Günter Grass, Oscar Wilde, Guðbergur Bergsson, Dino Buzzati, Albrecht von Haller, Gottfried Kölwel, Gerold Späth

De Duitse dichter en schrijver Günter Grass werd geboren in Danzig (tegenwoordig Gdansk, Polen) op 16 oktober 1927. Zie ook mijn blog van 16 oktober 2006 en ook mijn blog van 16 oktober 2007 en ook mijn blog van 16 oktober 2008.

 

Die Vorzüge der Windhühner

Weil sie kaum Platz einnehmen

auf ihrer Stange aus Zugluft

und nicht nach meinen zahmen Stühlen picken.

Weil sie die harten Traumrinden nicht verschmähen,

nicht den Buchstaben nachlaufen,

die der Briefträger jeden Morgen vor meiner Tür verliert.

Weil sie stehenbleiben,

von der Brust bis zur Fahne

eine duldsame Fläche, ganz klein beschrieben,

keine Feder vergessen, kein Apostroph . . .

Weil sie die Tür offenlassen,

der Schlüssel die Allegorie bleibt,

die dann und wann kräht.

Weil ihre Eier so leicht sind

und bekömmlich, durchsichtig.

Wer sah diesen Augenblick schon,

da das Gelb genug hat, die Ohren anlegt und verstummt.

Weil diese Stille so weich ist,

das Fleisch am Kinn einer Venus,

nähre ich sie. —

Oft bei Ostwind,

wenn die Zwischenwände umblättern,

ein neues Kapitel sich auftut,

lehne ich glücklich am Zaun,

ohne die Hühner zählen zu müssen —

weil sie zahllos sind und sich ständig vermehren.

 

 

 

Bohnen und Birnen

Bevor die grünen Dotter welken —

die Hennen brüten einen frühen Herbst —,

jetzt gleich, bevor die Scherenschleifer

den Mond mit hartem Daumen prüfen,

der Sommer hängt noch an drei Fäden,

den Frost verschließt ein Medaillon,

noch eh der Schmuck, verwandt dem Regen, wandert,

noch eh die Hälse nackt, vom Nebel halb begriffen,

bevor die Feuerwehr die Astern löscht

und Spinnen in die Gläser fallen,

um so der Zugluft zu entgehen,

vorher, bevor wir uns verkleiden,

in ärmliche Romane wickeln,

laßt uns noch grüne Bohnen brechen.

Mit gelben Birnen, einer Nelke,

mit Hammelfleisch laßt uns die grünen Bohnen,

mit schwarzer Nelke und mit gelben Birnen,

so wollen wir die grünen Bohnen essen,

mit Hammelfleisch, mit Nelke und mit Birnen.

 

 

Musik im Freien

Als die Pause überwunden schien,

kam Aurèle mit dem Knochen.

Seht meine Flöte und mein weißes Hemd,

seht die Giraffe, die über den Zaun späht,

das ist mein Blut, welches zuhört.

Nun will ich alle Drosseln besiegen.

Als der gelbe Hund über die Wiese lief,

verendete das Konzert.

Später fand man den Knochen nicht mehr.

Die Noten lagen unter den Stühlen,

der Kapellmeister nahm sein Luftgewehr

und erschoß alle Amseln.

 

Grass

Günter Grass (Danzig, 16 oktober 1927)

 

 

De Iers-Engelse schrijver Oscar Wilde werd geboren op 16 oktober 1854 in Dublin. Zie ook mijn blog van 16 oktober 2006  en ook mijn blog van 16 oktober 2007 en ook mijn blog van 16 oktober 2008.

Uit: Tischgespräche (Vertaald door Maria Mill)

 Sich Wilde in Gesellschaft vorzustellen, fällt nicht schwer: Heiter und sphinxhaft, einen gekrümmten Zeigefinger über dem Mund, wenn er zuhört, voller Lebhaftigkeit und dennoch bedächtig, wenn er seine Geschichten in Szene setzt. Zu diesen Vorstellungen gehörte stets auch eine Prise Mimikry. Durch geringfügige Veränderungen des Tonfalls oder kaum merkliche Augenbewegungen konnte Wilde eine ganze Figur evozieren. Als er die folgende Geschichte von “seiner” Tante Jane erzählte, schlüpfte er völlig überzeugend in die Rolle des zärtlichen Neffen. “Tante Jane, Tante Jane”, begann er gemach, als wolle er sich Zeit lassen, sich das jüngste Produkt seiner Imagination zu vergegenwärtigen. “Sie war eine sehr alte Dame”, fuhr er fort, “ich kann mich selbst kaum an si
e erinnern…”
*
Sehr alt und sehr stolz war die arme Tante Jane, und mutterseelenallein lebte sie auf einem herrlichen, heruntergekommenen Herrensitz in der Grafschaft Tipperary. Keiner der Nachbarn besuchte sie, und hätte es einer getan, es hätte sie nicht erfreut. Denn niemand sollte die von Unkraut überwucherten Auffahrten des Guts oder das Haus mit seinen verblichenen Chintzgardinen und verdunkelten Zimmerfluchten zu Gesicht bekommen. Allein der Gedanke, jemand könne feststellen, dass sie nicht mehr die gefeierte Schönheit von einst und auch auf dem Lande keine Autorität mehr war, schien ihr unerträglich.
So saß sie jahraus jahrein allein im Halbdunkel und hatte keine Ahnung, was in der Welt draußen vor sich ging. Eines Winters jedoch spürte sogar Tante Jane ein leises Säuseln in der Luft, eine Welle der Erregung, die sich über die Nachbarschaft ausbreitete. Neue Leute zogen in das neue Haus auf dem Hügel ein, und sie wollten einen großen Ball geben… einen Ball, wie man noch keinen erlebt hatte. Denn die Ryans waren ungemein vermögend und – “Die Ryans?”, fragte Tante Jane. “Ryans kenne ich keine. Woher kommen sie denn?” Und dann kam der furchtbare Schock: Die Ryans kamen eigentlich “nirgendwo” her, und waren, wie verlässliche Quellen verbürgten, “Geschäftsleute”.
“Was bilden sich die Ärmsten bloß ein?”, sagte Tante Jane. “Wer soll denn auf ihren Ball gehen?” “Alle”, versicherte man ihr. “Alle haben die Einladung angenommen. Es wird sicher ganz wunderbar.”
Als Tante Jane das hörte, wurde sie von einer entsetzlichen Wut gepackt. So weit also war es bei ihnen gekommen! Und selbstverständlich war alles ihre Schuld. An ihr hätte es schließlich gelegen,
mit gutem Beispiel voranzugehen; doch anstatt an vorderster Front zu kämpfen, hatte sie grübelnd im Zelt gesessen.

 

wilde-statue

Oscar Wilde (16 oktober 1854 – 30 november 1900)
Standbeeld in Archbishop Ryan Park, Dublin

 

De IJslandse schrijver Guðbergur Bergsson werd geboren op 16 oktober 1932 in Grindavik. Zie ook mijn blog van 16 oktober 2008.

Uit: Blue Eyes in a Pool of Sharks

 

 I listened to speeches of proud authorities and common people too. The population is obedient and as usual follow the words of mighty rulers. But at the end they become victims when it will be too late to resolve anything. Nations do not eye destruction until benefit brought to them is harm. Then women cry as daughters of Jerusalem but nothing can be repaired and no universal saviour.
I have seen Egyptian monuments destroyed at the Aswan dam and heard voices of pride but the poverty of neighbour people seemed to be as it always had been. In Spain during Francos time villages were wiped out to build dams in name of economical progress. The inhabitants protested, they climbed up to the rooftops to defend their homes and farmers were seen beating police with stick. But they lost. And now, years later, they still cry over the waterpower station producing electricity for heavy industry.
The destruction of nature is old in history, not exclusively done by contemporary capitalist. It was done by the now disappeared communist. That heroic act, creating a new world, maid by the soviet-man was highly priced by writers like Maxim Gorky and Paustovsky and a lot of western intellectuals followed as well. The soviet system wanted to do big things in days of glory. The leaders wanted, among other things, to change the climate of the whole world building for the benefits of their nation, and the humanity, thousand canals and dams for hydraulic stations. But finally they only destroyed the nature and culture of many lands in Middle Asia. Also they wanted to create miracle of science in Kara Bogaz, but the chemical wonder partly destroyed the Caspian Sea.
Most likely grandparents of some here present admired that paranoid project looking and reading enthusiastically the magazine Soviet Union at the end of Second World War. But in reality nature was damaged and many Russian cities became because of that ghost dwellings like American radio stations in this country left by the so called NATO defence force. They were not only in Keflavik but all over Iceland. And something similar might happen to places now willingly accepting Alcoa factories. Their directors and owners only aim at making benefit
s. That is their nature and aim they defend better than we protect ours. Having done what they can and having emptied their possibilities they simply move to another region that has quickly entered the competition offering still better conditions and facilities concerning taxes and prices of electricity. Capitalism in America is that way and it is too well known in all the United States.”

 

Bergsson

Guðbergur Bergsson (Grindavik, 16 oktober 1932)

 

De Italiaanse schrijver Dino Buzzati werd geboren op 16 oktober 1906 in San Pellegrino. Zie ook mijn blog van 16 oktober 2008.

Uit: Wie die Bären Sizilien eroberten (Vertaald door Heide Ringe)

“Also gut. Vor vielen Jahren ging Leonzio, der König der Bären, mit seinem Söhnchen Tonio in den Bergen Pilze suchen. Da raubten ihm zwei Jäger das Kind. Der Vater hatte sich für einen Augenblick hinter eine Felswand entfernt, als sie den kleinen Bären allein und schutzlos überraschten. Sie schnürten ihn wie ein Paket zusammen und brachten ihn über die Abgründe tief hinunter ins Tal.

»Tonio! Tonio!«, schreit er ganz bang,
die Stunden dauern ewig lang
und nur das Echo streift herum,
sonst ringsum Totenstille, alles stumm.
Wo ist er?, fragt sich der König verwirrt:
Haben die ihn in die Stadt entführt?

Endlich kehrte der König zu seiner Behausung zurück und erzählte, sein Sohn sei von einem Felsen gestürzt. Er sei tot. Er hatte nicht den Mut, die Wahrheit zu sagen. Die Geschichte wäre für jeden Bären eine Schmach gewesen, erst recht für den König. Schließlich hatte er den Raub nicht verhindert.
Seit jenem Tage fand er keinen Frieden mehr. Und wie oft überlegte er sich, zu den Menschen hinunterzusteigen, um seinen kleinen Sohn zu suchen. Aber wie sollte er es alleine schaffen? Ein Bär inmitten der Menschen? Sie hätten ihn niedergemacht und in Ketten gelegt und dann addio! So vergingen die Jahre.
Und dann brach ein Winter herein, ein Winter, schrecklicher als alle früheren. Es wurde so kalt, dass selbst den Bären mit ihrem dichten Fell die Zähne klapperten. Der Schnee deckte alle Pflanzen zu und es gab nichts mehr zu essen. Der Hunger wurde so schlimm, dass die Bärenkinder nächtelang jammerten und ebenso die Bärenmütter, die am Ende ihrer Kräfte waren. So konnte es nicht weitergehen. Bis endlich einer sagte: »Und warum steigen wir nicht in die Ebene hinab?« An klaren Tagen konnte man hinunter ins Tal blicken, in dem man keinen Schnee sah, aber die Häuser der Menschen und den Rauch, der aus den Kaminen stieg, ein Zeichen dafür, dass sie etwas zu essen kochten. Dort unten schien das Paradies zu sein. Die Bären standen stundenlang an den Felshängen, schauten hinunter und stießen lange Seufzer aus.
»Lasst uns ins Tal absteigen. Es ist immer noch besser, mit den Menschen zu kämpfen, als hier oben vor Hunger zu sterben«, sagten die Beherzteren. Und ihrem König Leonzio, man muss es sagen, gefiel dieser Gedanke gar nicht so schlecht: Für ihn wäre es eine gute Gelegenheit, seinen kleinen Sohn zu suchen. Wenn sein ganzes Volk auf einmal hinabstiege, dann wäre das Suchen viel weniger gefährlich. Die Menschen würden es sich wohl zweimal überlegen, ehe sie sich einem solchen Heer entgegenstellten.“

 

DinoBuzzati

Dino Buzzati (16 oktober 1906 – 28 januari 1972)

 

De Zwitserse dichter, arts, en natuurwetenschapper Albrecht von Haller werd geboren in Bern op 16 oktober 1708. Zie ook mijn blog van 16 oktober 2008.

Uit: Alfred  König der Angel-Sachsen

Der mächtige Egbert herrschte nicht mehr. Edelwolf sein Sohn erbte sein Reich, aber nicht seinen Geist, noch seinen Muht. Edelwald der Sohn Edelwolfs drung ihm die Hälfte des Reiches ab, und besaß eine kurze Zeit den verledigten Thron. Unter ihm fiengen Engellands Unglüke an.

Seine Einwohner waren nicht mehr die alten kriegerischen Sachsen, unter einem mildern Himmel hatten ihre Sitten sich erweicht. Die Verachtung des Todes, und der Durst nach Siegen und Eroberungen war durch die Obermacht der Priester verdrungen worden: Man sah die Könige die Altäre der verherrlichten Mönche flehend besuchen. Sie erbaten von einem Priester einen Sieg, den ihre Ahnen von ihrem Schwerdte hofften: schon besuchten sie Rom, als die Quelle des Heiles, schon unterwarfen sie ihre Reiche einer Steuer, für welche sie den Schuz des algemeinen Bischofs erkauften. Friedlich wünschten sie die Früchte eines Landes zu geniessen, das ihre Vorfahren durch ihr Blut für sie erworben hatten, und die Kriege waren bey den Angelsachsen eine Pflicht, die die Nothwendigkeit erzwang, und nicht mehr das beliebte Geschäft des Muhtes.

Weiter nach Norden, im harten Scandinavien, hatte sich die alte Rauhigkeit der Sitten erhalten. Ein Volk, das ohne Wunden zu sterben sich fürchtete, das in der Ewigkeit selber die Belohnung seines Muhtes erwartete, und des Odin’s Gunst bloß mit seinem vergossenen Blute zu erkauffen hoffete, bewohnte damahls diese entfernten Gegenden, wohin die Römer niemahls ihre Künste, noch ihre erweichenden Sitten hingebracht hatten. Diese Völker sahen die friedlichen Einwohner des Südlichen Europa als eine Beute an, die von der Natur für sie geschaffen wäre, wie für den Sperber die Taube geschaffen sey. Die Normänner, so hieß man weiter nach Süden die Bewohner der Seeküsten des weiten Scandinaviens, durchstreifften auf leichten Schiffen alle Seen, sie stiegen in den Flüssen ans Land, überfielen die wehrlosen Dörfer, und die unbefestigten Städte, raubten die Reichthümer der Einwohner, und fanden ein wildes Vergnügen am Zerstören, und an der Ermordung der Ueberwundenen. Sie kannten neben der Tapferkeit keine andere Tugend.“

 

VonHaller

Albrecht von Haller (16 oktober 1708 – 12 december 1777)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Gottfried Kölwel werd geboren op 16 oktober 1889 in Beratzhausen. Hij studeerde in Amberg en München. In 1914 verscheen, aangemoedigd door Martin Bubder,  zijn eerste dichtbundel »Gesänge gegen den Tod«. Kölwel stond in contact met schrijvers als Hermann Hesse en Franz Kafka. Zijn werk behoort tot het late expressionisme.

 

Kindheit

 

Vaterhaus aus dicken Mauern,

deren Grund sich tief verlor,

alt verankert in der Erde,

immer offen stand dein Tor.

 

Durch die Fenster, her vom Garten,

trug der Wind den Sommerhauch,

gern sah ich den Birnbaum atmen

und den dicken Bohnenstrauch

 

Schmetterlinge, Himmelsspiele,

taumelten durch goldnes Land,

ihre zarten Wege fühlte

ich oft nach mit meiner Hand.

 

Alte Heilige auf den Brücken

neigten stumm das fromme Ohr,

wenn die Grillen, hundertfältig,

jubelten im Wiesenchor.

 

Lerchen, nicht an Lust zu messen,

grenzenlos im Silberflug,

sah ich, und ich sah, wie jede

Klang und Glanz zum Himmel trug.

 

Doch wo plötzlich tiefe Tümpel

öffneten den schwarzen Mund,

schrieben scheue Fische heimlich

dunkle Zeichen auf den Grund.

 

Volk von Riesen und von Zwergen,

grau verhüllt im alten Stein,

sahen von den goldnen Bergen

mir ins Kinderherz hinein.

 

Hexennächte, Fledermäuse,

Schatten, huschend durch den Raum,

weckten nach den blauen Tagen

manchen schweren, dunklen Traum.

 

Früh schon sah ich so den Spiegel,

doppelseitig aufgestellt,

was mich freute, was mich schmerzte,

wurde mir zum Tor der Welt.

 

Koelwel

Gottfried Kölwel (16 oktober 1889 – 21 maart 1958)

 

Zie voor onderstaande schrijver ook mijn blog van 16 oktober 2008.

De Zwitserse schrijver Gerold Späth werd geboren op 16 oktober 1939 in Rapperswil.