Roberto Bolaño, Harper Lee, Karl Kraus, Nezahualcóyotl, Auguste Barbier

De Chileense schrijver Roberto Bolaño werd geboren op 28 april 1953 in Santiago de Chile. Zie ook mijn blog van 28 april 2009 en ook mijn blog van 28 april 2010.

 

Uit: 2666 (Vertaald door Christina Hansen)

 

Die Tote lag auf einer kleinen Brache in der Siedlung Las Flores. Sie trug ein weißes, langärmliges Hemd und einen gelben, knielangen Rock höherer Konfektionsgröße. Spielende Kinder hatten sie gefunden und ihre Eltern benachrichtigt. Eine der Mütter verständigte die Polizei, die eine halbe Stunde später eintraf. Die Brache grenzte an die Straßen Peláez und Hermanos Chacón und reichte bis zu einem Abwassergraben, hinter dem sich die Mauern einer verlassenen und schon verfallenen Molkerei erhoben. Die Straße war menschenleer, weshalb die Polizisten zuerst dachten, jemand habe sich einen Scherz erlaubt. Dennoch parkten sie ihren Streifenwagen in der Calle Peláez, und einer der Beamten sah sich auf der Brachfläche um. Nach kurzer Zeit entdeckte er zwei Frauen, die mit verhüllten Köpfen betend zwischen den Sträuchern knieten. Von weitem sahen sie aus wie alte Frauen, aber das täuschte. Vor ihnen lag die Leiche. Ohne sie zu stören, machte der Polizist auf demselben Weg kehrt und winkte seinen Kollegen heran, der rauchend im Wagen auf ihn wartete. Dann gingen beide (der aus dem Auto mit gezückter Pistole) wieder zurück zu den Frauen, blieben neben ihnen stehen und betrachteten die Leiche. Der mit der gezückten Pistole fragte, ob sie die Tote kennen würden. Nein, Señor, sagte die eine. Wir haben sie noch nie gesehen. Die ist nicht von hier.
Das geschah 1993. Januar 1993. Seit diesem Vorfall begann man, die Frauenmorde zu zählen. Vermutlich hatte es schon vorher Morde gegeben. Die erste Tote hieß Esperanza Gómez Saldaña und war dreizehn Jahre alt. Vermutlich war sie nicht die Erste. Vielleicht aus Bequemlichkeit, weil sie das erste Mordopfer des Jahres 1993 war, führt sie die Liste an.“

 

 

Roberto Bolaño (28 april 1953 – 15 juli 2003)

 

De Amerikaans schrijfster Nelle Harper Lee werd geboren in Monroeville op 28 april 1926. Zie ookmijn blog van 28 april 2009 en ook mijn blog van 28 april 2010.

 

Uit: To Kill a Mockingbird

 

„When my father was admitted to the bar, he returned to Maycomb and began his practice. Maycomb, some twenty miles east of Finch’s Landing, was the county seat of Maycomb County. Atticus’s office in the courthouse contained little more than a hat rack, a spittoon, a checkerboard and an unsullied Code of Alabama. His first two clients were the last two persons hanged in the Maycomb County jail. Atticus had urged them to accept the state’s generosity in allowing them to plead Guilty to second-degree murder and escape with their lives, but they were Haverfords, in Maycomb County a name synonymous with jackass. The Haverfords had dispatched Maycomb’s leading blacksmith in a misunderstanding arising from the alleged wrongful detention of a mare, were imprudent enough to do it in the presence of three witnesses, and insisted that the-son-of-a-bitch-had-it-coming-to-him was a good enough defense for anybody. They persisted in pleading Not Guilty to first-degree murder, so there was nothing much Atticus could do for his clients except be present at their departure, an occasion that was probably the beginning of my father’s profound distaste for the practice of criminal law.

During his first five years in Maycomb, Atticus practiced economy more than anything; for several years thereafter he invested his earnings in his brother’s education. John Hale Finch was ten years younger than my father, and chose to study medicine at a time when cotton was not worth growing; but after getting Uncle Jack started, Atticus derived a reasonable income from the law. He liked Maycomb, he was Maycomb County born and bred; he knew his people, they knew him, and because of Simon Finch’s industry, Atticus was related by blood or marriage to nearly every family in the town.“

 

 

Harper Lee (Monroeville, 28 april 1926)

 

De Joods-Oostenrijkse dichter, schrijver en journalist Karl Kraus werd geboren in Jičin, Bohemen, Oostenrijk-Hongarije (thans Tsjechië) op 28 april 1874. Zie ook mijn blog van 28 april 2007 en ook mijn blog van 28 april 2008 en ook mijn blog van 28 april 2009 en ook mijn blog van 28 april 2010.

 

Es werde Licht

 

Bin so viel Jahre schon und Nacht

für Nacht in einem Unterstand gesessen.

Und habe dennoch nicht vergessen,

daß Gott der Herr den Tag gemacht.

 

Ihr aber habt geschlafen unterdessen.

Ich aber habe nur gewacht,

und hab’ darüber nachgedacht,

daß ihr geschaffen wurdet, um zu essen.

 

Wir werden niemals mehr zusammenkommen,

ich unten, ihr am sichern Herde.

Ich bin verdammt und ihr, ihr seid die Frommen.

 

Und steig’ ich auf, und ihr seid auf der Erde,

so bleibt uns die Verständigung genommen.

Ihr lobet Gott; ich weiß, wie Licht es werde.

 

Auferstehung

 

Mein Haupt war Flamme, dem beschwingten Schritt

entstiebten Funken, als ich von dir eilte.

Ich riß mir die Minute mit,

wo uns die Ewigkeit verweilte!

 

So ist das alte Wunder wieder wahr.

Es half ein Gott die Endlichkeit besiegen.

So ist ein müdes Menschenpaar

zu jungen Tagen aufgestiegen!

 

Mit beiden Händen trag’ ich zitternd mir

dein Herz, das die Vergänglichkeit umfangen.

So werde ich zu dir gelangen!

So bin ich auf dem Weg zu mir!

 

 

Sonnenthal

 

Faßt Mut zum Schmerz, daß seine Thräne nicht mehr fließt

und dieser große Chor der Jugendbühne stumm ist:

Die Glocke, die Charlotte Wolter hieß;

der Hammer, der mit Lewinskys Rede das Gewissen schlug;

und einer Brandung gleich die Stimme des Zyklopen Gabillon;

Zerlinens Flüstern; und Mitterwurzers Wildstroms Gurgellaune;

eine Tanne im Wintersturm jedoch war Baumeisters Ruf;

und schwebend, eine Lerche, stieg des jungen Hartmann Ton,

vermählt dem warmen Entenmutterlaut Helenens;

und Hagel, der durch schwülen Sommer prasselt, Krastels Sang;

und edlen Herbstes Röcheln Roberts Stimme;

und Sonnenthals: die große Orgel, die das harte Leben löst.

Und all der Sänger Stimme und Manier,

die noch verstimmt, von solchem Geiste war,

daß sie bewahrt sei gegen alles Gleichmaß,

womit die Narren der Szene und der Zeit

die lauten Schellen schlagen.

 

 

Karl Kraus (28 april 1874 – 12 juni 1936

Foto van Trude Fleischmann

 

 

 

De Meso-Amerikaanse dichter en filosoof Nezahualcóyotlwerd geboren in Texcoco op 28 april 1402. Zie ook mijn blog van 28 april 2008 en ook mijn blog van 28 april 2009 en ook mijn blog van 28 april 2010.
 

THE FLOWER TREE

 

Begin the song in pleasure, singer, enjoy, give pleasure to all, even to Life Giver. Yyeo ayahui ohuaya.

Delight, for Life Giver adorns us. All the flower bracelets, your flowers, are dancing. Our songs are strewn in this jewel house, this golden house. The Flower Tree grow and shakes, already it scatters. The quetzal breathes honey, the golden quéchol breathes honey. Ohuaya ohuaya.

You have transformed into a Flower Tree, you have emerged, you bend and scatter. You have appeared before God’s face as multi-colored flowers. Ohuaya ohuaya.

Live here on earth, blossom! As you move and shake, flowers fall. My flowers are eternal, my songs are forever: I raise them: I, a singer. I scatter them, I spill them, the flowers become gold: they are carried inside the golden place. Ohuaya ohuyaya.

Flowers of raven, flowers you scatter, you let them fall in the house of flowers. Ohuaya ohuyaya.

Ah, yes: I am happy, I prince NezahualCóyotl, gathering jewels, wide plumes of quetzal, I contemplate the faces of jades: they are the princes! I gaze into the faces of Eagles and Jaguars, and behold the faces of jades and jewels! Ohuaya ohuyaya.

We will pass away. I, NezahualCóyotl, say, Enjoy! Do we really live on earth? Ohuaya ohuaya!

Not forever on earth, only a brief time here! Even jades fracture; even gold ruptures, even quetzal plumes tear: Not forever on earth: only a brief time here! Ohuaya ohuaya!

 

 

Vertaald door John Curl

 

 

Nezahualcóyotl (28 april 1402 – 4 juni 1472)

 

 

 

De Franse dichter Auguste Barbier werd geboren op 28 april 1805 in Parijs.Zie ook mijn blog van 28 april 2008 en ook mijn blog van 28 april 2009en ook mijn blog van 28 april 2010.

La curée

II

Quant à tous ces beaux fils aux tricolores flammes,
Au beau linge, au frac élégant,
Ces hommes en corset, ces visages de femmes,
Héros du boulevard de Gand,
Que faisaient-ils, tandis qu’à travers la mitraille,
Et sous le sabre détesté,
La grande populace et la sainte canaille
Se ruaient à l’immortalité ?
Tandis que tout Paris se jonchait de merveilles,
Ces messieurs tremblaient dans leur peau,
Pâles, suant la peur, et la main aux oreilles,
Accroupis derrière un rideau.

III
C’est que la Liberté n’est pas une comtesse
Du noble faubourg Saint-Germain,
Une femme qu’un cri fait tomber en faiblesse,
Qui met du blanc et du carmin
C’est une forte femme aux puissantes mamelles,
À la voix rauque, aux durs appas,
Qui, du brun sur la peau, du feu dans les prunelles,
Agile et marchant à grands pas,
Se plaît aux cris du peuple, aux sanglantes mêlées,
Aux longs roulements des tambours,
À l’odeur de la poudre, aux lointaines volées
Des cloches et des canons sourds ;
Qui ne prend ses amours que dans la populace,
Qui ne prête son large flanc
Qu’à des gens forts comme elle, et qui veut qu’on l’embrasse
Avec des bras rouges de sang.

 

Auguste Barbier (28 april 1805 – 14 februari 1882)

Profiel doorPierre Jean David d’Angers

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 28e april ook mijn vorige blog van vandaag.