Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Pierre Corneille, Hendrik van Teylingen, Louis Sébastien Mercier

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007mijn blog van 6 juni 2006 en van 12 augustus 2006

Uit: Der Zauberberg

Kann man die Zeit erzählen, diese selbst, als solche, an und für sich? Wahrhaftig, nein, das wäre ein närrisches Unterfangen! Eine Erzählung, die ginge: “Die Zeit verfloß, sie verrann, es strömte die Zeit” und so immer fort, – das könnte gesunden Sinnes wohl niemand eine Erzählung nennen. Es wäre, als wollte man hirnverbrannterweise eine Stunde lang ein und denselben Ton oder Akkord aushalten und das – für Musik ausgeben. Denn die Erzählung gleicht der Musik darin, daß sie die Zeit erfüllt, sie “anständig ausfüllt”, sie “einteilt” und macht, daß “etwas daran” und “etwas los damit” ist, – um mit der wehmütigen Pietät, die man Aussprüchen Verstorbener widmet, Gelegenheitsworte des seligen Joachim anzuführen: längst verklungene Worte, – wir wissen nicht, ob sich der Leser noch ganz im klaren darüber ist, wie lange verklungen. Die Zeit ist das Element der Erzählung, wie sie das Element des Lebens ist, – unlösbar damit verbunden, wie mit den Körpern im Raum. Sie ist auch das Element der Musik, als welche die Zeit mißt und gliedert, sie kurzweilig und kostbar auf einmal macht: verwandt hierin, wie gesagt, der Erzählung, die ebenfalls (und anders als das auf einmal leuchtend gegenwärtige und nur als Körper an die Zeit gebundene Werk der bildenden Kunst) nur als ein Nacheinander, nicht anders denn als ein Ablaufendes sich zu geben weiß, und selbst, wenn sie versuchen sollte, in jedem Augenblick ganz da zu sein, der Zeit zu ihrer Erscheinung bedarf.

 

Das liegt auf der flachen Hand. Daß aber hier ein Unterschied waltet, liegt ebenso offen. Das Zeitelement der Musik ist nur eines: ein Ausschnitt menschlicher Erdenzeit, in den sie sich ergießt, um ihn unsagbar zu adeln und zu erhöhen. Die Erzählung dagegen hat zweierlei Zeit: ihre eigene erstens, die musikalisch-reale, die ihren Ablauf, ihre Erscheinung bedingt; zweitens aber die ihres Inhalts, die perspektivisch ist, und zwar in so verschiedenem Maße, daß die imaginäre Zeit der Erzählung fast, ja völlig mit ihrer musikalischen zusammenfallen, sich aber auch sternenweit von ihr entfernen kann. Ein Musikstück des Namens ‘Fünf-Minuten-Walzer’ dauert fünf Minuten, – hierin und in nichts anderem besteht sein Verhältnis zur Zeit. Eine Erzählung aber, deren inhaltliche Zeitspanne fünf Minuten betrüge, könnte ihrerseits, vermöge außerordentlicher Gewissenhaftigkeit in der Erfüllung dieser fünf Minuten, das Tausendfache dauern – und dabei sehr kurzweilig sein, obgleich sie im Verhältnis zu ihrer imaginären Zeit sehr langweilig wäre. Andererseits ist möglich, daß die inhaltliche Zeit der Erzählung deren eigene Dauer verkürzungsweise ins Ungemessene übersteigt, – wir sagen “verkürzungsweise”, um auf ein illusionäres oder, ganz deutlich zu sprechen, ein krankhaftes Element hinzudeuten, das hier offenbar einschlägig ist: sofern nämlich dieses Falls die Erzählung sich eines hermetischen Zaubers und einer zeitlichen Überperspektive bedient, die an gewisse anormale und deutlich ins Übersinnliche weisende Fälle der wirklichen Erfahrung erinnern. Man besitzt Aufzeichnungen von Opiumrauchern, die bekunden, daß der Betäubte während der kurzen Zeit seiner Entrückung Träume durchlebte, deren zeitlicher Umfang sich auf zehn, auf dreißig und selbst auf sechzig Jahre belief oder sogar die Grenze aller menschlichen Zeiterfahrungsmöglichkeit zurückließ, – Träume also, deren imaginärer Zeitraum ihre eigene Dauer um ein Gewaltiges überstieg und in denen eine unglaubliche Verkürzung des Zeiterlebnisses herrschte, die Vorstellungen sich von solcher Geschwindigkeit drängten, als wäre, wie ein Haschischesser sich ausdrückt, aus dem Hirn des Berauschten “etwas hinweggenommen gewesen wie die Feder einer verdorbenen Uhr”.

 

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Thomas Mann (6 juni 1875 – 12 augustus 1955)
Kopergravure door  Johannes Lindner

 

 

 

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De in de oorlog verwoeste villa van Thomas Mann bij het Herzogpark (Poschinger Straße 4, tegenwoordig Thomas Mann Allee) in München is herbouwd. Overigens werd alleen de buitenkant volgens het origineel gereconstrueerd.

 

 

De Russische dichter Aleksandr Sergejevitsj Poesjkin werd geboren in Moskou op 6 juni 1799. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007.

Uit: Evgeny Onegin

Book

1

“My uncle, a most worthy gentleman,
When he fell seriously ill,
By snuffing it made us all respect him,
Couldn’t have done better if he tried.
His behaviour was a lesson to us all.
But, God above, what crushing boredom
To sit with the malingerer night and day
Not moving even one footstep away.
What demeaning hypocrisy
To amuse the half-dead codger,
To fluff up his pillows, and then,
Mournfully to bring him his medicine;
To think to oneself, and to sigh:
When the devil will the old rascal die?”

 

II

 

So thought our young ne’er-do-well
Flying through the dust on a mail coach.
By the supreme will of Zeus
He was the inheritor of all his kin.
Good friends of Ludmilla and Ruslan!
With the hero of my romance
Allow me to make you acquainted
Without further prelude,this very instant.
Onegin, my good Sir or Madam,
Was born on the banks of the Neva,
Where perhaps you too were born,
Or made your name, my dearest reader.
There too I once enjoyed myself,
But North winds are damaging to my health.

 

 

Book II

 

I


The estate in which our bored Yevgeny
Now lived, was in fact a fine retreat:
There a lover of the simpler pleasures
Would thank the heavens for his fate.
His mansion house was solitary,
Sheltered by hills in windy weather,
And by a river stood. Stretching away
Far off the meadows were bright and gay
With flowers, and the cornfields golden,
And here was a hamlet, there another,
And cattle wandered the meadows at random,
While shade was cast both deep and wide
By a huge garden all overgrown,
For the pensive Dryads a secret home.

 

 

 

Vertaald door G.L. Ledger

 

poesjkin

Aleksandr Poesjkin (6 juni 1799- 10 februari 1837)

 

 

De Franse schrijver Pierre Corneille werd geboren in Rouen op 6 juni 1606. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007

 

Uit: Le Cid

 

Acte 1 , Scène 4

Don Diègue
Ô rage ! ô désespoir ! ô viellesse ennemie !
N’ai-je donc tant vécu que pour cette infamie ?
Et ne suis-je blanchi dans les travaux guerriers
Que pour voir en un jour flétrir tant de lauriers ?
Mon bras qu’avec respect tout l’Espagne admire,
Mon bras, qui tant de fois a sauvé cet empire,
Tant de fois affermi le trône de son roi,
Trahit donc ma querelle, et ne fait rien pour moi ?
Ô cruel souvenir de ma gloire passée !
Oeuvre de tant de jours en un jour effacée !
Nouvelle dignité fatale à mon bonheur !
Précipice élevé d’où tombe mon honneur !
Faut-il de votre éclat voir triompher Le Comte,
Et mourir sans vengeance, ou vivre dans la honte ?
Comte, sois de mon prince à présent gouverneur ;
Ce hau
t rang n’admet point un homme sans honneur ;
Et ton jaloux orgueil par cet affront insigne
Malgré le choix du roi, m’en a su rendre indigne.
Et toi, de mes exploits glorieux instrument,
Mais d’un corps tout de glace inutile ornement,
Fer, jadis tant à craindre, et qui, dans cette offense,
M’as servi de parade, et non pas de défense,
Va, quitte désormais le derniers des humains,
Passe, pour me venger, en de meilleurs mains.”

 

corneille

Pierre Corneille (6 juni 1606 – 1 oktober 1684)

 

 

Zie voor onderstaander schrijvers ook mijn blog van 6 juni 2007

De Nederlandse dichter en vertaler Hendrik van Teylingen werd geboren op 6 juni 1938 in IJmuiden.

De Franse schrijver en politicus Louis Sébastien Mercier werd geboren in Parijs op 6 juni 1740.