Clemens Brentano, Wilhelm Raabe, Siegfried Sassoon, Eduard Mörike

De Duitse dichter en schrijver Clemens Brentano werd geboren op 8 september 1778 in Ehrenbreitstein. Zie ook mijn blog van 8 september 2010 en eveneens alle tags voor Clemens Brentano op dit blog.

 

Abschied vom Rhein

Nun gute Nacht! mein Leben,

Du alter, treuer Rhein.

Deine Wellen schweben

Klar im Sternenschein;

Die Welt ist rings entschlafen,

Es singt den Wolkenschafen

Der Mond ein Lied.

Der Schiffer schläft im Nachen

Und träumet von dem Meer;

Du aber, Du mußt wachen

Und trägst das Schiff einher.

Du führst ein freies Leben,

Durchtanzest bei den Reben

Die ernste Nacht.

Wer dich gesehen, lernt lachen;

Du bist so freudenreich,

Du labst das Herz der Schwachen

Und machst den Armen reich.

Du spiegelst hohe Schlösser

Und füllest große Fässer

Mit edlem Wein.

Auch manchen lehrst du weinen.

Dem du sein Lieb entführt;

Gott wolle die vereinen,

Die solche Sehnsucht rührt:

Sie irren in den Hainen,

Und von den Echosteinen

Erschallt ihr Weh.

Und manchen lehret beten

Dein tiefster Felsengrund;

Wer dich im Zorn betreten,

Den ziehst du in den Schlund:

Wo deine Strudel brausen,

Wo deine Wirbel sausen,

Da beten sie.

Mich aber lehrst du singen:

Wenn dich mein Aug ersieht,

eine freudeselig Klingen

Mir durch den Busen zieht;

Treib fromm mir meine Mühle,

Jetzt scheid ich in der Kühle

Und schlummre ein.

Ihr lieben Sterne, decket

Mir meinen Vater zu.

Bis mich die Sonne wecket,

Bis dahin mahle du:

Wirds gut, will ich dich preisen,

Dann sing in höhern Weisen

Ich dir ein Lied.

Nun werf ich dir zum Spiele

Den Kranz in deine Flut:

Trag ihn zu seinem Ziele,

Wo dieser Tag auch ruht.

Gut Nacht, ich muß mich wenden,

Muß nun mein Singen enden,

Gut Nacht, mein Rhein!

 

Clemens Brentano (8 september 1778 – 28 juli 1842)

 

De Duitse schrijver Wilhelm Raabe werd op 8 september 1831 in Eschershausen geboren. Zie ook mijn blog van 8 september 2010 en eveneens alle tags voor Wilhelm Raabe op dit blog.

 

Uit: Holunderblüte

Eine Erinnerung an das Prager Ghetto

„Ich bin Arzt, ein alter Praktiker und sogar Medizinalrat. Seit vier Jahren besitze ich die dritte Klasse des Roten Adlerordens; dem Jahrhundert schreite ich um einige Jahre voran und stehe deshalb dem biblischen Lebenspunktum ziemlich nahe. Ich war verheiratet; meine Kinder sind gut eingeschlagen; die Söhne sind auf ihre eigenen Füße gestellt, meine Tochter hat einen guten Mann. Über mein Herz und meine Nerven habe ich mich nicht zu beklagen, sie bestehen aus zähem Material und halten gut bei manchen Gelegenheiten, wo andere Leute ihren Gefühlen nicht mit Unrecht unterliegen. Wir Ärzte werden, sozusagen, innerlich und äußerlich gegerbt, und wie wir unempfindlich werden gegen den Ansteckungsstoff der Epidemien, so hindert uns nichts, inmitten des lauten Schmerzes und der stummen Verzweiflung den ergebenen und gelassenen Tröster zu spielen. Jedermann soll seine Pflicht tun, und ich übe hoffentlich die meinige nach bestem Vermögen. Das sind schlechte Doktoren, die da glauben, daß ihre Aufgabe gelöst sei, wenn sie in ihrer Krankenliste ein Kreuz oder irgendein anderes Zeichen hinter dem Namen eines Patienten gemacht haben. Unsere schwierigste Aufgabe beginnt sehr oft dann erst; wir, deren Kunst und Wissenschaft sich so machtlos erwiesen, wir, die wir so oft von den Verwandten und Freunden unserer Kranken nicht mit den günstigsten und gerechtesten Augen angesehen werden, wir sollen noch Worte des Trostes für diese Freunde und Verwandten haben. Die Stunden und Besuche, welche wir, nachdem der Sarg aus dem Hause geschafft ist, den Überlebenden widmen müssen, sind viel peinlicher als die, welche wir am Lager des hoffnungslosen Kranken zubrachten.

Doch das hat eigentlich nichts mit diesen Aufzeichnungen zu tun; ich will nur an einem neuen Beispiele zeigen, welch ein wunderliches Ding die menschliche Seele ist. Nicht ohne guten Grund überschreibe ich dieses Blatt: Holunderblüte; der Leser wird bald erfahren, was für einen Einfluß Syringa vulgaris auf mich hat.

Es war ein klarer, kalter Tag im Januar; die Sonne schien, der Schnee knirschte unter den Füßen der Wanderer, die Wagenräder drehten sich mit einem pfeifenden, kreischenden Ton. Es war ein gesunder, herzerfrischender Tag, und ich holte noch einmal aus voller Brust Atem, ehe ich um die dritte Nachmittagsstunde die Türglocke eines der ansehnlichsten Häuser in einer der ansehnlichsten Straßen der Stadt zog.“

 

Wilhelm Raabe (8 september 1831 – 15 november 1910)

Standbeeld in Eschershausen

 

De Engelse dichter Siegfried Sassoon werd geboren op 8 september 1886 in Brenchley, Kent. Zie ook mijn blog van 8 september 2010 en eveneens alle tags voor Siegfried Sassoon op dit blog.

 

A Whispered Tale

I’d heard fool-heroes brag of where they’d been,
With stories of the glories that they’d seen.
But you, good simple soldier, seasoned well
In woods and posts and crater-lines of hell,
Who dodge remembered ‘crumps’ with wry grimace,
Endured experience in your queer, kind face,
Fatigues and vigils haunting nerve-strained eyes,
And both your brothers killed to make you wise;
You had no babbling phrases; what you said
Was like a message from the maimed and dead.
But memory brought the voice I knew, whose note
Was muted when they shot you in the throat;
And still you whisper of the war, and find
Sour jokes for all those horrors left behind.

 

Companions

Leave not your bough, my slender song-bird sweet,
But pipe me now your roundelay complete.

Come, gentle breeze, and tarrying on your way,
Whisper my trees what you have seen to-day.

Stand, golden cloud, until my song be done,
(For he’s too proud) before the face of the sun.

So one did sing, and the other breathed a story;
Then both took wing, and the sun stepped forth in glory.

 

Dreamers

Soldiers are citizens of death’s gray land,
Drawing no dividend from time’s to-morrows.
In the great hour of destiny they stand,
Each with his feuds, and jealousies, and sorrows.
Soldiers are sworn to action; they must win
Some flaming, fatal climax with their lives.
Soldiers are dreamers; when the guns begin
They think of firelit homes, clean beds, and wives.

I see them in foul dug-outs, gnawed by rats,
And in the ruined trenches, lashed with rain,
Dreaming of things they did with balls and bats,
And mocked by hopeless longing to regain
Bank-holidays, and picture shows, and spats,
And going to the office in the train.


Siegfried Sassoon (8 september 1886 – 1 september 1967)

Cover


De Duitse dichter en schrijver
Eduard Mörike werd geboren op 8 september 1804 in Ludwigsberg. Zie ook mijn blog van 8 september 2010 en eveneens alle tags voor Eduard Mörike op dit blog.

 

Der Knabe und das Immlein

Im Weinberg auf der Höhe
Ein Häuslein steht so windebang;
Hat weder Tür noch Fenster,
Die Weile wird ihm lang.

Und ist der Tag so schwüle,
Sind all verstummt die Vögelein,
Summt an der Sonnenblume
Ein Immlein ganz allein.

Mein Lieb hat einen Garten,
Da steht ein hübsches Immenhaus:
Kommst du daher geflogen?
Schickt sie dich nach mir aus?

“O nein, du feiner Knabe,
Es hieß mich niemand Boten gehn;
Dies Kind weiß nichts von Lieben,
Hat dich noch, kaum gesehn.

Was wüßten auch die Mädchen,
Wenn sie kaum aus der Schule sind!
Dein herzallerliebstes Schätzchen
Ist noch ein Mutterkind.

Ich bring ihm Wachs und Honig;
Ade! – ich hab ein ganzes Pfund;
Wie wird das Schätzchen lachen,
Ihm wässert schon der Mund.”
Ach, wolltest du ihr sagen,
Ich wüßte, was viel süßer ist:
Nichts Lieblichers auf Erden
Als wenn man herzt und küßt!

 

Rat eines Alten

Bin jung gewesen,
Kann auch mit reden,
Und alt geworden,
Drum gilt mein Wort.

Schön reife Beeren
Am Bäumchen hangen;
Nachbar, da hilft kein
Zaun um den Garten:
Lustige Vögel
Wissen den Weg.

Aber, mein Dirnchen,
Du laß dir raten:
halte dein Schätzchen
Wohl in der Liebe,
Wohl im Respekt!
Mit den zwei Fädlein,
In eins gedrehet,
Ziehst du am kleinen
Finger ihn nach.

Aufrichtig Herze,
Doch schweigen können,
Früh mit der Sonne
Mutig zur Arbeit,
Gesinde Glieder,
Saubere Linnen –
Das machet Mädchen
Und Weibchen wert.

Bin jung gewesen,
Kann auch mit reden,
Und alt geworden,
Drum gilt mein Wort.

Eduard Mörike (8 september 1804 – 4 juni 1875)

Standbeeld voor Mörikes woonhuis in Lorch

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 8e september ook mijn blog van 8 september 2011 deel 1 en eveneens deel 2.