Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Emile Verhaeren, Robert Creeley

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook alle tags voor Gabriele Wohmann op dit blog.

 

Uit: Sterben ist Mist, der Tod aber schön

 

„Sie meinen, auch wenn ich kein Buch vom Himmel geschrieben habe, taucht es doch in meinen Romanen und Erzählungen immer wieder auf? Das kann schon sein, liegt aber oft Jahre zurück, das weiß ich nicht mehr so genau. Lesen Sie es mir doch vor.

 

<<Ist das nicht eine Vorhölle und eine Trübseligkeit ohnegleichen? Was für klägliche Bindungen an die Erde, wenn es keinen Himmel mehr gibt. Es wäre doch so unheimlich viel erlösender, wenn nicht derart verzweifelt an einem so schauerlich verkleinerten Dasein gehangen werden müsste. Wieso liegt ihm so viel an der heutigen Qualität der Spargelstangen, die meine Mutter vom Markt mitgebracht hat, warum fragt er: Wann gibt’s Essen, wann besucht ihr uns, ist die Post schon da gewesen? Wenn doch der Tod eine, ja die einzige Hoffnung wäre, das endgültige Ziel dieser letzten Gefühlskräfte, die ersehnte Stunde, nach der etwas überhaupt erst eintrifft, stattfindet, eingelöst wird, etwas Ewiges, Endlich Endlich  – Trost-Aria, endlich das nahe Unendliche. Das zum ersten Mal Richtige, nach dem Tod, das, wofür die ganze lebenslange Zappelei sich gelohnt hat.>> 
Aus dem Roman Schönes Gehege (1975)

 

Für mich ist es eine furchtbare Vorstellung, dass alles im Hier und Jetzt sein müsse. Das kann niemand erreichen.

Wenn es schön ist, dann ist es vorübergehend, sehr vorüber- gehend. Der Augenblick ist das jeweils Entscheidende. Dann kommt der nächste Augenblick und schon ist es wieder vorbei. Dass es aber konstant schön, ideal und wunderbar ist, das kommt hinterher, nach dem Tod: »Dann geht der Vorhang erst  richtig auf.« Das hat Karl Barth zu einem Studenten gesagt, der große Angst vor dem Tod hatte. Das ist die kreatürliche Angst eines jeden Lebewesens vor dem Tod oder besser vor dem Sterben. Denn den Tod würden die meisten Leute nicht fürchten, egal ob Atheisten oder fromm, aber das Sterben!Das ist auch wahr, das macht Angst.

Ein Pfarrer hat mich einmal belehrt. Ich habe nämlich »Dein Reich komme« aus dem Vaterunser immer auf das Himmelreich bezogen, er aber sagte: »Dein Reich komme« – das gilt hier und jetzt auf Erden. Das wird sich aber meiner Meinung nach nicht erfüllen. Es lässt sich nicht erfüllen, wenn man den Globus betrachtet, wozu wir heutzutage gezwungen sind. In der Goethe-Zeit konnten wir vielleicht

noch denken: Es ist alles so weit in Ordnung auf dem Globus. Aber dass die Vollendung hier auf Erden stattfindet, kann ich nicht glauben. Und dann immer wieder dieses Beten für den Frieden, das kommt mir dermaßen kindisch vor!“

 

 

 

Gabriele Wohmann (Darmstadt, 21 mei 1932)

Doorgaan met het lezen van “Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Emile Verhaeren, Robert Creeley”