Colin Channer, Herman Franke, Richard Howard, Migjeni, Arna Wendell Bontemps, Conrad Richter, Edwina Currie

 

De Jamaicaanse schrijver Colin Channer werd geboren op 13 oktober 1963 in Kingston. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2010 en eveneens alle tags voor Colin Channer op dit blog.

Uit: Waiting in Vain

“The juice was inking the nib between her legs, making her want to draft an epic on his face. Couldn’t he just screw her? She’d take just that. So what if the love was gone? The first time had been just a screw. And she had no regrets. Seeing him nude that first time had made her think of holidays, of turkey legs slathered with gravy. At first she thought he’d be a rammer, a longhorn bedroom bully, which would’ve been fine. She liked a little roughness at times. But he held her like a dancer, assumed that he would lead, and frigged her with finesse. He understood her needs. Wordplay for him was foreplay. Her thighs were the covers of an open book–a journal lined with fantasies and fears. He read her like a child read, slowly, with his nose against the page, using a finger to guide his way. So he knew when to baby her and when to bitch her up.
If he didn’t want to screw her, she thought, couldn’t they just flirt? Flirting was more than his pastime. It was an addiction. He couldn’t help himself. He was intelligent and amusing, which was why women fell for him. That’s why she had fallen. In the days when he loved her, his wordskissed her ears like butterfly wings. Now they stung like wasps: “I don’t want you anymore. Leave me alone. I don’t care how you feel.”
She forced a smile. He didn’t respond, but she knew he wanted her. She could feel it. What to do? What to say? She wanted to be the mango so he could suck her down to the seed.
“Kiss me.”
The words were hers. He tried to resist. Thought he had, until his tongue was a honey stick in hot tea. Soon he was melting into memory . . . into their first kiss ten years ago in Cuba.”

 

 
Colin Channer (Kingston, 13 oktober 1963)

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Sebastian Fitzek

De Duitse schrijver en journalist Sebastian David Fitzek werd geboren op 13 oktober 1971 in Berlijn. Hij werkt in de programma-directie van het Berlijnse radiostation 104.6 RTL. Hij studeerde rechten tot aan het eerste staatsexamen, behaalde zijn doctoraat in het auteursrecht en werkte daarna als hoofdredacteur en programmadirecteur voor diverse radiostations in Duitsland. Fitzek schreef als co-auteur samen met Jürgen Udolph het non-fictieboek “Professor Udolphs Buch der Namen”, dat in 2005 werd uitgegeven. Het vormde de basis voor een tv-programma over Duitse namen dat in 2006 werd uitgezonden. Sinds 2006 schrijft Fitzek psychologische thrillers, die allemaal bestsellers werden. Zijn debuut uit 2006 heette “Die Therapie”. Zijn volgende Thriller “Amokspiel” verscheen in 2007. In 2012 werd zijn roman “Das Kind” als eerste van zijn boeken verfilmd. Fitzek houdt van experimenten. Omdat hij vindt dat bij boeken een “soundtrack” hoort bood hij in 2014 lezingen van de roman “Noah” aan met muzikale begeleiding door de Berlijnse band Buffer Underrun. Fitzeks werken zijn vertaald in 20 talen. Als één van de weinige Duitse thrillerauteurs wordt hij uitgegeven in Engeland en de Verenigde Staten. In september 2013 vierde de psychologische thriller “Der Seelenbrecher” première aan het Berliner Kriminal Theater. In oktober 2015 publiceerde Fitzek twee romans tegelijkertijd. De roman “Das Joshua-Profil” gaat over een mislukte schrijver genaamd Max Rhode, die slechts één succesvol boek schreef: “Die Blutschule”. Bij het schrijven ontdekte Fitzek zijn interesse in dit werk en schreef het boek onder het pseudoniem Max Rhode zelf. Hij benadrukt echter dat men dit boek niet hoeft te lezen om “Das Joshua-Profil” te begrijpen. 

Uit: Noah

Alicia wurde von der Stille geweckt. Sonst waren es die Schreie, die sie in unregelmäßigen Abständen aus dem Schlaf hochschrecken ließen, doch heute Nacht war es anders. Heute Nacht blieb es stumm an ihrer Brust.
»Noel?«, flüsterte sie und tastete nach dem Köpfchen ihres Sohnes. Es war kurz vor ein Uhr morgens, also gab es vermutlich keinen Strom in Lupang Pangako, der »Endstation«, wie Quezon Citys größter Slum im Großraum Manila von den Bewohnern genannt wurde. Doch selbst wenn sie Licht hätte machen können, hätte Alicia sich dagegen entschieden.
Jay schlief, und das war ein Segen. Sie wollte ihren Siebenjährigen nicht wecken, sonst würde er sich wieder daran erinnern, dass es gestern nichts zu essen gegeben hatte.
»Gleich, mein Schatz«, hatte sie spätabends auf seine ungeduldigen Fragen reagiert und dabei das köchelnde Wasser umgerührt. »Du hattest einen anstrengenden Tag in Payatas. Ruh dich aus, ich weck dich, sobald die Suppe fertig ist.« Er hatte genickt, mit der ernsten Miene seines Vaters Christopher, die Augen gerötet vom vielen Reiben, aber gegen die Dämpfe auf der größten philippinischen Müllkippe war man einfach machtlos. Zehntausend »Scavangers« arbeiteten dort, Aasgeier, wie sie sich selbst bezeichneten – die Hälfte von ihnen Kinder wie Jay, immer mit dem Schlachtruf »Einhundert« auf den Lippen, sobald ein neuer Müllwagen aus der 12-Millionen-Metropole eintraf. »Einhundert« stand für »Einhundert Pesos«, der Preis für ein Kilo Kupferdraht. Mit Metall konnte man sehr viel mehr als mit Plastik verdienen, weswegen Jay zehn Stunden desTages damit verbrachte, Autoreifen und Elektrokabel zu verbrennen, um das billige Gummi von dem wertvollen Rohstoff zu lösen.
Zum Glück war er ein folgsamer Junge und hatte sich gestern in seine Ecke auf den mit Sand ausgestopften Reissack gelegt, ohne zuvor in den Topf auf der Feuerstelle zu blicken. Sonst hätte Alicia ihm erklären müssen, weshalb sich nichts als Wasser und Kiesel darin befanden.“

 

 
Sebastian Fitzek (Berlijn, 13 oktober 1971)

Deutscher Buchpreis voor Frank Witzel

 

Deutscher Buchppreis voor Frank Witzel

De Duitse schrijver Frank Witzel heeft verrassend de Deutscher Buchppreis gewonnen voor zijn roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“ Dat meldt de organisatie. Het verhaal speelt zich af in de oude Bondsrepubliek in de periode na de Tweede Wereldoorlog. De auteur beschrijft een reeks episoden vanuit de ogen van een 13-jarig kind in Wiesbaden.Zie ook alle tags voor Frank Witzel op dit blog.

Uit: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

“Es ist ein verschneiter Tag im Januar. Ich stehe auf einem schmalen und verschneiten Hügel, schaue in ein verschlafenes und ebenfalls verschneites Dorf, das unterhalb des Hügels liegt und versuche, mich zu erinnern wie es war, dort unten in einer kaum möblierten und ungeheizten Wohnung zweieinhalb Monate zuzubringen, in einem Haus, das eher einem Schuppen ähnelte, dicht neben einem Bach, der halb zufror in diesem Winter vor so vielen Jahren. Ich stehe auf dem Hügel und schaue meinem gefrorenen Atem hinterher und dem Eichelhäher, der kurz auf einem der verschneiten Äste aufsetzt und dann in den grauen Himmel fliegt und hinter der nächsten Kuppe verschwindet.
Die Landstraße schlängelt sich wie auf einer Kinderzeichnung vom grauweißen Horizont zu dem Feld vor meinen Füßen. Und da kommt auch schon ein Auto angefahren. Es ist kein Ferrari 250 GT 12 Zylinder 4 Takt Hubraum 2953 cm³ mit 240 PS und 230 Stundenkilometern, noch nicht mal ein Porsche 501 6 Zylinder 4 Takt Hubraum 1995 cm³ mit 120 PS und 200 Kilometern, son-dern nur ein NSU Prinz 2 Zylinder 4 Takt 578 cm³ mit 30 PS, der gerade mal 120 macht, mit Rückenwind, und hier geht es bergauf, raus aus dem verschneiten Dorf, und ich habe noch nicht mal den Mopedführerschein, und Claudia brüllt und Bernd schreit, ich soll mich weiter rechts halten, damit uns die Bullen in den Kurven aus den Augen verlieren, aber das ist gar nicht so leicht, denn unser NSU Prinz hat hinten schlecht aufgepumpte Reifen, sodass ich kaum die Balance halten kann. Trotzdem liegen wir ein ganzes Stück vorn. Hinter uns die Bullen mit ihrem vollbesetzten Mannschaftswagen VW T2 fangen an zu ballern. Die Kugeln schlagen in die Schneewehen und springen vom Straßenasphalt gegen den zitronengelben Lack der Kotflügel. Claudia kramt im Handschuhfach nach einer Waffe. Die ist nicht geladen, sage ich. Wie, nicht geladen? Kein Wasser drin. Wasser? Das ist meine Wasserpistole. Sag mal, spinnst du? schreit Bernd. Wo ist denn die Erbsenpistole? Vergessen, aber die Wasserpistole ist echt gut, die hat vorne einen Ring, da kannst du um die Ecke schießen. Ihr seid Spinner, vollkommene Spinner, ich denk, ihr habt euch das Luftgewehr von Achim geliehen. Der war nicht da, nur seine Oma, und die wollte es nicht rausrücken. Pass auf! Ich schlingere nach links, und fast wären wir umgekippt, aber Claudia und Bernd werfen sich geistesgegenwärtig auf die andere Seite, und ich komme nur für einen Moment von der Fahrbahn ab. Der Schnee spritzt an den Scheiben hoch. Die Scheibenwischer arbeiten wie wild. Vielleicht sollten wir einfach drehen, ruft Claudia, damit rechnen die nie im Leben.”

 

 
Frank Witzel (Wiesbaden, 1955)

Frank Witzel

 

Onafhankelijk van geboortedata

De Duitse schrijver en muzikant. Frank Witzel werd geboren in 1955 in Wiesbaden. Als kind leerde de veelzijdige kunstenaar verschillende instrumenten en vervolgens begon hij als tiener te tekenen en te schrijven. Hij schreef gedichten, proza, essays en bijdragen aan culturele en literaire tijdschriften. In 1978 verscheen zijn eerste dichtbundel ” Stille Tage in Cliché” met zijn eigen illustraties. Het tweede deel van ” Tage ohne Ende , volgde in 1980. Hoewel zijn vroege prozawerk – een aantal korte verhalen en romanfragmenten – tot nu toe ongepubliceerd bleef, dienden zich hier al de belangrijkste elementen van zijn latere teksten aan. Met de roman “Blue Moon Baby” lukte hem in 2001 de doorbraak. “Blue Moon Baby” vertelt het verhaal van de leraar Hugo Rhäs, waarvan de verhaallijn zich met andere – zoals over de bizarre verschijning van spion zonder been Douglas Jr. in Wisconsin – overlapt. Hier verbindt Witzel moderne samenzweringstheorieën met elementen van de spionageroman, doorspekt met verwijzingen naar popcultuur en literatuur: Ook in de volgende roman “Revolution und Heimarbeit” (2003) combineert Witzel samenzweringstheorieën – zoals de vermeende gesimuleerde maanlanding in 1969 – met een reeks van groteske gebeurtenissen, kritiek op het kapitalisme en freakshow elementen. Voor zijn boek “Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969” ontving Witzel in 2012 de Robert Gernhardt Prijs.

Uit: Bluemoon Baby

“Horst Janssen war fest davon überzeugt, daß er alles zu zeichnen vermochte. Er sagte das einmal in einem Interview, das im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Wenn man sich jedoch seine Zeichnungen anschaut, so sind es meist verwelkte Blätter und eingetrocknete Früchte, die darauf zu sehen sind. Und wenn es keine verwelkten Blätter und eingetrockneten Früchte sind, so sieht es doch aus wie verwelkte Blätter und eingetrocknete Früchte. Ich finde, daß die Zeichnungen durchaus ge-konnt aussehen. Vielleicht konnte Horst Janssen auch tatsächlich alles zeichnen. Können im Sinne von: die Möglichkeit zu etwas besitzen. Ge-tan hat er es mit Sicherheit nicht. Das ist auch nicht weiter schlimm. Aber warum hat er so viel getrunken? Und warum war er o so unglücklich? Und so alt ist er nun auch nicht geworden.
Natürlich kann man solche Fragen nicht beantworten. Es wäre sogar zynisch, wollte man sie beantworten. Aber man kann sie stellen. Rein rhetorisch, weil gewisse Vorstellungen mit anderen Vorstellungen zu tun haben. Auf der Rückseite eines dtv-Taschenbuchs von Horst Janssen steht ein Zitat von ihm, das lautet: »Mich haben die Götter ungemein gestraft mit meinen Gaben.« Das ist es, was ich meine. Der Künstler denkt mit einem Mal, daß er alles zeichnen kann, und daß das eine Gabe sei, und daß es Götter gibt, die einen dann noch mit dieser Gabe strafen wollen. Wahrscheinlich entstehen Mythen aus unreflektiert Da-hingesagtem, das auf der Rückseite eines dtv – Taschenbuchs abgedruckt oder im Fernsehen gesendet wird. Nicht nur andere Leute denken: »Na, das hört sich doch ganz plausibel an«, sondern man selbst denkt es. Und dann verwechselt man die Medien schon mit den Göttern. Und dann wird es, glaube ich, ziemlich schwierig.
Das Buch ist jetzt ungefähr zu einem Viertel vorüber, und deshalb erlaube ich mir diese kleine persönliche Abschweifung. Ich kam darauf aus folgendem Grund: Eigentlich wollte ich mit der Beschreibung von Abbie Kofflager beginnen. Ich hatte aber gerade kurz zuvor eine Folge der Sendung »Ehen vor Gericht« gesehen. Das ist eigentlich keine besondere Sendung, eher billig produziert und in letzter Zeit auf eine Stunde heruntergekürzt. Deshalb erwarte ich dort auch keine besonderen Schauspieler. Nun war heute aber gerade dort eine ausgezeichnete Schauspielerin zu sehen. Diese Schauspielerin war so ausgezeichnet, daß ich mehrfach überlegte, ob sie vielleicht gar keine Schauspielerin war, sondern das alles wirklich in dem Moment erlebte, in dem sie es darstellte – was natürlich Unsinn ist. Sie war umgeben von schlechten bis rechten Schauspielern, die sich mit ihren Rollen abmühten oder identifizierten, oder eben sich selbst spielten. Demnach war sie aller Wahrscheinlichkeit auch eine Schauspielerin. Sie spielte die Böse. Die Schuldige, was die Psychologin in den Zwischengesprächen auch mehrfach betonte.”

 

 
Frank Witzel (Wiesbaden, 1955)