David Vann, Philip Pullman, Miguel Ángel Asturias, Fannie Hurst, Leigh Hunt, Nardo Aluman

De Amerikaanse schrijver David Vann werd geboren op 19 oktober 1966 op Adak Island, Alaska. Zie ook alle tags voor David Vann op dit blog.

Uit: Legend of a Suicide

“My mother gave birth on Adak Island, a small hunk of rock and snow far out on the Aleutian chain, at the edge of the Bering Sea. My father was serving two years as a dentist in the Navy; he had wanted Alaska because he liked hunting and fishing, but he obviously had not known about Adak at the time of his request. Had my mother known, she would have scratched out the request herself. Given enough information, my mother has never made the wrong choice.
So it was that she refused to have her sweltering, jaundiced baby yanked out of Adak’s underground naval hospital and thrown into the jet that sat waiting on the runway for more than six hours. Because my temperature was 105 degrees and still climbing, the doctors and my father recommended I be flown to the mainland, to a real hospital (no one on Adak survived even a mild heart attack while we were there — no one), but my mother refused. She was certain, with what my father always described as an animal, instinctive fear, that the moment I was borne aloft, I would perish. She placed me in an ordinary white bathtub filled with cold water, and there I survived. Flourished, even. My orange, blotchy skin gradually calmed to a healthy baby pink, my limbs unlocked, and I flailed my legs in the waters until she lifted me out and we both slept.
When my father had finished his sentence with the Navy, we moved to Ketchikan, an island in southeastern Alaska, where he bought a dental practice and, three years later, a fishing boat. The boat was a new twenty-three-foot Uniflite fiberglass cabin cruiser. Still wearing his dental smock beneath his jacket, he launched the boat late on a Friday afternoon as we cheered from shore. He slipped it into its stall in the docks, and the next morning he stood on the edge of those docks looking down thirty feet through clear, icy Alaskan water to where the Snow Goose sat like a white mirage on the rounded gray stones. My father had named it the Snow Goose because he had been filled with dreams of its white hull flying over the waves, but he had forgotten to put in the drain plugs the afternoon of the launching. Unlike my mother, he had neither eyes nor ears for matters below the surface.”

 
David Vann (Adak Island, 19 oktober 1966)

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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2015 voor Navid Kermani

Aan de Duits-Iraanse schrijver en islamist Navid Kermani werd gisteren in de Frankfurter Paulskerk de Friedenspreis des Deutschen Buchhandels uitgereikt. Navid Kermani werd geboren op 27 november 1967 in Siegen. Zie ook alle tags voor Navid Kermani op dit blog.

Uit: Dein Name

„Wann er wieder zu beten aufhört, gehört nicht zum Gelübde. Er mag die Worte, ihren Klang, die Melodie der Reime genauso wie die Bedeutung, er mag die Bewegungen. Es könnte eine Befreiung sein, sich am Tag einige Mal zu verbeugen, sich niederzuwerfen auf die Stirn – und dann wieder aufrecht zu stehen. Wenn seit vierzehnhundert Jahren Menschen ebendiese Verse in eben dieser Abfolge von Körperhaltungen täglich fünfmal aufsagen, muß ein Segen darin wohnen. Ob es Gott gibt, steht auf einem anderen Blatt. Nicht um Ihn ist es den Religionen zu tun, von dem sie ohnehin nur Namen aussprechen, vielmehr um die Menschen, deren Handlungen mit oder ohne Gott genauso gut oder schlecht, richtig oder falsch, sinnvoll oder unnütz sind – sofern es ohne Gott gut oder schlecht gibt, richtig oder falsch, sinnvoll oder unnütz. Mit oder ohne Gott fing er heute morgen mit dem Gebet an, aber für den Vater, der keinen der vier Söhne je mit der Religion bedrängte und gerade deshalb mit Achtzig noch einen Freudensprung machen würde. Es war die einzige Möglichkeit, bei ihm zu sein, so empfand es der Jüngste, der gestern nachmittag mit der Frühgeborenen vor dem Bauch nichtsahnend aus dem Haus gegangen war, um zu spazieren, als der Internist auf dem Handy anrief. Weil die Operation der Herzklappe zu riskant schien und das Blut nicht gerinnt, hatte der Kardiologe im St. Marien allenfalls einen kleinen, oberflächlichen Eingriff in Erwägung gezogen, um die Drähte des Schrittmachers freizulegen, und deshalb einen Termin in einem Herzzentrum besorgt, wo der Chef dem Vater während der ersten Visite mitteilte, daß die Klappe ersetzt werden müsse, Risiko hin oder her, sonst läge die Lebenserwartung bei höchstens einem Jahr, wahrscheinlicher einem halben, gleich morgen also, da jeder Tag zählt, also heute, also jetzt, Donnerstag, 19. Juli 2007, 11:28, jetzt gerade liegt der Vater auf der gebogenen Streckbank aufgespannt wie auf einem großen Ball, rasiert von Hals bis Fuß, mit aufgeschnittenem Brustkorb, umringt von Ärzten, Schwestern, Apparaten, und Gott entscheidet sich, wenn es Ihn gibt, ob Er den Vater wieder zum Leben erweckt. Dem Sohn wird schlecht bei dem Gedanken, daß die Entscheidung gegen den Vater ausfallen könnte. Auch das Gebet hilft jetzt nicht mehr, schon ist die Wirkung verpufft. Kurz nach acht sollte die Operation beginnen, zweieinhalb Stunden sollte sie dauern, die Ärzte könnten also längst fertig sein, sie könnten sagen, puh, das scheint gutgegangen zu sein, oder das Gegenteil. Sie haben auch gesagt, daß es länger dauern könnte, je nachdem, was sie vorfinden und was mit der Blutgerinnung ist. Sie haben die besten, modernsten Apparate und eine neue Methode, der Chef selbst operiert, für sie ist es Routine, wie der Jüngste sich immer wieder zuredet, sie machen das jeden Tag und unter widrigen Umständen als bei dem Vater, nach Unfällen etwa, wenn die Patienten mit dem Hubschrauber eingeflogen werden und die Voruntersuchungen wegfallen.“

 
Navid Kermani (Siegen, 27 november 1967)