Gioconda Belli, Michael Krüger, Wolfgang Hildesheimer, Anna Gavalda

De Nicaraguaanse schrijfster, dichteres en ex-politica Gioconda Belli werd geboren op 9 december 1948 in Managua. Zie ook alle tags voor Gioconda Belli op dit blog.

Zandkastelen

Waarom zei je me niet dat je bezig was
dat zandkasteel te bouwen?

Het zou zo heerlijk geweest zijn
om dat kleine poortje binnen te treden,
door zijn zoute gangen te lopen
je op te wachten in kamers van schelpen,
je toe te spreken vanaf het balkon
mijn mond vol wit schuim en even transparant
als mijn woorden,
die vederlichte woorden die ik tot je sprak,
die niet zwaarder zijn dan de lucht
tussen mijn tanden

Het is zo heerlijk naar zee te kijken

En de zee zou zo mooi geweest zijn
vanaf ons zandkasteel,
de tijd likkend
met de intense en diepe tederheid
van het water,
ronddwalen d in de verhalen die men ons vertelde
toen wij, kinderen, een en al oor waren
voor de natuur

Het wassende water heeft je zandkasteel
nu meegenomen.
Heeft alles weggeveegd, de torens
en de grachten
het poortje waarlangs wij bij laagtij
zouden binnengetreden zijn,
als de werkelijkheid veraf was
en er op het strand
zandkastelen zijn…

Vertaald doorGermain Droogenbroodt

 

BRIEF LESSONS IN EROTICISM

I
To sail the entire length of a body is to circle the world
To navigate the rose of the winds without a compass
Islands gulfs peninsulas breakwaters against crashing waves
It isn’t easy, though it is enjoyable
Don’t think you can do it in one day or night of consoling the sheets
There are enough secrets in the pores to fill many moons
II
The body is an astral chart in a coded language
Find a star and perhaps you’ll begin
To change course when suddenly a hurricane or piercing scream
Makes you tremble in fear
A dip in the hand you didn’t expect
III
Go over the entire length many times
Find the lake with the white water lilies
Caress the lily’s center with your anchor
Plunge deep drown yourself stretch your limbs
Don’t deny yourself the smell the salt the sugar
The heavy winds cumulonimbus-lungs
The brain’s dense fog
Earthquake of legs
Sleeping tidal wave of kisses

 

Vertaald door Steven F. White


Gioconda Belli (Managua, 9 december 1948)

Rubin Dario, Gioconda Belli en Ernesto Cardina, portret door Erin Currier

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Ödön von Horváth, John Milton, Jan Křesadlo, Maksim Bahdanovič, Dalton Trumbo

De Hongaars-Duitse schrijver Ödön von Horváth werd geboren op 9 december 1901 in Fiume. Zie ook alle tags voor Ödön von Horváth op dit blog.

 

Uit: Jugend ohne Gott

Draussen scheint noch die Sonne, fein muss es sein im Park! Doch Beruf ist Pflicht, ich korrigiere die Hefte und schreibe in mein Büchlein hinein, wer etwas taugt oder nicht. Das von der Aufsichtsbehörde vorgeschriebene Thema der Aufsätze lautet: »Warum müssen wir Kolonien haben?

« Ja, warum? Nun, lasset uns hören!

Der erste Schüler beginnt mit einem B: er heisst Bauer, mit dem Vornamen Franz. In dieser Klasse gibts keinen, der mit A beginnt, dafür haben wir aber gleich fünf mit B. Eine Seltenheit, so viele B’s bei insgesamt sechsundzwanzig Schülern! Aber zwei B’s sind Zwillinge, daher das Ungewöhnliche.

Automatisch überfliege ich die Namensliste in meinem Büchlein und stelle fest, dass B nur von S fast erreicht wird stimmt, vier beginnen mit S, drei mit M, je zwei mit E, G, L und R, je einer mit F, H, N, T, W, Z, während keiner der Buben mit A, C, D, I, O, P, Q, U, V, X, Y beginnt.

Nun, Franz Bauer, warum brauchen wir Kolonien?

»Wir brauchen die Kolonien«, schreibt er, »weil wir zahlreiche Rohstoffe benötigen, denn ohne Rohstoffe könnten wir unsere hochstehende Industrie nicht ihrem innersten Wesen und Werte nach beschäftigen, was zur unleidlichen Folge hätte, dass der heimische Arbeitsmann wieder arbeitslos werden würde.« Sehr richtig, lieber Bauer! »Es dreht sich zwar nicht um die Arbeiter« sondern, Bauer? , »es dreht sich vielmehr um das Volksganze, denn auch der Arbeiter gehört letzten Endes zum Volk.«

Das ist ohne Zweifel letzten Endes eine grossartige Entdeckung, geht es mir durch den Sinn und plötzlich fällt es mir wieder auf, wie häufig in unserer Zeit uralte Weisheiten als erstmalig formulierte Schlagworte serviert werden. Oder war das immer schon so?

Ich weiss es nicht.

Jetzt weiss ich nur, dass ich wiedermal sechsundzwanzig Aufsätze durchlesen muss, Aufsätze, die mit schiefen Voraussetzungen falsche Schlussfolgerungen ziehen. Wie schön wärs, wenn sich »schief« und »falsch« aufheben würden, aber sie tuns nicht. Sie wandeln Arm in Arm daher und singen hohle Phrasen.

Ich werde mich hüten als städtischer Beamter, an diesem lieblichen Gesange auch nur die leiseste Kritik zu üben! Wenns auch weh tut, was vermag der Einzelne gegen Alle? Er kann sich nur heimlich ärgern. Und ich will mich nicht mehr ärgern!

Korrigier rasch, Du willst noch ins Kino!“

 


Ödön von Horváth (9 december 1901 – 1 juni 1938)

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