Pascal Mercier, David Leavitt, Anna Achmatova, Richard Bach, Jean Anouilh, Urs Jaeggi, Wolfgang Koeppen, Robert C. Hunter

De Zwitserse schrijver en filosoof Pascal Mercier (eig. Peter Bieri) werd geboren op 23 juni 1944 in Bern. Zie ook mijn blog van 23 juni 2007 en ook mijn blog van 23 juni 2008.

Uit: Der Klavierstimmer

 

“Jetzt, da alles vorbei ist, wollen wir aufschreiben, wie wir es erlebt haben. Wir werden den Erinnerungen allein gegenübertreten, ohne Verführung durch die Gegenwart des anderen. Die Berichte sollen wahrhaftig sein, ganz gleich, wie groß der Schmerz sein mag beim Lesen. Das haben

wir uns versprochen. Nur so, hast du gesagt, vermöchten wir den Kerker unserer Liebe zu zerschlagen, die mit der gemeinsamen Geburt begann und bis zum heutigen Tage gedauert hat.

Nur so könnten wir frei werden voneinander.

Du hast es gesagt, als wir in der Küche standen und die letzten Schlucke Kaffee aus den Zwillingsbechern tranken, die Maman am Abend meiner Ankunft aus dem hintersten Winkel des Buffets hervorgekramt hatte. Ihre Hände zitterten, und es wäre unmöglich gewesen, sie in ihrem verlorenen Lächeln, hinter dem sie einen Sprung in die unversehrte Vergangenheit versuchte, zu enttäuschen. So haben wir einen unsicheren Blick getauscht und die beiden blaßgelben Becher in die Hand genommen, du den heilen, ich denjenigen mit dem Sprung; wie früher.

Wenn wir uns, weil wir keinen Schlaf fanden, nachts in der Küche trafen, hielten wir die Becher wie damals, und es schien mir, als würden sich unsere Bewegungen mit jedem Mal wieder ähnlicher. Nur angestoßen haben wir mit unserem Kaffee nicht wie früher, obwohl wir beide vom anderen wußten, daß er daran dachte. (In diesen Tagen waren wir füreinander wie aus Glas: hart und zerbrechlich zugleich, und in den Gedanken vollkommen durchsichtig.)”

 

 

mercier

Pascal Mercier (Bern, 23 juni 1944)

 

De Amerikaanse schrijver David Leavitt werd geboren in Pittsburgh op 23 juni 1961. Zie ook mijn blog van 23 juni 2007 en ook mijn blog van 23 juni 2008.

 

Uit: The Marble Quilt

 

‘Crossing St. Gotthard

It was the tunnel–its imminence–that all of them were contemplating that afternoon on the train, each in a different way; the tunnel, at nine miles the longest in the world, slicing under the gelid landscape of the St. Gotthard Pass. To Irene it was an object of dread. She feared enclosure in small spaces, had heard from Maisie Withers that during the crossing the carriage heated up to a boiling pitch. “I was as black as a nigger from the soot,” Maisie Withers said. “People have died.” “Never again,” Maisie Withers concluded, pouring lemonade in her sitting room in Hartford, and meaning never again the tunnel but also (Irene knew) never again Italy, never again Europe; for Maisie was a gullible woman, and during her tour had had her pocketbook stolen.

And it was not only Maisie Withers, Irene reflected now (watching, across the way, her son Grady, his nose flat against the glass), but also her own ancient terror of windowless rooms, of corners, that since their docking in Liverpool had brought the prospect of the tunnel looming before her, black as death itself (a being which, as she approached fifty, she was trying to muster the courage to meet eye to eye), until she found herself counting first the weeks, then the days, then the hours leading up to the inevitable reckoning: the train slipping into the dark, into the mountain. (It was half a mile deep, Grady kept reminding her, half a mile of solid rock separating earth from sky.) Irene remembered a ghost story she’d read as a girl–a man believed to be dead wakes in his coffin. Was it too late to hire a carriage, then, to go over the pass, as Toby had?

But no. Winter had already started up there. Oh, if she’d had her way, they’d have taken a different route; only Grady would have been disappointed, and since his brother’s death she dared not disappoint Grady. He longed for the tunnel as ardently as his mother dreaded it.

“Mama, is it coming soon?”

“Yes, dear.”

“But you said half an hour.”

“Hush, Grady! I’m not a clock.”

 

leavitt

David Leavitt (Pittsburgh, 23 juni 1961)

 

De Russische dichteres Anna Andréjevna Achmatova werd geboren in Bolshoi Fontan bij Odessa, 23 juni 1889. Zie ook mijn blog van 23 juni 2006 en ook mijn blog van 23 juni 2007  en ook mijn blog van 23 juni 2008.

 

Requiem

 

Ik weefde een kleed voor hem uit wat zij zelf
in schuchtere zinnetjes hadden gezegd.
Altijd, overal draag ik hem in mijn hart,
ik blijf hem gedenken in komende smart.
En als mijn gemartelde stem wordt gesnoerd
die schreeuwend de honderd miljoen heeft verwoord,
Da
n moge ik evenzo worden herdacht
door hen, op de avond van mijn dodenwacht.

 

 

Laatste toast

 

Op mijn bestaan vol nijd en spijt,
Ons huis in stof en as,
Ons samenzijn in eenzaamheid,
Op jou hef ik het glas,
En op die ogen, kil en dof,
Die mond, die mij verried,
En op de wereld, wreed en grof,
Op God, die ons verliet.

 

Vertaald door Hans Boland

 

 

achmatova

Anna Achmatova (23 juni 1889 – 5 maart 1966)

 

De Amerikaanse schrijver Richard Bach werd geboren in Oak Park, Illinois op 23 juni 1936. Zie ook mijn blog van 23 juni 2007.

 

Uit: Illisions

 

“Once there lived a village of creatures along the bottom of a great crystal river.

The current of the river swept silently over them all – young and old, rich and poor, good and evil, the current going its own way, knowing only its own crystal self.

Each creature in its own manner clung tightly to the twigs and rocks at the river bottom, for clinging was their way of life, and resisting the current what each had learned from birth.

But one creature said at last, ‘I am tired of clinging. Though I cannot see it with my eyes, I trust that the current knows where it is going. I shall let go, and let it take me where it will. Clinging, I shall die of boredom.’

The other creatures laughed and said, ‘Fool! Let go, and that current you worship will throw you tumbled and smashed across the rocks, and you shall die quicker than boredom!’

But the one heeded them not, and taking a breath did let go, and at once was tumbled and smashed by the current across the rocks.

Yet in time, as the creature refused to cling again, the current lifted him free from the bottom, and he was bruised and hurt no more.

And the creatures downstream, to whom he was a stranger, cried, ‘See a miracle! A creature like ourselves, yet he flies! the the Messiah, come to save us all!’

And the one carried in the current said, ‘I am no more Messiah than you. The river delights to lift us free, if only we dare let go. Our true work is this voyage, this adventure.’

 

Richard_Bach

Richard Bach (Oak Park, 23 juni 1936)

 

 

De Franse (toneel)schrijver Jean Anouilh werd geboren in Bordeaux op 23 juni 1910. Zie ook mijn blog van 23 juni 2007 en ook mijn blog van 23 juni 2008.

 

Uit: Becket ou L’Honneur de Dieu

 

“Becket : Serait-il sain d’aller mendier, sur les routes d’Europe, une place disputée à la peur, où ma carcasse serait en sécurité ?… Je suis Archevêque primat d’Angleterre. C’est une étiquette un peu voyante dans mon dos. L’honneur de Dieu et la raison qui, pour une fois coïncident, veulent qu’au lieu de risquer le coup de couteau d’un homme de main obscur, sur une route, j’aille me faire tuer – si je dois me faire tuer – coiffé de ma mitre, vêtu de ma chape dorée et ma croix d’argent en main, au milieu de mes brebis, dans mon Église primatiale. Ce lieu seul est décent pour moi. »

 

Jean_Anouilh

Jean Anouilh (23 juni 1910 – 3 oktober 1987)

 

De Zwitserse schrijver, kunstenaar en socioloog Urs Jaeggi werd geboren op 23 juni 1931 in Solothurn. Zie ook mijn blog van 23 juni 2007 en ook mijn blog van 23 juni 2008.

 

 

ICHWERWOWIRICH (Fragment)

Ist mein Hirn ein Fremder oder eine Fremde?
Wo bin ich, wenn Ich ein Anderer ist?
Was wären meine Hände ohne meine Augen?
Was tun meine Ohren ohne meine Füsse?
Was wäre mein Mund ohne meine Zunge?
Dürfen meine Hände alles, was mir verboten ist?
Was wäre meine Zunge ohne meinen Mund?
Was weiss ich von meinen Händen?
Was weiss ich von meinem Hirn, meinen Augen, meiner Nase, meinem Geschlechtsteil?
Mache ich mich oder werde ich gemacht oder gibt es etwas Drittes?
Sich einzeichnen in die eigenen Augen, bis es fremde sind.
Was macht ein Glied ohne Körper?
Da er nicht einer, sondern mehrere zugleich ist, kann er nicht sich selbst wählen (Cioran).
Die strengen Ichs lachen. Sie erzählen sich viele Geschichten, ohne sie zu erzählen.
Die Gesellschaft, ohne mich, bleibt Gesellschaft.
Das Kapital ohne mich bleibt Kapital.
Das Kapital ohne die Andern gäbe es nicht.
Gibt es Bilder ohne die Andern?
Hat man mich erfunden?

 

jaegi

Urs Jaeggi (Solothurn,  23 juni 1931)

 

 

De Duitse schrijver en essayist Wolfgang Arthur Reinhold Koeppen (eig. Köppen) werd geboren op 23 juni 1906 in Greifswald. Zie ook mijn blog van 23 juni 2007 en ook mijn blog van 23 juni 2008.

 

Uit: Tauben im Gras

 

Flieger waren über der Stadt, unheilkündende Vögel. Der Lärm der Motoren war Donner, war Hagel, war Sturm. Sturm, Hagel und Donner, täglich und nächtlich, Anflug und Abflug, Übungen des Todes, ein hohles Getöse, ein Beben, ein Erinnern in den Ruinen. Noch waren die Bombenschächte der Flugzeuge leer. Die Auguren lächelten. Niemand blickte zum Himmel auf.
Öl aus den Adern der Erde, Steinöl, Quellenblut, Fett der Saurier, Panzer der Echsen, das Grün der Farnwälder, die Riesenschachtelhalme, versunkene Natur, Zeit vor dem Menschen, vergrabenes Erbe, von Zwergen bewacht, geizig, zauberkundig und böse, die Sagen, die Märchen, der Teufelsschatz: er wurde ans Licht geholt, er wurde dienstbar gemacht. Was schrieben die Zeitungen? Krieg um Öl, Verschärfung im Konflikt, der Volkswille, das Öl den Eingeborenen, die Flotte ohne Öl, Anschlag auf die Pipeline, Truppen schützen Bohrtürme, Schah heiratet, Intrigen um den Pfauenthron, die Russen im Hintergrund, Flugzeugträger im Persischen Golf. Das Öl hielt die Flieger am Himmel, es hielt die Presse in Atem, es ängstigte die Menschen und trieb mit schwächeren Detonationen die leichten Motorräder der Zeitungsfahrer. Mit klammen Händen, mißmutig, fluchend, windgeschüttelt, regennaß, bierdumpf, tabakverbeizt, unausgeschlafen, alpgequält, auf der Haut noch den Hauch des Nachtgenossen, des Lebensgefährten, Reißen in der Schulter, Rheuma im Knie, empfingen die Händler die druckfrische Ware.
Das Frühjahr war kalt. Das Neueste wärmte nicht. Spannung, Konflikt, man lebte im Spannungsfeld, östliche Welt, westliche Welt, man lebte an der Nahtstelle, vielleicht an der Bruchstelle, die Zeit war kostbar, sie war eine Atempause auf dem Schlachtfeld, und man hatte noch nicht richtig Atem geholt, wieder wurde gerüstet, die Rüstung verteuerte das Leben, die Rüstung schränkte die Freude ein, hier und dort horteten sie Pulver, den Erdball in die Luft zu sprengen, Atomversuche in Neu-Mexiko, Atomfabriken im Ural, sie bohrten Sprengkammern in das notdürftig geflickte Gemäuer der Brücken, sie redeten von Aufbau und bereiteten den Abbruch vor, sie ließen weiter zerbrechen, was schon angebrochen war: Deutschland war in zwei Teile gebrochen.”

 

koeppen

Wolfgang Koeppen (23  juni 1906 – 15 maart 1996)

 

De Amerikaanse dichter, vertaler en tekstschrijver Robert C. Hunter werd geboren op 23 juni 1941 in San Luis Obispo, California. Hij is in eerste instantie bekend geworden door zijn werk als tekstschrijver voor de band The Grateful Dead. Hij was al vroeg bevriend met Jerry Garcia, het boegbeeld van de band. In de vroege jaren zestig traden ze samen op in bluegrass bands. Toen The Grateful Dead in 1994 opgenomen werd in de Rock and Roll Hall of Fame werd Hunter tot officieel bandlid benoemd. De meeste songs schreef Garcia samen met hem. Hunter publiceerde verder ook eigen dichtbundels en vertalingen van Rainer Maria Rilkes Sonnetten aan Orpheus en De Elegieën van Duino.

 

Ripple

 

If my words did glow with the gold of sunshine

And my tunes were played on the harp unstrung

Would you hear my voice come through the music

Would you hold it near as it were your own?

 

It’s a hand-me-down, the thoug
hts are broken

Perhaps they’re better left unsung

I don’t know, don’t really care

Let there be songs to fill the air

 

     Ripple in still water

     When there is no pebble tossed

     Nor wind to blow

 

Reach out your hand if your cup be empty

If your cup is full may it be again

Let it be known there is a fountain

That was not made by the hands of men

 

There is a road, no simple highway

Between the dawn and the dark of night

And if you go no one may follow

That path is for your steps alone

 

     Ripple in still water

     When there is no pebble tossed

     Nor wind to blow

 

You who choose to lead must follow

But if you fall you fall alone

If you should stand then who’s to guide you?

If I knew the way I would take you home

 

Hunter

Robert C. Hunter (San Luis Obispo, 23 juni 1941)