Jeff VanderMeer, Reinhard Baumgart, Kuno Bärenbold, János Székely

 

De Amerikaanse schrijver Jeffrey Scott VanderMeer werd geboren op 7 juli 1968 in Belfont, Pennsylvania. Zie ook alle tags voor Jeff VanderMeer op dit blog.

 

Uit: Finch

 

“The Partial turned and saw Finch’s gaze. “Nothing in that room, Finch. It’s all in here.” He gestured through the doorway. Light shone out, caught the dark glitter of the Partial’s skin where tiny fruiting bodies had taken hold. Uncanny left eye. Of course.
“And you are?” Finch asked.
The Partial frowned. “I’m—”
Finch brushed by him without listening, got pleasure out of the push of his shoulder into the Partial’s side. The Partial smelled like sweetly rotting meat, walked in behind him, stood there.
Everything was golden, calm, unknowable for a second. Then Finch’s eyes adjusted to the light from the large window and he saw: living room, kitchen. A sofa. Two wooden chairs. A small table, an empty vase with a rose design. And two bodies lying on the pull rug next to the sofa. One human, male, one gray cap without legs.
His boss Heretic stood there, framed by the window. Wearing his familiar gray robes and gray hat. Finch had never learned the gray cap’s real name. The series of clicks and whistles sounded like “heclereticalic” so Finch called him “Heretic.”
“Hello, Finch,” Heretic said, in the moist glottal attempt at human speech used by all of its kind. “Just in time.”

 

 

Jeff VanderMeer (Belfont, 7 juli 1968)

 

 

 

 

De Duitse schrijver, essayist en literatuurcriticus Reinhard Baumgart werd geboren op 7 juli 1929 in Breslau. Zie ook alle tags voor Reinhard Baumgart op dit blog.

 

Uit:Damals, ein Leben in Deutschland

 

„Und so lag ich da auf dem Bauch und Teppich und blätterte mich durch die Berliner und Münchener Illustrierte oder verfolgte mit der Taschenlampe, denn auch das Licht war zur Vorsicht ausgeschaltet, unter Blitz und Donner weiter die Linien der Familien Jonas und

Scheller in die Tiefe der Zeiten. Sie führten alle westwärts, nach Halberstadt, nach Braunschweig und Weimar, an den Rhein oder den Neckar. Aus dem tiefen Westen waren diese Ahnen alle in dieses Schlesien gekommen, und vom Westen, vom Westen als einem Zufluchts-

ort begann ich bald zu träumen. Dort im Westen, sah und las ich, hatten sich Ende des 15. Jahrhunderts unsere Vorfahren sogar vereinigt mit den Vorfahren von Goethes Mutter, der geborenen Textor.

Kichernd kletterte die Großtante aus dem Schrank: Na, was haste denn nu wieder entdeckt? Im Mai 45 wurde sie in ein russisches Lager verschleppt, wo sie sich umbrachte. Ich ahne nicht, warum man die alte, wahrscheinlich verwirrte Frau internieren mußte. Aber möglich, daß sie die Rote Armee mit einem leuchtenden Parteiabzeichen auf der Rüschenbluse begrüßt hat.

Seltsam wie Tante Helene waren einige in der alten Familie meiner Mutter. Ihre eigene Mutter, die reiche Tochter der Schellers vom Gut Borganie nebenan, hatte immerhin sechs Kinder geboren, darunter nur einen Sohn, der sich auswuchs zu einem Zwei-Meter-zehn-Mann.“

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Reinhard Baumgart (7 juli 1929 – 2 juli 2003)

Breslau, raadhuis

 

 

 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Kuno Bärenbold werd geboren op 7 juli 1946 in Pfullendorf. Zie ook alle tags voor Kuno Bärenbold op dit blog.

 

Uit: Susanne

 

“Liegt es am Wesen von Susanne, dass hart gesottene und grimmig dreinschauende Männer in ihrer Gegenwart freundliche und menschliche Züge zeigen, dass sie sich öffnen und gar liebliche Sätze über ihre Lippen bringen? Oder ist die Ursache für diesen ungewohnten Vorgang nur darin zu suchen, dass Susanne weiblichen Geschlechts ist? Anzunehmen ist freilich, dass ihr Gang Männerherzen höher schlagen lässt. Mit unaufdringlicher Eleganz – und dennoch aufreizend, spaziert sie durchs Lager. Ihr fülliger Hintern wippt von links nach rechts, ausschwenkend wie der Anhänger eines Lastzuges auf holpriger Straße. Ein wahrer Genuss ist´s, ihren Gang zu beobachten!

Sogar des Lagerleiters militärisch knappen Kommandos verstummen bei diesem wundervollen Anblick. Arbeiter unterbrechen ihre Tätigkeit, schnalzen mit der Zunge, werfen sich übereinstimmende Blicke zu, suchen das Gespräch mit Susanne. Für Augenblicke verwandeln sich ihre sonst finsteren Mienen in warmherzige Gesichter, über die bisweilen ein strahlendes Lächeln huscht. Völlig unerwartet weicht die bedrückende und oft trostlose Leere im Lager, diese schwer zu ertragende Kälte und Gleichgültigkeit der Arbeiter einer befreienden und wohl tuenden Atmosphäre. Einer Stimmung, in der unausgesprochen ihr Sehnen nach menschlicher Nähe und Wärme mitschwingt.“

 

 

 

Kuno Bärenbold (7 juli 1946 – 6 mei 2008)

 

 

 

 


De Hongaarse schrijver en draaiboekaureur
János Székely werd geboren op 7 juli 1901 in Boedapest. Zie ook alle tags voor János Székely op dit blog.

 

Uit: Der arme Swoboda (Vertaald door Leon Scholsky)

 

„Swoboda war vierzehn, als »Mamiiinka« starb.

Das war 1905 gewesen. Glückliche Zeiten, wie die Geschichtsschreiber der Habsburgermonarchie behaupten. Die einfache Bevölkerung hingegen muß wohl Scheuklappen getragen haben, denn sie ver- mochte weit und breit nicht zu erkennen, wie glücklich sie war. Ein Jahr nach »Mamiiinkas« Tod wäre das Waisenkind in jenen himmlischen Zeiten des Friedens und des Wohlstands beinahe verhungert.

Holzfäller fanden den Jungen im Wald, blutig geprü- gelt von einem zornigen Gutsbesitzer, der ihn beim Aprikosenstehlen erwischt hatte. Danach nahm ein gütiger Bauer den Knaben bei sich auf und ließ ihn zehn Stunden am Tag arbeiten für einen Kanten Brot und das Privileg, neben den Kühen im Stall zu schlafen.

Als Swoboda das Wehrdienstalter erreichte hatte, bekundete der Staat zum ersten Mal Interesse an ihm, schenkte ihm ein Gewehr und sorgte für sein leibliches Wohl in der Hoffnung, eine nützliche Begabung zu fördern, die, sollten die Zeiten es erfordern, aus ihm einen Mörder machen würde. Die Investition zahlte sich aus. Zwei Jahre später brach der Krieg aus, und es herrschte große Nachfrage an Knallköpfen. Swoboda erwarb sich einen gan-

zen Strauß an Auszeichnungen; 1915 traf ihn jedoch eine Kartätsche. Er wurde mit achtzehn Splittern im Körper in die Heimat zurückverfrachtet. Als die meisten entfernt waren und die Wunden mehr oder weniger verheilt, schickte man ihn in ein Soldaten- heim in der kleinen Stadt.“

 

 

 

János Székely (7 juli 1901 – 16 december 1958)
Cover

 

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 7e juli ook mijn vorige blog van vandaag.