Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Lesley Blanch, Sarah Dessen

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Tristan

„Hier ist >Einfried<, das Sanatorium! Weiß und geradlinig liegt es mit seinem langgestreckten Hauptgebäude und seinem Seitenflügel inmitten des weiten Gartens, der mit Grotten, Laubengängen und kleinen Pavillons aus Baumrinde ergötzlich ausgestattet ist, und hinter seinen Schieferdächern ragen tannengrün, massig und weich zerklüftet die Berge himmelan.

Nach wie vor leitet Doktor Leander die Anstalt. Mit seinem zweispitzigen schwarzen Bart, der hart und kraus ist wie das Roßhaar, mit dem man die Möbel stopft, seinen dicken, funkelnden Brillengläsern und diesem Aspekt eines Mannes, den die Wissenschaft gekältet, gehärtet und mit stillem, nachsichtigem Pessimismus erfüllt hat, hält er auf kurz angebundene und verschlossene Art die Leidenden in seinem Bann, — alle diese Individuen, die, zu schwach, sich selbst Gesetze zu geben und sie zu halten, ihm ihr Vermögen ausliefern, um sich von seiner Strenge stützen lassen zu dürfen.

Was Fräulein von Osterloh betrifft, so steht sie mit unermüdlicher Hingabe dem Haushalte vor. Mein Gott, wie tätig sie, treppauf und treppab, von einem Ende der Anstalt zum anderen eilt! Sie herrscht in Küche und Vorratskammer, sie klettert in den Wäscheschränken umher, sie kommandiert die Dienerschaft und bestellt unter den Gesichtspunkten der Sparsamkeit, der Hygiene, des Wohlgeschmacks und der äußeren Anmut den Tisch des Hauses, sie wirtschaftet mit einer rasenden Umsicht, und in ihrer extremen Tüchtigkeit liegt ein beständiger Vorwurf für die gesamte Männerwelt verborgen, von der noch niemand darauf verfallen ist, sie heimzuführen. Auf ihren Wangen aber glüht in zwei runden, karmoisinroten Flecken die unauslöschliche Hoffnung, dereinst Frau Doktor Leander zu werden…“

Manns werkkamer en schrijftafel, nu in het Thomas Mann Archiv in Zürich

††Ozon und stille, stille Luft … für Lungenkranke ist >Einfried<, was Doktor Leanders Neider und Rivalen auch sagen mögen, aufs wärmste zu empfehlen. Aber es halten sich nicht nur Phthisiker, es halten sich Patienten aller Art, Herren, Damen und sogar Kinder hier auf: Doktor Leander hat auf den verschiedensten Gebieten Erfolge aufzuweisen. Es gibt hier gastrisch Leidende, wie die Magistratsrätin Spatz, die überdies an den Ohren krankt, Herrschaften mit Herzfehlern, Paralytiker, Rheumatiker und Nervöse in allen Zuständen. Ein diabetischer General verzehrt hier unter immerwährendem Murren seine Pension. Mehrere Herren mit entfleischten Gesichtern werfen auf jene unbeherrschte Art ihre Beine, die nichts Gutes bedeutet. Eine fünfzigjährige Dame, die Pastorin Höhlenrauch, die neunzehn Kinder zur Welt gebracht hat und absolut keines Gedankens mehr fähig ist, gelangt dennoch nicht zum Frieden, sondern irrt, von einer blöden Unrast getrieben, seit einem Jahre bereits am Arm ihrer Privatpflegerin starr und stumm, ziellos und unheimlich durch das ganze Haus.

Dann und wann stirbt jemand von den >Schweren<, die in ihren Zimmern liegen und nicht zu den Mahlzeiten noch im Konversationszimmer erscheinen, und niemand, selbst der Zimmernachbar nicht, erfährt etwas davon. In stiller Nacht wird der wächserne Gast beiseite geschafft, und ungestört nimmt das Treiben in >Einfried< seinen Fortgang, das Massieren, Elektrisieren und Injizieren, das Duschen, Baden, Turnen, Schwitzen und Inhalieren in den verschiedenen mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestatteten Räumlichkeiten…“

†Thomas Mann (6 juni 1875 – 12 augustus 1955)

 

De Russische dichter en schrijver Aleksandr Poesjkin werd geboren in Moskou op 6 juni 1799. Zie ook alle tags voor Aleksandr Poesjkin op dit blog.

Der Engel

An Engel steht, ein Glanzgebilde,
An Edens Thor, das Haupt geneigt,
Indeß der tückische, der wilde
Dämon dem Höllenschlund entsteigt.

Der Geist des Zweifels, der Verneinung
Sieht auf das reine Wesen hin,
Und Reue quält bei der Erscheinung
Zum Erstenmal des Bösen Sinn:

Dich nicht umsonst hab’ ich betrachtet!
Ich habe, reiner Himmelsgast,
Nicht alles Irdische verachtet,
Nicht alles Himmlische gehaßt!

 

Die Wolke

Vorbei ist der Sturm, das Gewitter zerstoben,
Was schwebst du allein noch, o Wolke, dort oben!
Verdunkelst allein noch den blühenden Hag,
Betrübest allein den frohlockenden Tag!

Haft eben erst grollend den Himmel umhangen,
Daß zündende Blitze dir zuckend entsprangen;
Hast Donner geschleudert, dich finster gesenkt,
Die lechzende Erde mit Regen getränkt.

Erfrischt ist nun Alles, das Wetter zerstoben,
Verschwinde auch du, letzte Wolke dort oben!
Der Wind, der jetzt kost mit den Blättern am Baum,
Vertreibt dich sonst bald aus dem sonnigen Raum.

 

Die beiden Raben

Durch die Luft ein Rabe krächzt,
Hungermüd nach Labung lechzt,
Fragt er einen andern Raben:
Werden wir heut Speise haben?

Und der andre Rabe spricht:
Heut an Speise fehlt es nicht:
Tod im Feld, am Waldessaume,
Liegt ein Ritter unter’m Baume.

Wer, warum man ihn erschlug?
Weiß der Fall nur, den er trug,
Weiß des Ritters schwarzes Roß nur
Und sein junges Weib im Schloß nur.

Flog der Fall zum Walde fern,
Blieb das Roß dem Feind des Herrn?
Und die Frau harrt ihres Lieben,
Aber deß nicht, der geblieben …

Vertaald door Friedrich Martin Bodenstedt.

Aleksandr Poesjkin (6 juni 1799- 10 februari 1837)
Standbeeld in Minsk

 

De Engelse schrijfster Lesley Blanch werd geboren op 6 juni 1904 in Londen geboren. Zie ook alle tags voor Lesley Blanch op dit blog.

Uit: The Sabres Of Paradise

„Vengeance and violence; such was the Caucasus throughout its dark history, reaching its apogee during the first half of the nineteenth century, when the invading Russian armies marched eastwards acquiring their Asiatic and near-Eastern provinces and met their first check among the Caucasian mountains. All the warring Moslem tribes banded together in one terrible force, and under one man, Shamyl, the Avar, their Prophet and Warrior. In 1834, he sprang on to the scene in a flash of steel, a clap of thunder, like some flamboyant Prince of Darkness, the dramatic nature of his legend and his black banners matched by his back-cloth of towering mountains, perpendicular rock cliffs topped by eagle’s nest aôuls, or fortified villages, hung over ravines slit so deep no light ever penetrated the abyss where torrents raged, and a never-ceasing wind howled down the passes. This was his birth place — the wild mountains of Dagestan, an almost unmapped rock waste, set between the Black Sea and Caspian.

A hundred years or more ago, leading European newspapers devoted columns to Shamyl’s exploits: questions were asked in the House of Commons as to Britain’s commitments in the Caucasus, his bravery was extolled from public platforms, and English ladies were sewing an elaborate piece of bunting designed to become his flag. Shamyl’s heroic stand was interpreted with gratification as a deliberate check to Tzarist designs on India. The Caucasus barred the overland route to Delhi: it was clear, this man was an ally, ‘a really splendid type who stood up to tyrants … and deeply religious, even if he did have several wives…’ Thus the ladies of the parish sewing circle, fortified by tea and pound cake, as they stitched away at an appliqué of scarlet stars on a white ground and dreamed of it fluttering from some dark Caucasian peak. There was no doubt Shamyl had captured England’s imagination.“

Lesley Blanch (6 juni 1904 – 6 mei 2007)

 


De Amerikaanse schrijfster Sarah Dessen werd geboren op 6 juni 1970 in Evanston, Illinois. Zie ook alle tags voor Sarah Dessen nop dit blog.

Uit: The Truth About Forever

„Jason was going to Brain Camp. It had another name, a real name, but that’s what everyone called it.
“Okay,” he said, wedging a final pair of socks along the edge of his suitcase. “The list. One more time.”
I picked up the piece of paper beside me. “Pens,” I said. “Notebooks. Phone card. Camera battery.
Vitamins.”
His fingers moved across the contents of the bag, finding and identifying each item. Check and double- check. With Jason, it was always about being sure.
“Calculator.” I continued, “Laptop. . . .”
“Stop,” he said, putting up his hand. He walked over to his desk, unzipping the slim black bag there, then nodded at me. “Skip down to list number two.”
I scanned down the page, found the words LAPTOP (CASE), and cleared my throat. “Blank CDs,” I said.
“Surge protector. Headphones. . . .”
By the time we’d covered that, then finished the main list—stopping to cover two other sub-headings, TOILETRIES and MISCELLANEOUS—Jason seemed pretty much convinced he had everything. Which did not, however, stop him from continuing to circle the room, mumbling to himself. It took a lot of work to be bperfect. If you didn’t want to break a sweat, there was no point in even bothering.
Jason knew perfect. Unlike most people, for him it wasn’t some distant horizon. For Jason, perfect was just over the next hill, close enough to make out the landscape. And it wasn’t a place he would just visit.
He was going to live there.“

Sarah Dessen (Evanston, 6 juni 1970)


Zie voor nog meer schrijvers van de 6e juni ook
mijn blog van 6 juni 2011 deel 1 en eveneens deel 2.