Henryk Sienkiewicz, Richard Watson Dixon, Hans Werner Kolben, Christian Friedrich Scherenberg, Wouter Steyaert, Catullus

De Poolse schrijver en journalist Henryk Sienkiewicz werd geboren in Wola Okrzejska op 5 mei 1846. Zie ook alle tags voor Henryk Sienkiewicz op dit blog.

 

Uit: Quo Vadis? (Vertaald door Paul Seliger)

 

»Corbulo! Beim Bakchos, er ist der wahre Kriegsgott, der leibhaftige Mars, ein großer Feldherr und dabei aufbrausend, ehrlich und töricht. Ich liebe ihn, wenn auch nur deshalb, weil Nero ihn fürchtet.«

»Corbulo ist durchaus nicht töricht.«

»Vielleicht hast du recht; aber es ist alles eins. Die Torheit ist, wie Pyrrhon sagt, um nichts schlechter als die Weisheit und unterscheidet sich in nichts von ihr.«

Vinicius begann nun vom Kriege zu erzählen; als aber Petronius die Lider von neuem schloß, änderte der Jüngling, der seine müden und etwas eingefallenen Züge bemerkte, den Gegenstand der Unterhaltung und begann ihn mit einiger Besorgnis nach seiner Gesundheit zu fragen.

Petronius schlug wieder die Augen auf.

Gesund! … Nein, er fühle sich nicht wohl. Soweit sei es allerdings noch nicht mit ihm gekommen wie mit dem jungen Sissena, der so stumpfsinnig geworden sei, daß er, wenn man ihn früh ins Bad bringe, frage: »Sitze ich schon?« Aber er sei nicht gesund. Vinicius habe ihn ja dem Schutze des Asklepios und der Kypris empfohlen. Man wisse aber nicht einmal, wessen Sohn dieser Asklepios sei, ob der Arsinoe oder der Koronis, und wenn die Mutter zweifelhaft sei, was solle man dann erst vom Vater sprechen! Wer könne heutzutage überhaupt dafür bürgen, daß er der Sohn seines Vaters sei!

Hier begann Petronius zu lachen und fuhr dann fort: »Ich schickte wirklich vor zwei Jahren drei Dutzend lebende Hähne und einen goldenen Becher nach Epidauros, aber weißt du auch, warum? Ich sagte mir nämlich: mag es helfen oder nicht, auf keinen Fall schadet es mir. Obgleich die Menschen auf der Erde den Göttern noch immer Opfer darbringen, so glaube ich doch, daß sie alle derselben Meinung sind wie ich. Alle! mit Ausnahme vielleicht der Eseltreiber, die sich den Reisenden an der Porta Capena vermieten. Außer bei Asklepios hatte ich ganz dieselbe Erfahrung bei den Söhnen des Asklepios zu machen, als ich voriges Jahr etwas an der Blase litt. Sie wachten eine Nacht im Tempel für mich. Ich sah, daß es Betrüger waren, aber gleichmütig sagte ich mir: was schadet dies mir? Die Welt will betrogen werden, und das Leben selbst ist eine Täuschung.“

 

 

Henryk Sienkiewicz (5 mei 1846 – 15 november 1916)

 

De Engelse dichter Richard Watson Dixon werd geboren in Islington op 5 mei 1833. Zie ook alle tags voor Richard Watson Dixon op dit blog.

 

Dream

I

With camel’s hair I    clothed my skin,
I fed my mouth with honey wild ;

And set me scarlet wool to spin,

And all my breast with hyssop filled ;

Upon my brow and cheeks and chin
A bird’s blood spilled.

I took a broken reed to hold,
I took a sponge of gall to press ;

I took weak water-weeds to fold
About my sacrificial dress,

I took the grasses of the field,
The flax was boiled upon my crine ;

And ivy thorn and wild grapes healed
To make good wine.

 

If thou wast still, O stream

fF thou wast still, O stream,
Thou would’st be frozen now:
And ’neath an icy shield
Thy current warm would flow.

But wild thou art and rough;
And so the bitter breeze,
That chafes thy shuddering waves,
May never bid thee freeze.

 

Richard Watson Dixon (5 mei 1833 – 23 januari 1900)

Upper Street, Islington, 1811 

 

 

 

De Tsjechische (Duitstalige) dichter en schrijver Hans Werner Kolben werd geboren op 5 Mei 1922 in Aussig an der Elbe. Zie ook alle tags voor Hans Werner Kolben  op dit blog.


Uit: Böhmen böhmisch (Door Peter Demetz)

„Ein anderes Gedicht aus seinen Papieren, “In das Schmelzen einer Abendstunde”, löst alle Bürden in einer schwebenden Gewißheit auf, und nur die letzte Strophe verrät, aus welcher Unzeit das Gedicht stammt –

Dann wissen wir: das Schwere wird verschwinden,
Einst singen alle Geigen in dem Saal,
Die sich an diesem hohen Klang entzünden
Und tausend helle Bogenstriche münden
Zu einem großen jubelnden Choral.

Als ich seine [Kolbens] Gedichte in meine Sammlung tippte, war er längst dem Tode nahe, denn ein eifriger Mitschüler aus dem Gymnasium Stefansgasse erkannte ihn in einer Straßenbahn als Juden ohne Stern und denunzierte ihn der Gestapo, die ihn nach Mauthausen transportierte (gestorben im Außenlager Kauffering, 1944). Einige seiner Gedichte erschienen später mit meiner Einleitung im Wiener Plan (wo Otto Basil auch die ersten deutschen Poesien Paul Celans publizierte), und ich wünschte mir, daß ein letzter Wunsch des Schreibenden nicht ganz unerfüllt bliebe –

Und jetzt: – zu andern kommen, dann und wann,
Da tritt mit mir Verstummen in den Raum,
Bemüht euch nicht, was hilft der dünne Flaum,
Den eine Phrase drüber flechten kann. –

Doch wenn ich einst mit Menschen klingen werde,
Das sei wie Tanz aus alten Gartenschenken
Und Sommerfernen, bebendes Verschränken,
Gedämpftes Lied aus Bergen, Meer und Erde.“

 

Hans Werner Kolben (5 mei 1922 – 23 maart 1945)

 

 

 

De Duitse dichter Christian Friedrich Scherenberg werd geboren op 5 mei 1798 in Stettin. Zie ook alle tags voor Christian Friedrich Scherenberg op dit blog.

 

Eulenspiegels Auferstehung

 

Begraben lag ich, Jeder hat’s erfahren,

Zu Mollen seit fünfhundert Jahren;

Auf einmal fiel ich aus der Grabesruh

Und fiel gleich grade auf ein Wirthshaus zu;

Stand auf und las: “Hier schenkt man Bier und Wein.”

Schenkt? Ei, da muß ich schon im Himmel sein!

Voll Andacht kehrt’ ich bei dem Wirthe ein.

“”Gott segne Eure Hand!” sprach ich voll Freude,

Und: “Amen!” er, hielt auf die Hände beide.

Wir standen wie zwei müß’ge Windmühlflügel,

Ich sprach von „Schenken” — er von “Eulenspiegel.”

Der kennt mich noch! Sie haben hier mein Grab —

Kein Segen wo ich noch Bekenntschaft hab’! —

 

 

Christian Friedrich Scherenberg (5 mei 1798 – 9 september 1881)

 

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

 

 

De Vlaamse dichter Wouter Steyaert werd geboren in Gent in het jaar 1982. Zie ook alle tags voor Wouter Steyaert op dit blog.

 

Bij de dood

 

Laat mij maar liggen bovengronds
afgescheiden van lof en ironie
geweerd van de speen
waarover we het laken heen en weer trokken.

 

Ik stel het wel in mijn houten huis
zo ver en even dicht bij u. 

 

Laat mij maar liggen bovengronds
wachtend op een licht, een toehappend inzicht
laat mij de rug keren van al wie heeft getracht.

 

 Ik heb u goed begrepen
en werd al zoveel bemind.

 

 

 

Wouter Steyaert (Gent, 1982)

Gent 

 

 

 

De Romeinse dichter Gaius Valerius Catullus werd geboren in 87 v. Chr, in Sirmione bij Verona Zie ook alle tags voor Catullus op dit blog.

 

 

Carmen VIII

 

Arme Catullus, word toch eindlijk wijs!
Wat eens verloren ging, komt nooit weerom.

 

Eens was het louter lentezonneschijn,
toen jij haar willig volgde, waar zij riep,
bemind, zooals geen tweede wordt bemind.
Dan was het dartelheid en minnespel.
Al wat je wou, zij liet je graag begaan.

 

Toen was het louter lentezonneschijn.

 

Zij wil niet meer. Wil niet, wat toch niet kan!
Loop haar niet langer na, betreur haar niet
maar wees verstandig en verman dit hart!

 

Vaarwel, Catullus heeft zijn hart vermand.
Hij vraagt je bijzijn, vraagt je gunst niet meer.

 

En jij …, het zal je rouwen, maar te laat.
Rampzalige, wat zal je leven zijn?
Wie mag je naderen, je schoonheid zien?
Wie zal je liefde hebben, wie je lijf?
Wien bijt je kus, je kus, de lippen wond?

 

Zwijg stil, Catullus, en verman dit hart!

 

 

 

Carmen LXXII

 

Eens was het, Lesbia, zoo, dat je niets van een ander wou weten,
zelfs niet van Jupiter zelf, als naar je liefde hij dong.
Toen heb ik van je gehouden, niet zoo als Jan Rap van zijn meisje,
neen, maar zooals van hun zoons ouders, de hoop van hun huis.
Nu ben ik niet meer verblind, en al laait nu mijn hartstocht nog feller,
achting gevoel ik niet meer, eerbied verdween uit mijn hart.
Vraag je nog, hoe dat kan zijn? Zulk een krenking verandert de liefde:
zinnenlust steigert omhoog, teederheid schrompelt ineen.

 

 

Vertaald door A. Rutgers van der Loeff

 


Catullus (87 v. Chr – 54 v. Chr.)

Catullus Reading His Poems door Sir Laurence Alma Tadema, 1870