Hans Fallada, Brigitte Reimann, Anton Schnack, Matthew Prior

De Duitse schrijver Hans Fallada (eig. Rudolf Ditzen) werd geboren in Greifswald op 21 juli 1893 als de zoon van een jurist. Zie ook mijn blog van 21 juli 2007 en ook mijn blog van 21 juli 2008 en ook mijn blog van 21 juli 2009. en ook mijn blog van 21 juli 2010

 

Uit: Bauern, Bonzen und Bomben

„Ecke Calvin- und Propstenstraße stoßen die Gärten vom Engroskaufmann Manzow und dem Produktenhändler Meisel zusammen. Beide sind demokratische Stadtverordnete. Manzow sogar – infolge eines Abkommens mit der SPD – Stadtverordnetenvorsteher, während Meisel der Hansdampf in allen Gassen ist, das kommunale Nachrichtenbüro von Altholm.
Es ist ein schöner Julivormittag, nicht zu warm, ein kühler Wind geht von der See und frischt die Sonne auf, bewegt die Blätter des Gartens, in dem Manzow sich ergeht. Er ist eben aus dem Bett gekrochen, hat eine Kanne schwarzen Kaffee getrunken und versucht jetzt, mit viel Priem den Geschmack von der gestrigen Sauferei aus dem Munde zu kriegen.
Manzow hat in Altholm zwei Spitznamen: »der weiße Neger « und »der Kinderfreund«. Weißer Neger wegen seines Gesichtes, das mit den aufgeworfenen Lippen, der fliehenden Stirn, dem krausen schwarzen Haar viel Negerhaftes hat, Kinderfreund darum, weil …
Gewohnheitsmäßig späht er über die Zäune in die Nachbargärten, trotzdem er weiß, daß die Mütter ihren Kindern streng verboten haben, im Garten ihr Geschäftchen zu verrichten, überhaupt in die Nähe des Manzowschen Zaunes zu kommen. Es könnte doch mal sein, daß so eine süße kleine Krabbe von acht oder zehn Jahren …
Es ist aber nur der Fraktionskollege Meisel, Herr über ein vierstöckiges Lagerhaus und siebzig Lumpensammler, den er erblickt.
»Morgen, Franz.«
»Morgen, Emil.«
»Gestern noch lange geblieben?«
»Bis fünf. Irgend so ein dämlicher Stadtpolizist wollte um drei Polizeistunde bieten. Ich hab ihm was gepfiffen.«

Hans Fallada (21 juli 1893 – 5 februari 1947)

 

De schrijfster Brigitte Reimann werd op 21 juli 1933 vlakbij Maagdenburg geboren en groeide op in de DDR. Zie ook mijn blog van 21 juli 2007 en ook mijn blog van 21 juli 2008.en ook mijn blog van 21 juli 2009 en ook mijn blog van 21 juli 2010

 

Uit: Jede Sorte von Glück

„Mahlow, 10. 1. [70]
Meine lieben Eltern, seit gestern bin ich also hier (der Verlag hat mir einen Wagen geschickt), und vorläufig fühle ich mich todunglücklich und komme mir wie eine Witwe vor. Schon wenn man gefragt wird, wer im Notfall zu verständigen ist … Da fällt einem wieder ein, daß man keinen Mann mehr hat. Ich habe eure Adresse angegeben.
Na, vielleicht werde ich mich nach ein paar Tagen eingewöhnen. Aber wenn es mir zu öde ist, oder wenn ich die strenge Ordnung nicht mehr ertragen kann, dann reiße ich aus, mit oder ohne Genehmigung des Arztes. Ich bin einfach kein Kur-Mensch, viel zu ungeduldig, und überhaupt ist Arbeit die beste Medizin. Zeit zur Arbeit ist hier ja auch, aber so ohne eine einzige Zigarette – um Gotteswillen! Die passen auf wie die Schießhunde, und ich fühle mich schon richtig krank […].
Und ausgerechnet an dem Tag, als das Telegramm von Mahlow kam, habe ich einen Auftrag vom »Sonntag« angenommen, über Prof. Henselmann zu schreiben. Am 20. 1. muß ich abliefern. Aber erstmal schreiben …Seid froh, daß ihr nie Raucher wart – ohne Spaß: es ist eine richtige harte Strafe, wenn einem von einem Tag zum anderen die Zigaretten entzogen werden. Außerdem habe ich natürlich wieder die ganze Nacht von Jon geträumt. Heute nachmittag gehe ich mal ein bißchen spazieren.
Der Wald hier ringsum ist wirklich sehr schön. Vielleicht kommt Christa Wolf heute noch vorbei (sie wohnt ja ziemlich in der Nähe, in Kleinmachnow); sie sagte gestern abend am Telefon, die ersten Tage in der Klinik wären ihr auch immer sehr schwer gefallen. Na also, und das ist eine so vernünftige und ruhige Frau, die nicht so leicht heult wie eure Tochter. Die Leute hier sind sehr nett – ich meine die Schwestern und der Stationsarzt […].“

 

Brigitte Reimann (21 juli 1939 – 20 februari 1973)

In 1962

 

De Duitse dichter en schrijver Anton Schnack werd geboren op 21 juli 1892 in Rieneck. Zie ook mijn blog van 21 juli 2009 en ook mijn blog van 21 juli 2010

 

Was traurig macht (fragment)

Weinende Kinder machen traurig.

Eine kleine, schillernde Vogelleiche in einer Gartenecke finden,

Über die ein früher Herbst gefallen ist.

Überhaupt der Herbst macht traurig. So, wenn sich der Schritt eines geliebten

und feinen Menschen in der grauen Regennacht verliert.

Und wochenlang wird man wieder allein sein.

Ein altes Schloß , das niemand bewohnt. Von den Wänden fällt der Stuck;

und in einem morschen Fensterholz

fast unlesbare Schriftzeichen lesen: “Ich liebe dich, Aißee!”

Nach Jahren einen Brief des toten Vaters finden.

Was steht da? “daß du das getan hast, mein Sohn, hat mir viele

schlaflose Nächte gebracht.” Was war es nur?

Schulden, ein schlechtes Zeugnis, eine verworrene Liebesgeschichte,

eine Lüge, ein dummer Bubenstreich?

Ach, das Gedächtnis weiß es nicht mehr,

aber der Vater hat darunter gelitten.

Ein zoologischer Garten. Die Unruhe des Tigers macht traurig.

Immer auf und ab an der Barriere der eisernen Gitterstäbe.

Sein funkelndes Auge, sein furchtbarer Zorn,

sein schmerzlicher Tierschrei, die bodenlose Ohnmacht seiner Pranken,

sein irrsinniger Kreislauf: unbeschreiblich macht dies traurig.

 

Anton Schnack ( 21 juli 1892 – 26 september 1973)

 

De Engelse schrijver en diplomaat Matthew Prior werd geboren in Wimborne Minster, East Dorset, op 21 juli 1664. Zie ook mijn blog van 21 juli 2009 en ook mijn blog van 21 juli 2010

 

A Simile

Dear Thomas, didst thou never pop
Thy head into a tin-man’s shop?
There, Thomas, didst thou never see
(‘Tis but by way of simile)
A squirrel spend his little rage
In jumping round a rolling cage?
The cage, as either side turn’d up,
Striking a ring of bells a-top?–

Mov’d in the orb, pleas’d with the chimes,
The foolish creature thinks he climbs:
But here or there, turn wood or wire,
He never gets two inches higher.

So fares it with those merry blades,
That frisk it under Pindus’ shades.
In noble songs, and lofty odes,
They tread on stars, and talk with gods;
Still dancing in an airy round,
Still pleas’d with their own verses’ sound;
Brought back, how fast soe’er they go,
Always aspiring, always low.


Matthew Prior (21 juli 1664 – 18 september 1721)

Portret door Simon Belle