Philip Roth, Lynne Sharon Schwartz, Hans Mayer, William Allingham, Kirsten Boie

De Amerikaanse schrijver Philip Roth werd geboren op 19 maart 1933 in Newark. Zie ook alle tags voor Philip Roth op dit blog.

 

Uit: Die Demütigung (The Humbling, vertaald door Dirk van Gunsteren)

„Er hatte seinen Zauber verloren. Der Impuls war erloschen.

Auf der Bühne hatte er nie versagt – alles, was er getan hatte, war stark und erfolgreich gewesen, doch dann war das Schreckliche geschehen : Er konnte nicht mehr spielen. Auf die Bühne zu treten wurde zur Qual. An die Stelle der Gewissheit, dass er wunderbar sein würde, trat das Wissen, dass er versagen würde. Es geschah dreimal hintereinander, und beim letzten Mal interessierte es niemanden mehr, es kam niemand mehr. Er erreichte das Publikum nicht. Sein Talent war tot.

Wenn man ein Talent hatte und es nicht mehr hat, bleibt einem selbst natürlich immer etwas anderes als allen anderen. Ich werde immer anders sein als alle anderen, sagte Axler sich, und zwar weil ich bin, wie ich bin. Das bleibt mir – an das wird man sich immer erinnern. Doch die Aura, die er gehabt hatte, all die Manierismen, die exzentrischen Verhaltensweisen und persönlichen Eigenheiten, alles, was bei Falstaff und Peer Gynt und Wanja so gut funktioniert und Simon Axler den Ruf eingetragen hatte, der letzte der großen klassischen amerikanischen Bühnenschauspieler zu sein, funktionierte

jetzt bei keiner Rolle mehr. All das, was ihn ausgemacht hatte, ließ ihn nun auf der Bühne wie einen Verrückten aussehen. Auf der Bühne war er in jedem Augenblick auf denkbar schlimmste Weise befangen. Früher hatte er, wenn er gespielt hatte, an gar nichts gedacht. Alles, was er gut gemacht hatte, war seiner Intuition entsprungen. Jetzt dachte er über alles nach, und alles Vitale, Spontane wurde abgetötet : Er versuchte, es bewusst zu steuern, und dadurch zerstörte er es. Na gut, sagte Axler sich, er steckte in einer schlechten Phase. Er war zwar bereits über sechzig, aber vielleicht würde es vorübergehen, solange er noch erkennbar er selbst war. Er war nicht der erste erfahrene Schauspieler, dem derlei widerfuhr. Es gab viele, denen es ebenso erging. Das ist für mich nichts Neues, dachte er, ich werde schon einen Weg finden. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich es dieses

Mal schaffen werde, aber ich werde schon etwas finden. Es wird vorübergehen.“

 

Philip Roth (Newark, 19 maart 1933)

 

De Amerikaanse schrijfster Lynne Sharon Schwartz werd geboren op 19 maart 1939 in New York. Zie ook mijn blog van 19 maart 2009 en ook mijn blog van 19 maart 2010 en ook mijn blog van 19 maart 2011.

 

Uit: Not Now, Voyager

There was a beach, not quite where the guidebook had promised, in fact a good half-mile away and a trifle mangy looking, but still a beach. The hotel was pretty empty too. At dinner I’d seen four other people sitting on the dark terrace, shadowy shapes raising forks to their mouths and mur-muring. The server was a vague young Norwegian who’d been sleeping when we first arrived in the sultry late afternoon. We had to seek him out in his little nook at the back and wake him.

So I was nowhere, by myself. Well, not quite. My daughter was in the room just upstairs. At least she was when I went to sleep. But if I had died in my sleep and been brought to some pitch-black limbo, I hoped she wasn’t with me. She was too young; she had her life ahead of her. I would rather be dead alone than dead with her, even for company.

But of course I wasn’t dead. How foolish. There had simply been some sort of electrical failure. The thing to do, in a hotel, was call the front desk and report it, ask for a flashlight. I was quite capable of that. But this kind of hotel in this kind of town didn’t have phones in the room. I had a cell phone but not the kind that worked abroad. I wasn’t sure why I’d brought it with me—I rarely used it even at home, but it made me feel assistance was at my fingertips. The functioning cell phone was upstairs with my daughter, along with the guidebooks. She was the organizer. On this trip, she organized and I did the talking. I was good at talking. But there was no one to talk to.“

 

Lynne Sharon Schwartz (New York, 19 maart 1939)

 

De Duitse literatuurwetenschapper, schrijver, criticus, jurist en socioloog Hans Mayer werd geboren op 19 maart 1907 in Keulen. Zie ook alle tags voor Hans Mayer op dit blog.

 

Uit: Heimat auf Zeit. Hans Mayer an der Universität Leipzig (door Alfred Klein)

„Zum wichtigsten und folgenreichsten Testfall für die spätere Laufbahn wurde die Niederschrift seiner Forschungsergebnisse zum Thema Georg Büchner. Sie gedieh bis zu Druckreife eines umfangreichen Manuskripts, dessen Publikation nur der Kriegsausbruch verhinderte. Dem Verfasser mußte vorerst die Gewißheit genügen, daß er eigentlich ein Schriftsteller sei, wenngleich einer mit ungewöhnlicher Thematik. »Also kein Jurist, kein Politiker, kein Historiker, der sich für Metternich interessiert, es kann aber auch Trotzki sein, auch kein Germanist im üblichen, immer noch üblichen Fachsinne: sondern ein Schriftsteller.«Hans Mayer fand zu sich selbst, als er eine der kreativsten und tragischsten Gegengestalten zum deutschen Untertanengeist für sich entdeckte; einen Revolutionär, dem die hessischen Zustände im Vormärz die Losung »Friede den Hütten, Krieg den Palästen!« diktierten; einen Dichter, Philosophen und Mediziner, der sich mit den Gegensätzen zwischen Idealität und Realität, Armut und Reichtum, Menschennatur und Gesellschaftsverfassung abmühte, ohne am Ende eine andere Alternative als Mitleid mit der gequälten Kreatur zu erblicken.

Ähnlich detaillierte Zeit- und Dichterporträts hat Hans Mayer erst in Leipzig wieder entwerfen können. Bis dahin dauerten seine Wanderjahre an, ohne eigentlich noch Lehrjahre für seine künftige Wissenschaftsarbeit sein zu können. Einen Großteil der Kriegszeit mußte er in eidgenössischen Internierungslagern für Emigranten und Flüchtlinge zubringen. Er geriet nach Davesco und von dort

nach Vouvry, Witzwyl, Sierre und Zürichhorn. Wenn man so willgab es für ihn unter den mehr oder weniger schikanösen Umständen und Kollektivkonstellationen eines Lagerlebens nur noch zweierlei zu lernen: Geduld und Solidarität.“

 

Hans Mayer (19 maart 1907 – 19 mei 2001)

 

De Ierse dichter William Allingham werd geboren op 19 maart 1824 in Ballyshannon, Donegal. Zie ook alle tags voor William Allingham op dit blog.

After Sunset

The vast and solemn company of clouds

Around the Sun’s death, lit, incarnadined,

Cool into ashy wan; as Night enshrouds

The level pasture, creeping up behind

Through voiceless vales, o’er lawn and purpled hill

And hazéd mead, her mystery to fulfil.

Cows low from far-off farms; the loitering wind

Sighs in the hedge, you hear it if you will,–

Tho’ all the wood, alive atop with wings

Lifting and sinking through the leafy nooks,

Seethes with the clamour of a thousand rooks.

Now every sound at length is hush’d away.

These few are sacred moments. One more Day

Drops in the shadowy gulf of bygone things.

 

William Allingham (19 maart 1824 – 18 november 1889)

Portret door zijn vrouwHelen Paterson, 1874

 

De Duitse schrijfster Kirsten Boie werd geboren op 19 maart (en niet 19 mei) 1950 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Kirsten Boie op dit blog.

 

Uit: Skogland

“Der Regisseur lächelte Jarven zu. “Wunderbar!”, sagte er. “Ein Mädchen, dem wir erst noch Manieren hätten beibringen müssen, wäre für die Rolle von vorn herein nicht infrage gekommen. Aber das ist für dich ja offenbar kein Problem! Du musst eine gute Erziehung genossen haben.”
Jarven nickte. Einen Augenblick überlegte sie, ob sie ihm erzählen sollte, dass genau das schließlich Mamas Beruf war; es ging ihn aber nichts an.
“Jarven!”, sagte der Regisseur, und jetzt beugte er sich über den Tisch zu ihr hin. “Du bist sicher gespannt, was wir heute an diesem strahlend schönen Tag mit dir vorhaben.”
Jarven nickte wieder. Sie fühlte sich sehr allein.
“Nun, Hilgard und Tjarks hier haben dir ja schon erklärt, worum es geht. Du sollst an diesem Wochenende zeigen, ob das Zeug in dir steckt, glaubwürdig eine Prinzessin zu spielen”, sagte der Regisseur. “Und sie haben dir auch schon erklärt, dass uns dafür deine Ausstrahlung wichtiger ist als die Frage, ob du auswendig lernen oder mit Betonung sprechen kannst. Wir hätten natürlich einfach ein weiteres Casting mit dir machen können. Aber was hätte uns das gebracht? Das ist ja doch alles sehr künstlich.”
“Ja”, murmelte Jarven. Sie verstand nicht, wovon er sprach. Schließlich war das doch, weswegen sie hergekommen war: Ein weiteres Casting.
“Nun hast du aber großes Glück, Jarven”, sagte der Regisseur und sein Lächeln war so strahlend, dass Jarven plötzlich dachte, er müsste noch üben, glaubwürdiger auszusehen, “dass ich hier in Skogland das Königshaus kenne. Ein Freund des Königshauses bin, Jarven.”
Noch immer lächelte er. “Darum also durften wir auch in diesem wunderschönen Gutshof übernachten. Und darum darfst du, Jarven, an diesem Wochenende”, er machte eine kurze Pause, “so tun, als wärest du die Prinzessin von Skogland.”
Er schwieg.”

 

Kirsten Boie (Hamburg, 19 maart 1950)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 19e maart ook mijn blog van 19 maart 2011 deel 1 en eveneens deel 2.