In Memoriam Christa Wolf

In Memoriam Christa Wolf

De (Oost-)Duitse schrijfster Christa Wolf is op de leeftijd van 82 jaar in Berlijn overleden. Dat heeft vandaag haar uitgeverij, de Suhrkamp Verlag, laten weten. De Duitse schrijfster Christa Wolf werd geboren op 18 maart 1929 in het huidige Poolse Gorzów Wielkopolski. Zie ook alle tags voor Christa Wolf op dit blog.

Uit: Was bleibt

Aber das weiß ich doch, daß man durch willentlichen Entschluß keinen Himmelsschatz erwirbt, der sich unter der Hand vermehrt; weiß doch: Alle Nahrung über des Leibes Notdurft hinaus wächst uns zu, ohne daß wir sie Stück um Stück zusammentragen müßten oder dürften, sie sammelt sich von selbst, und ich fürchte ja, alle diese wüsten Tage würden nichts beisteuern zu dieser dauerhaften Wegzehrung und deshalb unaufhaltbar im Strom des Vergessens abtreiben. In heller Angst, in panischer Angst wollte ich mich jetzt an einen dieser dem Untergang geweihten Tage klammern und ihn festhalten, egal, was ich zu fassen kriegen würde, ob er banal sein würde oder schwerwiegend, und ob er sich schnell ergab oder sich sträuben würde bis zuletzt. So stand ich also, wie jeden Morgen, hinter der Gardine, die dazu angebracht worden war, daß ich mich hinter ihr verbergen konnte, und blickte, hoffentlich ungesehen, hinüber zum großen Parkplatz jenseits der Friedrichstraße.
Übrigens standen sie nicht da. Wenn ich recht sah – die Brille hatte ich mir natürlich aufgesetzt -, waren alle Autos in der ersten und auch die in der zweiten Parkreihe leer. Anfangs, zwei Jahre war es her, daran maß ich die Zeit, hatte ich mich ja von den hohen Kopfstützen mancher Kraftfahrzeuge täuschen lassen, hatte sie für Köpfe gehalten und ob ihrer Unbeweglichkeit beklommen bestaunt; nicht, daß mir gar keine Fehler mehr unterliefen, aber über dieses Stadium war ich hinaus. Köpfe sind ungleichmäßig geformt, beweglich, Kopfstützen gleichförmig, abgerundet, steil – ein gewaltiger Unterschied, den ich irgendwann einmal genau beschreiben könnte, in meiner neuen Sprache, die härter sein würde als die, in der ich immer noch denken mußte. Wie hartnäckig die Stimme die Tonhöhe hält, auf die sie sich einmal eingepegelt hat, und welche Anstrengung es kostet, auch nur Nuancen zu ändern. Von den Wörtern gar nicht zu reden, dachte ich, während ich anfing, mich zu duschen – den Wörtern, die, sich beflissen überstürzend, hervorquellen, wenn ich den Mund aufmache, angeschwollen von Überzeugungen, Vorurteilen, Eitelkeit, Zorn, Enttäuschung und Selbstmitleid.
Wissen möchte ich bloß, warum sie gestern bis nach Mitternacht dastanden und heute früh einfach verschwunden sind.“


Christa Wolf (18 maart 1929 – 1 december 2011)

 

Zie voor de schrijvers van de 1e december ook mijn vorige blog van vandaag en eveneens mijn eerste blog van vandaag.

Zie ook ter herinnering aan Ramses Shaffy.

 

Tahar Ben Jelloun, Daniel Pennac, Billy Childish, Henry Williamson

De Marokkaanse romanschrijver, dichter en essayist Tahar Ben Jelloun werd geboren in Fez op 1 december 1944. Zie ook mijn blog van 1 december 2007 en ook mijn blog van 1 december 2008 en ook mijn blog van 1 december 2009 en ook mijn blog van 1 december 2010.

 

Uit: Leaving Tangier (Vertaald door Linda Coverdale)

In Tangier, in the winter, the Café Hafa becomes an observatory for dreams and their aftermath. Cats from the cemetery, the terraces, and the chief communal bread oven of the Marshan district gather round the café as if to watch the play unfolding there in silence, and fooling nobody. Long pipes of kif pass from table to table while glasses of mint tea grow cold, enticing bees that eventually tumble in, a matter of indifference to customers long since lost to the limbo of hashish and tinseled reverie. In the back of one room, two men meticulously prepare the key that opens the gates of departure, selecting leaves, then chopping them swiftly and efficiently. Neither man looks up. Leaning back against the wall, customers sit on mats and stare at the horizon as if seeking to read their fate. They look at the sea, at the clouds that blend into the mountains, and they wait for the twinkling lights of Spain to appear. They watch them without seeing them, and sometimes, even when the lights are lost in fog and bad weather, they see them anyway.

Everyone is silent. Everyone listens. Perhaps she will show up this evening. She’ll talk to them, sing them the song of the drowned man who became a sea star suspended over the straits. They have agreed never to speak her name: that would destroy her, and provoke a whole series of misfortunes as well. So the men watch one another and say nothing. Each one enters his dream and clenches his fists. Only the waiters and the tea master, who owns the café, remain outside the circle, preparing and serving their fare with discretion, coming and going from terrace to terrace without disturbing anyone’s dream. The customers know one another but do not converse. Most of them come from the same neighborhood and have just enough to pay for the tea and a few pipes of kif. Some have a slate on which they keep track of their debt. As if by agreement, they keep silent. Especially at this hour and at this delicate moment when their whole being is caught up in the distance, studying the slightest ripple of the waves or the sound of an old boat coming home to the harbor. Sometimes, hearing the echo of a cry for help, they look at one another without turning a hair.“

 


Tahar Ben Jelloun (Fez, 1 december 1944)

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Mihály Vörösmarty, Valery Bryusov, Ernst Toller

De Hongaarse dichter Mihály Vörösmarty werd geboren op 1 december 1800 in Puszta-Nyék. Zie ook mijn blog van 1 december 2006 en ook mijn blog van 1 december 2008 en ook mijn blog van 1 december 2009. en ook mijn blog van 1 december 2010.

 

Bitterer Kelch

Wenn stark mit Mannesmut
auf eine Frau du setzt,
und sie mit leichtem Blut
dein ganzes Glück zerfetzt;
wenn sie im Blick ein Lächeln und
verwünschte Tränen trägt,
schärft eines der Begierde Mund,
das andre Wunden schlägt;
so trink und sei gescheit:
Die Welt hält keine Ewigkeit;
sie löst sich auf, vergeht wie Schaum,
es bleibt, was war, der leere Raum.

Wenn dich mit einem Freund
wie Herz und Hirn und Hand
selbst das Geheimste eint
von Ehr und Vaterland;
und er in Meuchelmördertat
ins Herz dir stößt den Stahl,
so daß dein Schicksal durch Verrat
zuuchte wird und schal;
so trink und sei gescheit:
Die Welt hält keine Ewigkeit;
sie löst sich auf, vergeht wie Schaum,
es bleibt, was war, der leere Raum.

Wenn du in Not und Nacht
ums Vaterland dich mühst,
in mörderischer Schlacht
dafür dein Blut vergießt,
und dieses, schlecht beraten,
weist den treuen Dienst zurück
und wird von Feigen, Dummen dreist
geopfert Stück um Stück;
so trink und sei gescheit:
Die Welt hält keine Ewigkeit;
sie löst sich auf, vergeht wie Schaum,
es bleibt, was war, der leere Raum.

Wenn schmerzhaft in der Brust
der Wurm der Sorgen nagt,
wo Glück war, ist Verlust,
du siehst die Welt verzagt
hinschwinden, und von Freude leer
kehrt sich dein Tag und geht,
von neuem anzufangen wär
vergeblich und zu spät;
so trink und sei gescheit:
Die Welt hält keine Ewigkeit;
sie löst sich auf, vergeht wie Schaum,
es bleibt, was war, der leere Raum.

Wenn Kümmernis und Wein
im Hirn sich mischen mild,
erhellt sich von allein
das öde Lebensbild,
dann denke kühn und handle groß
und setz dein Leben dran:
Kein Schicksal findet hoffnungslos
den unverzagten Mann.
So trink und sei gescheit:
Die Welt hält keine Ewigkeit;
doch wie sie steht, solang sie lebt,
sie rastet nicht, sie schafft und webt.

Vertaald door Günther Deicke

 

Mihály Vörösmarty (1 december 1800 – 19 november 1855)

Monument in Boedapest

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Herinnering aan Ramses Shaffy

Herinnering aan Ramses Shaffy

 

Nederlands grootste chansonnier Ramses Shaffy is vandaag precies twee jaar geleden op 76-jarige leeftijd overleden.

De Nederlandse chansonnier en acteur Ramses Shaffy werd op 29 augustus 1933 geboren in de Parijse voorstad Neuilly-sur-Seine als zoon van een Egyptische diplomaat en een Poolse gravin van Russische afkomst. Zie ook mijn blog van 1 december 2010.

 

’t Is stil in Amsterdam

De mensen zijn gaan slapen
De auto’s en de fietsen
Zijn levenloze dingen
De stad behoort nu nog
Aan een paar enkelingen
Zoals ik
Die houden van verlaten straten
Om zomaar hardop
In jezelf te kunnen praten
Om zomaar hardop te kunnen zingen
Want de auto’s en de fietsen
Zijn levenloze dingen
Als de mensen zijn gaan slapen
’t Is zo stil in Amsterdam
En godzijdank niemand
Die ik tegenkwam

’t Is stil in Amsterdam
De mensen zijn gaan slapen
Ik steek een sigaret op
En kijk naar het water
En denk over mezelf
En denk over later
Ik kijk naar de wolken
Die overdrijven
Ik ben dan zo bang
Dat de eenzaamheid zal blijven
Dat ik altijd zo zal lopen
Op onmogelijke uren
Dat ik eraan zal wennen
Dat dit zal blijven duren
Als de mensen zijn gaan slapen
’t Is zo stil in Amsterdam
Ik wou
Dat ik nu eindelijk iemand tegenkwam

 

Ramses Shaffy (29 augustus 1933 – 1 december 2009)