Gao Xingjian, Emil Zopfi, David Berman, Hellmuth Karasek, Markus Seidel, Fernand Handtpoorter, Andreas Altmann, Doris Kearns Goodwin, Jacob Grimm

 

De Chinese schrijver Gao Xingjian werd geboren op 4 januari 1940 in Ganzhou, in de provincie Jiangxi. Zie ook alle tags voor Gao Xingjian op dit blog.

Uit: One Man’s Bible (Vertaald door Mabel Lee)

“It was not that he didn’t remember he once had another sort of life. But, like the old yellowing photograph at home, which he did not burn, it was sad to think about, and far away, like another world that had disappeared forever. In his Beijing home, confiscated by the police, he had a family photo left by his dead father: it was a happy gathering, and everyone in the big family was present. His grandfather who was still alive at the time, his hair completely white, was reclined in a rocking chair, paralyzed and unable to speak. He, the eldest son and eldest grandson of the family, the only child in the photo, was squashed between his grandparents. He was wearing slit trousers that showed his little dick, and he had on his head an American-style boat-shaped cap. At the time, the eight-year War of Resistance against the Japanese had just ended, and the Civil War had not properly started. The photograph had been taken on a bright summer day in front of the round gateway in the garden, which was full of golden chrysanthemums and purple-red cockscombs. That was what he recalled of the garden, but the photo was water-stained and had turned a grayish yellow. Behind the round gateway was a two story, English-style building with a winding walkway below and a balustrade upstairs. It was the big house he had lived in. He recalled that there were thirteen people in the photograph — an unlucky number — his parents, his paternal uncles and aunts, and also the wife of one of the uncles. Now, apart from an aunt in America and himself, all of them and the

 
Gao Xingjian (Ganzhou, 4 januari 1940)

 

De Zwitserse schrijver Emil Zopfi werd geboren op 4 januari 1943 in Wald. Zie ook alle tags voor Emil Zopfi op dit blog.

Uit: Garibaldis Fuss

„Ich stelle mir vor: ein Tag in Schwanden im Herbst 1890, Zopfys letztem Jahr. Zum Beispiel Samstag, der 27. September, es ist Kirchweih, die traditionelle «Schwander Chilbi».
Sein Mund ist trocken, als er erwacht. Die Zunge fühlt sich rauh und dick an. Mit der rechten Hand tastet er über die Decke, aber da ist nichts. Das Bett neben ihm ist leer. Er wischt sich Tränen aus den Augen, starrt in die Dunkelheit. Seine Lippen bewegen sich. «Anna Maria.» Fahl schimmert das Viereck des Fensters an der Südseite der Kammer. Anna Maria ist tot, dämmert ihm allmählich. Tot, im Himmel, oder wo immer. All seine Arznei und Erfahrung hat ihr nicht helfen können. Wozu denn alles, das Studium, die Praxis, die lebenslange Erfahrung, wenn man seinen Nächsten, seinen Liebsten in ihrem Leiden nicht beistehen kann? Ihren Schmerz nicht einmal lindern, ihre Not nicht besänftigen. Wozu, wozu?
Mit dem Handrücken fährt er sich über die Wangen, die feuchten Stoppeln. Er dreht sich zur Seite, schiebt die Decke weg, tritt mit blossen Füssen auf den kalten Boden. Tastet mit den Zehen nach den Pantoffeln, findet nur den einen. Einer ist besser als keiner. Mit ausgebreiteten Armen wankt er durch die Kammer zur Tür. Sich an den Möbeln abstützend, ertastet er wie ein Blinder den Weg zur Küche. Im Herd glimmt Asche, es riecht nach Bratfett und Kohl. Er streicht ein Zündholz an, die Flamme zittert, verlöscht. Noch eines, dann brennt der Docht des Kerzenleuchters auf dem Tisch. Mit einer Kelle schöpft er Wasser aus dem Kessel neben dem Herd, trinkt und schöpft nach. Das trockene Gefühl im Mund bleibt, die Zunge geschwollen. Über die Laube schlurft er zum Abtritt, hebt den Deckel. Der Geruch, der ihm entgegenschlägt, raubt ihm den Atem. Faule Eier, Ammoniak. Man müsste das Jauchegas in Behältern fassen und verwerten, geht ihn durch den Kopf. Durch eine Öffnung in der Wand des Aborts sieht er über dem Dorf die schwarzen Konturen der Berge, ihre Spitzen und Grate zeichnen sich wie ein Scherenschnitt in den fahlen Himmel. In den Fabriken auf der andern Seite des Flüssleins Sernft brennt schon Licht in einer Reihe von Fenstern. Elektrisches Licht!.”

 

 
Emil Zopfi (Wald, 4 januari 1943)

 

 

De Amerikaanse dichter, songwriter en frontman van Silver Jews David Berman werd geboren op 4 januari 1967 in Williamsburg, Virginia. Zie ook alle tags voor David Berman op dit blog.

 

Self-Portrait At 28 (Fragment)

I know it’s a bad title
but I’m giving it to myself as a gift
on a day nearly canceled by sunlight
when the entire hill is approaching
the ideal of Virginia
brochured with goldenrod and loblolly
and I think “at least I have not woken up
with a bloody knife in my hand”
by then having absently wandered
one hundred yards from the house
while still seated in this chair
with my eyes closed.

It is a certain hill
the one I imagine when I hear the word “hill”
and if the apocalypse turns out
to be a world-wide nervous breakdown
if our five billion minds collapse at once
well I’d call that a surprise ending
and this hill would still be beautiful
a place I wouldn’t mind dying
alone or with you.

I am trying to get at something
and I want to talk very plainly to you
so that we are both comforted by the honesty.
You see there is a window by my desk
I stare out when I am stuck
though the outdoors has rarely inspired me to write
and I don’t know why I keep staring at it.

 

 
David Berman (Williamsburg, 4 januari 1967)

 

 

De Duitse journalist, schrijver, film- en literair criticus en hoogleraar theaterwetenschap Hellmuth Karasek werd geboren op 4 januari 1934 in Brno, Moravië, Tsjechoslowakije. Zie ook alle tags voor Hellmuth Karasek op dit blog.

Uit:Vom Küssen der Kröten

Eigentlich küsst man Kröten nicht – man schluckt sie als unangenehme Wahrheiten oder als leider notwendige Bedingungen bei einem Einigungsprozess (zum Beispiel in Politik oder Wirtschaft) hinunter. Nur Frösche küsst man – im Märchen, damit sie sich in Prinzen verwandeln.
In der Realität ist es oft umgekehrt: Da küsst man einen Prinzen oder eine Prinzessin, oder vermeint sie zu küssen, und in Wahrheit ist sie, ist er, Frosch oder Fröschin, jedenfalls froschig, glitschig. Dann möchte man dem zum Frosch Geküssten zurufen: Sei kein Frosch.
Wer Frösche pseudokannibalisch zum Fressen gernhat, buchstäblich, ist Franzose und muss sich in England und vor allem in den USA den Kosenamen Froschesser gefallen lassen. Ist das schöner als »Kraut« (Deutscher) oder »Spaghetti« (Italiener) oder »Frites« (Belgier)? Jedenfalls ist der Mensch, was er isst. Auf einer Karikatur des Zeichners Gross, natürlich Amerikaner, sagt der wach geküsste Prinz, der ohne Beine auf einem Brett mit Rädern sitzt, zu der, die ihn wach geküsst hat und vor ihm steht: »Jetzt tut’s dir leid!«
Wenn der Frosch schwimmt, wirkt er sehr menschlich. Wenn er aber singt, stört er sehr, weshalb empfìndsame, hochadelige Damen in feudalistischen Zeiten ihre Leibeigenen auf die Froschteiche einschlagen ließen, während sie dem menschlichen Liebesgequake ihres Galans zur Laute lauschten – »Laut und Luise« nennt das Ernst Jandl.
Der berühmteste betrunkene Frosch ist Gefängniswärter in der »Fledermaus« – ein Lurch bei einem Flattertier.
Wenn einem die Stimme versagt, hat man einen Frosch im Hals, was oft passiert, wenn man eine Kröte schlucken musste. Gegen diesen Frosch hilft Räuspern oder ein Schluck Wasser; auf Englisch nennt man das »die Kehle säubern«, da sieht man’s wieder!
Meine Glossen, die wöchentlich in der »Berliner Morgenpost « und im »Hamburger Abendblatt« erscheinen, hüpfen der Zeit wie im Froschsprung hinterher und sind meist aus der Froschperspektive geschrieben. Das heißt, sie quaken die Welt mit leicht vorquellenden Augen von unten an. Als Ergebnis wünsche ich mir spöttische Leichtigkeit, die klein erscheinen lässt, was sich groß spreizt.
Die Froschperspektive folgt dem lateinischen Sprichwort:
»Quamquam sunt sub aqua, sub aqua maledicere temptant.
« Das ist lautmalerisch, von Ovid und heißt: »Selbst beim Untertauchen oder Untergehen quaken die Frösche üble Nachrede.«
Eben Glossen.“

 
Hellmuth Karasek (4 januari 1934 – 29 september 2015)

 

 

De Duitse schrijver Markus Seidel werd geboren op 4 januari 1969 in Wilhelmshaven. Zie ook alle tags voor Markus Seidel op dit blog.

Uit: Von Leuten, die ihre Brille verlieren und sich einen Porsche kaufen

„Gestern Abend hatte Axel beschlossen, zu Tanja zu fahren, bevor Suzanne und er für zwei Wochen in den Urlaub an die französische Atlantikküste fahren würden. Tanja war eine Prostituierte, die ihr Appartement im Westen Hannovers hatte, etwa eine Viertelstunde Autofahrt entfernt.
Seit acht Jahren ging er zu Huren. Im Laufe der Zeit hatten sich die Abstände zwischen den Besuchen verkürzt: Hatte er am Anfang alle sechs oder acht Wochen eine Frau aufgesucht, vergingen inzwischen selten mehr als vierzehn Tage, bis er sich wieder auf den Weg machte.
Zu Tanja ging er seit einem halben Jahr. Seit er sie kannte, besuchte er fast ausschließlich sie.
Zuvor war er selten öfter als drei oder vier Mal bei derselben Prostituierten gewesen; er fand es aufregend, eine Frau das erste Mal zu besuchen – sie das erste Mal sprechen zu hören, sich das erste Mal vor ihr auszuziehen und ihr beim Ausziehen zuzusehen. Der Zauber dieser Premiere konnte sich noch in die erste und zweite Wiederholung retten, manchmal in die dritte.
Spätestens dann besuchte er wieder eine andere. Und aufregend war auch die Vorfreude auf sie, die Fahrt zu ihr. Manchmal hätte er schreien können vor glücklicher Ungeduld! Dass da jemand war, der auf ihn wartete und der ihm das erfüllte, was er sich wünschte, das war schlichtweg atemberaubend.
War es am Anfang eine fremde, sonderbare Welt gewesen, in die er da eintrat – eine Welt voll süßer aufdringlicher Parfüms, mit Kuscheltieren auf den Betten, Schlagermusik aus billigen Radios, Fernsehern, in denen ein Musikkanal eingeschaltet war oder ein Pornofilm lief, mit Glasschälchen auf dem Tisch, in denen nicht selten mehrere Dutzend Präservative lagen –, so verlor sich bald die anfängliche Fremdheit, die er gegenüber den Frauen, ihren Wohnungen, ihren Gerüchen, ihrer Nähe spürte.“

 

 
Markus Seidel (Wilhelmshaven, 4 januari 1969)
Cover

 

 

De Vlaamse dichter en (toneel)schrijver Fernand Handtpoorter werd geboren in Poperinge op 4 januari 1933. Zie ook alle tags voor Fernand Handtpoorter op dit blog.

 

Risquons tout

Ik weet dat die paarden geen paarden zijn
een reis geen reis geen vrede vrede
kome wat komt mij rukt gij mede
het hachelijk besef ten spijt en spijt de vrede

herkauwend grotendeels en voor de rest onzeker
wantrouwig en verblind en zadelvast in schijn
de zaligheid op zak de zege in de schede
zijn mijn gezellen voos en voos de Rede

hoe bult de waan uit hun verwende nek
en barst de wijn uit hun verwarde reden
de dood is geen bezwaar en uit hun luchtig heden
slaan zij zich trots te paard in eeuwigheid bereden

in dit bestaan bereisd onkwetsbaar in gemoede
want wie zijn hart vergeet vergeet te bloeden

 

 
Fernand Handtpoorter (4 januari 1933 – 5 augustus 2007)
Cover 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Andreas Altmann werd geboren in Hainichen (Sachsen) op 4 januari 1963. Zie ook alle tags voor Andreas Altmann op dit blog. Zie ook mijn blog van 8 juni 2009.

 

besuch

das gedächtnis, wenn es eine
nach der anderen erinnerung aufgibt,
erblindet an seinen worten.
in leeren räumen tastest du dich
an der wand, die deine hände ergreift,
über türen, die du nicht öffnest,
ans fenster. blicke, die dunkel
die hell sind, weichen den augen.
an geräuschen formt sich die stimme,
die nicht über das schweigen hinaus
kommt. noch einmal gehst du
mit bodenlosen schritten durchs haus.
licht hat schatten herausgeschnitten,
für die es hier keinen grund gibt.
du kratzt an den rändern die finger auf.
jemand folgt dir verschränkt
mit den armen, dem blick. du bittest,
noch länger zu bleiben. vor dem tor
wartet das auto. der motor springt an.

 

 
Andreas Altmann (Hainichen, 4 januari 1963)

 

 

De Amerikaanse schrijfster en biografe Doris Kearns Goodwin werd geboren op 4 januari 1943 in New York. Zie ook alle tags voor Doris Kearns Goodwin op dit blog.

Uit: Lyndon Johnson and the American Dream

“On the north bank of the Pedernales River in Stonewall, Blanco County, Texas, a mile of dirt road connects the ranch house where Lyndon Johnson died to the small farmhouse in which he was born. During his last years, Johnson often ambled the stretch of grassy river bottom, checking on his grazing Herefords, talking the entire way past the shack that once was his grandfather’s house, past the low stone wall bordering the family cemetery, to the meticulously restored museum, his birthplace.
There, his talk sometimes turned to his childhood, stories attached to this room or that furnishing. Once, standing at the entrance to his parents’ bedroom, where Lyndon slept when his father was away, Johnson described to me a long-remembered ritual: “First my mother washed my hands and face with water, then tucked me in between the cool, white sheets. She crossed then to that old marble dresser on the far side of the room and seated herself on the straw chair in front of the mirror. I watched her take out the long brown pins from her hair. Then she shook her head from side to side, brushing her hair. I used to count, fifty strokes with one arm, fifty with the other. Always the same. Then she emptied a pitcher of water into the washbowl and, with a small yellow cloth, she scrubbed her face, throat, and arms. Then she came back to the bed, said her prayers, and climbed in beside me. Propped against two pillows, she read to me from books she had read with her father long ago … Browning, Milton, Dickens. I liked it better when she talked about when she was a young girl.”
The world Rebekah described, as Johnson remembered it, was very different from the shabby life she was then leading with her husband and children on the bank of the Pedernales. Her parents had money, position, respectability. They lived in a two-story house surrounded by trees, terraced flower gardens, and a white picket fence. Her people — unlike their poor and ignorant neighbors along the Pedernales — were a proper, civilized breed of educators and preachers of European culture. She projected herself to her son as a dreamy young girl who had spent her afternoons reading poetry under the shade of the big trees in those gardens, her evenings discussing literature with her father, Joseph Wilson Baines.”

 

 
Doris Kearns Goodwin (New York, 4 januari 1943)
Cover

 

 

De Duitse jurist, taal- en letterkundige Jacob Ludwig Karl Grimm werd geboren in Hanau op 4 januari 1785. Zie ook alle tags voor Jacob Grimm op dit blog.

Uit:Von dem Tischlein deck dich, dem Goldesel

“Es war einmal ein Schuster, der hatte drei Söhne und eine Ziege; die Söhne mußten ihm beim Handwerk helfen, und die Ziege mußte sie mit ihrer Milch ernähren. Damit sie nun alle Tage gut saftig Futter bekäm, sollten die Söhne sie der Reihe nach auf die Weide führen. Der älteste führte sie auf den Kirchhof, ließ sie da herumspringen und fressen; am Abend, als er heim wollte, fragte er: »Ziege, bist du satt?« die Ziege antwortete:
»Ich bin so satt, ich mag kein Blatt meh! meh!«
»Nun so komm nach Haus« sagte er, zog sie in den Stall und band sie fest. Der alte Schuster fragte seinen Sohn, ob die Ziege auch genug zu fressen gekriegt hätte; der Sohn antwortete: »sie ist so satt, sie mag kein Blatt.« Er wollte aber selbst sehen, ob das wahr sey, ging in den Stall und fragte: »Ziege, bist du satt?« die Ziege antwortete:
»Ich bin so satt, ich mag kein Blatt meh! meh!«
»Nun so komm nach Haus« sagte er, zog sie in den Stall und band sie fest. Der alte Schuster fragte seinen Sohn, ob die Ziege auch genug zu fressen gekriegt hätte; der Sohn antwortete: »sie ist so satt, sie mag kein Blatt.« Er wollte aber selbst sehen, ob das wahr sey, ging in den Stall und fragte: »Ziege, bist du satt?« die Ziege antwortete:
»Wovon sollt ich satt seyn?
ich sprang nur über Gräbelein,
und fand kein einzig Blättelein: meh! meh!«
Wie der Schuster das hörte, glaubte er sein Sohn habe ihn belogen, ward zornig, sprang hinauf, nahm seinen Stock von der Wand und prügelte ihn fort. Tags darauf mußte der zweite Sohn die Ziege weiden, er führte sie unter lauter gute Kräuter, die fraß die Ziege alle ab. Am Abend fragte er: »Ziege, bist du satt?«

 

 
Jacob Grimm (4 januari 1785 – 20 september 1863)
Illustratie bij “Tischlein deck dich”.

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e januari ook mijn blog van 4 januari 2017 en ook mijn blog van 4 januari 2015 deel 1 en eveneens deel 2 en deel 3.

Zie voor bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 4 januari 2007 en ook mijn blog van 4 januari 2008 en eveneens mijn blog van 4 januari 2009.