Franz Kafka, Tom Stoppard, Joanne Harris, Andreas Burnier, David Barry

De Duitstalige schrijver Franz Kafka werd geboren op 3 juli 1883 in Praag, toen een stad gelegen in de dubbelmonarchie Oostenrijk-Hongarije. Zie ook mijn blog van 3 juli 2010 en eveneens alle tags voor Franz Kafka op dit blog.

 

Uit: Das Urteil

“Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.

Er dachte darüber nach, wie dieser Freund, mit seinem Fortkommen zu Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Rußland sich förmlich geflüchtet hatte. Nun betrieb er ein Geschäft in Petersburg, das anfangs sich sehr gut angelassen hatte, seit langem aber schon zu stocken schien, wie der Freund bei seinen immer seltener werdenden Besuchen klagte. So arbeitete er sich in der Fremde nutzlos ab, der fremdartige Vollbart verdeckte nur schlecht das seit den Kinderjahren wohlbekannte Gesicht, dessen gelbe Hautfarbe auf eine sich entwickelnde Krankheit hinzudeuten schien. Wie er erzählte, hatte er keine rechte Verbindung mit der dortigen Kolonie seiner Landsleute, aber auch fast keinen gesellschaftlichen Verkehr mit einheimischen Familien und richtete sich so für ein endgültiges Junggesellentum ein.

Was wollte man einem solchen Manne schreiben, der sich offenbar verrannt hatte, den man bedauern, dem man aber nicht helfen konnte. Sollte man ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen, seine Existenz hierher zu verlegen, alle die alten freundschaftlichen Beziehungen wieder aufzunehmen – wofür ja kein Hindernis bestand – und im übrigen auf die Hilfe der Freunde zu vertrauen?”

 


Franz Kafka (3 juli 1883 – 3 juni 1924
)

Kafka in de jaren 1910

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Christopher Kloeble, Gerard den Brabander, Dorota Masłowska, Günter Bruno Fuchs

De Duitse schrijver Christopher Kloeble werd op 3 juli 1982 geboren in München. Zie ook mijn blog van 8 juli 2009 en ook mijn blog van 3 juli 2010

Uit: Wenn es klopft (Vierundachtzig Schritte)

„Ich spreche ein Gebet in ihren Kopf. Das wird sie hören, solange ich es nur ernst genug meine, so ernst wie ein Kind, das nach seiner Mutter verlangt. Und genau das bin ich wieder, wenn ich auf diese Weise mit ihr spreche, ich bin zehn Jahre alt, und die Sonne versteckt sich vor mir.

Bis neunzehnhundertdreiundneunzig hatte der Sonnenaufgang noch seinen eigenen Klang. In den Stunden davor verschwand Segendorf, unser Ort, für einen, der es hören wollte, in der Nacht – abgesehen von dem Hof an der Ludwigstraße, auf dem ich mit meinen Eltern lebte, die sich frühestens um Mitternacht die Kehlen heiser schrien. Keine Tür, keine Wand war dick genug, wurde ich davon geweckt, war an Einschlafen nicht mehr zu denken, und trotzdem drückte ich oft das Kissen auf meine Ohren, schloss die Augen und atmete langsam und tief, wie man eben atmet, wenn man einschlafen will.

Weder wusste ich noch interessierte mich, worüber sie stritten, außerdem konnte ich sie kaum verstehen, ihre Worte blieben auf dem Weg zu mir an Balken und Dielen hängen, nur Laute drangen zu mir durch, so lange, bis ich mich irgendwann in die Bettdecke wickelte und zum Beten vor dem Fenster Platz nahm, das in Richtung der Berge zeigte, hinter denen sich die Sonne versteckte.

Manchmal ließ sie sich lange bitten. Mit den ersten Sonnenstrahlen wurden meine Eltern dann leiser, bis ich sie gar nicht mehr hören konnte, und obwohl das Dorf jetzt aufwachte, Kühe blökten und Traktoren losknatterten, war das ein eigenartig beruhigender Klang, der mich noch etwas schlafen ließ, bevor ich zur Schule musste“

Christopher Kloeble (München, 3 juli 1982)

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Ferdinand Kürnberger, David Benioff, Ramón Gómez de la Serna, Francis Carco, Edward Young

De Oostenrijkse schrijver Ferdinand Kürnberger werd op 3 juli 1821 in Wenen geboren. Zie ook mijn blog van 3 juli 2007 enook mijn blog van 3 juli 2009 en ook mijn blog van 3 juli 2010

 

Uit: Der Dichter des »Don Juan«

„Auf dem Gracht zu Amsterdam stand noch vor wenigen Jahren ein kleines, baufälliges Häuschen, das Eigentum einer alten Höckerin, welche mit Heringen handelte. Die Höckerin war die Witwe eines Ewerführers, welcher eines Tages das Unglück hatte, mit einer unvorsichtigen Wendung seines Kopfes unter ein von Pferden gezogenes Schiffsseil zu geraten, bei welcher Gelegenheit das Seil ihm den Kopf vom Rumpfe riß. Der Ewerführer aber war der Sohn eines Schneiders und der Majoratserbe des besagten baufälligen Häuschens.

Das Häuschen hatte nur drei schmale Fensterchen Front und zwei sogenannte Gestöcke, welche aber so niedrig waren, daß sie beide zusammen nicht die Höhe der Beletage des nebenstehenden Kaufmannhauses erreichten. Es war ein »Fachbau«, d. h. die gemauerten Wände mit Balken durchschossen, deren Lagen und Widerlagen, gleichlaufende Linien und schiefe Einsätze allerlei geometrische Figuren bildeten oder vielmehr gebildet hatten, denn diese schönen Zeiten waren längst dahin. Die Balken hatten sich »geschwungen« und ihre ursprünglichen Lagen mehr oder minder verändert, wodurch das darauf und dazwischen liegende Mauerwerk genötigt worden, mit Hilfe verschiedener Risse sich gleichfalls in allerlei neue Fugen zu bequemen. Die Fensterchen der beiden Geschosse standen, wie chinesische Augen, schief gegeneinander, das Mauerwerk zwischen ihnen hatte sich, wie eine geschwollene Backe, sanft nach auswärts gebogen und das Dach war eingesunken. Am traurigsten aber sah das Erdgeschoß aus. Hier hatte zu dem Alter des Hauses die aus dem Boden aufdringende Feuchtigkeit noch mitgewirkt und das Erdgeschoß war kurzweg verschwunden. Es war hinweggefault. Ein sinnverwirrendes Chaos von Balken und Sparren hatte man nach und nach als Stützen untergeschoben und die Stützen wieder gestützt – und mitten in diesem Flickwerk saß die Höckerin mit ihren Heringen.

Ich weiß nicht, ob dieses malerische Trümmerwerk mitten in einer großstädtischen Straße die Zärtlichkeit der Künstler gewonnen und irgendwo als hochbezahltes Kabinettstück den unsterblichen Trödel der Holländer vermehren hilft. Das aber weiß ich, daß viele Reisende vor der Ruine stehen blieben und sie mit bewundernden Blicken anstaunten.“

 

Ferdinand Kürnberger (3 juli 1821 – 14 oktober 1879)

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