Hans Werner Richter, Roland Barthes, Juana Inès de la Cruz, Oskar Panizza, Jacobus Bellamy

De Duitse dichter en schrijver Hans Werner Richter werd geboren op 12 november 1908 in Bansin op het eiland Usedom. Zie ook mijn blog van 12 november 2010 en eveneens alle tags voor Hans Werner Richter op dit blog.

 

Uit: Mit vierzig Mark begannen wir eun neues Leben (In Der Spiegel n.a.v. 20 jaar D-Mark, 1968)

„Das Fest, auf dem ich mich in der Nacht der Währungsreform befand, hatte zwei Anlässe: den Abschluß einer internationalen Jugendwoche in München und die ab Mitternacht eintretende Geldumstellung. Man trank schlechten Alkohol und amüsierte sich in diesem Zwischenstadium, in dieser Nacht zwischen den Zeiten, leichtsinnig und ohne jeden Gedanken an das Morgen. Ab Mitternacht häuften sich die Reichsmarkscheine auf der Toilette, aufgespießt auf einen Haken, als Toilettenpapier. Es machte anscheinend jedermann Vergnügen, sich damit- Verzeihung — den Arsch zu wischen.

Mit dem neuen Geld kamen wir uns am anderen Morgen noch armseliger vor als in den vergangenen Jahren. Zwar gefielen uns die Scheine, sie fühlten sich zuverlässig an und sahen wertbeständig aus, aber vierzig Mark und das für viele Wochen, Monate vielleicht? So gaben wir sie sofort aus.

Denn als wir zurück zu unserer Einzimmerwohnung gingen, erlebten wir die große Überraschung: Alle Geschäftsauslagen waren vollgestopft mit Waren, die wir seit Jahren nicht mehr gesehen hatten. Heinzelmännchen oder sonstige Wunderwesen mußten sie über Nacht herangeschafft haben. Niemand wußte, wo sie plötzlich herkamen. Jetzt packte uns eine Freß-, Sauf- und Kaufgier ohnegleichen. Morgen schon oder in einer Stunde konnte alles wieder ebenso geheimnisvoll verschwunden sein.

Wir kamen an einem Gemüsegeschäft vorbei, in dem es bis dahin kaum eine Schwarzwurzel gegeben hatte, aber jetzt lag alles vor der Tür: Radieschen, Spinat, Kohlrabi, Rotkohl, Wirsingkohl, Weißkohl, Kartoffeln, Rettich. Meine Frau konnte nicht widerstehen. Sie lief auf das Geschäft zu und begann hemmungslos zu kaufen. Sie kaufte — und ich weiß es noch genau — für 18,90 Mark. Es war viel zuviel Gemüse, aber sie konnte es nicht lassen, sie sagte immer wieder: “Morgen gibt es das doch nicht mehr.”

 

Hans Werner Richter (12 november 1908 – 23 maart 1993)

 

De Franse schrijver en filosoof Roland Barthes werd geboren op 12 november 1915 in Cherbourg. Zie ook mijn blog van 12 november 2006. Zie ook mijn blog van 12 november 2008 en ook mijn blog van 12 november 2010

 

Uit: The Death Of The Author (Vertaald door Richard Howard)

„In his story Sarrasine, Balzac, speaking of a castrato disguised as a woman, writes this sentence: “It was Woman, with her sudden fears, her irrational whims, her instinctive fears, her unprovoked bravado, her daring and her delicious delicacy of feeling” Who is speaking in this way? Is it the story’s hero, concerned to ignore the castrato concealed beneath the woman? Is it the man Balzac, endowed by his personal experience with a philosophy of Woman? Is it the author Balzac, professing certain “literary” ideas of femininity? Is it universal wisdom? or romantic psychology? It will always be impossible to know, for the good reason that all writing is itself this special voice, consisting of several indiscernible voices, and that literature is precisely the invention of this voice, to which we cannot assign a specific origin: literature is that neuter, that composite, that oblique into which every subject escapes, the trap where all identity is lost, beginning with the very identity of the body that writes.

Probably this has always been the case: once an action is recounted, for intransitive ends, and no longer in order to act directly upon reality — that is, finally external to any function but the very exercise of the symbol — this disjunction occurs, the voice loses its origin, the author enters his own death, writing begins. Nevertheless, the feeling about this phenomenon has been variable; in primitive societies, narrative is never undertaken by a person, but by a mediator, shaman or speaker, whose “performance” may be admired (that is, his mastery of the narrative code), but not his “genius” The author is a modern figure, produced no doubt by our society insofar as, at the end of the middle ages, with English empiricism, French rationalism and the personal faith of the Reformation, it discovered the prestige of the individual, or, to put it more nobly, of the “human person”

 

Roland Barthes (12 november 1915 – 25 maart 1980)

Gefotografeerd door Henri Cartier-Bresson, 1963

 

De Mexicaanse dichteres en moniaal Juana Inés de la Cruz de Asbaje y Ramírez, ook bekend als Sor Juana, werd geboren in San Miguel Nepantla op 12 november 1648 of 1651. Zie ook mijn blog van 12 november 2006 en ook mijn blog van 12 november 2008 en ook mijn blog van 12 november 2010

 

I approach, and I withdraw

I approach, and I withdraw:
who but I could find
absence in the eyes,
presence in what’s far?

From the scorn of Phyllis,
now, alas, I must depart.
One is indeed unhappy
who misses even scorn!

So caring is my love
that my present distress
minds hard-heartedness less
than the thought of its loss.

Leaving, I lose more
than what is merely mine:
in Phyllis, never mine,
I lose what can’t be lost.

Oh, pity the poor person
who aroused such kind disdain
that to avoid giving pain,
it would grant no favor!

For, seeing in my future
obligatory exile,
she disdained me the more,
that the loss might be less.

Oh, where did you discover
so neat a tactic, Phyllis:
denying to disdain
the garb of affection?

To live unobserved
by your eyes, I now go
where never pain of mine
need flatter your disdain.

Juana Inés de la Cruz (12 november 1648 of 1651 – 17 april 1695)

 

De Duitse schrijver en satiricus Oskar Panizza werd geboren op 12 november 1853 in Kissingen. Zie ook mijn blog van 12 november 2008 en ook mijn blog van 12 november 2010

 

Uit: Das Wachsfigurenkabinett

„Es war im alten Nürnberg. Ich war auf der Reise und hatte etwas Eile. Wir mochten um Anfang Oktober sein. Auf dem Marktplatz war ein großer Jahrmarkt aufgeschlagen, eine »Dult«, wie dort die Leute sagen. Es war schon gegen Abend und bei der vorgerückten Jahreszeit schon etwas dunkel. Trotzdem war der Verkehr zwischen den Buden noch ziemlich rege. Nach Abschluß meiner Geschäfte führte mich mein Weg über den Marktplatz, und ich war eben im Begriff, nach Hause zu gehen, als ich auf einer der Schaubuden, vor der zu meiner Verwunderung kein Ausschreier stand, die Überschrift: »Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi« las. – Ich bin von Haus aus allen religiös-theatralischen Vorstellungen abgeneigt und wollte mich mit Abscheu von der Idee abwenden, einen so heiligen Stoff mitten in diesem Jahrmarktsgetriebe fest, plastisch oder beweglich, mit Drahtpuppen, gemalt, geformt, geschnitzt oder gar tragiert dargestellt zu sehen. Gleich darauf kamen aber in meinem Kopf Schlagwörter wie »Nürnberg«, – »Spielwaren«, – »Puppen«, – »Figuren auf Lebkuchen« zum Vorschein. Ich erinnerte mich des großen Rufes, den die Nürnberger Arbeiten der Art genießen, und mehr aus Interesse für den mechanischen Apparat, mehr aus Neugier für die Marionettenkünste kehrte ich um und schritt auf die Bude zu. – »Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi« las ich noch einmal auf der gemalten Überschrift.

Nur einzelne Leute standen vor der sehr primitiv gehaltenen Baracke. Und diese gafften, wie das so Brauch ist. Der Preis schien mir etwas höher als bei den anderen künstlerischen Veranstaltungen. Ich trat ein. Ein segeltuchüberspannter, mit Lampen etwas düster beleuchteter Raum, in dem sich ein Dutzend Menschen beiderlei Geschlechts und aus allen Ständen des Volkes befand. »Sie kommen gerade recht«, sprach mich der Budenbesitzer, der ein Sachse war, an, »soeben beginnt die Vorstellung.« Im Hintergrund der Bude, in den alles erwartungsvoll blickte, befand sich ein erhöhtes Gerüst, eine Art Bühne, die aber geschlossen war. Doch sah man an den durchschimmernden Lampen, daß sich dort etwas vorbereitete. Und eben, als der Budenbesitzer die Worte gesprochen hatte, ging der Vorhang auf, und alles drängte nun vor bis zur Rampe.”

 

Oskar Panizza (12 november 1853 – 28 september 1921)

 


De Nederlandse dichter
Jacobus Bellamy werd geboren in Vlissingen op 12 november 1757. Zie ook mijn blog van 12 november 2008 en ook mijn blog van 12 november 2010

 

De dood

Gelijk een man, die van verlangen gloeit,
om bij zijn vriend te zijn,
Die op het land, aan de andre zij des meirs,
zijn stille woonplaats heeft;
op ‘t zien der zee, die hevig bruist en woedt,
Een koude sidd’ring voelt;
zijn angstig oog ziet starend op het schip,
dat sling’rend rijst en daalt;
De stormwind giert en snort door ‘t hoge tuig
en beukt het dond’rend zeil;
De stuurman wenkt – de man verwint zijn schrik,
Hij denkt aan zijne vriend,
en stapt gerust in ‘t worstelende schip,
En steekt naar de and’re zij!

Zo zal ik ook, wanneer de koude hand
des doods, mijn boezem drukt,
een lichte schrik gevoelen in mijn ziel
doch, die verdwijnen zal,
In Jezus onze vriend.

 

De Liefde

Wanneer vertoont de Liefde
Zich op het allerschoonste,
In ’t hijgende verlangen,
Of na het gul genieten? –
Wij smaakten het genot reeds
In de armen der verbeelding,
Wanneer wij nog verlangen.
Maar, na het vrij genieten,
Wanneer, door al de vreugde,
De snaren der verbeelding
Geheel zijn overspannen,
Dan heerst in onze ziele
Een sombere verwarring.
Dan geeft het droevig denkbeeld:
Wij hebben reeds genoten!
Der ziele een matte houding.
Maar, geeft een blik der hope
Weer leven aan ’t verlangen,
Dan leeft de ziel, en schept zich,
Uit loutre hersenschimmen,
Wel duizend vreugdebeelden.

Jacobus Bellamy (12 november 1757 – 11 maart 1786)

Plaquette aan zijn geboortehuis in Vlissingen