Kurt Schwitters, Marceline Desbordes-Valmore, Jean-Claude Izzo, Robert Rozhdestvensky, Silke Andrea Schuemmer, Carel van Nievelt, Lillian Hellman

De Duitse schrijver, dichter en kunstenaar Kurt Schwitters werd geboren op 20 juni 1887 in Hannover. Zie ook mijn blog van 20 juni 2006. en mijn blog van 20 juni 2007.

‘So, so!’

 

Vier Maurer saßen einst auf einem Dach.
Da sprach der erste: “Ach!”
Der zweite: “Wie ists möglich dann?”
Der dritte: “Daß das Dach halten kann!!!”
Der vierte: “Ist doch kein Träger dran!!!!!!”
Und mit einem Krach
Brach das Dach.

 

 

 

‘A.M.’

 

Er fiel in einen Narrenstall.
Da rauscht ein zäher Wasserfall.
Da sank ein zäher Gummiball.
Er aß von seinem Widerhall.
Da gab er seinen zähen Knall.
Wer gab da seinen zähen Knall?
Der zähe Gummiwasserfall?
So endete der zähe Prall
Im allgemeinen Knall und Fall:
Von Arp und Merz in diesem Fall.
So springt ein zäher Wasserball.

 

 

 

‘Seenot’

 

Wenn die Kraniche bellen
Auf den tanzenden Wellen,
Muß das Schifflein zerschellen.

Und die tausende Raketen,
Die beleuchten das täten,
Würden grausam zertreten.

Wer das jemals erlebet,
An den Zähnen erbebet
Und ins Jenseits entschwehöbet!

 

 

schwitters

Kurt Schwitters (20 juni 1887 – 8 januari 1948)

 

De Franse dichteres Marceline Desbordes-Valmore werd geboren op 20 juni 1786 in Douai. Zie ook mijn blog van 20 juni 2007.

 

 

Les roses de Saadi


J’ai voulu ce matin te rapporter des roses ;
Mais j’en avais tant pris dans mes ceintures closes
Que les nouds trop serrés n’ont pu les contenir.

Les nouds ont éclaté. Les roses envolées
Dans le vent, à la mer s’en sont toutes allées,
Elles ont suivi l’eau pour ne plus revenir ;

La vague en a paru rouge et comme enflammée.
Ce soir, ma robe encore en est tout embaumée…
Respires-en sur moi l’odorant souvenir.

 

 

 

ELEGIES SOLITUDE

 

Abîme à franc
hir seule, où personne, oh ! Personne
ne touchera ma main froide à tous après toi ;
seulement à ma porte, où quelquefois Dieu sonne,
le pauvre verra, lui, que je suis encor moi,
si je vis ! Puis, un soir, ton essor plus paisible
s’ abattra sur mon coeur immobile, brisé
par toi, mais tiède encor d’ avoir été sensible
et vainement désabusé !

 

 

 

ELEGIE L’HORLOGE ARRETEE

 

Horloge d’ où s’ élançait l’ heure
vibrante en passant dans l’ or pur,
comme l’ oiseau qui chante ou pleure
dans un arbre où son nid est sûr,
ton haleine égale et sonore
dans le froid cadran ne bat plus :
tout s’ éteint-il comme l’ aurore
des beaux jours qu’ à ton front j’ ai lus ?

 

 

valmore

Marceline Desbordes-Valmore (20 juni 1786 – 23 juli 1859)

 

 

De Franse schrijver Jean-Claude Izzo werd geboren op 20 juni 1945 in Marseille. Zie ook mijn blog van 20 juni 2007.

 

Uit : Le Soleil des mourants

 

« Lorsque les pompiers évacuent le corps de Titi, son seul vrai copain de galère mort sous un banc de la station Ménilmontant, Rico décide de foutre le camp. De quitter Paris, pour le Sud. A mourir autant mourir au soleil. Dans l’hiver glacial, Rico rumine l’échec de sa vie. Son divorce. Son fils, Julien, qu’il n’a plus le droit de voir. L’engrenage qui l’a jeté à la rue. Sur la route, Rico croisera Félix, qui ” tape le ballon “, ne parle presque plus, a perdu la notion du temps. Et puis Mirjana, une jeune Bosniaque paumée, fauchée, prostituée pour survivre, dit-elle, puisqu’elle est déjà morte. Et puis d’autres, eux aussi vaincus par la vie. A Marseille, il voudrait revoir Léa, le premier amour de sa jeunesse. Qui a dit que l’espoir est au bout du chemin ? »

 

 

izzo

Jean-Claude Izzo (20 juni 1945 – 26 januari 2000)

 

De Russische dichter en schrijver Robert Ivanovich Rozhdestvensky werd geboren op 20 juni 1932 in Kosikha in het district Altai Krai. Zie ook mijn blog van 20 juni 2007.

 

 

WE ARE POLITICIANS!

 

We are politicians!

Yes.

Politicians.

Including all trifles

with heart and soul.

And while drinking our daily yoghurt.

And when drinking the festive “half-litre”. . .

We gather together

accidentally,-

Tobacco smoke

spreads low.

Every evening,

like an extraordinary

meeting of the Council of Ministers!

Here what is distant –

becomes near.

Here what is strange –

becomes personal.

“How is the food problem

in Sverdlovsk?”

“How is the housing problem

in Igar?”

We despise vague replies,

but do not permit silence!

“How is Prance?”

“What about Germany?”

And again:

“And what about the Harvest?”. . .

This inquiring intonation

it is not without reason

that we have chosen it

ourselves.

We are holding a conference

without a Presidium,

but then in a lively hall!

Businesslike and unbending

over peaceful teapots arise

homemade

Sverdlovs,

stuttering Lunacharskis,

Shaumyani

from the Architectural,

And more still, the Dzerzhinskis –

from the mountains. . .

Now and then our arguments

are not thoughtless

Our ideas sometimes

are rather daring!

Only I listen to all this with joy

and glorify this audacity!

 

 

Vertaald door Katherine v. Imhof

 

 

Rohdestvenski

Robert Rozhdestvensky (20 juni 1932 – 19 augustus 1994)

 

De Duitse dichteres, schrijfster en kunsthistorica Silke Andrea Schuemmer werd geboren op 20 juni 1973 in Aken. Zie ook mijn blog van 20 juni 2007.

 

Uit: Remas Haus

 

Haben Sie gewußt, daß alle schönen Frauen einen Buckel haben? Einen unsichtbaren Buckel, von dem sie mit den abenteuerlichsten Dingen abzulenken versuchen? Meine Mutter war an sich eine sehr körperliche, zärtliche Frau, die wußte, daß reden manchmal einfach nicht reicht. Ihr ganzer Körper in den immer schwarzen Stoffen war ein großes Zeichen, das sie in die Stadt und in unser Haus schrieb. Beim Vater war sie ein Ausrufezeichen mit gerade zurückgenommenen Ellenbogen und durchgedrückten Knien oder ein Fragezeichen, wenn sie sich zu ihm beugte, um ihn eine Weile reden zu lassen, was er dachte. Bei mir war sie manchmal ein ganzes Wort, das in der Tür oder neben meinem Bett stand. Eine Begrüßung oder eine Zurechtweisung, geschrieben in den Linien von Beinen und Armen, Hals und Bauch. Ich lernte sie früher lesen als Bücher, und es gab in der Stadt auf den großen Plakaten und Schildern kein einziges Wort, das sich durch die Krümmung eines Bogens oder durch das Wechseln eines Beins so grundlegend verändern konnte. Ich verstand nie, solange ich in der Stadt war, weshalb meine Mutter mir bei all unseren Zärtlichkeiten von Anfang an verboten hatte, ihren Rücken zu berühren. Ich kannte sie nackt beim Baden, und in Wäsche beim Umziehen, und ich sah nie etwas an diesem Stück Haut, keine Narbe oder keine Verletzung, die mich hätten mißtrauisch werden lassen. Und noch ein Verbot gab es in unserem Haus, an das sich auch der Vater zu halten hatte. Im Garten wuchterten fremdartige Gewächse vor sich hin, die meine Mutter großzog, obwohl sie wirklich nicht schön waren, und ganz hinten, wo die älteren der Merkwürdigkeiten besonders dicht standen, gab es eine Bank, auf der sie ab und zu saß, wenn sie nicht gestört werden wollte. Und mir wie dem Vater war es strengstens verboten, sie da zu stören. Wenn etwas besonders dringend sei, solle ich vom Haus aus nach ihr rufen, aber niemals, so sagte sie, dürfe ich sie bei dieser Bank stören, wenn sie da saß. Aber Sie wissen ja, ich bin weniger zurückhaltend als Sie, und kommen Sie mir bitte nicht mit Moral. Und natürlich war ich neugierig und schlich mich einmal doch an sie heran, auf Zehenspitzen, ganz vorsichtig, damit das Unterholz nicht knackte. Und ich sah meine Mutter, meine eigene Mutter, sich ein paar Mal zu allen Seiten umsehen. Dann seufzte sie und ließ sich auf die Bank fallen. Ich sah sie die Arme zum Nacken heben, und die Hände den Verschluß ihres Kragens lösen und auch die Knöpfe am Rücken bis zur Hüfte. Sie schälte sich aus dem Oberteil, trug nichts mehr darunter und zog die Schultern so feste hoch, daß man die Anstrengung in ihrem Gesicht sehen konnte, und als sie sie wieder fallen ließ, sackte ihr Oberkörper ein Stückchen nach vorne. Und da sah ich ihn: einen weißen geschwungenen, sich nach oben verjüngenden Buckel, der schwer auf ihren Schultern lastete und den sie mit einem erstaunlichen Muskelspiel im schwankenden Gleichgewicht hielt. Lassen Sie mich Ihnen jetzt erst einmal beschreiben, wie er wirkte, weil ich Sie wieder zittern sehe mit meinem Brief in der Hand, denn natürlich sind Sie jetzt geil und klapprig. Bei den Schulterblättern fing es an: sehnig wölbte sich das feste Fleisch nach oben, und die Kuppel, die fast bis zu ihrem Hinterkopf reichte, war kaum merklich mit Haarflaum bewachsen. Die Haut schimmert hell, und wenn meine Mutter den Kopf bewegte, ging ein kurzes Zittern und Grollen durch den Buckel auf ihrem Rücken. Sie ließ ihre Arme hängen und hatte den Kopf gebeugt, so daß sich ihr Nacken streckte. Nur, damit Sie sich das jetzt nicht falsch vorstellen: Nicht die Wirbelsäule war verwachsen, sondern die Wölbung war knochenlos und anscheinend sehr schwer, denn meine Mutter atmete lauter als sonst und ließ die Schultern immer tiefer sinken. Und ihre sonst so schnellen und sparsamen Bewegungen wirkten träge und mühsam. Ich mußte an die Vögelinnen denken, die ebenfalls so einen kleinen Buckel unter ihren Federn hatten. Das war mir vorher nicht aufgefallen. Und auch die Engel, die meine Mutter einmal für mich gezeichnet hatte, hatten diese Wölbung am oberen Rücken, nur verdeckten sie ihre mit Flügeln, was meine Mutter nicht konnte.”

 

schuemmer

Silke Andrea Schuemmer (Aken, 20 juni 1973)

Foto: © Gerald Zörner

Zie ook: www.gezett.de 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 20 juni 2007.

 

De Nederlandse schrijver Carel van Nievelt werd op 20 juni 1843 geboren in Delfshaven, als zoon van een boekhandelaar.

De Amerikaanse schrijfster en vertaalster Lillian Hellman werd geboren op 20 juni 1905 in New Orleans.