Wouter van Heiningen, Stendhal, Derek Walcott, Françoise Dorin, João Ubaldo Ribeiro

De Nederlandse dichter Wouter van Heiningen werd geboren op 23 januari 1963 in Leidschendam. Zie ook alle tags voor Wouter van Heiningen op dit blog.

Voor mijn vader

In de herfst van je leven
doe je warme schoenen aan
en een stevige jas
tegen het guur

Je trekt nog eenmaal
een beschutting op
in oude woorden
om vroegere dromen

Zilverwit blad dwarrelt
oneindig langzaam
maar onvermijdelijk
naar de koude harde grond

Je merkt de zachte
landing op
en beseft
dat in berusting
waarheid wordt gevonden

 

Schaakmeisje

Vlindervlug vloog je mijn verhalen binnen
Je dienaren nederig in je verblindende nabijheid
Je nam bloemen mee en honing
Waarmee je mij de mond snoerde

Je bracht je legers onder bij vrienden
Liet ze jagen op onooglijke vijanden
Tegenstanders van schoonheid en jeugd
Maar mij had je al ingelijfd

Je groeide door naar grote hoogten
Wurmde je los uit zoveel geschiedenis
Zocht je geluk en vond het in een ander gevecht
En liet mij achter, dankbaar en geïnspireerd

Eens was je een schaakmeisje
Onschuldig en zoekend naar de prins
Niet het paard, maar nu, zoveel later
Toon je mij een ware koningin

Wouter van Heiningen (Leidschendam, 23 januari 1963)

 

De Franse schrijver Stendhal werd op 23 januari 1783 in Grenoble geboren als Henri Beyle. Zie ook alle tags voor Stendhal op dit blog.

 

Uit: Die Fürstin con Campobasso (Vertaald door M. von Musil)

“Ich übersetze aus einem italienischen Chronisten den genauen Bericht über die Liebschaft einer römischen Fürstin mit einem Franzosen. Es war im Jahre 1726, und alle Mißbräuche des Nepotismus blühten damals in Rom; niemals war der Hof glänzender gewesen. Benedikt XIII. Orsini regierte,

oder vielmehr: es leitete sein Neffe, der Fürst Campobasso unter seinem Namen alle Geschäfte. Von allen Seiten strömten Fremde nach Rom; italienische Fürsten, spanische Granden, noch reich an Gold der Neuen Welt, kamen in Menge, und wer reich und mächtig war, stand dort über den Gesetzen. Galanterie und Verschwendung schienen die einzige Beschäftigung aller dieser Fremden aller Nationen zu sein.

Des Papstes beide Nichten, die Gräfin Orsini und die Fürstin Campobasso genossen vor allen die Macht ihres Oheims und die Huldigungen des Hofs. Ihre Schönheit hätte sie aber auch aus den untersten Schichten der Gesellschaft hervorgehoben. Die Orsini, wie man sie familiär in Rom

nannte, war heiter und, wie man hier sagt, disinvolta, die Campobasso zärtlich und fromm, aber diese zärtliche Seele war der gewalttätigsten Leidenschaften fähig. Obgleich sie nicht erklärte Feindinnen waren und nicht nur jeden Tag sich am päpstlichen Hof trafen, sondern sich auch oft besuchten, waren diese Damen Rivalinnen in allem: Schönheit, Ansehen und Glücksgütern.

Gräfin Orsini, weniger hübsch, aber glänzend, ungezwungen, beweglich und für Intrigen begeistert, hatte Liebhaber, die sie wenig kümmerten und nicht länger als einen Tag beherrschten. Ihr Glück war, zweihundert Menschen in ihren Salons zu sehn und unter ihnen als Königin zu glänzen. Sie lachte über ihre Kusine Campobasso, welche die Ausdauer gehabt hatte, sich drei Jahre hindurch mit einem spanischen Herzog zu kompromittieren, um ihm schließlich sagen zu lassen, daß er Rom binnen vierundzwanzig Stunden zu verlassen habe, wenn ihm sein Leben lieb sei. “Seit diesem großen Hinauswurf”, sagte die Orsini, “hat meine erhabene Kusine nicht mehr gelächelt. Seit einigen Monaten ist es klar, daß die arme Frau vor Langweile oder vor Liebe stirbt, aber ihr gewitzter Gatte rühmt dem Papst, unserm Oheim, diese Langweile als hohe Frömmigkeit. Bald aber wird sie diese Frömmigkeit dazu bringen, eine Pilgerfahrt nach Spanien zu unternehmen.”

 

Stendhal (23 januari 1783 – 23 maart 1842)

L’appartement Gagnon / Musée Stendhal in Grenoble

 

De Westindische dichter en schrijver Derek Walcott werd geboren op 23 januari 1930 op St. Lucia, een van de kleine Bovenwindse Eilanden. Zie ook alle tags voor Derek Walcott op dit blog.

The Sea Is History

Where are your monuments, your battles, martyrs?
Where is your tribal memory? Sirs,
in that gray vault. The sea. The sea
has locked them up. The sea is History.

First, there was the heaving oil,
heavy as chaos;
then, likea light at the end of a tunnel,

the lantern of a caravel,
and that was Genesis.
Then there were the packed cries,
the shit, the moaning:

Exodus.
Bone soldered by coral to bone,
mosaics
mantled by the benediction of the shark’s shadow,

that was the Ark of the Covenant.
Then came from the plucked wires
of sunlight on the sea floor

the plangent harp of the Babylonian bondage,
as the white cowries clustered like manacles
on the drowned women,

and those were the ivory bracelets
of the Song of Solomon,
but the ocean kept turning blank pages

looking for History.
Then came the men with eyes heavy as anchors
who sank without tombs,

brigands who barbecued cattle,
leaving their charred ribs like palm leaves on the shore,
then the foaming, rabid maw

of the tidal wave swallowing Port Royal,
and that was Jonah,
but where is your Renaissance?

Sir, it is locked in them sea sands
out there past the reef’s moiling shelf,
where the men-o’-war floated down;

strop on these goggles, I’ll guide you there myself.
It’s all subtle and submarine,
through colonnades of coral,

past the gothic windows of sea fans
to where the crusty grouper, onyx-eyed,
blinks, weighted by its jewels, like a bald queen;

and these groined caves with barnacles
pitted like stone
are our cathedrals,

and the furnace before the hurricanes:
Gomorrah. Bones ground by windmills
into marl and cornmeal,

and that was Lamentations –
that was just Lamentations,
it was not History;

then came, like scum on the river’s drying lip,
the brown reeds of villages
mantling and congealing into towns,

and at evening, the midges’ choirs,
and above them, the spires
lancing the side of God

as His son set, and that was the New Testament.

Then came the white sisters clapping
to the waves’ progress,
and that was Emancipation –

jubilation, O jubilation –
vanishing swiftly
as the sea’s lace dries in the sun,

but that was not History,
that was only faith,
and then each rock broke into its own nation;

then came the synod of flies,
then came the secretarial heron,
then came the bullfrog bellowing for a vote,

fireflies with bright ideas
and bats like jetting ambassadors
and the mantis, like khaki police,

and the furred caterpillars of judges
examining each case closely,
and then in the dark ears of ferns

and in the salt chuckle of rocks
with their sea pools, there was the sound
like a rumour without any echo

of History, really beginning.

Derek Walcott (St. Lucia, 23 januari 1930)

 

De Franse schrijfster en actrice Françoise Dorin werd geboren op 23 januari 1928 in Parijs. Zie ook alle tags voor Françoise Dorin op dit blog.

 

Uit: Et puis, après…

« Vendredi soir. Je rentre en Belgique. Dans un chez moi qui est un chez nous. Depuis deux ans déjà. Depuis deux ans seulement. Dominique vient de me déposer devant la gare du Nord. Il ne pouvait pas m’accompagner. Il devait aller en Italie voir sa mère… sans doute pour la dernière fois. Il était triste à cause de cela. Moi, j’étais triste parce qu’il l’était. Mais pas profondément : c’est touchant, c’est rassurant, un grand garçon de quarante-six ans, bouleversé parce qu’il va devenir orphelin. Je monte dans le train. Je m’installe à ma place. J’en photographie le numéro : 55. Clic-clac :”Mon âge!” Clic-clac! “Avant Dominique, je n’y aurais pas pensé!” Par bonheur, le hasard éradique ma promesse de morosité : il a placé en face de moi une femme que je ne connais pas et que je souhaitais vivement rencontrer […] -Excusez-moi de vous déranger, Madame, vous êtres bien Françoise Dorin? »

(…)

« – Je viens de lire votre dernier roman: Tout est possible. Elle reste imperturbable, en auteur habitué sans doute au pire comme au meilleur après ce genre de phrase. Avec moi, elle n’a ni l’un ni l’autre (ni louanges ni critiques), simplement cette question: – Qui vous a parlé de moi ? – De vous ? Personne ! – Impossible ! Comme dans ces livres, elle plaisante: – Allons bon ! Mes deux cent quatre-vingt-dix pages ne vous ont donc pas convaincu que tout est toujours possible ? – Pas ça ! Vous n’avez pas pu inventer l’histoire qui d’un bout à l’autre est exactement la mienne ! Soulagée, ma ‘biographe’ sourit avec un air de condescendance. »

 


Françoise Dorin (Parijs, 23 januari 1928)

 

De Braziliaanse schrijver João Ubaldo Osório Pimental Ribeiro werd geboren op 23 januari 1941 in Itaparica, Bahia. Zie ook alle tags voor João Ubaldo Ribeiro op dit blog.

 

Uit: Ein Brasilianer in Berlin

“Und wie stehen Sie zur Auslöschung der Indianer?”
“Ich bin natürlich radikal dagegen. Weil das für mich selbst ja praktisch auch Selbstmord bedeuten würde. Wie Sie klar an meinen Äusseren erkennen können, habe ich Indianerblut in mir. Ein Viertel. Meine Grossmutter mütterlicherseits war vom Stamm der Caeté, die berühmt sind, weil sie im 17.Jh. einen portugiesischen Bischof verspeist haben”.
Beifall, viele Male ein herzlicher Händedruck, grosser Erfolg. Und zwar so gross, dass ich denke, ich werde diese Art von Erörterung nun in allen Lebensbereichen anwenden, solange ich noch in Berlin bin. Nein, wenn ich es recht überlege, tue ich das schon. Gestern ging meine Frau ans Telefon und bat den Anrufer am anderen Ende der Leitung nach einem kurzem Wortwechsel, er möge bitte einen Augenblick warten.
“Da ist ein sehr netter Deutscher”, sagt sie, “der ein Hörspiel über Amazonien produziert und Stimmen von Amazonaskindern braucht. Er hat erfahren, dass wir zwei kleine Kinder haben, und möchte wissen, ob die beiden diese Stimmen im Stück spielen können. Soll ich ihm erklären, dass unsere Kinder nicht aus Amazonien sind und auch nie dort waren?”
“Nein,” sagte ich, “frag ihn, wieviel er bezahlt. Und sag ihm, wenn er jemanden für die Rolle des Häuptlings braucht, dann übernehme ich das”.

 

João Ubaldo Ribeiro (Itaparica, 23 januari 1941)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 23e januari ook mijn blog van 23 januari 2011 deel 1 en eveneens deel 2.