Am fünften Sonntage nach Heilige Drei Könige (Annette von Droste-Hülshoff)

 


The Parable of the Sower door Gerald Steinmeyer, 2004
Gordon-Conwell Theological Seminary in Charlotte, North Carolina

 

Am fünften Sonntage nach Heilige Drei Könige
Evang.: Vom Samen, so unter die Dornen fiel

In die Dornen ist dein Wort gefallen,
In die Dornen, die mein Herz zerrissen;
Du, mein Gott, nur du allein kannst wissen,
Wie sie schmerzlich sind vor andern allen;
In die Dornen meiner bittern Reue,
Die noch keine Tröstung will empfangen;
So verbarg ich es in finstrer Scheue,
Und so ist es trübe aufgegangen.

Und so wächst es auf in bittrer Wonne,
Und die Dornen lassen es gedeihen;
Ach! mein Boden ist zu hart, im Freien
Leckt den Tau vom Felsen ihm die Sonne.
Kann es gleich nur langsam sich entfalten,
Schirmen sie es treulich doch vor Stürmen
Und dem Hauch der Luft, dem todeskalten,
Und wenn sich des Zweifels Wolken türmen.

In die Dornen ist dein Wort gefallen,
Und sie werden blut’ge Rosen tragen;
Soll ich einst dir zu vertrauen wagen,
Darf ich nur in ihrem Kranze wallen.
Wenn er recht erstrahlt im Feuerglanze
Und das Haupt mir sengt mit tiefen Wunden,
Dann gedeiht die zarte Gottespflanze,
Muß an seinem Schmerzenstrahl gesunden.

In Entsagung schwinden muß mein Leben,
In Betrachtung meine Zeit ersterben,
So nur kann ich um das Höchste werben;
Meine Augen darf ich nicht erheben.
Ach! ich habe sie mißbraucht zu Sünden
Und verscherzt des Aufblicks reine Freude;
Dann nur kann ich noch den Himmel finden,
So ich ihn in Scham zu schauen meide.

Wenn ich blicke in die milden Mienen
O, wie schmerzlich muß es mich betrüben,
Denen noch das teure Recht geblieben
Ihrem Gott in Freudigkeit zu dienen!
Muß an seinem Schmerzenstrahl gesunden.
Muß erglühend sie zur Erde schlagen;
In ein reines Auge sie zu senken,
Kann ich nimmer sonder Frevel wagen.

Und wie tief neig’ ich die Stirn, die trübe,
Wenn die Sünde rauscht an mir vorüber,
Meinen Manche, daß mich Abscheu triebe,
Und gewinnen lieber mich und lieber,
Ist es oft nur mein vergangnes Leben,
Grauenhaft zum zweitenmal geboren;
Ach! und oft empfind’ ich gar mit Beben,
Wie der Finstre noch kein Spiel verloren!

Aber, was er auch für Tücke hege,
Kämpfen will ich um des Himmels Grenzen;
Meine Augen sollen freudig glänzen,
Wenn ich mich in meine Dornen lege,
Daß die Welt nicht meinen Kampf darf rügen,
Oder gar mit eitelm Lob geleiten:
Wohl, ich kann durch Gottes Wunder siegen,
Aber nimmer mit zwei Feinden streiten.

Ob ein Tag mir steigen wird auf Erden,
Wo ich frei mich zu den Deinen zähle?
Wo kein Schwert mehr fährt durch meine Seele,
Wenn mir deine Hände sichtbar werden?
Herr, und soll der Tag mir nimmer scheinen,
Dürft’ ich ihn in Ewigkeit nicht hoffen,
Dennoch muß ich meine Schulden weinen,
O, der Sünder hat sich selbst getroffen!

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
De Meersburg aan de Bodensee waar de dichteres van 1841 tot 1848 woonde.

 

Zie voor de schrijvers van de 4e februari ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

 

Robert Coover, Stewart O’Nan, Louis Ferron, Werner Schwab, Norman Ohler, Luuk Imhann, Else Kemps

De Amerikaanse schrijver Robert Coover werd geboren op 4 februari 1932 in Charles City, Iowa. Zie ook alle tags voor Robert Coover op dit blog.

Uit: White-Bread Jesus

“When that bully Cavanaugh rises in the middle of the opening prayer like a self-righteous Sadducee, shouldered round by all his fawning scribes and elders, to silence Reverend Wesley Edwards (was he shouting? of course he was shouting, God is deaf as a stump), neither he nor Jesus is surprised. In fact, they welcome it. Such persecutions are to be expected when what is hidden is revealed, and indeed stand as validation of it. What else is the Easter story about — for Christ’s sake? Who concurs: As they persecuted me, they’ll persecute you. A prophet in his own country, and all that, my son. But rejoice and be glad, your reward is great. His immediate reward is to have to sit beside the pulpit, biting his tongue, staring out on the sad blank faces of his First Presbyterian congregation, while the banker, having skipped ahead in the proceedings to the tithes and offerings, money being all he knows (and power, Cavanaugh knows power), speaks of the general good health of the church finances, its immediate needs (an assistant minister, for example — urgently!), and Easter as a loving family occasion. No, no, you idiot! It is a time of rejection of family, indeed of all earthly connections! Have you no ears? If anyone comes to me and does not hate his own father and mother and wife and children and brothers and sisters, yes, and even his own life, he cannot be my disciple! Leave everything — everything! — and follow me! You ignorant fool! Listen to your own son Tommy’s scripture reading: “But who do you say that I am?” Do you not know? It’s all Wesley can do to stop another noisy eruption from coming on. The indwelling Christ, too, is aboil with indignation, cursing traders and moneychangers and all their abominable progeny. A den of robbers! They are polluting the temple! Drive them out! He’s in a state, they’re both in a state.
It has been a trying couple of weeks. The Passion of Wesley Edwards. He’s not kidding, he’s endured it all in this Passiontide fortnight, from the deathly silence of God and the collapse of his faith, through all the upheavals at home and a plunge into harrowing desolation, a veritable descent into hell, to — finally — a kind of weird convulsive redemption that has left him rattled and confused and not completely in control of himself.”

 
Robert Coover (Charles City, 4 februari 1932)

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Alfred Andersch, Grigore Vieru, E. J. Pratt, Georg Brandes, Jacques Prévert, Jean Richepin, Carl Michael Bellman

De Duitse schrijver Alfred Andersch werd geboren op 4 februari 1914 in München. Zie ook alle tags voor Alfred Andersch op dit blog.

Uit: Sansibar oder der letzte Grund

„Der Mississippi wäre das Richtige, dachte der Junge, auf dem Mississippi konnte man einfach ein Kanu klauen und wegfahren, wenn es stimmte, was im Huckleberry Finn stand. Auf der Ostsee würde man mit einem Kanu nicht sehr weit kommen, ganz abgesehen davon, daß es an der Ostsee nicht mal schnelle wendige Kanus gab, sondern nur so olle schwere Ruderboote. Er sah vom Buch auf, unter der Treenebrücke floß das Wasser still und langsam durch; die Weide, unter der er saß, hing ins Wasser rein, und gegenüber, in der alten Gerberei, regte sich, wie immer, nichts. Der Mississippi wäre besser als die Speicher in der alten, verlassenen Gerberei und die Weide am langsamen Fluß. Auf dem Mississippi wäre man weg, während man sich auf den Speichern in der Gerberei und unter der Weide nur verstecken konnte. Unter der Weide auch nur, solange sie Blätter hatte, und die hatten schon mächtig begonnen abzufallen und trieben gelb auf dem braunen Wasser davon. Verstecken war übrigens nicht das Richtige, dachte der Junge – man mußte weg sein.
Man mußte weg sein, aber man mußte irgendwohin kommen. Man durfte es nicht so machen wie Vater, der weg gewollt hatte, aber immer nur ziellos auf die offene See hinausgefahren war. Wenn man kein anderes Ziel hatte als die offene See, so mußte man immer wieder zurückkehren. Erst dann ist man weg, dachte der Junge, wenn man hinter der offenen See Land erreicht.”

 
Alfred Andersch (4 februari 1914 – 21 februari 1980)
Scene uit de gelijknamige film uit 1987

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