Lieve Joris, Laurence Yep, Allard Schröder, Dieter Forte, Peter O. Chotjewitz, Thomas Graftdijk

De Vlaamse schrijfster Lieve Joris werd geboren op 14 juni 1953 in Neerpelt. Zie ook mijn blog van 14 juni 2007 en ook mijn blog van 14 juni 2008 en ook mijn blog van 14 juni 2009.

Uit:Der Tanz des Leoparden (Vertaald door Barbara Heller)

Ich habe zu lange gezögert. Auf dem Flughafen von Zaventem sehe ich im Fernsehen Kabilas Kindersoldaten in Kinshasa einmarschieren. Gummistiefel, Plastikschlappen, staubiges Kraushaar – die Kinois jubeln, geben ihnen Wasser zu trinken. Da hätte ich dabeisein, da hätte ich in der Menge stehen müssen!
Den ganzen Flug über nagt der Ärger an mir. Seit ich vor elf Jahren in Zaire war, wusste ich, daß ich wiederkommen würde. Ich war noch nicht fertig mit dem Kongo. Aber ich hatte Angst. Die letzten Jahre der Mobutu-Ära: In seinem Todeskampf wurde der alte Leopard immer gerissener. Er bezahlte seine Soldaten nicht mehr und ließ sie wie hungrige Wölfe auf sein Volk los. Nicht mit ihm da oben sollten sie sich befassen, sondern mit ihresgleichen da unten. Reisende berichteten, daß ihnen im Flugzeug der Paß abgenommen wurde und sie den Zollbeamten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren. Mit allem Gepäck aus dem Flughafen herauszukommen war schier unmöglich. Und dann ging es erst richtig los! »Du musst einen Bodyguard anheuern, dann schaffst du’s vielleicht …« Wie sollte das erst im Landesinneren werden?
Dann begann der Krieg, anfangs nur ein Ausläufer des Krieges in Ruanda, wie es schien. Hutu, die im Osten Zaires von Tutsi verfolgt wurden – das erinnerte mich zu sehr an Israel und den Libanon; nie wieder wollte ich in solch einen gordischen Knoten hineingeraten. Kabila erschien auf der Bildfläche. Vorrückende Truppen, eine Interimsregierung in einem Hotel in Goma. Immer öfter rief mich Lukusa an. Er kannte einige der Rebellen, die über eine Website in den USA Kontakt miteinander aufgenommen hatten. »Soll ich unseren Minister Mawampanga anrufen und ein gutes Wort für dich einlegen?« Unseren Minister, und er selbst saß wohlbehalten in Kanada! »Hast du gehört, daß wir Mukendi zum Verkehrsminister ernannt haben?« Wir!

Je größer die Gebietsgewinne der Rebellen wurden, je mehr Reden Kabila über seine Sicht der Zukunft hielt, desto mehr erlahmte Lukusas Enthusiasmus. Der revolutionäre Jargon der sechziger Jahre war nichts für ihn, und das Blutbad, das die Rebellen auf ihrem Vormarsch in den Hutu-Flüchtlingslagern anrichteten, empörte ihn. Er war inzwischen Europa-Berater des kanadischen Außenministeriums, und der Kongo lag nicht mehr auf seinem Weg. Eines Abends rief er aus New York an. Er riet mir, noch abzuwarten, mich nicht in das Kriegschaos zu stürzen. Aber ich hatte genug gewartet. Allzuoft war ich mir in den vergangenen Jahren wie ein Feigling vorgekommen. Meine Abreise war unumgänglich geworden.”

Lieve Joris

Lieve Joris (Neerpelt,  14 juni 1953)

 

De Chinees-Amerikaanse schrijver Laurence Michael Yep werd geboren op 14 juni 1948 in in San Francisco. Zie ook mijn blog van 14 juni 2009.

Uit: Lost Garden

„Like Casey, I grew up outside of Chinatown. At the end of World War II, my father had bought a small corner grocery and moved into an apartment above the store.

It was an older building so that it even came with a name: the Pearl Apartments. Officially, the Pearl Apartments sat at 1205 Pierce Street. The neighborhood was mixed — not only in people but in architectural styles. The houses were all different — Victorians and stucco postwar houses squatting side by side. However, the Pearl Apartments had their own colorful history. Initially the building had consisted of the store and two sets of apartments. But a second building of three apartments had been jacked up from another location and slowly and painfully brought to the corner where it was joined to the first building by a set of stairs.*

*When it was finally torn down to make room for the garage, it took two wrecking balls because it had been so sturdily built.

It wasn’t a Victorian; but it pretended to be. The bay windows had panes of glass that curved outward — which were always a nuisance for my father to replace when I broke one of them. There was ornate molding on the walls that was great for catching dust; and chandeliers — cheap ones — hung from the ceiling by long chains through which the electric cord wound, its old insulation looking as fuzzy as a stretched-out caterpillar. I always thought of chandeliers as the corpses of fat spiders, their legs kicking up from their round, upturned bodies. They were great earthquake indicators, swaying whenever a tremor hit. However, they were handiest at New Year’s because you could throw serpentines, coiled ribbons of paper, over them until there seemed to be a small tree of softly colored ribbons winding upward from the center of the living room floor.“

Yep

Laurence Yep (San Francisco, 14 juni 1948)

 

De Nederlandse schrijver Allard Schröder werd geboren in Haren op 14 juni 1946. Allard Schröder debuteerde in 1989 met de roman De gave van Luxuria. Een groteske. Dit werd twee later gevolgd door De muziek van de zwarte toetsen. Met zijn roman Raaf, die bekroond werd met De Halewynprijs, drong Schröder door tot een groter publiek. Zijn tweede grote roman, Grover, werd genomineerd voor de AKO Literatuur Prijs. Met De Hydrograaf won hij in 2002 diezelfde AKO Literatuur Prijs. Naast romans publiceerde Allard Schröder verhalen en schreef hij hoorspelen voor de radio. Hij is redacteur van het literaire tijdschrift De Revisor.

Uit: De Econome

„Tijdens het douchen luisterde ze naar soezerige synthesizermuziek die een ijle, aarzelende meisjesstem begeleidde. Traag voortslepende melodische lijnen die in het ongewisse eindigden – ze riepen een prettig soort onvoltooidheid op en wolkenluchten, vertraagd opgenomen, versneld wegglijdend in het avondlicht.
rrrEeuwigheid, voor het moment dan.
rrrTerwijl ze de tonijnsalade uit het plastic supermarktbakje at, keek ze uit het raam van haar flat op de twaalfde verdieping. Later die avond zou er slechts één enkele, koortsig gloeiende ster – het moest Sirius zijn – aan de hemel verschijnen, de enige die niet door de smog werd gedoofd of overstraald werd door de melkweg aan lichten en lichtjes van de stad.
rrrOp tafel lag de brief van de consultancy-agency waar ze werkte. Met enige ophef en veel Engels jargon werd erin meegedeeld dat was besloten haar uit te nodigen om als junior member toe te treden tot de staf van haar afdeling.
De brief was al een paar weken oud en ze las hem voor de zoveelste keer, een beetje verveeld nu. Haar grootouders konden trots op haar zijn, ze kwam vooruit in de wereld en daarvoor hadden zij toch hun hele leven gewerkt? Daarvoor hadden ze toch hun supermarktje in een rommelige buitenwijk opengehouden waarin ze zolang hadden rondgescharreld in hun blauw nylon stofjassen – en haar grootmoeder ook nog in haar eeuwige steunkousen – tot de planken leeg raakten, de winkelvliegen stierven in het grijzende licht en de vervaldatums op de etiketten van de onverkoopbaar overgebleven artikelen vervaagden.

Schroder
Allard Schröder (Haren,14 juni 1946)

 

De Duitse schrijver Dieter Forte werd geboren op 14 juni 1935 in Düsseldorf. Zie ook mijn blog van 14 juni 2009.

Uit: Ein Tag beginnt

„Wecker klingelt. Sieben Uhr. Na ja, ist die Nacht vorbei. Kann der Rummel wieder losgehen.

Der Tag bricht an, wie es so schön heißt. Möchte nur wissen, was da anbrechen soll. Wird genauso dämlich wie gestern und wie alle anderen Tage. Passiert bestimmt nichts. Immer derselbe Quatsch. Aufstehen, anziehen, Tasse Kaffee, den Flur entlang. Ein endloser Schlauch. Schmutziges Himmelblau. Alle drei Meter eine Tür. Insgesamt achtzehn. Himmelblau. Was die sich wohl dabei gedacht haben? Jedes Stockwerk eine andere Farbe.

Freundlichkeit, Ordnung. Und ausgerechnet Himmelblau. Soll wohl Weite vortäuschen. Weite zwischen achtzehn Türen. Der Fahrstuhlknopf. Ein rotes Lämpchen, Begrüßung und Anmeldung zum Tag. Teilnahmebedingung für alle hinter diesen Türen. Alles dreimal verriegelt. Türschloß, Sicherheitsschloß, Sicherheitskette. Dazu noch ein Spion. Sicherheit. Dabei leben sie in aufeinandergestapelten Schubladen. Na ja. Einbildung ist alles.

Nichts Komisches als so’n Hochhaus von außen. Emsige Bienen in ihren Waben. Und jeder meint, er wär was Besonderes. Der Aufzug – blaßgelb und ewig neidisch auf vorüberziehendes Himmelblau und Abendrot und Wiesengrün. Neun – acht – sieben – vorgetäuschte Weite – verschmierter Sonnenuntergang – abgebröckelte Sommerwiese. Tragkraft: 300 Kilogramm oder 4 Personen. Verordnung vom 8. September 1926. Es ist verboten, Persönen in Aufzügen zu befördern, bei denen das Mitfahren von Personen verboten ist.

Erdgeschoß. Der Hausmeister, mürrisch, verteilt Zeitungen. Die Straße. Hastende Gestalten, zugeknöpfte Mäntel, bespritzte Hosenbeine, nicht immer klar, ob Mann oder Frau, aber wen stört das. Bei Rot auf Grün warten. Steh – geh. Auf Abbieger achten. Weiter. Litfaßsäule wird verklebt. Theater müßte man auch mal wieder gehen. Aber alleine? Noch mal Rot – Grün. Na, wie lange denn noch? Endlich.“

Forte

Dieter Forte (Düsseldorf, 14 juni 1935)

 

De Duitse schrijver, vertaler en jurist Peter O. Chotjewitz werd geboren op 14 juni 1934 in Berlijn. Zie ook mijn blog van 14 juni 2009.

Uit: Saumlos

“Bald siebzig Jahre
später, im Juli 1973 kurz vor ihrem achtundsiebzigsten Geburtstag, erinnerte sich die Witwe Annette Kümpel, die wegen anhaltender Schlaflosigkeit morgens um drei aus dem Fenster schaute, angesichts der zwei Männer, die einen dritten, ziemlich langen Menschen in die Linde neben dem Haus ihres Sohnes hängten, des ersten Fahrrades, das sie in ihrem Leben gesehen hatte.

An jenem Morgen waren die Frauen und Mädchen draußen auf den Wiesen beim Heuwenden, als von der staubigen Landstraße Kindergeschrei zu hören war. Annette Kümpel richtete sich auf und sah einen Mensch mit wehenden Rockschößen, der eine Tasche umhängen hatte, eine Uniformmütze trug und auf einem Ding saß, das nur aus zwei großen Rädern und einem Griff für die Hände bestand.

Es war der Postbote, der die drei Dörfer Saumlos, Vockerode und Klein-Calden versorgte und heute nicht wie sonst zu Fuß kam, sondern in Windeseile.

Annette drehte den Rechen um, steckte ihn in den Boden und lief ebenfalls auf die Straße. Immer mehr Kinder und auch einige Frauen kamen aus den Wiesen gerannt und verfolgten unter lautem Gejohle den Postboten bis ins Dorf, wo er sein Fahrrad gegen die Linde lehnte und mit dem Austragen der Briefe begann.

Es war nicht viel, was er auszutragen hatte, aber seine Rolle bestand auch mehr darin, mit den Leuten zu reden. Von einem Haus zum nächsten pflanzten sich die Nachrichten fort, die er aus den Nachbardörfern mitgebracht hatte, und wer ihn etwas besser kannte, erfuhr sogar, was in den Briefen stand, die er austrug.

Der Briefträger war der wichtigste Nachrichtenbringer am Dorf. Von ihm erfuhr man, wer im Sterben lag, welche Krankheiten die Leute hatten, wo ein Kind zur Welt gekommen war, welcher Bauer dazugekauft hatte, wer gerade bankrott machte, wer seine Frau verprügelt hatte oder von ihr verprügelt worden war, und man lernte sogar, was man zu denken hatte, denn natürlich berichtete er auch, was die wichtigsten Persönlichkeiten gesagt hatten, wenn er mit ihnen über die Dinge in den drei Dörfern und in der Welt redete.”

chotjewitz
Peter O. Chotjewitz (Berlijn, 14 juni 1934)

 

De Nederlandse dichter, schrijver en vertaler Thomas Graftdijk werd geboren in Amsterdam op 14 juni 1949. Zie ook mijn blog van 14 juni 2007 en ook mijn blog van 14 juni 2008 en ook mijn blog van 14 juni 2009.

Uit: Cyrille Offermans. Ontwricht, maar vrolijk. Thomas Graftdijk, Positieve helden

“De figuren in Positieve helden zijn allemaal geruïneerd. Hun banden met het geregelde leven van het gezonde verstand zijn voor en na doorgesneden, nu leven ze op de rand van de waanzin. Ook letterlijk: het huis waar de mislukte componist en dirigent op terugtocht Lucas Boxhoorn (39) woont, ligt vlak bij een krankzinnigengesticht, ergens op de Veluwe. Hij leeft daar met een uit dat gesticht ontvoerd, zestienjarig meisje (Cor), dat het huishouden doet en dat hij – op straffe van uitlevering aan haar ouders – seksueel misbruikt. Zij krijgen er gezelschap van Floor, een oude bekende van Lucas die door zijn vrolijke onbeschoftheid en regelmatige dronkenschap als pianist van de balletschool is ontslagen en kort daarna in één klap ook nog zijn huis, zijn piano en zijn inboedel en in een volgende klap zijn vriendin verspeelt.

In ruil voor zijn onderhoud moet Floor Lucas, die zijn componistenambities niet opgeeft, bij het zingen van zijn wezenloze liedjes op de piano begeleiden. Bovendien moet hij hem helpen in de tuin een soort molen zonder wieken te bouwen, een fallusachtig monument alvast ter nagedachtenis aan de grote componist.
Floor zegt dat hij naar Lucas is gekomen om hun oude vriendschap de genadeklap te geven (ook hij neemt zelf de initiatieven als het erom gaat de draden door te knippen die hem met anderen, ja met het leven als zodanig verbinden); van Lucas’ zwanezang wil hij nog wel even genieten.”

RijksmuseumAmsterdam

Thomas Graftdijk (14 juni 1949 – 10 februari 1992)
Amsterdam, Rijksmuseum (Geen portret beschikbaar)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 14e juni ook mijn vorige blog van vandaag.