Astrid Lampe, Margit Schreiner, Hugo Loetscher, Jean Racine, Kenneth Rexroth, E. A. Robinson, Felicitas Hoppe, Christoph Keller, Johan Sebastian Welhaven

 

De Nederlandse dichteres en schrijfster Astrid Lampe werd geboren in Tilburg op 22 december 1955. Zie ook alle tags voor Astrid Lampe op dit blog.

 

Één issue per tissue

één issue per tissue
mijn meester verstopt zich

postbode doe je ronde: is mijn liefde
bij u wel veilig

hij kwam me weer verrassen die hofleverancier
laarzen aan in bed, dát werk, mijn koninginnetje
slaap je wel goed, fluisterde hij
(hij die niet van cliché’s hield!)
op zo’n betraand bruggetje
is het goed kusjes plaatsen
denk lammetje lammetje en
temee snokt het lente onder je hemd, ai!
zong ik (dat hij welkom was was zeker)

…u bent los

 

 

Frisse dingen

Frisse dingen kloppend in hoge gebouwen
Rilden de biest door met lange lauwe pijn
‘The blues’, you said

Een kruid om in je oor te stoppen als je bang bent

Weldra nemen
De saatchi’s & sushi’s
Weer de overhand en
– na alles wat kelderde –
stijgt die behoefte alleen maar
ergens elders je teint op te doen

als de kogels dan fluiten hoor je swiep
maar schrik niet van je eigen rep.terende
wegwerpkameraadje

kleine gave pijnen sturen
de serie dwarse boertjes
dan linea recta op huis aan

dat thuis waar men massaal overging
tot de aankoop van een winterjas

 

 
Astrid Lampe (Tilburg, 22 december 1955)

 

De Oostenrijkse schrijfster Margit Schreiner werd geboren op 22 december 1953 in Linz. Zie ook alle tags voor Margit Schreiner op dit blog.

Uit: Das menschliche Gleichgewicht

„Sind sie familiär vorbelastet, überhören sie geflissentlich die Warnung des Arztes, dass in nicht allzu weiter Ferne eventuell Alzheimer oder Parkinson droht. Sie ignorieren konsequent jedes Symptom. Sagt man ihnen, dass es schon nicht so schlimm werden wird, fühlen sie sich nicht ernst genommen, pflichtet man ihnen bei, fühlen sie sich bemitleidet. Man kann ihnen grundsätzlich nichts recht machen: Ein Besuch erfolgt nie zur rechten Zeit. Sie wollten gerade aufs Amt gehen, ein Mittagsschläfchen halten oder etwas Wichtiges erledigen. Besucht man sie nicht, beklagen sie sich über zunehmende Einsamkeit. Sie pochen im-mer darauf, respektiert zu werden, sie selbst respektie-ren aber niemanden. Und schon gar nicht Menschen mit Tattoos, Ringen in der Nase oder der Zunge und zerrissenen Jeans, I.eute, die auf der Straße mit dem Handy telefonieren oder NtP3-Stöpsel in den Ohren tragen sowie Punks mit großen Hunden. Sie wissen grundsätzlich immer alles besser, sind dabei aber stän-dig unzufrieden: Sie hassen den Lärm und fürchten die Stille.
Bruno und ich waren zwar auch über sechzig, fühlten uns aber noch immer relativ jung, dynamisch, neugie-rig, aufgeschlossen. Die Jugend war für uns keine Be-drohung, sondern eine Bereicherung, von der wir uns neue Impulse erhofften. Der Umgang mit Jüngeren hält uns selbst jünger und flexibler. Dennoch nahmen wir die Mitteilung unserer Kinder, dieses Jahr nicht auf die Insel mitzufahren, sondern eigene Ferienpläne zu ver-folgen, insgeheim erleichtert auf. Keine Lärmbelästi-gungen durch laute Musik, keine Streitereien beim Kochen und vor allem Platz. Wir würden das kleinere der beiden Fischerhäuschen alleine beziehen. Ich würde allein im Geräteschuppen am Fenster mit Ausblick aufs Meer sitzen, täglich eine Stunde oder zwei Stunden in aller Stille konzentriert an meinem Roman schreiben und mich ansonsten erholen. Wir fahren seit mittlerweile sechs Jahren jeden Sep-tember mit unseren Freunden und unseren Kindern auf eine einsame Insel in Kroatien. Es gibt keine Autos auf unserer Insel, keine bewohnten Häuser, keine Bars oder lauten Cales, keine Geschäfte, geschweige denn einen Supermarkt. Es gibt auch keinen Strom, kein Radio und keinen Fernseher. Nicht einmal fließendes Wasser. Die spärliche Beleuchtung nachts wird von einem Windrad erzeugt. Es gibt nur zwei nebeneinanderstehende ehe-malige Fischerhäuser—eins für die befreundete Familie, eins für uns —, viel Meer, viele Felsen, Steine, wenig Bewuchs. In beiden Häusern zieht man in der Küche mit einem Eimer, der an einer Leine befestigt ist, Wasser aus den tief gelegenen Zisternen.“

 

 
Margit Schreiner (Linz, 22 december 1953)
Linz

 

 

De Zwitserse schrijver Hugo Loetscher werd geboren op 22 december 1929 in Zürich. Zie ook alle tags voor Hugo Loetscher op dit blog.

Uit:Unterwegs in meinem Brasilien

“Nein, zu erklären gibt es nicht viel. Wie soll man eine Liebe erklären? Aber auch was man nicht erklären kann (oder erklären mag), hat eine Geschichte. Selbst wenn sie nicht dort begann, wo es anfing.
Es fing in Portugal an. Nach der Veröffentlichung meines ersten Romans, Abwässer – Ein Gutachten, hatte ich einen Literaturpreis gewonnen, der mir erlaubte, in einem billigen (oder armen?) Land zu leben. Warum Portugal? Mag sein, dass es mit der Vorliebe für Übersehenes zusammenhängt. Ein Land im Rücken Spaniens, das seinerseits hinter den Pyrenäen lag. Der Zufallsentscheid wurde belohnt: Ich habe Lissabon als eine der schönen Städte Europas und die Portugiesen als liebenswertes Volk erlebt. Ein Portugal, das ein europäisches Winkeldasein führte, wo aber mit Selbstverständlichkeit von Luanda, Macau oder Goa gesprochen wurde. Provinzialität und Weltoffenheit, der Schweizer in mir fühlte sich angesprochen.
Über dieses Portugal herrschte Salazar, der mir die Liebe zu seinem Land verdarb. Ein Diktator, der bei uns kaum ernst genommen wurde. Dieses Portugal wählte ich als Filmthema. Das schweizerische Fernsehen war damit einverstanden.
Aber eine Stunde vor Ausstrahlung wurde der Film {8}abgesetzt. Ach Herr Salazar war eine »politische Elegie«. Am Schluss als Großaufnahme die Knochenwand im Gebeinhaus von Évora: »Hier herrscht die totale Demokratie. Aber man könnte mit ihr vorher beginnen.« Die Absetzung des Films weitete sich aus zu einem Skandal, von dem ein junger Autor nur träumen kann.
Der Text fand später Eingang ins Gratisbuch. Der Film selber ging verloren, als das Fernsehen nach Zürich-Oerlikon umzog. Er fand auch keine Aufnahme in die (gedruckte) Filmgeschichte. Es war, wie mich ein Herausgeber belehrte, ein 16-Millimeter-Film und nicht ein 36er. Ich habe mich in diesem Land immer wieder um Millimeter verrechnet.“

 

 
Hugo Loetscher (22 december 1929 – 18 augustus 2009)

 

 

De Franse dichter en schrijver Jean Racine werd geboren op 22 december 1639 in La Ferté-Milon. Zie ook alle tags voor Jean Racine op dit blog.

 

Le jeudi à Vêpres

Seigneur, tant d’animaux par toi des eaux fécondes
Sont produits à ton choix,
Que leur nombre infini peuple ou les mers profondes
Ou les airs, ou les bois.

Ceux-là sont humectés des flots que la mer roule,
Ceux-ci de l’eau des Cieux,
Et de la même source ainsi sortis en foule
Occupent divers lieux.

Fais, ô Dieu tout-puissant, fais que tous les fidèles
À ta grâce soumis,
Ne retombent jamais dans les chaînes cruelles
De leurs fiers ennemis.

Que par toi soutenus, le joug pesant des vices
Ne les accable pas ;
Qu’un orgueil téméraire en d’affreux précipices
N’engage point leurs pas.

Règne, ô Père éternel, Fils, sagesse incréée,
Esprit saint, Dieu de paix,
Qui fais changer des temps l’inconstante durée,
Et ne changes jamais.

 

 
Jean Racine (22 december 1639 – Parijs, 21 april 1699)
Standbeeld van de jonge Racine in La Ferté-Milon

 

  

De Amerikaanse dichter Kenneth Rexroth werd geboren in South Bend (Indiana) op 22 december 1905. Zie ook alle tags voor Kenneth Rexroth op dit blog.

 

Proust’s Madeleine

Somebody has given my
Baby daughter a box of
Old poker chips to play with.
Today she hands me one while
I am sitting with my tired
Brain at my desk. It is red.
On it is a picture of
An elk’s head and the letters
B.P.O.E.—a chip from
A small town Elks’ Club. I flip
It idly in the air and
Catch it and do a coin trick
To amuse my little girl.
Suddenly everything slips aside.
I see my father
Doing the very same thing,
Whistling “Beautiful Dreamer,”
His breath smelling richly
Of whiskey and cigars. I can
Hear him coming home drunk
From the Elks’ Club in Elkhart
Indiana, bumping the
Chairs in the dark. I can see
Him dying of cirrhosis
Of the liver and stomach
Ulcers and pneumonia,
Or, as he said on his deathbed, of
Crooked cards and straight whiskey,
Slow horses and fast women.

 

 
Kenneth Rexroth (22 december 1905 – 6 juni 1982)
South Bend, Indiana

 

 

De Amerikaanse dichter Edwin Arlington Robinson werd geboren op 22 december 1869 in Head Tide, Maine. Zie ook alle tags voor E. A. Robinson op dit blog en ook alle tags voor Edwin Robonson.

 

Credo

I cannot find my way: there is no star
In all the shrouded heavens anywhere;
And there is not a whisper in the air
Of any living voice but one so far
That I can hear it only as a bar
Of lost, imperial music, played when fair
And angel fingers wove, and unaware,
Dead leaves to garlands where no roses are.

No, there is not a glimmer, nor a call,
For one that welcomes, welcomes when he fears,
The black and awful chaos of the night;
For through it all–above, beyond it all–
I know the far sent message of the years,
I feel the coming glory of the light.

 

 

A Happy Man

When these graven lines you see,
Traveller, do not pity me;
Though I be among the dead,
Let no mournful word be said.

Children that I leave behind,
And their children, all were kind;
Near to them and to my wife,
I was happy all my life.

My three sons I married right,
And their sons I rocked at night;
Death nor sorrow never brought
Cause for one unhappy thought.

Now, and with no need of tears,
Here they leave me, full of years,–
Leave me to my quiet rest
In the region of the blest.

 



E. A. Robinson (22 december 1869 – 6 april 1935)
Cover

 

 

De Duitse schrijfster Felicitas Hoppe werd geboren op 22 december 1960 in Hameln. Zie ook alle tags voor Felicitas Hoppe op dit blog.

Uit: Hoppe

„Hoppe selbst, eine ausgewiesene Meisterin praktischen Packens, wusste genau, was sich in ihrem Buckel befand, und machte auch nie ein Geheimnis daraus: »Taktstock, Schläger, Lippenstift.« Und, so ist man versucht zu ergänzen, vier deutsche Geschwister, die das Einzelkind auf seinen Schiffsreisen erfand und denen sie mit einer bis heute unveröffentlichten Erzählung (Fünf zur See) ein eigensinniges Denkmal gesetzt hat: »Wir liebten uns, weil wir uns nicht ausweichen konnten, weil wir darauf angewiesen waren, einander ständig zu unterhalten. Das Wetter war schlecht, die Mannschaften rau, das Essen miserabel, die Kapitäne Analphabeten. Abends saßen wir in unserer Kabine, ich seekrank, sie aufrecht und unanfechtbar. Gegen das Wetter hielten wir uns an Erinnerungen fest, wobei sie mehr Halt bewiesen als ich. Im Gegensatz zu mir waren sie seetauglich und unanfechtbar.”
Während der Vater Listen und Abrechnungen schreibt, widmet sich Felicitas ganz der Erfindung ihrer vier Geschwister, um sich die Zeit an Bord zu vertreiben und um ein für alle Mal in der Mitte zu sein, denn »die Erstenwerden die Letzten sein und die Letzten die Ersten«. Warm ist es folglich nur in der Mitte, »erzogen, beschützt und verteidigt von oben, geliebt und verstanden von unten«. Es sind Fünf zur See, die das Werk des Einzelkindes von Anfang an unterirdisch bevölkern. Je länger Hoppe schreibt, umso mehr gewinnen die Geschwister Gestalt, gleich in welchem Kostüm Hoppe sie auftreten lässt.“

 

 
Felicitas Hoppe (Hameln, 22 december 1960)
Hameln in kerstsfeer

 

 

De Zwitserse schrijver Christoph Keller werd geboren op 22 december 1963 in St. Gallen. Zie ook alle tags voor Christoph Keller op dit blog.

Uit: A second story

„He needed the money Pentagrass offered him for modeling, if that was what you wanted to call it: putting on dirty jeans, an unwashed undershirt, a silly wig and a surprised look. People stayed away from the restaurant in Grimma, where he worked as a waiter, and more and more often, when Johan arrived for work, he found the door shut and a Closed sign on it. He had taken the afternoon off, without asking the restaurant owner. Eventually, Robert would let him go anyway, with the economy what it was. Johan stopped. He leant the shovel against the closest tree, next to the pile of soil, heavy with last night’s rain. He felt exhausted. He looked up. Above him nothing but an auspicious canopy of leaves. Good, Pentagrass thought. Johan had come early. >He had brought the rusty green Wartburg he wanted in his painting, and he had parked it exactly where he had told him. He had built the makeshift tent out of the sticks and the dustsheets Pentagrass had provided him with, and he had even started to shovel. Now that Pentagrass had arrived with the rest of the equipment and with Marie, the model for the angel, Johan had put the shovel aside and assumed his pose. “Just look surprised, Johan” Pentagrass said, stepped out of the clearing, where he was part of the wood, and looked at the scene through the lens of his camera. It was understood that they wouldn’t acknowledge each other during the process of setting the scene for the painting. It was the essence of the painting. It was the only way painter and model could get lost in the painting. W353. Mysterious as ciphers, as clouds, crucial as the right light, a part of the license plate of the pickup was visible between Johan’s legs. Behind Johan, there was now a stable, the pregnant sky.
The trees looked fresh as though they had just been planted. All sorts of peaceful sounds could be heard, the rustling of leaves, the rapping of a woodpecker, the fluttering of wings. Pentagrass’s previous work, The Ritual, had also originated in the clearing. Here, months ago, collecting mushrooms, he had found the giant root that, half-freed from the earth, had become the centerpiece of the painting.”

 

 
Christoph Keller (St. Gallen, 22 december 1963)

 

 

De Noorse dichter en criticus Johan Sebastian Welhaven werd op 22 december 1807 in Bergen geboren. Zie ook alle tags voor Johan Sebastian Welhaven op dit blog.

 

The Wild Hunt (Fragment)

With the beer working in your lodge
Awaking the heathen Yule-tradition…
And fire from the fireplace shines
on swinging knives and crazy eyes,
Then a sudden shiver goes through the party,
Then sound the nightly black riders’ clamor…
Then the walls crack and the glasses dance;
the Armies of Asgard surround the building!

There was a wedding at Oevre Flage
Three holy Yule-days to the end.
Among the maids there were none like the bride
And no rival to the groom among men.
There was a glow to the shining hall
from set tables and expensive metal,
There was a treasure, the rumor says,
Of copper on walls and silver on tables.

And merrily sounded the drums and fiddles
as the groom was steadily dancing
leading his bride among young men and women –
Then the Halling-dance easily rumbled!
To the Dancer’s forceful moves and jumps
the Maiden would swing like a pendulum,
Then floated the noise and the music together
And the hall would thunder from vigor and delight.

 

Vertaald door Liv Wenger

 

 
Johan Sebastian Welhaven (22 december 1807 – 21 oktober 1873)
Standbeeld in Oslo

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 22e december ook mijn blog van 22 december 2013 deel 1 en eveneens deel 2.

Zie voor bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 22 december 2008 en eveneens mijn blog van 22 december 2007 en mijn blog van 22 december 2006.