uit: The Family on Paradise Pier

“Eva thought it was glorious to wake up with this sense of expectation. The entire day would be spent outoors, with her family chattering away on the back of Mr Ffrench’s aeroplane cart as Eva dangled her legs over the swaying side and held down her wide-brimmed hat with one hand in the breeze. Surely no other bliss to equal this. Her older sister Maud was asleep in the other bed in the room. Dust particles glistened in the early sunlight, creeping through a slat in the wooden shutters, the thin beam making the white washbowl beside the water jug even whiter. It was barely six o’clock but thirteen-year-old Eva could not stay in bed a moment longer. Nobody else was yet awake in Dunkineely. Soon the endless clank of the village pump would commence, but until then Eva had paradise to herself If she rose quietly she could go walking and be home again before the Goold Verschoyle household rose to prepare for today’s picnic. Dressing on tiptoes so as not to wake Maud, Eva slipped downstairs. An old white cat beside the kitchen range lifted his head to regard Eva with a secretive look as she lifted the latch and escaped into the garden. The clarity of light enraptured her, with spider webs sketched by dew. Eva followed a trail of fox pawmarks along the curving path leading to the deserted main street, then took the lane that meandered down to the rocky Bunlacky shore. The sea breeze coming off St John’s Point swept away her breath, filling Eva with a desire to shout in praise. She closed her eyes and formal hymns took flight in her mind like a flock of startled crows, with new words like white birds swooping down to replace them. The prayers that meant most were the ones which came unbidden at such moments:
`0 Lord whom I cannot hope to understand or see, maker of song thrush and skylark and linnet. Do with my life what you will. Bring me whatever love or torment will unleash my heart. Just let me be the person I could become if my soul was stretched to its limits.’
Eva opened her eyes, half-expecting white birds to populate the empty sky. Instead a few bushes bowed to the wind’s majesty. As son of a Church of Ireland bishop, Father took his task seriously of instructing the boys in religion but Mother claimed that secretly he only went to church to sing.”

 

 
Dermot Bolger (Dublin, 6 februari 1959)
Cover 

 

 

De Oostenrijkse schrijver (toneel, hoorspelen en draaiboeken) Felix Mitterer werd geboren op 6 februari 1948 in Achenkirch, Tirol. Zie ook alle tags voor Felix Mitterer op dit blog.

Uit: Krach im Hause Gott

„Als ich beim letzten Abendmahl den Kelch nahm und sagte: „Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird”, da schaute ich sie an, meine Mutter, und ich wußte, dieser Kelch ist ihr Schoß und dieser Wein ist ihr Blut. Ihr Blut genauso wie meines. Unser Blut. Wie soll also Heil entstehen, ohne sie, frage ich dich, Vater? Sie ist die Mutter des Alls, die göttliche Gnade, der Mutterschoß, aus dem alles hervorgeht. Wir müssen wieder zusammenfinden, Vater. Mann, Frau, Kind. Die neue, alte Dreifaltigkeit. So wie im Himmel also auch auf Erden. — Vater!
GOTT: Es stimmt. Es stimmt. Ich wollte allein die Macht. Ich war eifersüchtig auf sie. (Steht auf geht herum, lächelt.) Ich habe mir selbst eine Falle gestellt; kaum zu glauben. Aber — um einen Sohn zu haben, brauchte ich eine Mutter. Ich habe nicht damit gerechnet, daß mit ihr die Göttin zurückkehrt. (Zur Muttergottes:) Du verstehst, daß ich dir aus dem Weg gegangen bin.
SOHN: (umarmt Gott) Oh Vater! Ich bin so froh! Ich bin so froh! Jetzt gehen wir wieder zusammen, nicht wahr? GOTT: Ich weiß nicht, Sohn. Ich fürchte -SATAN: Herr, ich bitte dich! Du weißt genau, was kommen wird! Diesmal wird sie dich töten! Und mit dem Sohn allein herrschen! MUTTERGOTTES: Ich töte nicht, Satan. Ich nicht. Alles geschieht von selbst. Alles ist ein Kommen und Gehen. (Setzt sich.)
SATAN: Da! Hörst du sie? Da spricht die Allmutter. Sie verrät sich schon! Natürlich wird sie dich nicht töten! Sie wird nur dasitzen und still lächeln. Und du wirst vergehen. Und nie mehr wiederkommen. Sie hat ja den Sohn! Du wirst nicht mehr gebraucht! GOTT: Das ist meine Angst, ja. Meine jahrtausendealte Angst. Und doch wollte ich einen Sohn.
SATAN: Wenn du jetzt nachgibst, bist du tot! GEIST: Wir brauchen sie doch nicht, Vater! Ich bin doch da! Sie hat es ja selbst gesagt! Ich bin die weibliche Schöpfungskraft Gottes! Wir brauchen sie nicht!
SATAN: Sie soll sich gefälligst nicht so aufspielen! Als wären die Frauen die alleinig Guten, und wenn die Frau herrscht, dann lebt die Menschheit in Frieden und Freundschaft! Ist doch alles nicht wahr! Schau sie dir an, die Herrscherinnen, die Hetären, die Hausdrachen! Wo unterscheidet sich da bitte die Frau vom Mann? Hinterhältiger ist sie, gemeiner ist sie,…“

 

 
Felix Mitterer (Achenkirch, 6 februari 1948)
Scene uit een opvoering in Regensburg, 2016

 

 

De Duitse dichter en schrijver Heinz Kahlau werd op 6 februari 1931 geboren in het dorpje Drewitz. Zie ook alle tags voor Heinz Kahlau op dit blog.

 

Kein Gott (Fragment)

Ich lebe jetzt. Mein Tod ist zu erwarten.
Danach vergehe ich so schnell wie Gras.
Von mir bleibt nur, was andere verwenden
zu ihrem Nutzen und zu ihrem Spaß.

Gedanken, Verse, ein paar Gegenstände,
durch mich entstanden, bleiben in der Welt.
Für eine Weile kann man sie noch brauchen,
bis das, was keinem nützlich ist, zerfällt.

Ich habe keinen Gott. Für alle Taten,
die ich begehe, muss ich Täter sein.
Kein Weltenrichter wartet, mich zu strafen –
für jeden Irrtum steh ich selber ein.

Ich habe keinen Vater, der mich tröstet.
Es gibt kein Wort, das unumstößlich ist.
Mich stützt kein Glaube. Keine weise Fügung
besitzt ein Maß, das meinen Nutzen misst.

Ich denke selbst. Ich habe keine Rettung
vor meinen Zweifeln, wenn die Furcht mich schreckt.
Ich hab die Grenzen meiner Höhn und Tiefen
in meinen eignen Träumen abgesteckt.

Ich hänge ab von der Natur von Menschen,
von allen Kräften für und gegen mich.
Die Welt, in der ich bin, ist gut und böse,
doch weiß ich – alles um mich ändert sich.

Nichts bleibt sich gleich. Wer wagt, sich einzurichten,
der richtet sich für Augenblicke ein.
In einer Welt, bestehend aus Bewegung,
da kann ich selber nur Bewegung sein.

Ich fürchte Menschen. Was sind Eis, was Fluten,
was Pest und Feuer gegen die Gewalt
des Untiers Mensch? Die Schreie seiner Opfer
sind, seit es Menschen gibt, noch nie verhallt.

 

 
Heinz Kahlau (6 februari 1931 – 6 april 2012)

 

 

De Indonesische schrijver Pramoedya Ananta Toer werd geboren in Blora op Midden-Java op 6 februari 1925. Zie ook alle tags voor Pramoedya Ananta Toer op dit blog.

Uit: Excuses, in naam van de ervaring (Lezing, vertaald door H. Maier)

“Op 17 augustus 1945 ben ik Indonesisch staatsburger geworden, net als al die tientallen miljoenen andere inwoners van Indonesia destijds. Ik was twintig jaar oud. Etnisch gezien ben ik een Javaan; ik werd geboren en opgevoed om een Javaan te worden; het socio-etnisch mechanisme voerde me naar Javaanse idealen, naar de Javaanse cultuur, naar de Javaanse beschaving. Het dominante en meest omvattende element in zo’n Javaanse opvoeding is de woordkunst, krachtig en sterk, in geschreven en in mondelinge vormen, in toneel, muziek en liederen; daarin worden allerlei fragmenten uit het grote Mahabharata-epos gepresenteerd: een reusachtig bouwwerk van filosofische en moralistische verhalen, religieuze raadgevingen, en uiteraard voorschriften inzake het sociale en politieke leven. Eeuwenlang heeft het Mahabharata energie, creativiteit, conflicten weten te mobiliseren. Door toedoen van het Mahabharata zijn er tempels gebouwd, werden mythen over glorieuze vorsten gecreëerd en werden plaatselijke godheden tot dorpsgoden gedegradeerd. Evenzo in naam van het Mahabharata zijn er in de geschiedenis van mijn volk miljoenen mensen afgeslacht; uiteraard is het niet mogelijk om officiële cijfers te geven. Het Mahabharata vindt uiteindelijk een apotheose in “een buitengewoon bloedige broederkrijg’ – en hierbij sluit ik aan bij de woorden van Benedict Anderson, hoogleraar aan Cornell University en kenner van Indonesia. Alle volkeren lijken een periode te moeten doormaken waarin ze door zo’n dorpscultuur, zo’n dorpsbeschaving bijeen worden gehouden. Zij die er in slagen zich te bevrijden uit die omknelling, worden de volkeren die de wereld beheersen.
Aan het begin van de zeventiende eeuw werd er in de Hollandse samenleving geld bijeengebracht om een aantal expedities te financieren; op zoek naar specerijen doorkruiste men de wereldzeeën en bezocht men steden en staten. Een tiental jaren later, om precies te zijn in 1614, vernietigde de sterkste en machtigste vorst van Java, Sultan Agung van Mataram, de grote handelsstad Surabaya, louter en alleen omdat hij zijn macht ook aan de kust erkend wilde zien. Er schuilt een zekere ironie in deze gebeurtenissen in mijn land: terwijl de Hollanders de gehele wereld rond trokken op zoek naar specerijen werd op Java Surabaya, de internationale doorvoerhaven bij uitstek voor diezelfde specerijen, vernietigd door een vorst uit het binnenland.”

 

 
Pramoedya Ananta Toer (6 februari 1925 — 30 april 2006)
Cover biografie

 

 

De Duitse dichter, schrijver en anarchist John Henry Mackay werd geboren in Greenock op 6 februari 1864. Zie ook alle tags voor John Henry Mackay op dit blog.

Uit: Der Schwimmer

„Er hieß Franz Felder und war der Sohn sehr braver und sehr armer Eltern in Berlin O, der fünfte unter achten. Alle waren es stämmige Kerle mit dunklen Haaren und klaren Augen, und beide Eltern hatten vollauf zu tun, die hungrigen Mäuler vom Morgen bis zum Abend zu stopfen, von denen mindestens eines immer nach einer Stulle aufgesperrt war. Sie taten es redlich und gern, und zu hungern brauchte keines. Aber damit war auch der Kreis ihrer elterlichen Pflichten geschlossen, und sobald wie nur möglich blieben die Kinder einander und sich selbst überlassen und mußten sich mit durchs Leben helfen, so gut oder so schlecht, wie es eben ging.
Der Älteste lernte eben aus, als der kleine Franz geboren wurde, und nach diesem kamen dann noch drei, die – wie er vordem den vorhergegangenen älteren – so nun seiner Obhut mit anvertraut wurden, sobald er selbst auf den Füßen stehen konnte. Ohne viel Worte und ohne jede Zärtlichkeit herrschte immer ein gutes Zusammenhalten zwischen den Brüdern. Es äußerte sich hauptsächlich ebensowohl in derben Prügeleien, wie in solidarischem Durchhelfen bei allen kleinen und großen Fährlichkeiten ihrer im ganzen und großen recht mühseligen, aber nicht unglücklichen Jugend.
Er hatte das Schwimmen nie »gelernt«; wenigstens konnte er schwimmen, solange er zurückzudenken vermochte, und das war etwa bis in sein viertes Jahr. Damals fiel er auf einer Landpartie, deren Höhepunkt eine Kahnfahrt bildete, ins Wasser – die Frauen kreischten und die Männer fluchten, während er herausgeholt wurde; aber ihm machte die Sache Spaß, und er lachte seelenvergnügt, so daß jemand sagte: »Der fällt uns gleich zu seinem eigenen Vergnügen nochmal hinein…« – was die entsetzte Mutter veranlaßte, ihren Franz für diesen Tag wenigstens nicht mehr von der Seite zu lassen.
Aber das war eine jener Erinnerungen, die nur deshalb so stark in uns zu liegen scheinen, weil wiederholte Erzählungen anderer sie stürzen und halten.
In Wirklichkeit sah sich Franz Felder in seinen Gedanken zuerst als kleinen Jungen von fünf Jahren lange, lange, warme Sommernachmittagsstunden am Ufer der Spree bei Treptow. Seine Eltern wohnten damals in zwei kleinen, heißen Zimmern in einem Hinterhause der Fruchtstraße, aber der Vater hatte es zum großen Jubel der ganzen Familie fertig gebracht, für den Sommer auf einem der Felder am Treptower Bahnhof eine der vielen »Lauben« zu mieten, und man hatte nun ein winziges Stückchen Erde, auf dem man einige Kohlköpfe ziehen und zu dem man hinauspilgern konnte in dem stolzen Gefühl eigenen Besitztums.“

 

 
John Henry Mackay (6 februari 1864 – 16 mei 1933)
Cover

 

 

De Duitse dichter Ernst Wilhelm Lotz werd geboren op 6 februari 1890 in Culm. Zie ook alle tags voor Ernst Wilhelm Lotz op dit blog. 

 

Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns

Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns.
Zur Nacht, eine Sichel sang vor unserem Fenster.
Auf unsern Stimmen fuhren wir hinauf,
Wir reisten Hand in Hand.
An deinen Haaren, helles Fest im Morgen,
Irr flogen Küsse hoch
Und stachen reifen Wahnsinn in mein Blut.
Dann dursteten wir oft an wunden Brunnen,
Die Türme wehten stählern in dem Land.
Und unsre Schenkel, Hüften, Raubtierlenden
Stürmten durch Zonen, grünend vor Gerüchen.

 

 

Kleine Sterne

Die Straße dehnt sich lang in rote Ferne.
Die Lampen glühen prall das Pflaster an.
Ich blick hinauf. Sehr dringend. Doch die Sterne
Sind lichtverwischt und zeigen sich nicht an.

Das macht mich traurig in der lauten Gasse.
Doch ich bin jung und gräme mich nicht gern.
Ich schau umher. Und finde lauter blasse,
Totmatte Augen. Keinen Augenstern.

Entmutigt lasse ich mich vom Strome treiben,
Die Hände tief in Taschen, durch die Stadt.
Und weiß, ich werde heute Verse schreiben,
Verhängt wie Sterne und wie Augen matt.

 

 
Ernst Wilhelm Lotz (6 februari 1890 – 26 september 1914)
Culm (Tegenwoordig Chełmno in Polen)

 

 

De Duitse schrijfster Irmgard Keun werd geboren op 6 februari 1905 in Charlottenburg. Zie ook alle tags voor Irmgard Keun op dit blog.

Uit: Nach Mitternacht

„Einen Briefumschlag macht man auf und zieht etwas heraus, das beißt oder sticht, obwohl es kein Tier ist. Heute kam so ein Brief von Franz. »Liebe Sanna«, schreibt er mir, »ich möchte Dich noch einmal sehen, darum komme ich vielleicht. Ich konnte Dir lange nicht schreiben, aber ich habe oft an Dich gedacht, das hast Du sicher gewußt und gefühlt. Hoffentlich geht es Dir gut. Viele herzliche Grüße, meine liebe Sanna. Dein Franz.« Was ist mit Franz geschehen? Ob er krank ist? Vielleicht hätte ich mich gleich auf die Bahn setzen sollen und zu ihm nach Köln fahren. Ich bin nicht gefahren. Den Brief habe ich ganz klein zusammengefaltet und mir in den Ausschnitt gesteckt, da zerkratzt er mir jetzt die Brust. Ich bin müde. Alles war heute so aufregend und anstrengend, wie das ganze Leben jetzt überhaupt. Ich mag nicht mehr denken, ich kann nicht mehr denken — in meinem Gehirn sind nur noch helle Flecke, dunkle Flecke, die kreiseln durcheinander. Gern würde ich in Ruhe mein Glas Bier trinken, aber wenn ich das Wort Weltanschauung höre, weiß ich ja, daß Krach kommt. Die Gerd sollte es lassen, einen SA-Mann zu reizen, indem sie sagt: die Reichswehrleute haben schönere Uniformen und sehen auch sonst schöner aus — und wenn es schon einer von militärischer Rasse sein müsse, dann habe sie lieber einen von der Reichswehr. Natürlich flattern solche Worte wie rasende Hornissen um einen Kurt Pielmann und stechen ihn bis ins Innerste — und wenn er nicht sofort daran stirbt, wird er eben gemein. Man weiß doch Bescheid. Ganz krank sieht der Kurt Pielmann auf einmal aus und war vorher so fröhlich, er kann einem leid tun.“

 

 
Irmgard Keun (6 februari 1905 – 5 mei 1982)
Cover

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 6e februari ook mijn blog van 6 februari 2011 deel 2.

Zie voor bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 6 februari 2007 en ook mijn blog van 6 februari 2008 en eveneens mijn blog van 6 februari 2009.