O heiliger Abend (Karl Gerok)

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Prettig Kerstfeest!

 

 
Agnolo di Cosimo Bronzino, De aanbidding door de herders, 1539

 

O heiliger Abend

O heiliger Abend,
mit Sternen besät,
wie lieblich und labend
dein Hauch mich umweht!
Vom Kindergetümmel,
vom Lichtergewimmel
auf schau ich zum Himmel
im leisen Gebet.

Da funkelt’s von Sternen
am himmlischen Saum,
da jauchzt es vom fernen,
unendlichen Raum.
Es singen mit Schalle
die Engelein alle,
ich lausche dem Halle,
mir klingt’s wie ein Traum.

O Erde, du kleine,
du dämmernder Stern,
dir gleichet doch keine
der Welten von fern!
So schmählich verloren,
so selig erkoren,
auf dir ist geboren
die Klarheit des Herrn!

 

 
Karl Gerok (30 januari 1815 – 14 januari 1890)
Vaihingen an der Enz. Karl Gerok werd geboren in Vaihingen

 

Zie voor de schrijvers van de 24e december ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

Ingo Baumgartner, Karel Glastra van Loon, Dana Gioia, Henriette Roland Holst, Dominique Manotti

De Oostenrijkse dichter en schrijver Ingo Baumgartner werd op 24 december 1944 in Oberndorf an der Salzach geboren. Zie ook alle tags voor Ingo Baumgärtner op dit blog.

Weihnacht am Grab

Bescherung, frohes Miteinand
steh’n an, der Weihrauch schwebt durchs Haus.
Dich zieht zuerst ein Herzensband
zu deiner Lieben Grab hinaus.

Ein Tannenbäumchen nimmt den Platz
vor zwei Laternen schmückend ein,
erhellt den tröstend schönen Satz
“der Tod ist einfach andres Sein”.

Das weihnachtliche Kerzenlicht
schafft Zugang zu den Lieben dort.
Der Flammen warmes Flackern bricht
die Ferne und ersetzt das Wort.

Nicht traurig sei der Grabbesuch
am Abend hin zur stillen Nacht.
Der Lichtschein auf dem Flockentuch,
er tanzt, zum Mittler hier gemacht.

Auch trägst du wieder Kerzen mit
für Gräber ohne Licht und Schein.
Es kostet dich nur einen Schritt
und Stimmung stellt sich doppelt ein.

 

Auch eine Weihenacht

Götter verlieren ihr Leben im Streite,
Riesen verschonen die Oberen nicht.
Geister mit Vidar und Vali zur Seite
schlagen im Julmond die Bresche zum Licht.

Noch sind die Nächte die Zeit voller Ängste,
Hort der Dämonen, der Druden Gefild.
Heute erhellt er, der dunkelste, längste,
schwärzeste Fleck auf des Sonnenrads Schild.

Feuer und Feiern, sie lassen vergessen,
brechen der Hoffnung ein offenes Tor.
Ansgar und Baldur bereiten das Essen,
holen zum Festtag das Leinen hervor.

 
Ingo Baumgartner (Oberndorf an der Salzach, 24 december 1944)
De Stille Nacht wijk met kapel in Oberndorf 

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Adam Mickiewicz, Angelika Schrobsdorff, Tevfik Fikret, Matthew Arnold, Stephenie Meyer

De Poolse dichter Adam Mickiewicz werd geboren op 24 december 1798 in Zaosie, nabij Nowogródek. Zie ook alle tags voor Adam Mickiewicz op dit blog.

Morgen und Abend

Der Sonnenaufgang schimmert durch die Wolkendecken,
und gegenüber sinkt der Mond, löscht sein Gesicht.
Die Rose öffnet ihre Knospen, Schicht um Schicht,
und taugebeugte Veilchen woll’n sich lichtwärts strecken.

Das Bildnis Lauras will mich aus den Träumen wecken.
Ich knie vorm Fenster, als sie ihre Zöpfe flicht
und fragt: Warum, ach, leuchten eure Augen nicht,
woll’n sich mein Liebster, Veilchen und der Mond verstecken?

Zum Abend zeige ich ihr wieder meine Treue,
Der Mond kehrt wieder und die Veilchen blühn verborgen,
süß duftend, auch der Himmel rötet sich aufs Neue.

Doch ich steh dort vom Fenster mit den alten Sorgen,
seh’ wie sie sich herausputzt, und sich d’ran erfreue.
Nur ich knie ihr zu Füßen, traurig wie am Morgen.

 

Baktschi Sarai

Öd liegt das Schloß, wo ehedem die Khane prangen.
Kein Pascha wandelt heute durch den langen Flur.
Aus seidnem Sofathron flieht scheu die Kreatur;
Drin nisten Ungeziefer und ein Knäuel von Schlangen.

Schon Efeuranken durch die Fensternischen langen,;
durch feuchte Mauern und Gewölbe führt die Spur
und zeichnet, was ein jeden Menschenwerks Natur,
graviert Belsazars Menetekel ein: „Vergangen“

Dort in der Mitte rinnt noch aus den Marmorschalen
des Harems letzter Glanz und muß erblassen,
Weil Tränen eine Botschaft in die Wüste malen:

„Wo ist nun Liebe, Macht und Ehre, stolzes Prassen?
Muß man die Freude mit Vergänglichkeit bezahlen?
Warum bin ich allein, der Tränenquell, belassen?“

 

Vertaald door Dirk Strauch

 
Adam Mickiewicz (24 december 1798 – 26 november 1855)
Portret van Adam Mickiewicz bij de Judahu rots door Walenty Wańkowicz, 1828

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