Jens Wonneberger, Klaus Modick, Tatjana Tolstaja, Agnès Desarthe

De Duitse schrijver Jens Wonneberger werd in Großröhrsdorf geboren op 3 mei 1960. Zie ook mijn blog van 3 mei 2007en ook mijn blog van 3 mei 2008 en ook mijn blog van 3 mei 2009 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

 

Uit:Der Kohlenhändler

 

“Er könne sich keine besseren Briketts vorstellen als seine Lungen, habe der Kohlenhändler einmal gesagt, erinnerte sich eine der Frauen, bei seiner Feuerbestattung, habe der Kohlenhändler gesagt, könne man sich jede Zufeuerung sparen. Es sei völlig unverständlich, dass man den Kohlenhändler beerdigt habe, waren sich die drei Frauen einig, schließlich habe man den Wunsch eines Verstorbenen, also auch des verstorbenen Kohlenhändlers, zu respektieren. Was denn nun werden solle, haben sich die alten Frauen immer wieder gefragt, nun, da der Kohlenhändler tot sei, nie habe man daran gedacht, dass der Kohlenhändler eines Tages tot sein könnte. Schließlich sei er nie krank gewesen, solange man denken könne habe der Kohlenhändler des Kohlenhändlers Aufgabe zur Zufriedenheit aller erfüllt, wie schon vorher der Vater des Kohlenhändlers, ja es sei nicht auszuschließen, erwogen die Frauen, dass der Karren mit den eisenbeschlagenen Rädern sogar schon dessen Vater treue Dienste geleistet habe. Nun aber sei durch den plötzlichen Tod des Kohlenhändlers der gesamte Kohlenhandel von einem Tag auf den anderen zusammengebrochen. Auch als der Sarg endlich in der Grube war sei die Erinnerung an den Kohlenhändler keineswegs erloschen, denn als die Erde auf den Sarg polterte, habe man sich sofort und unweigerlich an das Leeren der Kohlensäcke erinnert gefühlt. Der Kohlenhändler habe die Säcke über der Schütte geleert, der Kohlenhändler habe sich dabei umgesehen und in das Grollen der Kohlen hinein zu den Frauen gesprochen.”

 

 

Jens Wonneberger (Großröhrsdorf, 3 mei 1960)

 

De Duitse schrijver Klaus Modick werd geboren in Oldenburg op 3 mei 1951. Zie ook mijn blog van 3 mei 2007en ook mijn blog van 3 mei 2008 en ook mijn blog van 3 mei 2009 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

 

Uit: Vierundzwanzig Türen

 

1. Dezember
Adventskalender sind ja so was von megaout, befand Miriam, verzog dabei das Gesicht zu einer Grimasse aus Abscheu und Verachtung und stülpte sich wieder den Kopfhörer ihres Walkman über die Ohren. Geräuschbrei flirrte durch den Raum, BeatlesRecycling der Gruppe Oasis der dritte Aufguß. Uncool sind die!
Schrei nicht so, sagte ich. Wir sind doch nicht schwerhörig.
Was hast du gesagt? Sie lüftete überm linken Ohr den Kopfhörer.
Daß du nicht so brüllen sollst.
Muß ich doch. Sie ließ den Kopfhörer wieder ans Ohr flappen. Sonst versteh ich nicht, was ich sage.
Auch gut, sagte Stacy, dann gibt’s dies Jahr wenigstens keinen Streit, wer die Türchen aufmachen darf. Sie nickte Laura aufmunternd zu. Du kannst jetzt Nummer Eins aufklappen.
Doch Laura zog die Nase kraus, dachte also intensiv nach, und ließ wie abwägend noch etwas von dem an der Kerze herunter gelaufenen und erstarrten Wachsstrang in die Flamme tropfen. Dann schaute sie zweifelnd zu ihrer großen Schwester hinüber, legte sogar die glatte Stirn in grüblerische Falten und sagte schließlich entschlossen: Nö.
Was heißt denn hier nö? Sollen Mama und ich etwa die Türchen aufmachen?

Von mir aus, sagte Laura, mehr melancholisch als patzig, und hielt ein Zweigende des Adventskranzes in die Kerzenflamme. Es prasselte und zischte und roch nach meiner eigenen Kindheit. Möglich, daß mich mit knapp fünfzehn, in Miriams Alter also, Adventskalender auch nicht mehr so recht vom Hocker gerissen hatten. Aber mit dreizehn? Mit den zarten dreizehn meiner kleinen Laura?“

 

 

Klaus Modick (Oldenburg, 3 mei 1951)

 

 

 

De Russische schrijfster Tatjana Tolstaja werd geboren op 3 mei 1951 in Leningrad. Zie ook mijn blog van 3 mei 2007en ook mijn blog van 3 mei 2008 en ook mijn blog van 3 mei 2009 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

 

Uit: See the other side

 

„A hot day in May in Ravenna, the small Italian city where Dante is buried. Once upon a time—right at the start of the fifth century A.D.—the Emperor Honorius transferred the capital of the Western Roman Empire to this city. There was a port here then, but the sea has since receded, and in its place are swamps, roses, dust, and vineyards. Ravenna is famous for its mosaics; hordes of tourists move from one church to another, craning their necks to glimpse the dim lustre of tiny multicolored smalti high up under dusky vaults. It is possible to make out something in those vaults, but not very much. The glossy postcards, though terribly bright, flat, and cheap-looking, will give you a better view.

I’m suffocating and hot. I’m depressed. My father died, and I loved him so much! Once, long, long ago, almost forty years back, he passed through Ravenna and sent me a postcard of one of these famous mosaics. On the back—in pencil, for some reason; he must have been in a hurry—he wrote, “Sweetheart! I have never seen anything so sublime (see the other side) in my life! Makes you want to cry! Oh, if only you were here! Your Father!”

Each sentence ends with a silly exclamation point—he was young, he was cheerful, maybe he’d had a glass of wine. I can see him with his felt hat cocked in the manner of the late fifties, a cigarette between his white teeth—which were still his own then—beads of sweat on his forehead. Tall, slim, handsome: his eyes shine happily behind the glass circles of his spectacles.…“

 

 

Tatjana Tolstaja (Leningrad, 3 mei 1951)

 

 

De Franse dichteres en schrijfster Agnès Desarthe werd geboren op 3 mei 1966 in Parijs. Zie ook mijn blog van 3 mei 2007en ook mijn blog van 3 mei 2008 en ook mijn blog van 3 mei 2009 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

Uit: Mangez-moi

„Nous avons terminé un peu avant minuit. Mes paupières se craquellent au contact des iris. Je rêve d’une chambre. Une chambre simple, carrée, avec juste un lit et deux tables de chevet, des draps, une couverture, un couvre-lit en crochet ; Je rêve d’une salle d’eau, douche ou bain, ça m’est égal, entièrement carrelée, avec un lavabo en faïence.J’aurais aussi une petite penderie où ranger mes vêtements ; pour l’instant ils sont roulés en boule dans une valise glissée derrière le bar. Mes habits ne sentent jamais la lessive. Même propre, il sentent Chez moi. Cela fait six ans que je n’ai plus de maison. A Santo Salto, c’était pareil, la précarité permanente. A l’arrivée d’un nouveau, d’une nouvelle, il fallait déménager dare-dare et s’installer dans la caravane d’une copine, laisser la place.

(…)

Mon restaurant sera petit et pas cher. je n’aime pas les chichis. Il s’appellera Chez moi, carj’y dormirai aussi ; je n’ai pas assez d’argent pour payer le bail et un loyer. On y mangera toutes les recettes quej’ai inventées, celles quej’ai transformées, celles quej’ai déduites. Il n’y aura pas de musique – je suis trop émotive – et les ampoules qui pendront du plafond seront orangées.J’ai déjà acheté un réfrigérateur géant avenue de la République. Ils m’ont promis un four et une table de cuisson bon marché. ‘C’ est pas grave si c’est rayé ? – Pas grave du tout ! Je suis moi-même assez rayée.’ Le marchand ne rit pas. Il ne sourit pas. Les hommes n’aiment pas les femmes qui se dévaluent.”

    

Agnès Desarthe (Parijs, 3 mei 1966)