Claire Goll, Harald Hartung, Matthias Zschokke, Zbigniew Herbert, Mohsen Emadi, Dominick Dunne, Aleksandr Zinovjev, Georg Engel, Jean Giraudoux, André Chénier

De Duits – Franse schrijfster Claire Goll werd geboren op 29 oktober 1890 in Nürnberg. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006 en ook mijn blog van 29 oktober 2007 en ook mijn blog van 29 oktober 2008.

 

Ich hab dich beten hören nebenan

Ich hab dich beten hören nebenan:
Es klang wie Orgel,
Wie Brunnenseufzer zur Nacht,
Wie Wind der über biblische
Städte und Meere gereist.

Auch Kinderglaube war in deinem Gebet,
Segen der Väter,
Hingabe an das fernste Leid,
Demut vor Verstorbenem,
So viel Liebe für alles was lebt…

Wie gern hätt ich deine Hand geküßt,
Die gefaltete, aber wo einer kniet
Ist immer ein Engel zugegen.
Ich hab dich beten hören nebenan:
Es klang wie ein neuer Psalm Davids,
Der den Goliath in sich erschlug

 

Klage um Ivan

 

Immer träum ich davon dir nachzusterben:
Aber eine künftige Rose
Bedarf vielleicht meiner Tränen
Um zu wachsen

 

Immer träum ich davon dir nachzusterben:
Aber ein leidenschaftlicher Reim
Bedarf vielleicht meiner Feder
Um dich zu singen

 

Immer träum ich davon dir nachzusterben:
Aber ein Takt von Bartok
Bedarf vielleicht meines Ohrs
um neu zu tönen

 

 

Angina

 

Über den Brunnen deiner Kehle gebeugt
Sah ich deine Mandeln rosiger
Als die Blüten des Mandelbaums
Sah das Instrument das hervorbringt
Das seltene Hochzeitsgedicht

 

Hier haben deine Küsse ihren Ursprung
Reichen verzweigt hinunter in dein Herz
Hier wird die Stimme geboren
Die ich der Harfe des Engels vorziehe
Hier entspringt der Quell deines Lachens

 

Der mich mehr berauscht als die Orgel
Der kirchlichen Feste
In diesem rosa wattierten Schrein
Liegen verstreut die kostbaren Namen
Mit denen zur Nacht du mich schmückst

 

Und von Schwindel ergriffen
Über dem Zauber-Brunnen
Sah ich ihn plötzlich vertrocknet
Seine Seufzer versteint
Durch die Zeit. Anstelle
Der purpurnen Lieder
Den allesvernichtenden Staub.

 

Goll-Clair

Claire Goll (29 oktober 1890 – 30 mei 1977)

 

 

 

De Duitse schrijver,dichter en literatuurwetenschapper Harald Hartung werd geboren op 29 oktober 1932 in Heme. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006 en ook mijn blog van 29 oktober 2008.

 

Weißer Jahrgang

Ach die dicke Berta
Schwarm meines dritten Schuljahrs
ein schweres Geschütz
Die Mädchen kamen später
Vorher das Seitengewehr
die Blutrinne sah kein Blut
Mein Engel machte eine Aktennotiz

 

Die heiße Ofenplatte

Als Kind weil ich noch kein Geheimnis hatte
schrieb ich es auf mit Milch auf Briefpapier
und tat es auf die heiße Ofenplatte
bis Schrift erschien die bräunlich war wie Bier
Notrufe schrieb ich: SOS, die Emden
versinkt – das war symphonisches Gefühl
Ich zeigte meine Blätter keinem Fremden
das Fremde selbst, das Sterben kam zu mir

Es kam dann echt als fehlte der Beweis
Ein Landser (Bauchschuß) lag im Straßengraben
Ein Junge noch der nach der Mutter rief
Er sah mich an, er hielt den Kopf so schief
Die andern Landser trieb es fort sie haben
ihn da gelassen, und der Mai war heiß

 

Hartung

Harald Hartung (Herne, 29 oktober 1932)

 

De Zwitserse dichter, schrijver en filmmaker Matthias Zschokke werd geboren op 29 oktober 1954 in Bern. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2008.

Uit: Auf Reisen

 

“WEIMAR. In der Berliner Bahnhofsbuchhandlung überblätterte ich ein paar Reiseführer. Alle waren sich in einem Punkt einig: Zu einem Ausflug in die deutsche Klassik gehört Lotte in Weimar von Thomas Mann. Also kaufte ich das Buch und setzte mich in den Zug.  Die Fahrt ist schön. Links und rechts endlos flaches Land – das untere Fünftel des Zugfensters einnehmend –, darüber riesig der Himmel. Manchmal ein knorriger Baum, ein Teich, ein Wildschwein, dunkle, dicke Vögel. Man schaut hinaus und wird ganz ruhig. Ab und zu dachte ich: Caspar David Friedrich. Dann begann ich zu lesen. Himmel und Gemüt verdunkelten sich; was für ein entsetzliches Buch. Ohne einmal Luft zu holen, dröhnt es einem den Kopf voll mit besessen zusammengehamstertem Wissensballast, verschmockt altertümelnd vorgetragen. Geblieben ist mir davon nur, daß Goethe Caspar David Fried­rich nicht mochte und fand, man könne dessen Bilder ebensogut verkehrt herum aufhängen. Dann kam ich in Weimar an. Es schneite, stürmte und blitzte (ein Schneegewitter, höchst selten, wie tags darauf in der „Thüringer Allgemeinen“ stand). Ein Taxi brachte mich zum Goethehaus am Frauenplan; ich nahm an, dort sei das Zentrum.

Die Stadt ist jedoch sehr klein. Die Sorge, ins Abseits zu geraten, ist überflüssig. Hundert Meter weiter, am Wielandplatz, steht das Christliche Hotel „Amalienhof“ mit seiner klassizistischen Fassade (wie ich erfuhr, das einzige Hotel, das alle Revolutionen und Renovationen überstanden hat und deshalb unter Denkmalschutz steht). Ich fragte nach einem Zimmer, einem großen, bitte, worauf die Frau an der Rezeption freundlich antwortete: „Wir haben nur große, aber die Suite ist auch frei, die können Sie zum normalen Zimmerpreis haben; riecht zwar ein wenig nach Farbe, es wurde frisch gestrichen, aber wenn Sie das nicht stört?“ Und sie führte mich in einen herrschaftlichen Salon mit Schlafzimmer und Bad.

Ganz Weimar wimmelte von freundlichen Leuten, sogar den Dialekt mochte ich gern hören. Kellner und Kellnerinnen erinnerten an Zöglinge aus hochgelegenen Internaten. Sie lachten vor Aufregung, wurden beim Bedienen rot aus Verlegenheit, vergaßen, von welcher Seite auf-, von welcher abgetragen wird, baten um Verzeihung – entzückend. Die Wärterinnen in den Museen und Wohnhäusern musterten mich mißtrauisch, wie freilaufende Katzen mit schlechten Erfahrungen, doch kaum fragte ich sie etwas, tauten sie auf und entpuppten sich als hervorragende Kennerinnen der Exponate, die sie beaufsichtigen. Aus Berlin bin ich Aufpasser gewohnt, die „Sssssurückbleim“ knurren, wenn ich zu nah an ein Bild trete. Den Rest der Zeit starren sie trotzig vor sich hin.

Nie würde ich dort wagen, jemanden um Erläuterungen zu bitten; er ist schließlich kein Auskunftsbüro, sondern zum Schutz der Objekte bestellt. Ebenso wie Kellner und Verkäuferinnen dort nicht dazu da sind, Gäste oder Kunden zu beglücken, sondern sie zu ernüchtern und gefügig, wenn nicht sogar niederzumachen.

In Weimar herrscht ein anderer Ton. Im Schillerhaus – dem anrührendsten der diversen Dichterwohnhäuser – stand ich vor einem Nähkästchen. Die Aufpasserin erklärte, das habe Schiller seinem Diener zu dessen Hochzeit anfertigen lassen, und die Tränen sind mir in die Augen geschossen, so rührend kam mir das Tischchen vor. Oben, im Arbeits- und Sterbezimmer, wurde ich wieder schier übermannt; da erzählte sie mir angesichts des schmalen Betts, unter was für entsetzlichen Qualen Schiller hier – man könne es nicht anders sagen – verreckt sei; sie habe gerade eine frühe Biographie gelesen, nichts Seriöses, aber das Herz sei ihr fast zerbrochen dabei. Und hier, nebenan, in der winzigen Mansarde, hier habe er gewöhnlich geschlafen, auf einer Matratze am Boden. Das Bett habe er sich erst zuletzt, wegen seiner Krankheit, ins Schreibzimmer stellen lassen. Und überall diese Tapeten aus Kassel – was für märchenhafte Tapeten!”

 

Zschokke

Matthias Zschokke (Bern, 29 oktober 1954)

 

De Poolse dichter, schrijver en essayist Zbigniew Herbert werd geboren op 29 oktober 1924 in Lemberg. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2008.

Two Drops

No time to grieve for roses, when the forests are burning.
—Juliusz Słowacki

The forests were on fire—
they however
wreathed their necks with their hands
like bouquets of roses

People ran to the shelters—
he said his wife had hair
in whose depths one could hide

Covered by one blanket
they whispered shameless words
the litany of those who love

When it got very bad
they leapt into each other’s eyes
and shut them firmly

So firmly they did not feel the flames
when they came up to the eyelashes

To the end they were brave
To the end they were faithful
To the end they were similar
like two drops
stuck at the edge of a face

 

About Troy

 

1

 

Troy O Troy

an archeologist

will sift your ashes through his fingers

yet a fire occurred greater than that of the Iliad

for seven strings–

 

too few strings

one needs a chorus

a sea of laments

and thunder
of mountains

rain of stone

 

–how to lead

people away from the ruins

how to lead

the chorus from poems–

 

thinks the faultless poet

respectably mute

as a pillar of salt

–The song will escape unharmed

It escaped

with flaming wing

into a pure sky

 

The moon rises over the ruins

Troy O Troy

The city is silent

 

The poet struggles with his own shadow

The poet cries like a bird in the void

 

The moon repeats its landscape

gentle metal in smoldering ash

 

 

2

 

They walked along ravines of former streets

as if on a red sea of cinders

 

and wind lifted the red dust

faithfully painted the sunset of the city

 

They walked along ravines of former streets

they breathed on the frozen dawn in vain

 

they said: long years will pass

before the first house stands here

 

they walked along ravines of former streets

they thought they would find some traces

 

a cripple plays

on a harmonica

about the braids of a willow

about a girl

 

the poet is silent

rain falls

 

ZbigniewHerbert

Zbigniew Herbert (29 oktober 1924 – 28 juli 1998)

 

De Iraanse dichter en vertaler Mohsen Emadi werd geboren op 29 oktober 1976 in Teheran. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2008.

 

Despair

We were throwing out our despair form the rooms and
were shouting  : Get Lost!
It was enought a door stayed opened carelessly,
to she creeps in and dazzles us with her only safe eye
and the wound of her blind eye
open up it’s mouth and devour us.
we were closing  the doors and at last our despair
was going out to play with children.

One night, we came back to our rooms
and locked up all the doors
We’d seen the children and
her who was running out toward us inflames.

early morning, on all fours
we were walkning in the alley,
the passangers were escaping,
the people were locking up the doors
and we were saying entreatyly : Mew!Mew!

 

Death

 

Didn’t I leave my hat in your voice, Madam?
-Yes, but the wind carried it with herself.
-And my shoes?
-They are here, two sparrows had made their home in.

I run,
Get naked,
The lavas of your voice twist in me,
I have no time to breath.
I trurn to stone,
In the gate of apogee and abyss.
next centuries,
It will be published a photo of me
The stony remained of Pompei’s volcaism
barefoot,
With no hat.

 

mohsen

Mohsen Emadi (Teheran, 29 oktober 1976)

 

De Amerikaanse schrijver Dominick Dunne werd geboren op 29 oktober 1925 in Hartford, Connecticut. Dominick Dunne overleed op 26 augustus van dit jaar. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2008.

 

Uit: Nightmare on Elm Drive

 

Seven months later, after the boys were arrested, I visited the house on Elm Drive. It is deceptive in size, far larger than one would imagine from the outside. You enter a spacious hallway with a white marble floor and a skylight above. Off the hallway on one side is an immense drawing room, forty feet in length. The lone piece of sheet music on the grand piano was “American Pie” by Don McLean. On the other side are a small paneled sitting room and a large dining room. At the far end of the hallway, in full view of the front door, is the television room, where Kitty and Jose spent their last evening together. On the back wall is a floor-to-ceiling bookcase, filled with books, many of them paperbacks, including the American-history novels of Gore Vidal, Jose’s favorite author. On the top shelf of the bookcase were sixty tennis trophies — all first place — that had been won over the years by Lyle and Erik.
Like a lot of houses of the movie nouveaux riches still in their social and business ris
e, the grand exterior is not matched by a grand interior. When the Menendez family bought the house, it was handsomely furnished, and they could have bought the furniture from the former owner for an extra $350,000, but they declined. With the exception of some reproduction Chippendale chairs in the dining room, the house is appallingly furnished with second-rate pieces; either the purchase price left nothing for interior decoration or there was just a lack of interest. In any case, your attention, once you are in the house, is not on the furniture. You are drawn, like a magnet, to the television room.”

 

dunne

Dominick Dunne (29 oktober 1925 – 26 augustus 2009)

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 29 oktober 2008.

 

De Russische schrijver en wetenschapsfilosoof Aleksandr Aleksandrovitsj Zinovjev  werd geboren in Pachtino op 29 oktober 1922. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006.

 

De Duitse schrijver Georg Julius Leopold Engel werd geboren op 29 oktober 1866 in Greifswald.

 

De Franse schrijver, toneelauteur en beroepsdiplomaat Jean Giraudoux werd geboren op 29 oktober 1882 in Bellac/Haute-Vienne. Zie ook mijn blog van 29 oktober 2006.

 

De Franse dichter André Chénier (eigentlich André Marie Chénier ofde Chénier) werd geboren op 29 oktober 1762 in Galata bij Constantinopel.