Dolce far niente (Gewitter, Stefan George)

Dolce far niente

 

 

 

Feodor Vasilyev, Wolk studie, rond 1870

 

 

Gewitter

Die irren flämmchen allerwege sind erloschen
Ein jäher donner hat die hohe saat gedroschen
Der sturm der nacht zerspaltet das geäst im forste
Er stört der eber lager und der geier horste.

Der strenge könig sprengt aus seinem wolkenschlosse
Er folgt auf goldgeschirrtem pferd mit grossem trosse
Der falschen gattin die sich tummelt in den wettern
Und preisgegeben ist den zügellosen rettern.

Oft glaubt er mit der rauhen faust sie zu versichern
Doch sie entwindet sich mit einem leisen kichern –
Bis er sie festet… zwischen seines gürtels spangen
Und dem genick des pferdes ist sie quer gefangen.

Bezwungen schluchzend regt sie ihre blanken zähne
Und schüttelt zürnend ihre aufgelöste mähne
Um ihre nackten glieder spült der schiefe regen
Ihr kalter busen sieht gefasst der haft entgegen.

 

 

 

Stefan George (12 juli 1868 – 4 december 1933)

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 24e juli ook mijn blog van 24 juli 2012 deel 1 en ook deel 2 en eveneens deel 3.