Driek van Wissen, Rupert Brooke, Radek Knapp, Marica Bodrozic, Mirko Wenig

Dolce far niente

 

 

 

Gay Pride, Amsterdam

 

 

Gay Pride

Een bonte stoet van boten vaart voorbij,
Bemand door halfontklede manspersonen
Die zonder gêne hun geaardheid tonen,
Maar kijk, een onderzeeër sluit de rij.

Daar zitten homo’s in uit de Antillen
Die niet graag op de televisie willen

 

 

Driek van Wissen (12 juli 1943 – 20 mei 2010)

 

De Britse dichter Rupert Brooke werd geboren in Rugby, Engeland, op 3 augustus 1887. Zie ook mijn blog van 3 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Rupert Brooke op dit blog.

 

 

A Channel Passage

The damned ship lurched and slithered. Quiet and quick
My cold gorge rose; the long sea rolled; I knew
I must think hard of something, or be sick;
And could think hard of only one thing — YOU!
You, you alone could hold my fancy ever!
And with you memories come, sharp pain, and dole.
Now there’s a choice — heartache or tortured liver!
A sea-sick body, or a you-sick soul!

Do I forget you? Retchings twist and tie me,
Old meat, good meals, brown gobbets, up I throw.
Do I remember? Acrid return and slimy,
The sobs and slobber of a last years woe.
And still the sick ship rolls. ‘Tis hard, I tell ye,
To choose ‘twixt love and nausea, heart and belly.

 

 

Beauty and Beauty

When Beauty and Beauty meet
All naked, fair to fair,
The earth is crying-sweet,
And scattering-bright the air,
Eddying, dizzying, closing round,
With soft and drunken laughter;
Veiling all that may befall
After — after —

Where Beauty and Beauty met,
Earth’s still a-tremble there,
And winds are scented yet,
And memory-soft the air,
Bosoming, folding glints of light,
And shreds of shadowy laughter;
Not the tears that fill the years
After — after —

 

Rupert Brooke (3 augustus 1887 – 23 april 1915)

Fotoportret door Sherrill Schell, 1913

 

 

De Pools-Oostenrijkse schrijver Radek Knapp werd geboren op 3 augustus 1964 in Warschau. Zie ook alle tags voor Radek Knapp op dit blog.

 

Uit: Papiertiger

 

„Nichts hob Walerians Laune so wie die Möglichkeit, jemanden zu spielen, der er nicht war. Obwohl diese harmlose Marotte zweifellos vorübergehend war, hatte sie ihre Gründe. Walerian ging auf die dreißig zu und verspürte ein wachsendes Schamgefühl, bis dahin keine außergewöhnlichen Taten in seinem Leben vollbracht zu haben, und was bedenklicher war, auch keine solchen zu planen.
Das letzte große Vorhaben seines Lebens lag schon über achtzehn Jahre zurück, wo er als Zehnjähriger eine Maschine erfinden wollte, die ihn unsichtbar machte. Stattdessen fand er lediglich heraus, wie man die Uhr seines Vaters auseinandernahm und sich dann drei Tage erfolgreich vor den Folgen dieser Tat im Haus versteckt.
Der andere Grund war der schmerzliche Verlust seines besten Freundes Bruno. Bruno, der auf die Welt mit dem Motto: »Sei bloß kein Arschloch« gekommen schien und sich damit Walerians Loyalität für alle Zeiten gesichert hatte, folgte von einem Tag auf den anderen dem Ruf des Geldes, und wurde verblüffend schnell von seinem eigenen Kommentar eingeholt. Walerian versuchte in einem ersten Anfall von Verzweiflung, seinen Freund nachzuahmen, aber er war mit einer Eigenschaft ausgestattet, die das verhinderte. So sehr er sich auch ins Zeug legte, er konnte im Gegensatz zu Bruno in einer Hunderterbanknote keinen Wagen mit Chauffeur oder eine Villa mit Garten sehen, sondern immer nur ein rechteckiges Stück Papier, auf dem ein Mann abgebildet war, der seinem ehemaligen Chemielehrer wie aus dem Gesicht geschnitten war.
In der Folge machte er alle möglichen Jobs, bei denen er nicht mehr dem Ruf des Geldes folgen mußte, aber dafür wenigstens von sich behaupten konnte, daß er abgesehen von den Totengräbern, die ein ziemlich hermetischer Verein sind, so gut wie alles gemacht hatte, was der heimische Arbeitsmarkt zu bieten hat. Er war Krankenpfleger des berüchtigten Pavillons Fünf,“

 

 

 

Radek Knapp (Warschau, 3 augustus 1964)

 


De Duitse dichteres en schrijfster
Marica Bodrožić werd geboren op 3 augustus 1973 in Zadvarje in het toenmalige Joegoslavië. Zie ook mijn blog van 3 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Marica Bodrožić op dit blog.

 

 

EIN KOLIBRI KAM UNVERWANDELT

in die Gattung der Träume hinein,
sah sich um, sah die dort vorhandenen
Menschen, malte seine Flügel blau und sagte
zu den Zweibeinigen: ich bin der Himmel.
Die Farbe sprach dafür.
Aber die Leute hatten keine Beweise.
Also schwiegen sie feige um die Schönheit
herum, gaben vor, Diplomatie zu betreiben.
Sie rechneten, betrieben Kalkulation
und teilten am Ende dem Kolibri mit,
man habe beschlossen, Farbe,
das sei Illusion. Der Vogel staunte,
er lernte das Staunen unvermittelt
von den Menschen, flog zu den lila Blüten,
setzte sich hin und packte sein Zauberbuch aus.
Dann blätterte er einige Mal hin und her,
verwandelte sich in einen Schmetterling,
malte seine Flügel blau und sagte
zu den Menschen: ich bin der Himmel.
Die Farbe sprach dafür.
Aber die neuen Kinder hatten keine Träume mehr.
Sie nahmen das sprechende Wunder
zwischen die Finger. Und erst der Staub
rief sie ins Staunen. Der Schmetterling
wurde unterdessen gelb, flog in die Urgegend
der Bilder, ruhte auf den reifenden Zitronen,
wurde ein Kolibri, kam unverwandelt
in die Gattung der Träume hinein,
sah sich um, sah die dort vorhandenen
Menschen, und hatte Geduld.

 

 

Marica Bodrožić (Zadvarje, 3 augustus 1973)

 

 

 

De Duitse dichter Mirko Wenig werd geboren op 3 augustus 1977 in Gera. Hij studeerde germanistiek, sociologie en pedagogie in Jena en publiceerde in diverse tijdschriften en bloemlezingen. Zie ook mijn blog van 3 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Mirko Wenig op dit blog.

 

 

In ihrem Zimmer grasen 20 Esel,

aus Plüsch, wohlgemerkt.
& der größte, lang ausgestreckt
auf dem kantigen Bett,
trägt ein Pflaster
auf der Wange.

Draußen ist Winter, dafür
kann ich nichts. Nicht
für das zankende Pärchen, das
am Hang steht,

nicht für den Mann, der
jetzt noch Schnee schippt,
es ist 23:00 Uhr,
es ist Weihnachtszeit,
& seine Frau kam
nicht nach Hause.

Ein Kind steht auf dem Balkon
& lässt die Ohren hängen.

 

Mirko Wenig (Gera, 3 augustus 1977)
Gera

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 3e augustus ook mijn blog van 3 augustus 2012 en eveneens mijn blog van 3 augustus 2011 deel 2.