Dolce far niente, Rainer Maria Rilke, Michael Longley, Hilde Domin, Graeme C. Simsion

Dolce far niente

 

 
De regenboog door Willem Roelofs, 1875

 

Vor dem Sommerregen

Auf einmal ist aus allem Grün im Park
man weiß nicht was, ein Etwas fortgenommen;
man fühlt ihn näher an die Fenster kommen
und schweigsam sein. Inständig nur und stark

ertönt aus dem Gehölz der Regenpfeifer,
man denkt an einen Hieronymus:
so sehr steigt irgend Einsamkeit und Eifer
aus dieser einen Stimme, die der Guß

erhören wird. Des Saales Wände sind
mit ihren Bildern von uns fortgetreten,
als dürften sie nicht hören was wir sagen.

Es spiegeln die verblichenen Tapeten
das ungewisse Licht von Nachmittagen,
in denen man sich fürchtete als Kind.

 

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Blik over de Moldau richting de burchtwijk van Praag door Jaroslav Setelik, 1920.
Rilke werd geboren in Praag.

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