Georg Brandes, Grigore Vieru, Alfred Andersch, Jacques Prévert, Jean Richepin, Carl Michael Bellman


De Deense schrijver, criticus en filosoof Georg Brandes werd geboren op 4 februari 1842 in Kopenhagen. Zie ook mijn blog van 4 februari 2009.

 

Uit: Nietzsche

 

„In der Literatur des gegenwärtigen Deutschlands scheint Friedrich Nietzsche mir der interessanteste Schriftsteller zu sein. Obgleich selbst in seinem Vaterlande wenig gekannt, ist er ein Geist von bedeutendem Rang, der es vollauf verdient, daß man ihn studiert, erörtert, bekämpft und sich aneignet. Unter anderen guten Eigenschaften besitzt er die, Stimmung mitzuteilen und Gedanken in Bewegung zu setzen.

Während achtzehn Jahren hat Nietzsche eine lange Reihe Bücher und Hefte geschrieben. Die meisten dieser Bände bestehen aus Aphorismen, und die meisten und neuesten dieser Sprüche beschäftigen sich mit den moralischen Vorurteilen. Im übrigen aber hat er die verschiedenartigsten Fragen behandelt und über Kultur und Geschichte, Kunst und Frauen, ge selliges und einsames Leben, Staat und Gesellschaft, Lebenskampf und Tod seine wechselnden Ansichten geäußert.

In einem Brief vom 10. April 1888 schrieb Friedrich Nietzsche aus Turin als Antwort auf die Mitteilung, daß in Kopenhagen eine Reihe öffentlicher Vorträge über seine Schriften angekündigt sei :

»Aber, verehrter Herr, was ist das für eine Ueberraschung !

Wo haben Sie den Mut hergenommen, von einem vir obscurissimus öffentlich reden zu wollen ! Denken Sie vielleicht, dass ich im lieben Vaterland bekannt bin ? Man behandelt mich daselbst, als ob ich etwas Absonderliches und Absurdes wäre, etwas, das man einstweilen nicht nötig hat, ernst zu nehmen.

Offenbar wittern sie, dass auch ich sie nicht ernst nehme, und wie sollte ich’s auch, heute, wo ›deutscher Geist‹ ein contradictio in adjecto geworden ist ! –

Anbei folgt eine kleine vita, die erste, die ich geschrieben habe . . . . . .

Vita. Ich bin am 15. Oktober 1844 geboren, auf dem Schlachtfelde von Lützen. Der erste Name, den ich hörte, war der Gustav Adolfs. Meine Vorfahren waren polnische Edelleute (Niëzky) ; es scheint, dass der Typus gut erhalten ist, trotz dreier deutscher ›Mütter‹.

 

 

 

 

michael-peter-ancher_georg-brandes
Georg Brandes (4 februari 1842 – 19 februari 1927)

Portret door Michael Ancher, 1883

 

 

 

 

 

De Moldavische dichter en schrijver Grigore Vieru werd geboren in Pereita op 4 februari 1935. Zie ook mijn blog van 4 februari 2009.

 

 

Century in a Hurry

Friends, hurry up and wonder that snow is still white. – Mircea Dinescu

It’s morning
And my umbrella
Is on another trolley-bus.
One person forgets his umbrella,
Another his gloves. The one,
The inviting open door. The other,
The biting north wind.
On one, from the floor above,
Boiling hot water is poured over his head.
On the other, refuse.
In the department store
A young woman loses her fortune
Wrapped in foil.
A surgeon leaves his scissors
In my abdomen.
A construction crew
Leaves the road unfinished.
A sales clerk
Forgets to give me my change.
The echo forgets how to reply,
Repeating ‘bowwow!’ instead of ‘boohoo!’
A lie forgets where it came from
And says that it came from heaven.
The riddle forgets its answer,
The fool his question.
Someone forgets the piece of meat in his mouth,
Someone else the mouth of his piece of meat.
Someone can be very smart
But forget to heed his heart.
A poet forgets to beget himself,
A hangman forgets to die.
It’s raining
And my umbrella is on another trolley-bus.
A young heart forgets to beat,
A boot
Forgets to remove its spurs
From the palms of the fallen leaf.
One person sleeps
With his chest a void,
Forgetting the heavens above,
Another grasps his broadsword’s edge
With his bare hand,
Forgetting that it’s unsheathed.
One forgets the beginning of the song.
Another the rest of the words. Still another
Forgets his mother.
It’s raining
And my umbrella
Is on another trolley-bus.
One loses his eyes to the other.
The other – his ear under the door.
Someone forgets where he’s going. Someone else
Where he comes from.
The mouth forgets the light.
The idea – whoever conceived it.
One person forgets at the heart of Hiroshima
The atom bomb.
Another forgets how to get out of the cave.
A promise is forgotten,
An oath.
Flowers
Forget to sprout,
Springs forget to flow.

 

 

 

Vertaald door Cristina Cirstea e.a.

 

 

 

 

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Grigore Vieru (4 februari 1935 – 18 januari 2009)

 

 

 

 

De Duitse schrijver Alfred Andersch werd geboren op 4 februari 1914 in München. Zie ook mijn blog van 4 februari 2007 en ook mijn blog van 4 februari 2009.

 

Uit: Die Rote

 

Womit kann ich Ihnen dienen, Signora?”
“Ich möchte einen Ring verkaufen”, sagte Franziska.
“Eine schlechte Zeit dafür”, sagte er sogleich, ohne den jähen Wechsel von Beflissenheit zur Abwehr zu verbergen. “Im Winter haben wir hier kaum Kundschaft.”
Eine Ausländerin, die Schmuck verkaufen will, im Winter, in Venedig. Eine Rote, sie sieht gut aus. Wenn eine Frau, die so gut aussieht, Schmuck verkaufen will, so muss sie ihn verkaufen.
Ich habe es nicht unbedingt nötig, den Ring zu verkaufen […] Aber der Ring müsste eigentlich siebenhundert Mark bringen, achtzigtausend Lire […] Herbert hat sechzehnhundert Mark dafür bezahlt, bei Carstens in Düsseldorf […] sie öffnete ihre Handtasche, nahm den Ring heraus und zeigte ihn dem Juwelier.
Er nahm ihn gelangweilt entgegen, hielt ihn zwischen Daumen und Zeigefinger […]
“Kein besonders guter Ring”, sagte der Juwelier. “Ein bisschen Gold und ein paar Diamantsplitter.”
Ich muss bald wieder arbeiten. Man muss arbeiten, wenn man dieser Welt nicht ausgeliefert sein will. Der Welt des Handels, der tausendjährigen Händlerniedertracht. Wenn man arbeitet, verkauft man nichts außer sich selbst. In der übrigen Zeit ist man Käufer. Käufer und frei.
“Aber hören Sie”, sagte sie, “das sind doch keine Diamantsplitter. Es sind sehr hübsch geschliffene kleine Brillanten.”
“Wenn Sie meinen”, erwiderte er kalt.
“Was würden Sie mir denn für den Ring geben?”, fragte sie.
“Fünfzehntausend”, sagte er, “fünfzehntausend äußersten Falles.”
“Der Ring hat sechzehnhundert Mark gekostet. Hundertfünfzigtausend Lire. Bei Carstens in Düsseldorf. Das ist für uns in Deutschland ein Name wie für Sie Faraone in Mailand.”
Das ist eine, die sich auskennt. Eine Erfahrene, man sieht es ihr an. Aber nicht so erfahren, um sich wirklich wehren zu können, auch das sieht man ihr an. Eine Rote, wenn ihr Haar nicht gefärbt ist, eine sehr schöne Rote aus Deutschland, die Roten sollen gut sein im Bett, sie ist eine Feine, eine squisita, und sie kann sich nicht wehren. Ihr Haar ist nicht gefärbt und ihre Brillanten waren lupenrein.“

 

 

 

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Alfred Andersch (4 februari 1914 – 21 februari 1980)

 

 

 

 

De Franse dichter Jacques Prévert werd geboren in Neuilly-sur-Seine op 4 februari 1900. Zie ook mijn blog van 4 februari 2007 en ook mijn blog van 4 februari 2009.

 

 

L’école des beaux-arts

 

Dans une boîte de paille tressée
Le père choisit une petite boule de papier
Et il la jette
Dans la cuvette
Devant ses enfants intrigués
Surgit alors
Multicolore
La grande fleur japonaise
Le nénuphar instantané
Et les enfants se taisent
Émerveillés
Jamais plus tard dans leur souvenir
Cette fleur ne pourra se faner
Cette fleur subite
Faite pour eux
A la minute
Devant eux.

 

 

 

 

Dimanche       

 

Entre les rangées d’arbres de l’avenue des Gobelins

Une statue de marbre me conduit par la main

Aujourd’hui c’est dimanche les cinémas sont pleins

Les oiseaux dans les branches regardent les humains

Et la statue m’embrasse mais personne ne nous voit

Sauf un enfant aveugle qui nous montre du doigt.

 

 

 

 

prevert

Jacques Prévert (4 februari 1900 – 11 april 1973)

 

 

 

 

De Franse dichter en schrijver Jean Richepin werd geboren op 4 februari 1849 in Médéa, Algerije. Zie ook mijn blog van 4 februari 2007 en ook mijn blog van 4 februari 2009.

 

 

La neige est belle

 

La neige est belle. Ô pâle, ô froide, ô calme vierge,
Salut ! Ton char de glace est traîné par des ours,
Et les cieux assombris tendent sur son parcours
Un dais de satin jaune et gris couleur de cierge.

Salut ! dans ton manteau doublé de blanche serge,
Dans ton jupon flottant de ouate et de velours
Qui s’étale à grands plis immaculés et lourds,
Le monde a disparu. Rien de vivant n’émerge.

Contours enveloppés, tapages assoupis,
Tout s’efface et se tait sous cet épais tapis.
Il neige, c’est la neige endormeuse, la neige

Silencieuse, c’est la neige dans la nuit.
Tombe, couvre la vie atroce et sacrilège,
Ô lis mystérieux qui t’effeuilles sans bruit !

 

 

 

 

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Jean Richepin (4 februari 1849 – 12 december 1926)

 

 

 

 

De Zweedse Rokoko-dichter en componist Carl Michael Bellman werd geboren op 4 februari 1740 in Stockholm. Zie ook mijn blog van 4 februari 2007 en ook mijn blog van 4 februari 2009.

 

 

Epistle No. 39 

 

Storm and wave their tumult cease.

See, the heav’nly galaxies,

Fainter, even dimmer

Is their golden glimmer

As the morning

Softly dawning

Of the sun’s wan ray gives warning.

Asp and maple sighing,

Stream and marsh replying,

Woodcock buzzes,

Peasant passes

Round his filly’s neck her harness.

Now in our stove

When it is lit,

Grasses and twigs

Crackle and spit,

Soon our porridge will be boiling.

Now with tousled brow

Cottager, I trow,

Seeks to light his pipe,

And out in the field

Leaning on a stone,

Dalesman lifts anew his spade.

 

 

 

 

Bellman

Carl Michael Bellman (4 februari 1740 – 11 februari 1795)

Portret door Pehr Hilleström